Ist es möglich, die Schwalbenschwanzaufnahme für den Leitz-Tubus anzupassen?

Begonnen von Oecoprotonucli, April 10, 2013, 18:36:04 NACHMITTAGS

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Oecoprotonucli

Liebe Mikroskopiker,

es gibt ja für Vieles Adapter - und bei Leitz gibt es unterschiedliche Durchmesser für die Schwalbenschwanzaufnahme/Ringschwalbe des Tubus. Besteht die Möglichkeit, hier einen "unpassenden" Tubus, z.B. mit 1 mm Unterschied, an ein Leitz-Mikroskop zu setzen, oder muss das scheitern?

Das Anschlussstück ist ja auch am Tubus angeschraubt - kann das evtl. ausgewechselt werden (obwohl man dann erst einmal ein einzelnes Anschlussstück haben müsste, was ich noch nie irgendwo gesehen habe)?

Hintergrund ist, dass ich gerne auf lange Sicht einen Trinotubus hätte und mich frage, ob ich nicht auch einen kaufen könnte, der nicht genau passt, weil mir der passende (43 mm) nicht so oft über den Weg läuft. Ich könnte natürlich auch unter Mikromarkt "Suche" fragen, ob Ihr etwas anzubieten habt, jedoch bin ich unter chronischem Sparzwang und will erst mal abwarten. Wenn ich wüßte, ob man die Größen kompatibel machen kann, wäre ich schon mal besser vorbereitet, mich auf die Lauer zu legen... (wer einen passenden Trinotubus zu viel hat in 43 mm, kann mir ja gerne trotzdem mal eine unverbindliche PN schreiben).

Viele Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Nomarski

Hallo Sebastian,

wenn man das Schwalbenteil von dem Trinotubus abschrauben kann, ist es prinzipiell möglich, es durch ein Passendes zu ersetzen, das man aber dafür erst anfertigen (lassen) müßte.
Sofern das Material dickwandig genug und nicht gehärtet ist, könnte man die Schwalbe auch anpassen, indem man sie abdreht. Auffüttern wäre ungünstig, dann besser ein Passendes neuanfertigen.
Bei der ganzen Aktion sollte jedoch beachtet werden, daß die Tubuslänge auf jeden Fall erhalten bleibt.

VG
Bernd

Oecoprotonucli

Hallo Bernd,

Danke für die Antwort! konstante Tubuslänge und zentrische Position vorausgesetzt, wäre es also wohl möglich, wenn ich das richtig sehe.

Wäre denn eine Anfertigung eines Anschlusses ein "großes Ding"? Gibt es nicht vielleicht in der Industrie Schwalbenschwänze als Fertigteile in verschiedenen Größen, so wie es Muttern und Schrauben fertig gibt?

Viele Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Nomarski

Hallo Sebastian,

mir ist keine Bezugsquelle bekannt, bei der man die verschiedensten Schwalbentypen für die Individuelle Anpassung erwerben kann als "Fertigteil". Dazu scheint der allgemeine Bedarf nun doch zu gering. Normalerweise wird nicht rumgebastelt, sondern das gekauft, was zusammenpasst.

Viele Grüße
Bernd

Klaus Henkel

Zitat von: Oecoprotonucli in April 10, 2013, 20:49:45 NACHMITTAGS

Wäre denn eine Anfertigung eines Anschlusses ein "großes Ding"? Gibt es nicht vielleicht in der Industrie Schwalbenschwänze als Fertigteile in verschiedenen Größen, so wie es Muttern und Schrauben fertig gibt?

Sebastian

Wenn man weiß, daß gerade die Mikroskophersteller stets darauf geachtet haben, daß kein Teil eines anderen Herstellers ans eigene Mikroskop paßt, und manchmal auch, daß kein Teil einer neuen Produktserie an die alte und umgekehrt, dann wird man Ihre Idee von Fertigteilen nicht für möglich halten.

Grüße! KH

Nomarski

Zitat von: Klaus Henkel in April 10, 2013, 22:13:58 NACHMITTAGS

Wenn man weiß, daß gerade die Mikroskophersteller stets darauf geachtet haben, daß kein Teil eines anderen Herstellers ans eigene Mikroskop paßt, und manchmal auch, daß kein Teil einer neuen Produktserie an die alte und umgekehrt, dann wird man Ihre Idee von Fertigteilen nicht für möglich halten.

