Fragen zu Lupenobjektive

Begonnen von Bachianer, Januar 22, 2012, 13:50:55 NACHMITTAGS

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TPL

Hallo Gerhard,
danke, ich bin mit meinen Photaren 40mm 1: 3,5 und dem 25 mm (beide aber noch mit Kondensor-Signet, also mehr als 50 Jahre alt) gut bedient. Klar, die sind selten; wie auch ihre jüngeren Nachfolger. Was häufiger auftaucht sind die Luminare.

Von LWD (langer Arbeitsabstand) hatte ich eigentlich nichts geschrieben, und bei den mit einem "x" gekennzeichneten Objektiven handelt es sich (wenn von Nikon, Zeiss, oder Leitz) um solche mit unendlicher Tubuslänge. Ob diese Objektive so gut geeignet sind...

@ Mathias: die CF 250-Reihe ist doch auch für unendliche Tubuslänge gerechnet und erfordert eine Tubuslinse im Strahlengang. Ich habe zwar gelesen, dass beide CZJ-Systeme (Objektiv und Tubuslinse) frei von der chromatischen Vergrößerungsdifferenz (CVD) sind, aber so eine Tubuslinse einem fotografischen Aufbau korrekt zu positionieren macht die Sache sicher etwas komplex...

Herzliche Grüße, Thomas

Kurt Wirz

Hallo
Man verzeihe mir, wenn ich mit Fragen an Andreas, zur eigentlichen Frage zurückkehre.
Du möchtest mit einer Olympus Kamera, Crop Faktor 2 fotografieren?
Besitzt du ein 105mm Makro Foto-Objektiv?
Dein gewünschter Abbildungsmassstab ist 4:1?

Vorerst, gut Licht

Kurt

Bachianer

Hallo Kurt u. die Anderen,

ja Kurt, ich besitze ein Sigma 105mm 2,8 allerdings mit Canon-Digital-Bajonett und Adapter von Canon-Olympus gibt es meines wissens wirklich nicht!
Ansonsten habe ich noch das Olympus Macro 50mm 3.5 allerdings analog mit Maßstab 1:2.

Die Profis sind jetzt mal am Fachsimpeln ;) was ja auch o.k. ist, für mich als "Neuling" in der Lupenfotografie schwer nachzuvollziehen! ;D
Die Nikons wie angedeutet scheinen ja sehr teuer und meine Frage war halt ob es zu denen noch günstigere Alternativen gibt?

Andreas

Kurt Wirz

Also Andreas
Kamera, Balgen mit Vollauszug und dann das 105mm montieren.
Wenn dir das gelingt hast du bis 4:1 eine super Auflösung.
Da es sich vermutlich um Auflicht-Fotografie handelt, hast du mit dieser Lösung einen hohen Arbeitsabstand
der dir viel Spielraum für eine optimale Beleuchtung gibt.
Einen Abfall der Auflösung am Bildrand ist nicht sichtbar.
Eine Gute Beleuchtung erhöht die Qualität der Bilder.
Schön wäre ebenfalls, wenn du ein gutes Weitwinkel-Foto-Objektiv umgekehrt (in Retro)
am Balgen montieren könntest, damit erreichst du einen noch höheren Abbildungsmassstab
mit noch akzeptabler Abbildungsleistung ohne Randunschärfe und ebenfalls mit einem
geeigneten Arbeitsabstand (bitte keine Zoom Objektive verwenden, die Qualität leidet sonst spürbar).
Bei Auflicht-Fotografie von z.B. Insekten in diesem Abbildungsmasstab ist die Schärfentiefe für
informative Bilder sehr gering, mach dich deshalb klug über das Focus Stacking.

Gut Licht

Kurt

Bachianer

Hallo Kurt,

wahrscheinlich bin ich zu doof ;D, aber wie bekomme ich denn ein Objektiv mit EF Bajonett an einen M42 Anschluss???
Von EF nach M42 das geht ja, aber umgedreht?
Der Balgen hat doch M42!

Das mit dem Retro habe ich auch schon überlegt, dachte aber die Abbildung sei dann eher schlecht, stimmt also nicht!
Ich hätte da ein gutes 24mm Weitwinkel, wenn das geht, ich bin für alles offen... ;D

Clear skys,
Andreas

Lothman

Zitat von: Bachianer in Januar 23, 2012, 23:36:50 NACHMITTAGS
...aber wie bekomme ich denn ein Objektiv mit EF Bajonett an einen M42 Anschluss???
Von EF nach M42 das geht ja, aber umgedreht?
Der Balgen hat doch M42!

