Folie für meinen Optovar Zeiss 11170

Begonnen von Maria, April 18, 2026, 13:12:10 NACHMITTAGS

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Maria

#15
Moin,

ich habe mich in den letzen Tagen intensiv mit der Polarisationsmikroskopie beschäftigt und mir dazu auch einige Videos auf "Youtube" angesehen. Jetzt stehe ich nicht mehr ganz so dumm da... ;D  ;D . Die Folienwahl für den Polarisator und Analyser einschließlich ihrer Ausrichtung ist klar. Somit kann ich mit dem eigentlichen Projekt weiter machen.

Bis ich die endgültige Folie bekomme, habe ich noch ein Experiement gemacht. Ich habe hier eine 3D Brille liegen. Ich weiss ist nicht optimal und die richtige Folie von Edmund kommt in den nächsten Tagen. Auf einem schwarzen Karton habe ich 2x zwei Kreise gezogen: 6 cm und 4 cm. Dann entsprechend ausgeschnitten und eine 3D Folie dazwichen und die drei Lagen geklebt. Leider ist das Feld der 3D Brille kleiner als mein innerer Kreis was sich mit der neuen Folie ja ändern lässt. In gekreuzter Stellung war es fast dunkel bis grau, was wohl u.a. an dem schlechten Auslöschungsverhältnis 100:1 ? liegt. Aber egal. Ich habe dann meine Objektträger mit den Zuckerkristallen genommen und mikroskopiert. Mit den Ergenissen bin ich eigentlich zufrieden. Das Schwarz musste ich ein bisschen nacharbeiten... :)  :) . Aber schummeln tun wir ja alle.

Lange Rede kurzer Sinn:
Dass das nicht schön ausssieht gefällt mir noch nicht so richtig, but it works. Ich habe mit einer Nagelschere ausgeschnitten: nicht toll. Ich habe aber auch keine Stanze. Hatte schon an einen Filter aus der Fotografie gedacht. Glas raus und Folie rein. Ich weiss aber nicht, ob man das Glas so einfach raus bekommt. Ist es geklebt? Dann in eine Löser legen. Glaube unten eine Nase zu erkennen, wo man die Folie 0,4 mm drauf legen könnte. Aber dann muss die Folie eigentlich 100% passgenau/gestanzt sein und da ist die Nagelschere mist.
Alternativ könnte ich die Folie auch direkt ohne Fassung in die Öffnung der Leuchtfeldblende legen.  Glaube drehen kann man die Folie dann von den beiden Seiten. Aber mit der Reibung über das Glas könnte sie zerkratzen.

Also sagt mir doch bitte, wie Ihr es mit dem Polarisator auf der Leuchtfeldblende (Zeiss Standard/WL) gelöst habt...

LG
Maria   

A. Büschlen

Hallo Maria,

es gibt den gefassten Polarisator von Zeiss der genau in den Lichtaustritt im Stativfuss passt. Den kann man nicht einfach so drehen.
Deshalb habe ich mir einen gebrauchten, grossen, gefassten Polfilter für die Fotografie gesucht. Diesen stülpt man einfach über den Lichtaustritt und kann ihn an der Fassung drehen.
Das war einmal... Am Universal habe ich am Kondensorträger den 360Grad drehbaren Polarisator.

Grüsse Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Peter V.

Hallo,

die einfachste, preiswerteste und universellste Lösung sind in der Tat - wie von Arnold erwähnt - die gefassten Foto-Polfilter, die es haufenweise gebraucht auf EBay für relativ kleines Geld und in allen erdenklichen Größen gibt. Ich würde immer auf Markenware z.B. Hoya, K&F, B+W, Heliopan etc. achten. Es ist auch gleichgültig, ob es ein linearer oder zirkularer Polfilter ist, bei einem zirkularen Polfilter muss man nur darauf achten, die richtige Seite auf den Lichtaustritt zu legen.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Maria

#18
Arnold & Peter

Danke für die Informationen.

Vielleicht bin ich mal wieder päpstlicher als der Papst.... ;D  ;D . Wenn ich mir die optimalen Daten für eine Polarisationsfolie im Netz ansehe, dann lese ich:

- linear polarisiert
- Wellenlängenbereich 420 bis 760 nm
- Auslöschungsverhältnis > 1000:1 optimal 30.000:1
- Transmissiion 42 %
- Polarisationseffizienz > 99 %

Gibt man eine entsprechende Frage bei "KI" ein, wird "XP42HE" empfohlen. Und in der Tat: diese Folie erfüllt alle Kriterien. Da kostet ein Stück 50 x 50 mm mal eben 50 €.

Zu den Polfiltern gibt es keine technische Angaben. Glaube nicht, dass der Foto-Polfilter zu 99,99 % den Hintergrund abdunkelt. Na ja, da hätte ich immer noch mein Bildbearbeitungsprogramm mit der Funktion "Schwarztöne". Damit bekomme jeden Hintergrund pechschwarz.

Also die Polfilterlösung überzeugt mich noch nicht so richtig. Hätte schon lieber diese Edmund Folie als Polarisator. Aber ich denke, dass ich die nicht sauber in eine Fassung bekomme. Dann bestünde noch die Möglichkeit, den Filter auf 32 mm rauszuschneiden/stanzen und ohne Fassung zu nutzen. Rechts und links an der Leuchtfeldblende gibt es ja Vertiefungen. Da könnte man die Folie ggfls. etwas drehen. Diesen Bereich müsste man dann allerdings extem sauber halten.