Grüße! KH

Was meinen Sie, was es hier schon so alles gegeben hat, das man zuvor nicht für möglich hielt...

Beste Grüße
Nomarski

Rawfoto

Guten Morgen Sebastian

Wenn Du keine Drehmaschine zur Hand hast und mit dieser umzugehen im Stande bist halte ich das für keine gute Idee ==> eine Stunde Arbeitszeit ist vorbei ehe Du einen Augenaufschlag getan hast und das kostet ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

moräne

Morgen,

Beim lesen hier sind mir eine eventuell allgemeiner als brauchbar angesehene,
und eine ketzerische Idee gekommen.
Ich habe mir selber schon Ringschwalben gedreht, und mir dafür eine Art Ringschwalbenlehre hergestellt.
( Deswegen, weil man wegen der abgerundeten Kanten nicht so gut messen kann )
Für mich, und jeden der nicht so gut ausgerüstet ist ( nur im Besitzt einer kleineren Drehbank ist  - z. B. aus dem Bauhaus )
ist so eine Ringschwalbe schnell gefertigt.
Schwieriger ist ein Gewinde zu schneiden, das setzt eine etwas größeren Maschine voraus.
Wenn aber z. B. der Durchmesser der Ringschwalben vom Mikroskopfuß zum Tubus abnimmt, also der Trinotubus einen kleineren Durchmesser hat, dann könnte man sich unter Umständen auch mit einem konischen Zwischenstück behelfen, was wiederum leichter und eventuell billiger zu beschaffen wäre.
Damit man das Zwischenstück reinkriegt  wird es in zwei oder drei Teile geteilt.
Oder man geht her, nimmt Pappe oder Schichten von Papier und macht sich eine Abwicklung des gewünschten Konus.
Das wäre dann so ein gerundeter Streifen Papier, ( Kupferbleche) - der wenn beide Enden zusammengeführt werden den gewünschten Konus
( Kegel welcher innen hohl ist) ergibt
Wie das geht ?
bitte nur anfragen.
Grüße
Gerd

Oecoprotonucli

#8
Guten Morgen,

ich habe ja noch keinen Kauf oder irgendetwas unternommen und würde es mir dann schon gut überlegen, schließlich ist ja auch ein Tubus mit der falschen Größe eine Anschaffung. Wenn man ihn also nicht sowieso zufällig gerade herumzuliegen hat, schaut man sich wohl besser nach einer passenden Anschaffung um.

Lieber Gerd: Zwischenstück? Papier? Abwicklung? Wie Du das genau meinst, ist mir noch nicht klar, aber mir kommt dabei der Gedanke: wenn ich z.B. einen 42 mm Ringschwalben-Tubus hätte, könnte man dann nicht einfach auch einen Gummiring drumspannen, damit er in der 43er Aufnahme sitzt? Wäre nicht drehbar und schon etwas provisorisch, deshalb siehe oben...

Auch eine Drehmaschine, nicht mal eine kleine, liegt bei mir herum. Allerdings wäre es natürlich die Frage, wie kompliziert oder teuer es wäre, so etwas herstellen zu lassen. Ich denke, über 50 Euro würden nicht lohnen, ausser man bekommt wirklich nur einen unpassenden Tubus. Andererseits sind die Preise für einen passenden bei Ebay schon oft leicht übertrieben, falls überhaupt einer angeboten wird. Das ist dann manchmal schon ca. "zwei Drittel Mikroskop".

Vielen Dank an alle Antwortenden und viele Grüße

Sebastian
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Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

moräne

Hallo Sebastian

Hier eine Skizze welche erklärt was ein Konus ( Trichter) ist,
darunter die Abwicklung
aus Papier ausgeschnitten an den Enden zusammengelegt, und Du bekommst den Trichter

Es gibt natürlich soviele verschiedene Konusse ( flache...spitze....), wie es verschiedene Winkel gibt. man muß die geschwungenen Linien konstruieren, aber das ist nicht sehr schwer.
Gummiring?
das ist genau was ich auch meine, man nimmt das was man hat und behilft sich damit

Haus@Hund

Hallo,

die Hund-Ringschwalbe hat einen Durchmesser von 42 mm, ginge also rein, wenn man die Zentrierschrauben entsprechend anpasst. Der Warnung bezüglich der Tubuslänge möchte ich mich aber bei Endlich-Optik unbedingt anschließen!

