Wozu dient ein Objektiv 1.0 / ... als Vergrößerung ?

Begonnen von knipser009, Mai 21, 2013, 13:39:53 NACHMITTAGS

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knipser009

hallo

vielleicht ist es nur Nichtverständnis bei mir,
aber welches ist ein sinnvoller Verwendungszweck eines Objektives mit der Vergrößerung 1.0


Wolfgang
Viele Grüße aus dem SaarPfalzKreis

Wolfgang
gerne per "Du"

micromax

Hallo Wolfgang,

das von Dir angesprochene Objektiv dient der "Übersicht". Stell Dir vor Du hast eine Probe die den ganzen Objektträger ausfüllt. Dann kannst Du mit diesem Objektiv entweder einen größeren Ausschnitt durchmustern oder sogar fotografieren.
Ein Vorteil der oft übersehen wird.

Grüße Thomas

Eckhard

Hallo Wolfgang,

Objektive mit diesen niedrigen Vergrösserungen sind Lupenobjektive. Mit 10x Okularen gibt ein 1x Objektiv eine 10fache Vergrösserung.

Herzliche Grüsse
Eckhard
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

Ulf Titze

#3
Hallo,

viele Pathologen (mich eingeschlossen) schätzen solche extremen Übersichtsobjektive, weil man damit in Windeseile eine Übersicht über die teils sehr großformatigen Schnittpräparate bekommt. Das bedeutet, daß man das Augenmerk (noch!) nicht so sehr auf Einzelheiten wie einen besonders chromatinreichen Kern richtet, sondern zunächst die Struktur und Architektur des Gewebes als Ganzes erfasst. Man erkennt schneller, wo die Struktur gestört ist und wo man nun mit stärkeren Objektiven gezielter hinschauen muss.

Leider kann man solche Objektive nur dann zur vollen Zufriedenheit einsetzen, wenn man auch das entprechende Mikroskopstativ mit großformatiger Beleuchtung und einem entsprechend konstruierten Kondensor hat. Das ist erfahrungsgemäß sehr teuer!

Viele Grüße

Ulf

"Do not worry about your problems with mathematics, I assure you mine are far greater." (A. Einstein)

"Komm wir essen Opi!" - Satzzeichen können Leben retten!!!

Rawfoto

Hallo

Aber Achtung, diese Objektive setzten einen eigenen Kondensor voraus ==> bei Olympus heissen die Lupenkondensoren und sind nur bis zu einem Objektiv bis zu 4x verwendbar. Also für das 1x, das 2x und das 4x ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

knipser009

Vielen Dank für die Antworten  - wieder etwas gelernt,

liebe Grüsse

Wolfgang
Viele Grüße aus dem SaarPfalzKreis

Wolfgang
gerne per "Du"

the_playstation

Hallo,

Man benötigt Sie, wegen der Tubuslänge, ...
Es funktioniert nicht ohne ein 1x Objektiv.
Das 1x Objektiv muß ja auch ein passendes Zwischenbild für das Okular erzeugen.
Ist wegen der Abgleichlänge und Tubuslänge also recht praktisch.
Auch wenn es sich erstmal unsinnig anhört.

Liebe Grüße Jorrit.
Die Realität wird bestimmt durch den Betrachter.

rhamvossen

Hallo,

Ich mag diese Objektive nicht, die Apertur ist zu gering. Ein gutes Stereomikroskop gibt ein besseres Bild. Ich hatte mal ein Olympus 1.3/0.03. Von das Bild war ich nicht überzeugt. Was der Kondensor betrifft: am besten nützt man gar keinen Kondensor mit diese Objektive. Eine homogene Ausleuchtung erreicht man wenn man auf ein weisses Papier eine Lampe scheint und das Streulicht als Lichtquelle gebraucht. Wirkt auch schön bei 2.5 bis 10x Objektive wenn man da Problemen hat  mit ein nicht-homogenes ausgeleuchtet Sehefeld. Beste Grüsse,

Rolf

Rawfoto

Hallo Jorrit

Also zu mindestens ich verstehe Dich nicht?!?

Das 1x hat die gleiche Abgleichlaenge wie alle anderen Objektiven die ich fuer meine Olympus Mikroskope habe, ich muss nur leicht nachfokusieren wenn ich auf ein anderes Objektiv wechsle (Feintrieb). Das ist aber nicht ungewoehnlich ...

