Hintergrund bei Makroaufnahmen von Mooskapseln: suche nach Verbesserung!

Begonnen von A. Büschlen, November 01, 2012, 10:48:06 VORMITTAG

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A. Büschlen

Hallo

ich fotografiere mit der Nikon Coolpix 990 am Wild M5A z.Z. noch freihändig über das Okular. Ich möchte einen satt schwarzen Hintergrund.
Ich habe folgenden Aufbau:

- schwarze Einlegeplatte auf dem Stativfuss
- darauf ein Mattglas ---> ermöglicht schattenfreie Ausleuchtung
- Objekte: hier Mooskapseln
- Als Beleuchtung zwei gegenübergestellte LED Leuchten mit einer Ausrichtung seitlich / von oben

Wie kann ich einen satt durchgefärbten Hintergrund erreichen?



Für Tipps bin ich dankbar!

Gruss Arnold Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

bewie

Hallo Arnold,

mir ist nicht ganz klar: Soll der Hintergrund satt schwarz werden oder satt irgendwiefarbig?

Prinzipiell ist es problematisch, wenn die Objekte direkt auf oder knapp über dem Hintergrund liegen, weil der Hintergrund dann immer genauso wie das Objekt mitbeleuchtet wird und oft ziemlich blass ausfällt. Einen satt schwarzen Hintergrund erreicht man am besten mit einem schwarzen Loch. Ich mache es beispielsweise so: Unten steht ein nach oben und unten offener Zylinder aus schwarzem Fotokarton, darunter wiederum ein schwarzer oder farbiger oder auch mehrfarbiger Fotokarton, darüber wird das an einer Nadel aufgespießte Objekt platziert. Der Zylinderboden wird je nach Beleuchtung gar nicht oder nur schwach mitbeleuchtet, so dass er bei schwarzem Fotokarton tiefschwarz bis schwarz bleibt. Deine Objekte dürften zu klein fürs Aufspießen sein, man müsste ein Glasplättchen auf den Zylinder legen. Das geht oft ganz gut, manchmal muss man aber auch Reflexe per Polfilter ausschalten.

Schneidet man aus dem Zylinder seitlich einen Teil heraus, kann man den Boden separat beleuchten und die Hintergrundhelligkeit abstufen. Das sieht dann etwa so aus:



Wichtig ist in jedem Fall aber, dass der Hintergrund weit genug vom Objekt entfernt ist und unscharf bleibt. Denn wenn man seine Struktur sieht, lenkt das nur unnötig vom eigentlichen Ojekt ab, und das haben Deine schönen Sporenkapsel ja wirklich nicht verdient!

Herzliche Grüße
Bernd Wiedemann

Klaus Herrmann

Hallo Arnold,

ganz einfach: du legst das Mattglas, auf das du deine Objekte legst, auf einen dunklen Ring, damit du Abstand von der schwarzen Einlegeplatte hast. Der verhindert zusätzlich, dass deine Einlegeplatte seitlich angeleuchtet wird - die wirkt durch die Reflexe nämlich gar nicht mehr tief schwarz, sondern grau.

Heike schrieb mal , dass sie ihre Objekte auf ein Polfilter legt. Habe ich noch nicht probiert.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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A. Büschlen

Hallo Bernd und Klaus

besten Dank.

Zur Farbe des Hintergrundes habe ich mich zu wenig präzis ausgedrückt.

Die Farbe des Hintergrundes soll das abzubildende Objekt vorteilhaft unterstützen.

Das kann ich nun mit Hilfe eurer Vorschläge machen!

Gruss Arnold



Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Klaus Herrmann

Hallo Arnold,

ZitatDas kann ich nun mit Hilfe eurer Vorschläge machen!

dann ist mein Vorschlag zu modifizieren: der Abstandsring muss lichtdurchlässig sein, damit du den beliebig farbigen Karton als Untergrund beleuchten kannst. Wichtig ist: Abstand, damit die Oberfläche diffus wird!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Bernhard Kaiser

#5
Hallo Herr Büschlen,

übrigens sind die Orthotrichum-Sporogone wunderschön. Egal ob mit schwarzen oder diffusen Hintergrund. O.speciosum?

Freundliche Grüße
Bernhard Kaiser

A. Büschlen

Hallo Herr Kaiser

ja,  O. speciosum. Standort auf Eiche, Kalyptra stark behaart, lange Seta und phaneropore Spaltöffnung.

Herzliche Grüsse

Arnold Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

A. Büschlen

Hallo

ich habe nun eine Änderung der Plattform vorgenommen und das Ergebnis kommt nun meinem Anspruch näher!

