Einfache Methode zur Kontrasterhöhung

Begonnen von Nomarski, Februar 21, 2013, 19:38:40 NACHMITTAGS

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peter-h

Hallo Bernd,

zum Abschluß von mir noch. Ich verwende für meine Präparate seit Jahren ZRAX. Nur in Ausnahmen Caedax, ungern Naphrax und nur sehr selten Pleurax. Ich habe auch noch Reste von Styrax usw. aber das macht bei mir keinen Sinn.

Bei einem neuen, oder unbekannten Präparat durchmustere ich immer zuerst im Dunkelfeld. Hier fallen auch die kleinsten Objekte auf.

Gruß
Peter

Johannes Kropiunig

Hallo Bernd,

auf Seite 25 von "Einführung in die Präparation von Diatomeen" von Gerhard Göcke, wird polarisiertes Licht zur Erhöhung der Auflösung erwähnt.
http://www.mikrohamburg.de/G%F6ke/Diatomeen_gesamt.pdf

Da just auf der selben Seite auch von Balkenblenden die Rede ist, vermute ich, dass du dich davon inspirieren hast lassen ?

Viele Grüße,
Johannes
Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

Nomarski

Hallo Johannes,

ZitatDa just auf der selben Seite auch von Balkenblenden die Rede ist, vermute ich, dass du dich davon inspirieren hast lassen ?

diese Quelle kenne ich nicht und die Versuche sind eher auf blauem Dunst abgelaufen. Aber das dürfte nun auch die erste Frage von Peter (-h) mit beantworten.
Danke fürs Recherchieren, ich werde mir das natürlich auch zu Gemüte führen. ;)

Viele Grüße
Bernd

Rene

Peter, I can just tell you about my experience, allerdings with the same stand (Olympus BHS). Effect of polarized light is obvious with annular lighting (COL, RFB, whatever it's called). Images are here: http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artapr09/rvw-contrast.html, with image 9 reproduced here:

If you look carefully, pores of A pellucida are resolved with the polarizer in the vertical position, not in the horizontal position. For best effect with crossed polars, they  are used at 45o. Whatever exactly happens, I leave up to the academics, although my intuition is similar to Erik's:
ZitatPolarisiertes Licht wird u.a. durch Reflexion erzeugt und die feinen geometrischen Strukturen der Diatomeen eignen sich vorzüglich dafür...
By the way, it is not usable with the Frustulia, that goes al weird, and in retrospect I am surprised it works out on Pleurosigma like this in Bernd's hands. The Balkenblende might well have something to do with that. 

I can reproduce this effect on our Polyvar. The effect is also visually seen, and it doesn't matter whether I use the polarizer below the condenser, or above in the tube. Moreover, when rotating the stage, the same effects are achieved compared to rotating the polarizer, indicating it has nothing to do with mirrors, prisms, sensor layers or whatever, but it is solely the diatom doing something with the polarization direction of the light.

FWIIW,

René


Johannes Kropiunig

Hallo Bernd,

schon als ich deinen Beitrag gelesen hatte, kam mir das Ganze bekannt vor, und so war lediglich das Durchsuchen einer einzigen PDF notwendig, um die betreffende Stelle zu finden.

Schade das es bei Peter einfach nicht funktionieren will, aber wie so oft, wird es wiedermal nur eine Kleinigkeit sein die Übersehen, oder Missverstanden wurde.
Ich bin gespannt ob sich dieses Rätsel-Widerwillen doch noch lösen lässt.

Viele Grüße,
Johannes
Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

reblaus

Hallo -

weil sich der ausrangierte Primitivkondensor 0,9 meines Axiolabs durch seine diversen Phasen-/Dunkelfeldeinsätze sehr gut für diese Untersuchungen eignet, hier meine Erfahrung mit einem PlanNeofluar40/0,75 oo/0,17, ausgerüstet mit einem zwangsadaptierten Optovar.

Einstellungen: Kondensor 0,9 immer ganz offen, Nachvergrößerung durch Optovar 2,0.

Fotografiert mit Canon EOS 5DM2, gezeigt starke Ausschnittvergrößerung des Objektes, einer Pleurosigma angulatum. Keinerlei Nachbearbeitung außer der JPG durch die Kamera.

Varianten:

a) Hellfeld (Abb. 1)
b) Hellfeld mit Balkenblende (Abb. 2 und 3)
c) Hellfeld mit Polarisator Nord/Süd
d) Hellfeld wie (c), plus gekreuzter Analysator
e) Hellfeld mit Balkenblende  Südwest/Nordost und Polarisator
f) Hellfeld mit Balkenblende, Polarisator und gekreuztem Analysator (Abb. 4).

Die LED-Beleuchtung musste naturgemäß jeweils stark nachgestellt werden

Ich bin mir bewusst, dass die Fokussierung der Bilder nicht genau identisch ist, weil die Änderung der Einstellungen bei der schwächlichen Tisch- und Kondensorhalterung dieses Mikroskops ständiges Nachfokussieren erforderte, das nicht immer auf der selben Objektebene landete. Aber das Objekt ist gewölbt und so kann immer eine "scharfe" Stelle gesucht werden.



