Hygrophila difformis unbekannte Strukturen auf dem Blatt *

Begonnen von Klaus Herrmann, September 20, 2011, 16:04:30 NACHMITTAGS

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Klaus Herrmann

Hallo,

Ernst hat mich gut versorgt mit Blättern der Hygrophila difformis - im Fundortwasser halten sie sich absolut frisch!

Stoma hatte ich schon gezeigt, es gibt sie reichlich an der Blattunterseite.

Ein Blattstückchen, das in der HCl lag, habe ich mit Wasser ausgewaschen und mit Etzold blau gefärbt. Das Blau zieht nur von den Schnitträndern auf. Das Rot färbt Kerne in den Stomata und sehr häufig auftretende runde Gebilde, die oben einen 4-geteilten "Deckel" haben und darunter ein rundes "Loch".

Ich habe keine Ahnung, was das ist!

Nett sind noch Tracheen-Verzweigungen und rausgerissene Tracheen-Bündel.















Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Detlef Kramer

Lieber Klaus,

ich denke bei diesen 360/4-Strukturen handelt es sich um irgendwelche Trichome/Drüsen in Aufsicht.

Schöne Fotos; Du beherrscht Dein Handwerk noch!

Herzliche Grüße
Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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reblaus

Hallo Klaus -

das halte ich für (Drüsen)haare. Die haben häufig polyploide, d.h. besonders dicke, Kerne.

Viele Grüße

Rolf

reblaus


Mila

Lieber Klaus,

ja, das sind Deüsenhaare (oder auch Drüsenschuppen) mit einem vierzelligen Köpchen (vier sezernierende Zellen). Das "Loch" ist die (eine) Stielzelle, die die sezernierenden Zellen trägt und häufig etwas in die Epidermis eingesenkt ist.
Schöne Fotos, auch von den Tracheen und vom Stoma.

Herzliche Grüße
Mila

Klaus Herrmann

Oh Danke,

wenn 2 Experten und eine --in  :D die selbe Aussage machen und mir dann die Drüsen-Schuppen auch von den Augen fallen, dann wirds sicher stimmen!

Natürlich in der Projektion von senkrecht oben ist der Stiel eine Röhre!

Wenn das Gewebe nicht so labbrig wäre sollte man einen Querschnitt machen. Aber das geht nur eingebettet.
Irgendwelche Idee, was diese Unterwasser-Pflanze ausscheidet und wozu? Bienen anlocken entfällt ja ;D

Danke auch für euer Lob - hat mich länger beschäftigt, als ich angenommen hatte! Und war ja nur ein "Nebenprodukt" der eigentlichen Untersuchung.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Mila

#6
Lieber Klaus,

der "Wasserfreund" ist ein Akanthusgewächs (Acanthaceae) und gehört - wie die Lippenblütler (Lamiaceae) - zur Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales).
Beide Familien zeigen diese typischen Drüsenschuppen, die sezernierenden Zellen sondern ätherisches Öl ab. Das ätherische Öl ist ein sekundäres Stoffwechselprodukt, es wird einer Art 'Mülltüte', nämlich unter der sich abhebenden Cuticula (im sog. subcuticulären Raum oder Sekretraum) gesammelt.

Herzliche Grüße
Mila

Klaus Herrmann

#7
Liebe Mila,

danke für diese einleuchtene Erklärung - also nicht anlocken, sondern loswerden!

Wenn wir dich nicht hätten müsst mr dich erfinden!

:-*

Siehst du übrigens, wie das Stoma hier nach der HCl-Behandlung das Maul säuerlich zusammenpresst?

zum Vergleich vor der Säurebehandlung:

Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Ernst Hippe

Hallo,
ich freue mich, daß nun auch die von mir so betitelten "Warzen" geklärt sind.
Es ist erstaunlich, was diese unscheinbare Pflanze bietet. In den Präparaten waren mir schon lange dünne Nadeln aufgefallen, wie hier an einer Reißkante (pol.):



Sie sind um 750µm lang und beiderseits sehr spitz; nicht so häufig wie die dickeren Zytolithen - aber wohl auch welche, oder?
Gruß Ernst Hippe
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reblaus

Hallo Klaus -

kein Wunder, dass die Säurebehandlung zum Zusammenpressen (des Mundes?) führt: Damit die Schließzelle offen bleibt, müssen nämlich Protonen gegen ein Konzentrationsgefälle nach außen gepumpt werden und K+ Ionen strömen dafür hinein. Gegen eine durch HCl brutal erhöhte äußere Protonenkonzentration kommt aber die fleißigste Pumpe nicht mehr an und die Schließzelle kneift die Backen zusammen.

Gruß

Rolf

Klaus Herrmann

Lieber Ernst,

du bist im falschen Beitrag - ich habe einen Nebenkriegsplatz aufgemacht, der Cystolithenfrei ist  ;)
Die Nadeln habe ich noch nicht gesehen, mich aber gewundert über so viele kleine doppelbrechende Splitter, die ich erst für eine Kontamination gehalten habe.

Von der Morphologie her würde ich eher Ca-Oxalat vermuten. CaCO3 in so feinen Nadeln kenne ich nicht.

Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Ernst Hippe

Lieber Klaus,
"im falschen Beitrag"?? Er heißt doch "...unbekannte Strukturen"! Ergo: vielleicht kann unsere Expertin Mila was dazu sagen!
Gruß Ernst Hippe
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Klaus Herrmann

Lieber Ernst,


Zitatim falschen Beitrag"?? Er heißt doch "...unbekannte Strukturen

Ja nun äh vielleicht ähm aber doch nicht ???

Ich habe diesen neuen aufgemacht, weil es sich nicht um Dein ureigenstes Thema die Cystolithen handelt, die parallel auch bei Bernard abgehanelt wurden - und dazu hätte ich die anderen "Steine" nämlich die schönen Kristallnadeln auch eher gezählt.

Auf jeden Fall ein spannendes "Fass", das du da aufgemacht hast. Ich habe die Blätter in Ethanol überführt um das Chlorophyll zu bleichen, das den freien Durchblick stört - eigentlich mit dem Ziel nochmal Färbungen zu versuchen. Aber nun kommt vielleicht noch der Nebeneffekt heraus, dass ich die Nadeln auch finde.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Klaus Herrmann

Hallo Ernst,

ich habe gebleicht und jetzt sieht man die Cystolithen sehr schön und ich sehe Diatomeen(?) die ich eigentlich nicht im Süßwasser vermuten würde. Aber lassen wir die Experten sprechen!
Die bläuliche "Bohne" sagt mir gar nichts und die blauen "Kügelchen" in den Diatomeen (?) sind vielleicht schlicht weg Luftbläschen. Ich habe DIC bei verschiedenen Einstellungen gewählt, deshalb die Farben, die sind nicht real!

Na ja was ich eigentlich finden wollte deine Kristallnadeln: da habe ich bis jetzt keine einzige gefunden! ???











Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Ernst Hippe

Lieber Klaus,
gerade habe ich mir wieder ein paar Nadeln angesehen - sie sind manchmal etwas geknickt und recht selten. Ich finde sie nur im pol. Licht mit Hilfsobjekt, anderenfalls gehen sie im Blattgewebe unter, wahrscheinlich auf der hellen Unterseite.
Gruß Ernst Hippe
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