Foraminiferen aus Rimini

Begonnen von Daniel Scheibenstock, August 14, 2026, 16:16:52 NACHMITTAGS

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Gerd Schmahl

Hallo Daniel,
lösungsmittelbasierte Eindeckmittel haben den Vorteil, dass man die Objekte zuvor im Lösungsmittel einlegen kann (bzw. "muss"), bevor man sie eindeckt. Diese dünnflüssigen Lösungsmittel wie z.B. Xylol bei Kanadabalsam, Malinol u.a. vertreibt (oder löst?) die Luft aus den Schalen. Wenn man sie dann eindeckt, vermischen sich Lösungsmittel und Harz mit der Zeit. Das gelöste Harz diffundiert in die Hohlräume und füllt sie somit vollständig aus. Das macht die Schalen auch durchscheinender. Aber das dauert natürlich. Ist mal wieder nichts für Ungeduldige.

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Daniel Scheibenstock

Zitat von: anne in August 17, 2026, 12:29:19 NACHMITTAGSHallo Daniel,
Radiolarienmergel aus Barbados gibt es bei Krantz Mineralien:

https://www.krantz-online.de/radiolarienmergel-bb/F64

Darin findest Du außer den Radiolarien auch sicherlich schöne Diatomeen.
Die Reinigung ist nicht ganz trivial.
Das Kanadabalsam, welches gerade im Mikromarkt angeboten wird, ist ideal dafür als Einbettungsmittel.

Daran kannst Du Dich erst mal erproben (abkämpfen).

lG
anne

allo Anne,

danke für den Tipp, das klingt nach einem guten Anfang :-)

Hallo Gerd und Anne,

zum Thema Einbettmittel: Den Kanadabalsam habe ich leider verpasst (habe aber ohnehin eine Quelle dafür!).

Was spricht eigentlich gegen mein gerne verwendetes Euparal? Bei so großen Objekten vermute ich, dass der Brechungsindex des Einschlussmittels ohnehin noch keine allzu große Rolle spielen wird. ;-)

Liebe Grüße

Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol, DIC, PH)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Olympus SZX12
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0

Nordlicht

Hallo Daniel,

ich bette meine Radiolarien auch in Euparal ein, es ist für
Sie vollkommen ausreichend.

Das einzige Problem ist die lange Zeit zum aushärten der Probe.
Ich habe meine letzten Streupräparate nach 4-6 Monaten in eine Objekträgerbox gestellt,
es war zu früh.
Die Radiolarien sind auf die untere Seite gesunken (hochkant).
Ich hab Sie jetzt auf die andere Seite gestellt und kann beobachten wie Sie langsam wieder
runterrutschen.(im Dez.2025 und Feb.2026 eingedeckt)

Es spricht nichts gegen Euparal, man darf nur nicht so ungeduldig sein wie ich. :)

Grüße aus dem Norden

Matthias

Daniel Scheibenstock

Lieber Matthias,

Danke für deine Rückmeldung 🙂

4-6 Monate ist schon recht lang🙃 Hat das Euparal hier eine aufhellende Wirkung gezeigt?

Liebe Grüße Daniel
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Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0

anne

Hallo Daniel,
der Brechungsindex sollte idealerweise nahe dem Brechungsindex von Glas sein, so können auch die Strukturen in den Radiolarien erkannt werden. (genau das macht die Radiolarien so interessant)

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=31634.msg234896#msg234896

Euparal hat diesen Brechungsindex zwar, aber die lange Trocknungszeit ist doch recht unüblich, daher habe ich noch nie eine Empfehlung gelesen, dass Euparal für Radiolarien verwendet werden soll. Evtl. gibt es noch andere Nachteile, ich kenne Euparal überhaupt nicht.
Für erste Versuche ist es aber sicherlich sehr gut geeignet.
Alternativ geht natürlich auch ein UV Kleber.
lG
anne

(P.S. Aufhellen muss man an den Glasskeletten eigetnlich nichts)

Daniel Scheibenstock

Hallo Anne,

ich werde den von dir empfohlenen Mergel auf jeden Fall einmal kaufen, eventuell aber erst im Herbst. Mir scheint, das könnte eine tolle Winterbeschäftigung werden :-) Dann kann ich auch einmal verschiedene Eindeckungen ausprobieren.

Das mit der aufhellenden Wirkung habe ich auf Foraminiferen bezogen. Da war ich gedanklich zu sehr darauf fixiert und habe das mit den Radiolarien komplett ignoriert (bzw überlesen!). Dazu werde ich aber eigene Tests machen, denn wenn sich das bei Foraminiferen bestätigt, würde Euparal gegenüber anderen Medien tatsächlich noch einmal deutlich interessanter werden.

liebe Grüße,

Daniel
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Gerd Schmahl

Hallo Daniel,
die aufhellende Wirkung verschiedener Eindeckmittel beruht in erster Linie auf dem Angleichen der Brechungsindizes von Objekt und Eindeckmedium. Sind dieser sehr ähnlich, ist die Aufhellung maximal. Je größer die Unterschiede, desto "dunkler" erscheinen die Objekte. Eine Luftblase ist da ein Extrembeispiel, weshalb Luft in den Kammern der Foraminiferen "Gift" ist für die Beobachtung im Durchlicht ist. Wichtig ist dabei natürlich, dass das Eindeckmittel auch in das Objekt eindringen kann (und in alle seine noch so feinen Porenräume).

Somit könnte auch das UV-Harz aufhellend wirken. Allerdings müsste es Zeit haben richtig einzudringen, bevor es gehärtet wird. Du könntest ja mal ausprobieren, ob das einen Unterschied macht, wenn Du das Präparat sofort unter die UV-Lampe schiebst, oder erst 1..2 Tage später. Mit dünnflüssigem UV-Harz sollte das besser klappen. Das Harz von CONLOC, das ich seit Jahren nutze, ist sehr dünnflüssig, aber es ist für so dicke Objekte wie Foraminiferen nicht geeignet, weil so dicke Schichten nicht hart werden.

Einen sehr, sehr ausführlichen Faden zum Thema UV-Eindeckmittel findest Du hier: Lichtgehärtet

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Daniel Scheibenstock

Hallo Gerd,

Ich habe gestern mal wie angekündigt mit Vakuum gearbeitet. War da aber leider nicht sehr erfolgreich. Nach meinem Urlaub probiere ich mal deine Idee aus mit dem sehr lange warten bis zum Belichten. Vielen Dank für deine Hilfe🙂

Liebe Grüße Daniel
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Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0