Zwei billig Zwischenring sets kaufen wie diese http://www.ebay.de/itm/Camera-Macro-Extension-Tube-Set-For-Canon-EOS-30D-10D-20Da-1Ds-D60-D30-Camera-/260901791038?pt=AU_Cameras_Photographic_Accessories&hash=item3cbef5653e, dann das EOS-Bayonett abschrauben und an das M42-Set dranschrauben .

Übersicht zu den verschiedenen Lupenobjektiven gibt's hier: http://www.macrolenses.de/objektive.php?lang

Bachianer

Hey Lothman,

das ist ja mal Clever mit dem ersten Link und dank dir auch für den zweiten! ;)

Andreas

Stuessi

#22
Zitat von: Bachianer in Januar 23, 2012, 23:00:34 NACHMITTAGS...Ansonsten habe ich noch das Olympus Macro 50mm 3.5 allerdings analog mit Maßstab 1:2....
Hallo Andreas,

mit diesem 50mm Objektiv besitzt Du genau das gesuchte Objektiv. Nimm einen Umkehrring, z. B. http://www.ebay.de/itm/M42-Reversering-M42-Umkehrring-fuer-49mm-Filtergewinde-/350495984630?pt=DE_Foto_Camcorder_Objektive&hash=item519b304bf6 oder http://www.fotobrenner.de/default.asp?UIDASP=20120124093200766384801341683&ARTNR=1395003&UG=umkehrring&Anzahl=11&Anf=1&Ende=10&SON=5&UE=0,0,0&MENPRO=&ES=0, und Du hast bei Blende 5,6-8 eine sehr gute  Abbildung im Maßstab etwa 2:1 bis 3:1 mit dem Novoflex-Balgen.
Vor  einigen Jahren habe ich diese Tabelle gemacht. Statt der manuellen Objektive von Minolta kann man auch gleichwertige von Olympus, Canon,  Nikon, .... nehmen.



Objektbreite und -höhe gelten für Cropfaktor 1,5. Abbildungsmaßstab und Arbeitsabstand (Vorderkante der Linse ... Objekt) sind natürlich vom Cropfaktor unabhängig.

Gruß,  
Stuessi

Bachianer

Hallo Stüssi u. alle Anderen,

ihr seit echt Top hier im Forum, so gute Tipps und Hilfe hätte ich nicht erwartet... ;)

Ich muß aber noch was zu den digitalen Kameras mit Crop-Faktor schreiben!
Der Maßstab bei z.B einer Olympus E 510 mit Crop 2x erhöht sich ja nicht um 2x sondern man bekommt mit einem z.B. 50mm Objektiv den Bildausschnitt wie bei einer 35mm Kamera mit 100mm Objektiv!
Das Objekt das man fotografiert wird durch den Crop-Faktor also nicht größer, es verkleinert sich nur der Bildausschnitt!
Deshalb ist es ja häufig irreführend wenn letztlich ein Normalobjektiv (50mm) an der Olympus mit Crop 2x als 100mm Portraitobjektiv beworben wird!
Letztlich bleib es ein 50mm mit kleinerem Bildausschnitt.

Ich danke Euch allen :-*
Andreas

Lothar Gutjahr

Hallo Andreas,

du schreibst ganz richtig:
ZitatLetztlich bleib es ein 50mm mit kleinerem Bildausschnitt.

Dazu habe ich mir für die Praxis die umgekehrte Betrachtungsweise zugelegt. Ich muß doch davon ausgehen, daß mein zukünftiges formatfüllendes Bild auf eben diesem kleineren Sensor entsteht. Bei mir mit der D7 dann  1,5 x fach in der Telewirkung.

Astrofernrohr 1000 mm Brennweite macht daraus 1500 mm mit der D7 angeflanscht. Randschärfeprobleme des Objektivs zufällig auch noch abgeschnitten. Ist doch so schlecht nicht. Erst wenn ich aus den Altbeständen ein Weitwinkel für die digitale suche habe ich es mehr als schwer.

Lieben Gruß

Lothar

Bachianer

Genau Lothar,

durch den Crop-Faktor werden ja auch viele analoge Objektive für die digitale Fotografie attraktiv!
Bei Weitwinkel wird es natürlich etwas schwerer das passende zu finden!

Ich denke halt durch die Werbung "Machen Sie aus Ihrem 50mm 1,4 ein super starkes 100mm 1,4" glauben viele Leute das sich durch den Crop-Faktor auch der Maßstab erhöht, aber das ist halt falsch.

