Botanik: Besenheide (Calluna vulgaris) und ein Zufallsfund *

Begonnen von Fahrenheit, September 06, 2011, 22:03:17 NACHMITTAGS

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Mila

Lieber Jörg,

ein tolle Arbeit zeigst Du uns da wieder.
Insbesondere der Vergleich der
a) Färbungen und
b) der Gewebe in unterschiedlich alten Sprossen
gefällt mir sehr gut! Schöne Fotos auch für meine frische "Brut", die ich jetzt ganz behutsam und hoffentlich wissbegierig machend zu neuen pharmazeutischen Spitzen-Botanikern ausbilden möchte :) 

Herzliche Grüße
Mila

Rawfoto

Hallo Joerg

Es ist nicht zu lange geworden, es war wieder schön und lehrreich Deine Dokumentation zu verfolgen ==> Gratulation auch von mir ...

Freue mich natürlich schon auf den nächsten Beitrag von Dir :-))

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

HDD

Hallo Jörg

Wunderschöner Bericht und ganz herzlichen Dank fürs zeigen.
Solche Berichte muss man lesen ob man gerade Zeit hat oder nicht. ;)
Ich habe es archiviert.

Herzliche Grüße

Horst-Dieter

Fahrenheit

#18
Liebe Mila, lieber Gerhard und lieber Horst-Dieter,

herzlichen Dank für Euer Lob! Mit solchem Feedback macht es immer wieder Spaß, Forenbeiträge zu erstellen.

Liebe Mila, für Deine Brut liegen wie immer einige Präparate bereit.
:)

In meinem Eingangsposting hatte ich versprochen, noch ein etwas deutlicheres Bild von meinem Zufallsfund nach zu liefern, was ich hiermit gerne einlösen möchte.

Bild 23: Eine Milbe (?) zur falschen Zeit am falschen Ort. Vergrößerung 200x, Stapel aus 27 Bildern

Bei einer Körperlänge von rund 230 µm hat das gezeigte Tierchen eine Breite von gut 100 µm. Das lange Haar am Hinterende ist selbst noch einmal gut 200 µm lang.
Am Kopfende sieht es so aus, als ob Flüssigkeit ausgetreten wäre, die sich deutlich vom umgebenden Einschlussmittel absetzt. Die seltsamen, amorphen "Ausleger" gehören auch dazu. Daher vermute ich, dass das Tierchen nicht mit der Probe fixiert wurde und so mit ins Präparat geraten ist, sondern beim Präparieren das Pech hatte, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.

Ich habe es mal als Milbe (oder eher Milbenlarve - die Anzahl der Beine ist schwer zu erkennen, aber eher 6 als 8 ) bezeichnet, kann aber nicht wirklich sagen, um was es sich handelt.

Allen herzliche Grüße
Jörg

p.s.
Hat jemand eine Idee, was es mit den Sekretgängen (*) und Tüpfelzellen (?) in Bild 17 auf sich hat?

p.p.s.
Eben habe ich versucht, noch ein Bild in höherer Vergrößerung hin zu bekommen. Und da ist mir aufgefallen, dass ich das Tierchen mit dem 40er N-Plan nicht mehr wirklich scharf bekomme.
Und wenn man dann Bild 22 anschaut, sieht man recht schnell, dass in Bild 23 schon das eine oder andere Haar fehlt.
Das lässt nur einen Schluss zu: das Tierchen ist nicht im Präparat, sondern auf dem Deckglas (erstaunlich, dass die Aufnahmen mit dem 20x PlanApo noch so gut geworden sind, das Objektiv ist ja auch mit Deckglas gerechnet). Somit ist die Todesursache nun geklärt: Unfall beim Auflegen des Gewichts auf der Trockenbank.
(Lieber Florian, warum erinnert mich das nur an einen sehr unterhaltsamen Vortrag und ein gewisses Bild von einem Biber?  ;D)
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biokai

hallo jörg,
das ist wirklich ein toller artikel mit wundervollen bildern!
ich bilde mir übrigens ein, auf den bildern 4 und 9 auch das phellogen sehen zu können. also bei bild 4 die gelblichen zellen und bei 9 die hellroten.
herzliche grüse,
kai

