Wozu dient ein Objektiv 1.0 / ... als Vergrößerung ?

Begonnen von knipser009, Mai 21, 2013, 13:39:53 NACHMITTAGS

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Tausendblatt

#15
Hallo Sebastian,

ich meine, da hat man bei Zeiss früher (vor etwa 1921) bei den Kompens-Okularen die Okularvergrößerung aus 160 mm / Brennweite berechnet,
heute werden 250 mm /Brennweite genommen.

Ich habe da z.B. ein kaiserzeitliches Zeiss Jena Compens-Ocular "2" mit 70 mm Brennweite, was einem 3,6x entspricht...
Bei den enfacheren Huygens-Okularen scheint man einfach mit aufsteigender Vergrößerung durchnummeriert zu haben.
Das "1" hat hier nur 50 mm Brennweite... (Quelle: Zeiss Katalog Mikro 184 von 1913)


Ansonsten ist mir kein 1x Okular bekannt (wozu auch...), für Projektionszwecke gab es ein Mipro 125 mm, also 2x Okular...

Es grüßt

Jens

Zitat von: Oecoprotonucli in Mai 27, 2013, 15:44:04 NACHMITTAGS
Hallo Alle,

keine Angst, ich möchte die Diskussion nicht sinnlos ausweiten, sondern habe aus aktuellem Anlass eine konkrete Frage, die, finde ich, hier hineinpasst:

Gibt es auch Okulare mit 1x Vergrößerungsfaktor?

Ich habe bei Ebay billig eines gekauft, das also solches angepriesen wurde - hätte es besser wissen sollen als der Verkäufer: Bei alten Mikroskopen hatten die Okulare ja oft Nummern eingeprägt, und das war einfach nur "Okular Nummer 1". Die tatsächliche Vergrößerung des Okulars ist natürlich(?) stärker (schätzungsweise zwischen 7-10x).

Zusatzfrage: Hatte es eine besondere Bewandnis mit dem Nummerieren der Okulare früher, oder hat das jeder Hersteller gemacht, wie er wollte?

Viele Grüße

Sebastian

Oecoprotonucli

Danke Jens, auch wenn ich noch nicht verstanden habe, ob Du meinst, dass ein nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen Nummerierung und Vergrößerung besteht.

Die andere Frage ist ja noch offen, aber anscheinend ist noch niemandem ein 1x Okular über den Weg gelaufen.

Viele Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Klaus Henkel

Zitat von: Oecoprotonucli in Mai 28, 2013, 10:50:44 VORMITTAG

Die andere Frage ist ja noch offen, aber anscheinend ist noch niemandem ein 1x Okular über den Weg gelaufen.


So ein Okular wäre ja widersinnig. Das O. hat doch bei zweistufigen Mikroskopen und Teleskopen die Aufgabe, das vom Objektiv gelieferte, relativ winzige Zwischenbild zu vergrößern, damit der Beobachter die Details darin überhaupt sehen (auflösen) kann. Welchen Sinn sollte also ein Okular haben, das nicht vergrößert?
Seltsame Idee.

KH

Rawfoto

Lieber Herr Henkel

Ich habe ein 1,67 von Olympus und würde mir ein kürzeres wünschen ==> 1,2 oder 1,3 würde ich als optimal empfinden (in APO) ...

Verwendung: eine geringere Nachvergrößerung würde die Auflösung erhöhen und ein deratiges Projektiv eine Zweite Sensorebene ersparen (ein Mal Zwischenbild und einmal 125mm für die Projektive ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Ulf Titze

Hallo Okularisten,

mich beschleicht der Eindruck, daß in der jüngeren Diskussion über unterschiedliche Dinge geredet wird. Mir scheint, hier werden Okulare, Fotookulare und Projektive vermischt. Der Anwendungszweck für die Beobachtung oder für die Fotografie sind völlig unterschiedliche Dinge....

Ulf
"Do not worry about your problems with mathematics, I assure you mine are far greater." (A. Einstein)

"Komm wir essen Opi!" - Satzzeichen können Leben retten!!!