Werde mir aber mal einen Polfilter auf Ebay kaufen. Glaube da hilft nur probieren.

LG
Maria

Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

selbst die besten Pol-Filter aus der Kamerasparte führen nicht zu einer Schwarzstellung bei Kreuzung, der Hintergrund bleibt stets dunkelblau; für korrekte Pol-Mikroskopie geht das natürlich nicht, für rein aesthetische Bildgebung reicht das.
Beste Grüße !

JB

Maria

#20
Hallo Jürgen!

Vielen Dank für deine Bewertung. Sehe ich auch so. Also Polfilter mehr für ästhetische Betrachtungen in der einfachen Polarisation. Mit speziellen Polarisationsfolien z.B von Edmund für die professionelle Nutzung.

LG
Maria

mhaardt

Bei Filterfolien und auch vielen Filtern wird keine Polarisationsrichtung angegeben. Wenn man keinen Filter hat, wo sie markiert ist, hilft eine Glasplatte, z.B. ein Objektträger, unter 57 Grad (Brewster-Winkel):

https://www.leifiphysik.de/optik/polarisation/versuche/brewster-winkel

Es wird ohne Helligkeitssensor vielleicht nicht auf das Grad genau, aber man findet die Richtung schon.

Michael

reblaus

Hallo -

als Schnelltest dient bei mir der Computerbildschirm/-monitor. Die sind in der Regel auf 45 Grad pol.

Gruß

Rolf

Spectrum

#23
Hallo Maria,
Sonnenbrillen mit Polfiltergläsern oder deine Kinobrille (die hast du ja schon) kannst du auch als halbwegs genaue Referenz heranziehen.
Die Pol-Sonnenbrille (giebt es z.b. für Angler um die Spiegelung im Wasser zu eliminieren.
Bei deiner Kinobrille dürften zusätzlich wohl auch noch Lambda-Folien verbaut sein und es gibt logischerweise einen Unterschied zwischen der li und der re Seite der Brille. Das müsstest du dann natürlich auch noch mitbeachten.
Hier Lesestoff zu dem Thema:

https://www.farbeinf.de/static_html/zirkul.html

Und hier:

https://www.tu-braunschweig.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=30179&token=31b14a945e7f18ba1ce9eb8a248730a426f2b3e6
LG Holger
Holger
Duzen und meine Bilder (auch ungefragt)  bearbeiten, mit eigenen Aufnahmen ergänzen und weitergeben erwünscht!

Gerd Schmahl

Hallo Maria,
schau Dir mal diesen Beitrag an! So werden Polarisatoren ausgerichtet, wenn damit auch gemessen werden soll, oder weitere richtungsdefinierte Bauteile dazukommen (Kompensatoren, DIC,...)
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

purkinje

#25
Hallo Maria,
 [falls es jemanden aufgefallen ist, selbst die Profi-Pol-Kondensoren oder DIK-Kondensoren haben z.B. bei Leitz einen Vorpolarisator da die sicher hochwertigen verbauten Filter-Pol-Folien allein nie ganz auslöschen, s. Olafs Kommentar unten].
Für die "biologische" oder "ästhetische" Pol-Mikroskopie, also zum Betrachten von doppelbrechenden Strukturen aller Art reicht lineare Polfolie aus dem Projektions-, Kino-, Anzeigen-Bedarf (zB screen-tech, ebay) vollkommen. Die Achslage ist angegeben (0°/90° heißt parallel zu einer Schnittkante des Stücks) und kann so einfach übernommen werden. Dicke von 0,7mm erhältlich, dies ist ohne weiter Fassung stabil genug. Falls Du mit Halogen beleuchtest, wie ich beim alten Ortholux I, dann empfiehlt sich unbedingt ein Wärmeschutzglas vor dem Polfilter.
Geschnitten wird bei mir mit Kreisschneider von Donau Elektronik, dieser hat ein praktisches Standfüßchen für die Mitte z. Vermeidung eines zentralen Einstichlochs.

Beste Grüße Stefan

olaf.med

Lieber Stefan,

das ist so nicht ganz richtig. Die Auslöschung hochwertiger Pol-Folien ist hervorragend und reicht für alle Belange völlig aus. Vorpolarisatoren sind immer nur dann verbaut, wenn man hochintensive Lichtquellen verwenden möchte, und sie steigern auch die Qualität der Polarisation keineswegs.

In den Polfolien wird ein Teil des Lichts durch Absorption vernichtet, wodurch Wärme entsteht. Da die Pol-Folien nur bis ca. 70-80°C thermisch stabil sind zerschießt man sie in kurzer Zeit mit einer intensiven Lichtquelle, wenn man nicht schon vorher durch einen Vorpolarisator für halbwegs linear polarisiertes Licht sorgt, sodass der zu absorbierende Betrag nur klein, und damit die Wärmeentwicklung nur gering ist.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

purkinje

Hallo Olaf,
Danke für die wohl nötige Einschränkungen, mir war zwar die Eigenschaft als thermischer Isolator bekannt, hatte aber auch und vor allem eine Rolle des Vorpolarisators als optischen Isolator im Kopf (Vermeidung von Rückreflexion mit Teilpolarisierung des Eingangslichts).
Dank auch an Gerd für den link und Olaf für diese schöne Methode der exakten Ausrichtung von Polfiltern, war mir bisher entgangen.
Beste Grüße Stefan