Abb. 1  Normales Hellfeld

Kein Foto von Hellfeld mit Polarisator da keine Änderung, auch nicht mit gekreuztem Analysator und stark intensivierter Beleuchtung





Abb. 2 Balkenblende mit Bertrand-Linse ist sehr unscharf, da der Optovar eigentlich nicht an dieses Mikroskop gehört






Abb. 3 Hellfeld mit diagonaler (Südwest/Nordost) Balkenblende. Eine Kontraststeigerung wird wie erwartet erzielt





Abb. 4 Hellfeld mit Balkenblende, Polarisator und Analysator. Hier ist m.E. eine deutliche Steigerung der Auflösung zu sehen. Wo die Poren in der Schärfeebene liegen kann ihre Sechseckform erahnt werden.

Bei den anderen Versuchsvarianten war dies in keiner Wiederholung mit variabler Schärfenebene der Fall.

Die Farbverschiebung des Bildes deutet an, dass bei diesem Effekt Interferenzen und Phasenverschiebungen eine Rolle spielen.

Viele Grüße

Rolf









Nomarski

Hallo Rolf,

Danke für deine Darstellungen, die Tendenzen decken sich auch mit meinen Beobachtungen.
Über kosmetische Unvollkommenheiten brauchen wir uns natürlich nicht weiter auszulassen. Nur hätte die Balkenblende bei dir m.E. etwas breiter sein können. Das kostet zwar leider auch Lichtintensität, steigert dafür aber den Kontrast.

Viele Grüße
Bernd

reblaus

Hallo Bernd -

diese Balkenblende hat 9 mm Breite, aber die Bertrandlinse des alten Optovars ist auf dem Axiolab leider stark fehlsichtig, sodass sie nicht scharf gestellt werden kann und überstrahlt wird.

Allerdings kann dieses Maß nicht auf Standard-Kondensoren übertragen werden: Die Dunkelfeldblende 40 hat hier fast 22 mm Durchmesser!

Als Ergänzung noch: Dieser Effekt ist bei einem Diatomeen-Präparat anderer Herkunft sogar noch stärker, sodass es dort fast wie mäßiger DIK wirkt. Jedoch wollte ich den Test zunächst an dem von mir für alle Vergleiche zunächst benutzten Standardpräparat machen. Die bisherigen Berichte deuten ja auch darauf hin, dass das Einbettungsmittel eine große Rolle spielen dürfte.

Eine gute Nacht!

Rolf

peter-h

Hallo,

ich steige bei dem Rätsel aus, denn wenn ich Polarisator und Analysator in gekreuzte Stellung bringe ist es bei mir dunkel - ganz dunkel. Weder mit Frustulia rhomboides, noch mit Bacillaria paxillifer , noch ...
Einschließlich einem Heinekondensor und anderem Ph-Kondensor ist mir der Auflösungsdurchbruch gelungen.
Schuster bleib bei deinem Leisten - ich bleibe bei UV-Strahlung  ;) wenn ich etwas besser (am Monitor) sehen will.

Schönen Sonntag
Peter

Nomarski

Hallo Rolf,

Zitatdiese Balkenblende hat 9 mm Breite, aber die Bertrandlinse des alten Optovars ist auf dem Axiolab leider stark fehlsichtig, sodass sie nicht scharf gestellt werden kann und überstrahlt wird.

Allerdings kann dieses Maß nicht auf Standard-Kondensoren übertragen werden: Die Dunkelfeldblende 40 hat hier fast 22 mm Durchmesser!

die optimalen Maße müssen natürlich den gegebenn Verhältnissen angepasst werden. Da die Leerfelder von meinen PH-Kondensoren mittlerweile alle belegt sind mit irgendwelchen Zusatzblende, habe ich mir ein kleines Pfännchen angefertigt, das ich auf das Fenster von der Abdeckung legen kann. Der Durchmesser dieses Fensters ist etwa 20mm. Es ist damit zwar nicht der optimale Ort in der Kondensoreintrittspupille, wo auch die Phasenblenden platziert sind, aber dafür eben für  Experimente besser und vor allem schneller zugänglich.
Das Problem ist eben daß bei einer asymmetrischen Abblendung der Hintergrund schnell inhomogen wird, wenn man sich damit zu sehr von der Eintrittspupille entfernt. Insbesondere bei der schiefen Beleuchtung ist das der Fall.

Viele Grüße
Bernd

Nomarski

Hallo Peter,

ZitatWeder mit Frustulia rhomboides, noch mit Bacillaria paxillifer , noch ...
Einschließlich einem Heinekondensor und anderem Ph-Kondensor ist mir der Auflösungsdurchbruch gelungen.
Schuster bleib bei deinem Leisten - ich bleibe bei UV-Strahlung   wenn ich etwas besser (am Monitor) sehen will.

die Frustulia scheint dich aber nun ganz schön gefrustet zu haben. Aber bevor man zu den ganz harten Mitteln greifen muß wie die UV-Strahlung und den Umbau eines Heine-Kondensors gibt es aber immer noch die günstigen Herbert-Blenden:





Viele Grüße
Bernd