Oecoprotonucli

#20
Sehr geehrte Mikroskopiker,

ich sehe ein, dass ein 1x Okular wohl normalerweise nicht gebraucht würde (obwohl man doch durchaus erst dann das Zwischenbild erkennen könnte, was ja ohne Okular nicht geht, ebensowenig die Sache mit der Kompensation etc. - wäre es außerdem nicht vielleicht doch interessant, mit dem Mikroskop quasi eine Übersicht/geringe Vergrößerung - wie mit einem Foto-Makroobjektiv - anschauen zu können?).

Ich hatte aber die ganze Zeit das Fotografieren im Hinterkopf (was Sie/Ihr ja nicht wissen könnt) und damit muss dann wohl tatsächlich eher der Begriff Projektiv mit ins Spiel gebracht werden. Allerdings haben diese ja wohl wieder eine andere Brennweite(?), was einen entsprechenden Aufbau wiederum verändern würde.

Interessant finde ich auch, dass es also ein 1,67 gibt (Objektiv oder Projektiv?).

Wer bietet weniger...?  :) (Naja, meine Okular-Frage ist eigentlich geklärt)

Was nun der Unterschied zwischen Fotookular und Projektiv ist, wurde bestimmt schon mal geschrieben und kann ich mir damit auch ergoogeln (ich glaube, da gab es Beiträge von Herrn Henkel). Für Freunde der Redundanz stört es mich zumindest aber auch nicht, falls hier noch einmal jemand ein paar Worte darüber verliert...

Besten Gruß

Sebastian
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Ulf Titze

#21
Hallo,

über die technischen Details in dieser Frage bin ich auch nicht so firm. Habe aber hier noch den alten Faden gefunden, den ich im Hinterkopf hatte.

Ich vermute, daß das genannte 1,67er ein Projektiv von Olympus ist, von anderen Herstellern kenne ich das nicht (was aber überhaupt nichts heißt!).

Die Fotookulare für das Endlichsystem düften allesamt noch für das Kleinbild-Format gerechnet sein - von APS-C Sensoren war damals nichts abzusehen. Daher dürften da die gängigen Abbildungsmaßstäbe Vergrößerungen eben auch ab 6,3x anfangen - was für die aktuellen bezahlbaren SLR mit kleinerem Sensor doch noch zu stark ist. Da braucht man dennoch eine Relaisoptik.

Viele Grüße

Ulf

EDIT:
Zitat von: Klaus Henkel in Mai 28, 2013, 16:04:17 NACHMITTAGS
... Auch bei Abb.maßstab und Vergrößerung gehts durcheinander. Gute, verständliche Fragen stellen ist genau so schwierig wie Fragen beantworten. Ach ja ...
Grüße KH

Stimmt, das war ein Fehler meinerseits. Habe ihn korrigiert. Der Begriff Relaisoptik war in letzter Zeit öfter hier im Forum gefallen, im Zusammenhang mit dem Problem, das große Bild aus den Okularen auf den kleinen Kamerasensor zu projizieren. Da gab es entweder die Option, "Zeiss'sche Panzerfäuste" (Forumssuche!) auseinanderzubauen und Mipros zu verwenden, oder mit einem gängigen Kameraobjektiv durch das Okular zu knipsen.
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Oecoprotonucli

Ah, Danke für einen weiteren Begriff, der anscheindend wieder unterschieden werden muss: Relaisoptik.

VG  ;D

Sebastian
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Tausendblatt

Hallo Sebastian,

ich meinte:
es besteht ein nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen Nummerierung und Vergrößerung bei den alten Zeiss Kompens-Okularen,
kein Zusammenhang bei den einfachen Ausführungen.

es grüßt

Jens
Zitat von: Oecoprotonucli in Mai 28, 2013, 10:50:44 VORMITTAG
Danke Jens, auch wenn ich noch nicht verstanden habe, ob Du meinst, dass ein nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen Nummerierung und Vergrößerung besteht.

Viele Grüße

Sebastian

Klaus Henkel

Zitat von: Safari in Mai 28, 2013, 15:43:20 NACHMITTAGS
Das ist hier alles etwas durcheinander, ich verstehe langsam Garnichts mehr. ???

