Ein Rädertier in Umständen - jetzt mit Film

Begonnen von Frank Fox, November 07, 2010, 21:37:50 NACHMITTAGS

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Bernhard Lebeda

Zitat von: Michael Plewka in November 09, 2010, 22:45:58 NACHMITTAGS
n 20er Jahren des letzten Jahrhunderts an einigen Arten, u.a.. Asplanchna, erforscht. Seine Arbeit ist mir allerdings nicht zugänglich. Wie wurde da vorgegangen? Zellkerne zählen?

Hallo Michael

ja wie denn sonst??  Das Syncytium ist ein Gewebe dessen Zellen miteinander verschmolzen sind, einverstanden? Zellwände gibt es keine mehr.
Zitat aus Donner, Rädertiere S.16:

" Bei der Feststellung der konstanten Zahl der Zellen vertreten natürlich die Kerne ihre zu einem Syncytium zusammengeflossenen Zelleiber"

Bei Wulfert kann man nachlesen (ebenfalls S.16 )

" Nachtwey fand bei Asplanchna insgesamt 900 Körperzellen, wobei 88 auf die Hypodermis, 52 auf den Mastax 50 auf den Magen und 227 auf das Gehirn entfielen"


Er hat also schon ziemlich genau gezählt.

Bei Donner wiederum

"Epiphanes senta besteht aus 959 Zellen. Davon kommen genau 80 auf den  Darmkanal, immer 8 auf den Dotterstock, nicht mehr und nicht weniger als 14 auf das Ausscheidungssystem (Zellkonstanz)."

So ganz an den Haaren herbei gezogen scheint es also nicht zu sein!

Übrigens hat die Evolution es geschafft, bei aller Zellkonstanz unterschiedlich grosse Arten entstehen zu lassen. Warum nicht auch die Fähigkeit zur Regeneration von Körperanhängen wie die Fangarme von Stephanoceros. Ich sehe nicht wirklich einen Widerspruch zur Zellkonstanz, immerhin werden verlorengegangene "Zellen" wieder aufgefüllt.


Viele geräderte Grüsse

Bernhard


Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

G. Helbig

Zitat von: Bernhard Lebeda in November 10, 2010, 00:17:06 VORMITTAG
Übrigens hat die Evolution es geschafft, bei aller Zellkonstanz unterschiedlich grosse Arten entstehen zu lassen. Warum nicht auch die Fähigkeit zur Regeneration von Körperanhängen wie die Fangarme von Stephanoceros. Ich sehe nicht wirklich einen Widerspruch zur Zellkonstanz, immerhin werden verlorengegangene "Zellen" wieder aufgefüllt.

Hallo Bernhard,

Eutelie bedeutet auch ein Verlust der Teilungsfähigkeit der Zellen. Somit ist "ein Auffüllen verlorengegangener Zellen" nicht möglich.

Siehe hier:
http://www.fsbio-hannover.de/oftheweek/283.htm
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Eutelie.html

Viele Grüße

Gerald

Bernhard Lebeda

Zitat von: G. Helbig in November 10, 2010, 13:40:36 NACHMITTAGS

Hallo Bernhard,

Eutelie bedeutet auch ein Verlust der Teilungsfähigkeit der Zellen. Somit ist "ein Auffüllen verlorengegangener Zellen" nicht möglich.



Hallo Gerald

auch wieder wahr!


Viele Grüsse

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Michael Plewka

hallo zusammen,

@ Bernhard: Mein  Klappkomputer  ist runtergefallen >> kaputt>> deshalb erst jetzt eine Antwort:
wie Du dir vielleicht denken kannst, sind mir die von Dir ziterten Textstellen  natürlich lange bekannt.  Und wurde auch schon einmal hier erwähnt:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=1945.0

Doch wie kommt man zu solchen Zahlen?

Insofern war meine Frage  nicht ganz so banal wie sie vielleicht vordergründig erscheinen mag. Vor dem Zählen steht natürlich die Präparation. Deshalb wäre es ja vielleicht  nicht nur für mich spannend  zu erfahren, welche Präparationstechnik hat man dafür eingesetzt ? Schnittpräparate? Quetschpräparate?
Anders ausgedrückt:  was war zur damaligen Zeit der aktuelle Stand der Technik? Wie dick konnte man welche Objekte schneiden?
Daraus folgen weitere Fragestellungen:
Quetschpräparat: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Zellkerne überlappen ?
Schnittpräparat. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle Zellkerne sichtbar sind?

Weiter:
es mag ja eine Zahl ermittelt worden sein. Ist die Zahl der Zellen von Individuum zu Individum völlig invariant? Wie viele Exemplare liegen der Untersuchung zugrunde? Stammen die Tiere aus einem Klon (Züchtung?)

Wurde untersucht, wie das ist  mit dem Vergleich  mit anderen Populationen derselben Art oder  desselben Formenkreises?

Die Anzahl der Zellen verläuft ja nach dem Muster: 1, 2, 4, 8, 16 ....1024. Gibt es Untersuchungen  darüber, was mit den restlichen Zellen während der Embryonalentwicklung passiert?

Hat jemand jemals diese Zahlen überprüft? Bei welchen Arten außer den genannten ,,klassischen"  Arten wurden weitere Untersuchungen gemacht ?
Bei einer großen Anzahl von Rädertierarten sehen die geschlüpften Jungen bei der Geburt praktisch genauso aus wie die Muttertiere, auch was die Größe anbetrifft, so wie auch im vorliegenden Fall. Bei diesen Arten ist die Annahme der Eutelie  nachvollziehbar. Es gibt aber auch  solche Arten, bei denen es eine Art Metamorphose gibt, sich also Juvenil- von Adultstadien deutlich unterscheiden.  Hierzu kann man die u.a. Gattungen Ptygura, Collotheca und auch eben Stephanoceros rechnen  Mich interessiert in diesem Zusammenhang deshalb, ob  ein Zusammenhang zwischen Regenerationsfähigkeit und der Metamorphose dieser Arten besteht.


kleiner Seitenhieb: manche Forumsmitglieder interessieren sich eher für Deckglasspender oder ebay-Preise. Mir gehen eher Fragen der obigen Art durch den Kopf. So hat jeder sein Steckenpferd, und  das ist auch gut so...
beste Grüße Michael Plewka


Florian Stellmacher

Hallo Michael!

Zitatkleiner Seitenhieb: manche Forumsmitglieder interessieren sich eher für Deckglasspender oder ebay-Preise. Mir gehen eher Fragen der obigen Art durch den Kopf. So hat jeder sein Steckenpferd, und  das ist auch gut so...
beste Grüße Michael Plewka

???

Ist das jetzt ein Seitenhieb oder gut so, dass mich ebay-Preise interessieren? Ich denke z.B.auch häufiger darüber nach, wo ich am besten mein Auto parke oder was ich noch einkaufen sollte. Muss ich mir jetzt Sorgen machen, als Prolo zu gelten?

Gespannte Grüße,
Florian

Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)