Fahrenheit

Lieber Kai,

was die sekundäre Rinde an geht, bin ich zugegebener Maßen recht unsicher, weswegen ich die Beschriftung auch mit Detlef abgesprochen habe. Die von Dir angesprochenen Zellen zeigen aber verdickte Zellwände und eine ziemlich kompakte Form, was m.E. nicht zu einem merestematischen Gewebe passt.
Der Unterschied zu den voll ausgebildeten Kork-Zellen ist besonders im ungefärbten Bild 4 jedoch gut zu erkennen. Vielleicht handelt es sich auch lebende, noch nicht komplett ausdifferenzierte Korkzellen? Immerhin haben sie das Acridinrot recht gut angenommen, was eindeutig auf lignifizierte Zellwände hin weist und damit ein Meristem wohl ausschließt.

Herzliche Grüße
Jörg
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biokai

oh ja,
ich glaube da hab ich das gesehen, was ich gerne sehen wollte.  :-[

in "Pflanzenanatomisches Praktikum I" von braune, leman und taubert hab ich eben eine mögliche erklärung dafür gefunden, warum kein phellogen zwischen phellem und phelloderm ist (was ich bis jetzt so angenommen hatte):

Zitataus 9. auflage S.138 (rechtschreibung angepasst):
bei vielen bäumen stirbt erstes phellogen ab und wird durch tiefer gelegene, sekundäre korkkambien ersetzt (borkenbildung).
borkenbildung:
bei pflanzen mit starkem sekundärem dickenwachstum (bäume, sträucher) schrittweise verlagerung der periderme nach innen durch sukzessive anlage neuer korkkambien in tiefer gelegenen gewebeschichten. vorher stellen ältere phellogene teilungstätigkeit ein (umbildung zu korkzellen). bildungszone der korkkambien schlieslich bis in das sekundäre phloem verlagert.

danach könnten die fraglichen zellen vlt. ein altes phellogen sein, das gerade zu korkzellen umgebildet wird.
herzliche grüse,
kai

Eckhard

Lieber Jörg,

bist Du sicher, dass das Sekretgänge sind? Ich habe noch nie welche gesehen, die auf diese Art frei im Mark liegen.

Herzliche Grüsse
Eckhard
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
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Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
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Detlef Kramer

Lieber Jörg,

ich teile Eckhards Bedenken zum Teil. Das ist eine Einzelbeobachtung. Gegen die Position im Mark hätte ich nicht unbedingt etwas, aber ich denke, man müsste sie auch an anderer Stelle finden.

Getüpfelte Markzellen sind nichts ungewöhnliches.

Herzliche Grüße
Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Fahrenheit

Lieber Eckhard, lieber Detlef,

zunächst: die Sekretgänge habe ich schon bei einigen Schnitten in dieser Form gesehen, aber eben auch noch nicht nur aufs Mark beschränkt.
Ich habe auch nichts zum eventuellen Inhalt dieser Gänge gefunden. Meist sind die dort gebildeten sekundären Pflanzenstoffe ja in der Literatur erwähnt.
Vielleicht sind es auch nur röhrenförmige Markzellen?

Zu den "Tüpfelzellen" am Übergang zum Protoxylem: ja, diesen Zelltyp mit den großen Tüpfeln findet man oft in den Sprossquerschnitten. Vielfach auch als Speicherzelle mit Amyloplasten beladen. In den mir vorliegenden Beispielen haben diese Zellen aber keine so starke Rotfärbung bei W3A Färbungen. Sind die Zellwände wirklich verholzt oder hält vielleicht etwas anderes das Acridinrot fest?

Lieber Kay,

ja, in die Richtung hatte Detlef auch argumentiert.

Herzliche Grüße
Jörg
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