Das liegt nicht zuletzt daran, daß jeder glaubt, seine selbst erfundenen Begriffe würden auch von Anderen so verstanden, wie er sie gemeint hat. In der Mikrofibel kann man lernen wie die Dinger in der Fachliteratur heißen. Auch bei Abb.maßstab und Vergrößerung gehts durcheinander. Gute, verständliche Fragen stellen ist genau so schwierig wie Fragen beantworten. Ach ja ...
Grüße KH

Rawfoto

#25
Dann will ich einmal einen Begriff beschreiben: Projektiv

Olympus hat welche für die Endlich- und Unendlich-Linie gefertigt ==> es gibt sie also für beide Welten ...

Zum Aufnahmeformat ==> Projektive waren für unterschiedliche Aufnahmeformate gedacht gerechnet, also NICHT nur für Vollformat ...

Da ich die Endlichserie besitze eine Beschreibung von den 6 Projektiven für die Endlichserie (ja, es sind wirklich 6 und ich habe sie alle)

Für Großformat (4 x5 " und das kleinere Polariod) gab/gibt es das 6,7 x Projektiv
Für 6 x 7 oder 6 x 6 das 5x Projektiv

Das 3,3x und 2,5x waren speziell für KB gerechnet

Das 2 x für Film im Zusammanhang mit den NEO Auflichtobjektiven (das sind eigentlich Unendlich-Objektive)

Und das für DIGIs aktuellste, das 1,67x war eigentlich für den Film gedacht - kombiniert aber bestens mit den APS und APSC Sensoren ==> daher wird das teurer gehandelt als Neupreis und man bekommt es kaum ...

Olympus hat unter Projektiv immer spezielle Fotookulare bezeichnet und sie werden im Unitubus oder Tritubus eingesetzt. Nie an der Stelle wo die Okulare hingehören ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

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Oecoprotonucli

#26
Liebe Leute,

dass hier mehrere Fragen durcheinandergehen, will ich nicht bestreiten, aber man kann sich ja welche aussuchen. Etwas mehr Ordnung ist sicher gut, aber gerade darum wird ja gefragt, um die Dinge einordnen zu können. Und das geht oft erst, nachdem die Dinge (durcheinander) auf dem Tisch liegen.

Welche Begriffe sich hier jemand ausgedacht hat, ist mir nicht so klar. Zugegeben nur, dass mir so manche Begriffe nicht so klar sind, weshalb man ja hier fragen kann, und natürlich die Mikrofibel lesen kann, die aber auch nicht immer erschöpfend ist oder alle Nuancen behandelt, die hier angesprochen wurden.

Fragen und Begriffe, die hier auftauchen, sind:

1) Objektive (speziell Fragen zu Sinn, Zweck und Machbarkeit der 1-fachen Vergrößerung oder dem Abbildungsmaßstab 1:1, oder nahe an diesen Bereichen)

2) Okulare (speziell Fragen zu Sinn, Zweck und Machbarkeit der 1-fachen Vergrößerung oder dem Abbildungsmaßstab 1:1, oder nahe an diesen Bereichen)

3) Bezeichnungen auf den Objektiven und Okularen, die ebenfalls durcheinandergehen, obwohl von Profis gemacht - weil diese Profis nämlich keine Hellseher waren und in ihrer jeweiligen Epoche gehandelt haben und noch nicht wußten, welche Entwicklungen sich ergeben (z.B. gibt es keine strenge Trennung zwischen "Abbildungsmaßstab" und "Vergrößerung" auf Endlich-Objektiven)

4) Begriffe Objektiv, Fotookular, Projektiv und Relaisoptik (werde ich alle in der Mikrofibel nachschlagen, wobei ja zu allen, außer der Relaisoptik hier mittlerweile etwas gesagt oder verlinkt wurde). Diese Begriffe wurden anscheinend auch von den Firmen nicht immer einheitlich gehandhabt. Es besteht ja schließlich auch eine gewisse Freiheit, denn grob gesehen kommt "Okular" von "Auge" und "Projektiv" von "Projektion" (projizieren, abbilden, übertragen).