Andreas

Kurt Wirz

Hallo Andreas
Betr. Crop Kamera:
Ganz klar der Abbildungsmassstab hat nichts mit der Sensorgrösse zu tun.
Was bei einer Crop Kamera positiv ist, wenn sie gleich viel MPixel hat wie eine Vollformat (z.B. 14MPixel),
dann löst die Crop Kamera feinere Details auf (da die Pixel des Sensors kleiner sind).
Nun könnte man sagen, dass mann eine Vollformat Kamera mit z.B. 24Mpixel verwendet und mit ebenfalls
kleinen Pixeln. Diese Überlegung ist richtig, doch kämpft man dann ev. mit Randunschärfe und
beim Stacken mit sehr grossen Dateien.

Gut Stack

Kurt

Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

natürlich bleibt ein -sagen wir- 50-mm-Objektiv ein 50-mm-Objektiv unabhängig vom Format des Aufnahmemediums, z.B. des Sensors. So bleiben folgerichtig natürlich die Perspektive wie auch die Schärfentiefe unverändert, unabhängig davon welches Format der Sensor hat; gerade letzteres ist ja durchaus für Fotgrafen ein Problem, die mit selektiver Schärfe arbeiten wollen, wenn sie mit kleineren Sensoren werkeln müssen.

A--B--E--R: und Lothar hat das ja oben schon angedeutet. In der Regel wird ja für die Betrachtung des Bildes wiederum unabhängig von der Sensorgröße ein immer gleich großes Format gewählt -sei es nun der Monitor oder ein Papierabzug. Damit geht natürlich der Crop-Faktor als zusätzlicher Vergrößerungsfaktor ein; in der Mikroskopie überschreitet man daher bei Verwendung kleinerer Sensoren schnell die förderliche Vergrößerung.

Beste Grüße !

JB
Beste Grüße !

Jürgen

Lothar Gutjahr

Zitat von: Kurt Wirz in Januar 24, 2012, 16:33:23 NACHMITTAGS
Hallo Andreas
Betr. Crop Kamera:
Ganz klar der Abbildungsmassstab hat nichts mit der Sensorgrösse zu tun.
Was bei einer Crop Kamera positiv ist, wenn sie gleich viel MPixel hat wie eine Vollformat (z.B. 14MPixel),
dann löst die Crop Kamera feinere Details auf (da die Pixel des Sensors kleiner sind).
Nun könnte man sagen, dass mann eine Vollformat Kamera mit z.B. 24Mpixel verwendet und mit ebenfalls
kleinen Pixeln. Diese Überlegung ist richtig, doch kämpft man dann ev. mit Randunschärfe und
beim Stacken mit sehr grossen Dateien.

Gut Stack

Kurt



Lieber Kurt,

hier stolpere ich schon wieder mal und muß vereinfachend denken. Gehen wir doch mal vom gleichen Motiv aus und fotografieren mit den vorgeschlagenen 14 Mpixel. Dann habe ich für das gleichbleibende Motiv bei beiden Sensoren die gleiche Pixelanzahl.

Nur für das auf dem kleineren Sensor aufgezeichnete Bild habe ich zierlichere Pixel als auf dem größeren. Auf A4 gedruckt sind sie aber beide wieder gleich groß. Wo bleibt dann die höhere Auflösung. Dieses Thema ist und bleibt ein "Gehirnwindungstwister" und ähnelt dem Eis vor dem Haus oder nicht ?

Stack mal wieder

LG Lothar

Kurt Wirz

#29
Hallo Lothar
Bei der Crop Kamera ist der vom Chip erfasste Auschnitt kleiner und somit (bei gleicher Pixelzahl) beser aufgelöst.
Nehmen wir eine Oly, Crop Faktor 2 und eine Vollformat Kamera.
Die Vollformat hat eine Sensorbreite von 36mm, die Oly etwa die Hälfte, 17,3mm.
Bei gleicher Anzahl Pixel und gleichem Seitenverhältnis.
Die Fläche der Oly ist somit 1/4 der Vollformatfläche, so sind auch die Pixel bei der
Vollformat Kamera doppelt so breit und doppelt so hoch.
Das heisst auf die Fläche eines Pixels der Vollformatkamera kommen
4 Pixel der Oly, dies bewirkt eine höhere Detailzeichnung!
Der Oly Chip erfasst aber vom Original das abgelichtet wird nur die Hälfte in der Höhe und in der Breite.
Vergrössert man beide Bilder auf A4, dann sind diese nicht identisch, die Oly zeigt nur einen Ausschnitt
des Bildes der Vollformatkamera.
Fotografiert man bei gleichem Abbildungsmassstab mit einer Vollformatkamera ein Haus bildfüllend
und das Haus hat 6 x 4 Fenster, dann bildet der Oly Chip bei gleichem Abbildungsmassstab nur
3 x 2 Fenster ab. Die Oly hat aber für den kleineren Ausschnitt die gleiche Anzahl Pixel auf dem Chip
zur Verfügung, somit zeigt sie mehr Detail!

Gut Licht

Kurt