Gruß,
Jörg

Oecoprotonucli

Hallo liebe Leute,

OK, das mit dem Konus habe ich jetzt verstanden  ;) !

Habt Ihr auch den Eindruck (oder die Gewissheit), dass die 42 mm häufiger vorkommen als meine 43 mm?

Übrigens Tubuslänge: Ich weiß bis heute nicht, ob mein Mikroskop nun für 160 oder 170 mm gebaut ist - was ja andererseits auch nicht besonders tragisch sein soll. Wenn ich es wüßte, würde ich mich allerdings meinem Mikroskop noch ein Stück näher fühlen  :D .

Viele Grüße

Sebastian
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Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Nomarski

Hallo Sebastian,

ZitatHabt Ihr auch den Eindruck (oder die Gewissheit), dass die 42 mm häufiger vorkommen als meine 43 mm?

Übrigens Tubuslänge: Ich weiß bis heute nicht, ob mein Mikroskop nun für 160 oder 170 mm gebaut ist - was ja andererseits auch nicht besonders tragisch sein soll. Wenn ich es wüßte, würde ich mich allerdings meinem Mikroskop noch ein Stück näher fühlen   .

ich bin nun kein Leitz-Fachmann, wer es besser weiß, möge zur Belehrung vortreten, aber soweit ich informiert bin, hatte Leitz während der Produktion mal die Tubuslänge von 170mm auf 160mm umgestellt. Die verschiedenen Schwalbendurchmesser können damit zusammenhängen aus dem einfachen Grund, damit man keinen falschen Tubus an das falsche Stativ ansetzen konnte. Ein Bild bekommt man zwar mit einer gewissen Tubuslänge immer zustande, aber wenn man zu stark davon abweicht, wofür es gerechnet wurde, kann es schon seine Nachteile mitsich bringen. Beim ersten Hinsehen mag das zwar noch nicht unbedingt negativ auffallen, beim kritischen Vergleich dann aber meistens schon.
Es spricht zwar nichts dagegen, einen Tubus, den man günstig erworben hat, für das eigene System anzupassen, aber gewisse "Regeln" sollten dabei doch schon eingehalten werden wie z.B. das Einhalten der Tubuslänge.

Viele Grüße
Bernd

Oecoprotonucli

Hallo Bernd,

das mit der Umstellung von 170 auf 160 mm stimmt auf jeden Fall, so weit habe ich das schon nachgelesen, auch hier. Dann gibt es da noch dieses firmeninterne Leitz-Dokument, das belegt, dass die Verwendung der jeweils anderen Objektive unproblematisch sei (müßte ich rauskramen, gibt es auch als Link im Internet bzw. bei den Teilnehmern dieses Forums).

Ob das allerdings für die Tuben strenger zu sehen ist, weiß ich nicht und würde mich natürlich auch interessieren.

Außerdem weiß ich eben nicht, ob mein Mikroskop schon 160 mm Tubuslänge hat (es ist weiß oder vielleicht besser gesagt "lichtgrau" oder so), ich vermute es aber fast (ungefähres Baujahr siehe meine Fußzeile).

Hier mal ein Foto des Schwalbenschwanzes am Tubus:



Viele Grüße

Sebastian

Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Werner

Hallo Sebastian!

Da die Ringschwalbe angeschraubt ist, sehe ich kein großes Problem, eine passende zu drehen.
Man muß im Gegenstück nur die Justierschrauben anpassen, damit die optische Achse wieder mittig ist.

Zur Tubuslänge: ausmessen mit Objektmikrometer. Bei der falschen Länge sollte eine Bildfeldwölbung erkennbar sein (Rand unscharf),
bei der richtigen sollte das Bild geebnet sein. Wenn beide unscharf sind, ist es sowieso egal.

Gruß   -   Werner