5) Nach meiner Ansicht ist ein 1x Okular weder undenkbar noch wäre es vollkommen unsinnig. Ob sich die Produktion eines solchen jemals gelohnt hätte oder lohnen würde, interessiert mich bei dieser Frage gar nicht. Es ist ein Gedankenexperiment (und wenn es ein solches Okular gäbe, würde ich gerne mal durchschauen - physikalisch ist es doch wohl möglich)

6) Eine weitere Frage war die nach Bezeichnungen auf historischen Okularen

Ja, viele Fragen, die auch durcheinandergingen. Vielleicht sollte "man" für jede einen einzelnen Thread aufmachen. Und nach Herrn Henkels Meinung manche Fragen erst gar nicht stellen? Aber ein bißchen muss ein Forum doch auch leben und anregen, sonst lesen wir irgendwann nur noch woanders nach, denn vollkommen innovativ werden die Fragen zur Optik wohl in den wenigsten Fällen sein, auch wenn man sich Mühe gibt. Mir geht es auch so, dass ich manche Fragen mit Eurer Hilfe einfach oberflächlich abchecken will, und die für mich interessanten dann weiterverfolge oder für später im Hinterkopf behalte. Für die Methode, alle Lehrbücher immer von vorne bis hinten durchzulesen, reicht meine Lebensspanne leider nicht aus...

Viele Grüße und schönen Nachmittag

Sebastian
Ich benutze privat:
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Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

the_playstation

Hallo,
Ich finde solche einfachen / grundsetzlichen Fragen gar nicht schlecht.
Denn dadurch wird einem selbst eventuell Einiges klarer.

Ein Bereich für solche Diskusionen wäre aber keine schlechte Idee.
Die Ergebnisse kann man dann ja extraiert in einen anderen Bereich kopieren.

Ich habe nur den Sinn eines nicht vergrößernden Objektives klarzumachen versucht.

Liebe Grüße Jorrit.
Die Realität wird bestimmt durch den Betrachter.

Oecoprotonucli

Zitat von: Safari in Mai 28, 2013, 18:07:55 NACHMITTAGS
Leider gibt es keine Rubrik Smalltalk / Stammtisch, dort wäre das Thema gut aufgehoben.

Zumindest ich finde hier auch Informationen. Und die Themen hängen auch miteinander zusammen und gehen ineinander über. Das sind eben Grundzusammenhänge, aber auch und gerade die sind gar nicht immer so selbstverständlich und sollten nicht einrosten. Bringen aber viel, da sie allgemein übertragbar sind, im Gegensatz zu Spezialthemen. Wer's schon kann, kann helfen oder aber in anderen Threads mitreden.

Und natürlich ist es unbestritten, dass es besser ist, wenn man sich schon vorgebildet hat und ein Hinweis darauf nicht falsch. Jedoch eine Aufnahmeprüfung für das Forum würde ich nun auch nicht unbedingt voraussetzen (ich höre jetzt im Geiste einige sagen: "Hah, gute Idee...")  ;D

So. Wenn wir jetzt nicht auf die Themen fokussieren oder sie in einem anderen Thread besprechen, wird's mit diesem hier wohl wirklich nichts mehr.

Besten Gruß

Sebastian
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Werner

zu den Okularen:

Die Vergrößerung ergibt sich aus der deutlichen Sehweite (definitiv 250 mm) geteilt durch die Brennweite der Okularlinse.
Ein 25x-Okular hat also 10 mm Brennweite, es ist kurz. Ein 10x-Okular hat 25 mm Brennweite mit der gewohnten Länge.
Ein 5x-Okular hat 50mm Brennweite, es ist lang.
Ein 1x-Okular müßte 250 mm Brennweite haben - oder ein gleichwertiges Linsensystem zur Verkürzung der mechanischen Baulänge.
Wenn man die Okularlinse herausschraubt und direkt auf das Zwischenbild blickt, hat man ein 1x-Okular.

Gruß   -   Werner