Preparat risse! Wer kann mich helfen

Begonnen von Ronald Schulte, März 15, 2009, 12:12:07 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Holger Adelmann

Hallo Ronald,

Du schreibst:
"Bin bereits beschäftigt um selbst ein babymaus zu fixieren aber das ist noch nicht so einfach. Das Fixiermittel, bouin, dringt nicht schnell genug ein und später dringt das Paraffin nicht genug ein.
Möglich muss ich noch viel langer eindringen lassen!"


Hier wäre es vermutlich besser, einfach mit neutralem Formol zu fixieren. Ich denke, dass Gemische wie Bouin und Susa eine sehr starke Eiweissfällung machen und damit ihr eigenes Eindringen behindern. Gut wäre auch eine Kombo aus Formol und Tetrachloressigsäure, die auch rasch eindringt und gleichzeitig entkalkt, was bei einer ganzen Maus ja auch von Vorteil ist - auch wenn sie noch jung ist ...

Herzliche Gruesse
Holger

Dieter Stoffels

#16
Hallo Ronald,

wie ja bereits von Vielen geschrieben, neigt Entellan zur Schwindungsrissbildung. Trotz vieler Hinweise zum Gebrauch von Euparal, rate ich Dir bei Deinen tollen Präparaten vom dauerhaften Gebrauch des Euparals ab. Soweit ich mich errinnere, arbeitest Du auch mit apochromatischer Optik. Histologisch-zoologische Schnitte verlieren nach Euparaleinschluss häufig ihre Farbbrillanz. Das Problem der Schwindungsrissbildung zeigt sich vor allem dann, wenn das Einschlussmittel mit Xylol zu hoch verdünnt wurde. Zwar fließt das Einschlussmittel besser beim Auflegen des Deckglases, die Gefahr einer Schwindungsrissbildung steigt aber erheblich an. Dies besonders dann, wenn das Deckglas zusätzlich noch beschwert wurde. Wenn Du die Möglichkeit hast, auf Dauer auf DePeX von Serva umzusteigen und einen geringeren Verdünnungsgrad wählst, tritt das Problem nicht mehr auf. Um einen Fluss des Einschlussmittels zu beschleunigen hilft auch ein kurzes Auflegen des Objektträgers auf eine 50 Grad heiße Wärmeplatte. Es wäre schade, wenn Deine tollen Präparate auf Dauer verderben würden.

Herzliche Grüße!

Dieter

Ronald Schulte

@Dieter,

Danke für dein Beitrag. Ich habe mich gerade eine Flasche 'Malinol' besorgt. Kennen Sie auch die Zuverlässigkeit von Malinol?
Dpex werde ich mich später noch besorgen.

@Holger,

In mein letzter versuch habe ich die Extremitäten abgenommen und einige Schnitte im Bauchregion gemacht. Das war die Losung um das Bouin fixier gut rein zu bekommen.
Mein nächstes Plan ist Mauser fixieren von einige Tagen alt (4-5 Tagen) und werde auch mal Formol-TCA probieren.
Ziel mit altere Mauser ist um mehr ausdifferentierung zu bekommen von Geweben.
In Dezember reden wir nochmals um die genaue Technik und Mischung zu bekommen.

grüße Ronald
Mikroskope:
Leitz Orthoplan (DL, AL-Fluoreszenz und Diskussionseinrichtung).
Leica/Wild M715 Stereomikroskop.
Mikrotom:
LKB 2218 Historange Rotationsmikrotom.

Dieter Stoffels

Hallo Ronald,

in Hinblick auf das optische Verhalten, würde ich das Malinol dem Euparal gleichstellen. Malinol besitzt von sich aus eine relativ hohe Viskosität, so dass es Probleme beim Fluss mit großen Deckgläsern geben könnte. Malinol oder Kanadabalsam bietet sich besonders für schichtdicke Objekte an (botanische Histologie). Für Deine histologisch-zoologischen Präparate ist sicher nur ein Kunstharz auf Polyacrylsäureesterbasis wirklich geeignet. Solltest Du Problem bei der Beschaffung von DePeX haben, so melde Dich bitte bei mir.

Herzliche Grüße!

Dieter

Jürgen H.

Hallo Ronald,

ich decke meine Präparate seit einigen Jahren mit Malinol ein. Nachträgliche Probleme haben sich bisher nicht ergeben.

Ich verwende für meine Serienschnitte ausschließlich große Deckgläser. Die Wahl der richtigen Menge und das blasenfreie Ablegen des Deckglases kann sich schon einmal etwas schwierig gestalten, ein bisschen Erfahrung hilft.

Ich bin gespannt, wie Du urteilst, wenn Du den Vergleich zwischen Depex und Malinol hast.



Gruß

Jürgen


Dieter Stoffels

Hallo Ronald,

noch ein kleiner Nachtrag zum Thema "Entkalken". Eine Säureentkalkung mit kurzkettigen organischen Säuren oder Trichloressigsäure würde ich Dir nicht empfehlen. Diese Entkalkungsmethoden besitzen sicher ihre Berechtigung wenn innerhalb kurzer Zeit eingebettet und geschnitten werden muss (histologische Routinediagnostik). Den Preis den man hierfür bezahlt ist eine schlechte Färbbarkeit (vor allem der Kerne) und häufig auch strukturelle Veränderungen im Gewebe. Am geeignesten ist eine Entkalkung mit einer bei pH 7,2 gesättigten EDTA-Lösung. Hierin schwimmen die Objekte zunächst auf, sedimentieren aber nach einiger Zeit zu Boden (beachte Dichte der gesättigten EDTA-Lösung). Mit EDTA kann am schonensten entkalkt werden. Das gilt nicht nur für embryologisches Material, sondern auch für Hartgewebe (Knochen, Zähne, usw.). Wichtig ist nur, das EDTA nach der Entkalkung wieder vollständig auszuwaschen. Das kann einige Tage dauern. Das Waschwasser sollte einen pH-Wert von 7,O bis 7,2 besitzen und mit einer Spur Formol stabilisiert sein um eine Verpilzung zu verhindern.

Viele Grüße!

Dieter