Ich habe bei der Stereolupe am Fuss die Einlegeplatte entfernt und in die Öffnung ein ca. 3cm hohe Plattform (schwarzes Rohr) gestellt. Als Auflagefläche für die Mooskapseln nahm ich ein gefasster Filter mit der Bezeichnung "544".



Das Ergebnis lässt sich sehen!



Besten Dank für die Hilfestellungen.

Gruss Arnold Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Lothar Gutjahr

Hallo Arnold,

wenn du jetzt noch diesen Unterbau gegen eine 50 ml Kristallisationsschale oder ähnliches austauschen tust, kannst du auch den bereits von Klaus angesprochenen Farbhintergrund verwenden. So eine Schale ohne Ausguss könnte ich dir gegebenfalls gegen Portoerstattung spendieren, falls du da keinen Zugang hast. Die hat 50 mm Durchmesser und ist 35 mm hoch. Mit mehreren Farben als Unterlage gibt das auch hübsche Farbverläufe.

Gruß Lothar

koestlfr

Hallo Arnold!

Sensationelle Verbesserung!

Ich würde bei der Fotobearbeitung einen Hauch die "Klarheit" heben! Bei den verschiedenen Programmen heisst das verschieden.

Liebe Grüße
Franz
Liebe Grüße
Franz

A. Büschlen

Hallo

hier nun noch einmal das gleiche Bild wie oben, aber mit einer Verstärkung der Kontraste mittels Anwendung des Hochpass-Filters im CS4.

Wie schon oben erwähnt ist die Kamera eine Nikon Coolpix 990 freihändig am Wild M5A eingesetzt.



Gruss Arnold Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Hugo Halfmann

Hallo Arnold,

da gibt´s nichts mehr zu meckern.

Sehr schöne Aufnahme !
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Rawfoto

Hallo Arnold

Sorry, aber die Aussage von Hugo verleitete mich zur Kritik :-)

Es ist zu wenig Gelb vorhanden, das Grün ist viel zu kalt. Also selektive Farbkorrektur und Farbtemperatur anpassen ist angesagt ...
Betrachtung erfolgte am kalibriertem Bildbearbeitungsplatz bei K5000

Bitte als kleinen Tipp zur Verbesserung ansehen, auch ich finde das das neue Ergebnis deutlich besser ist. Auch da gibt es Potential in Richtung eines neutralen Hintergrunds (Grüntöne?) ==> Mein Tipp vor Ort immer nachsehen was da in der Natur für ein Hintergrund steht ...

Liebe Grüße aus dem Fotostudio

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Lothar Gutjahr

Hallo Arnold,

da möchte ich mich Gerhards Äußerungen anschließen und noch einen draufsetzen. Schwarz ist keine Farbe lernt man in der Kunstschule. Und wird wenn eingesetzt als Loch im Bild bezeichnet. Dunkel ja, aber nicht absolut schwarz. Probiere das doch mal mit einem unscharf gestellten Hintergrund aus etwa buntem. Die dezente Färbung erreicht man mit der Lichtmenge, die auf diesen Hintergrund fällt. Von der Farbe her würde ein dezentes, dunkelbraunrotes Gemisch sehr gut passen.

Gruß Lothar

Klaus Henkel

Zitat von: Lothar Gutjahr in November 02, 2012, 17:42:29 NACHMITTAGS
da möchte ich mich Gerhards Äußerungen anschließen und noch einen draufsetzen. Schwarz ist keine Farbe lernt man in der Kunstschule. Und wird wenn eingesetzt als Loch im Bild bezeichnet. Dunkel ja, aber nicht absolut schwarz. Probiere das doch mal mit einem unscharf gestellten Hintergrund aus etwa buntem. Die dezente Färbung erreicht man mit der Lichtmenge, die auf diesen Hintergrund fällt. Von der Farbe her würde ein dezentes, dunkelbraunrotes Gemisch sehr gut passen.
Gruß Lothar

Hallo Lothar
Sie mögen vom ästhetischen Standpunkt durchaus rechthaben. Aber:
In der wissenschaftlichen Pflanzenfotografie (von kleinen Details vor allem) ist der pechschwarze Hintergrund seit Jahrzehnten die Regel. Viele Redaktionen von wiss. Publikationen bestehen darauf.

Warum, das weiß der Himmel. Eine botanisch orientierte Begründung dafür gibt es nicht, eine fotografische meines Wissens auch nicht.

Gruß KH