Bitte was soll nicht funktionieren wenn man kein 1x Objektiv besitzt??? Die Aussage ist aus meiner Sicht falsch, viele Mikroskopiker besitzen so ein Objektiv gar nicht ...

Der einzige Sinn ist mehr aus dem Preparat zu sehen und nicht ueber das Gesampbild scannen zu muessen. Fuer die Fotografie habe ich bisher weder das 1x noch das 2x eingesetzt, nur im Notfall setze ich das 4x ein. Grund ist die NA, fuer das Fotografieren bringt die Lupenfotografie mehr Qualitaet, das liegt an der Aufloesung ...

Kannst Du mir bitte genauer beschreiben was Du meinst, ich wuerde gerne verstehen was Du meinst ...

Liebe Gruesse

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Ulf Titze

#9
Liebe Übersichtsliebhaber,

Zitat
Ich mag diese Objektive nicht, die Apertur ist zu gering. Ein gutes Stereomikroskop gibt ein besseres Bild...

... und ...

Zitat
....im Notfall setze ich das 4x ein. Grund ist die NA, fuer das Fotografieren bringt die Lupenfotografie mehr Qualitaet, das liegt an der Aufloesung ...

Ich denke, so generell sollte man diese Aussagen nicht stehen lassen. Bitte sagt genau, für welchen Verwendungszweck diese Objektive unbrauchbar seien. Es macht m.E. auch nur wenig Sinn, diese Objektive alle über einen Kamm zu scheren.

Ich nenne mal Ross und Reiter: An meinem Standard verwende ich ein Plan 1,25/0,04 160/- für die Übersichtsfotografie von histologischen Schnitten. Das Objektiv ist wunderbar parfokal zu den anderen Planobjektiven stärkeren Abbildungsmaßstabes, da braucht man nicht wesentlich nachfokussieren. Lästig ist nur, daß man dieses Objektiv mit einem Brillenkondensor betreiben muss. Das heißt man muss in jedem Fall am Mikroskop rumfummeln, um den Kondensor zu wechseln - daher ist das Objektiv bei mir nicht fest im Revolver verbaut, sondern wird bei Bedarf angeschraubt.

Die generelle Aussage, die Apertur sei zu gering, halte ich bei meiner Konstellation für falsch. Bei meinen Fotos kommen längst nicht alle aufgelösten Details auf den Chip, dafür ist der Abbildungsmaßstab viel zu gering (Fotookular Kpl10/20, Kameraobjektiv 35mm als Relaisoptik). Bilder mit vergleichbarer Qualität an einem Stereomikroskop aufzunehmen, ist ungleich schwieriger! Ich kann nicht bestätigen, daß man histologische Schnitte an einer Stereolupe besser darstellen kann!

Zum Abschluss sei noch erwähnt, daß es von Zeiss noch ein Objektiv mit Abbildungsmaßstab 1:1 (n.A. 0,04?) gab. Dieses Objektiv kenne und besitze ich nicht, weil es zu den anderen Planobjektiven nicht parfokal ist. Da würde ich dann schon sehr stark an den Tischtrieben kurbeln müssen, das wäre noch lästiger und im Vergleich zum 1,25 wäre nur wenig mehr Übersicht erreicht.

Zu den Übersichtsobjektiven anderer Hersteller kann ich nichts sagen.

Viele Grüße

Ulf
"Do not worry about your problems with mathematics, I assure you mine are far greater." (A. Einstein)

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the_playstation

#10
Zitat von: Rawfoto in Mai 24, 2013, 09:19:41 VORMITTAG
Hallo Jorrit

Also zu mindestens ich verstehe Dich nicht?!?

Das 1x hat die gleiche Abgleichlaenge wie alle anderen Objektiven die ich fuer meine Olympus Mikroskope habe, ich muss nur leicht nachfokusieren wenn ich auf ein anderes Objektiv wechsle (Feintrieb). Das ist aber nicht ungewoehnlich ...

Bitte was soll nicht funktionieren wenn man kein 1x Objektiv besitzt??? Die Aussage ist aus meiner Sicht falsch, viele Mikroskopiker besitzen so ein Objektiv gar nicht ...

Der einzige Sinn ist mehr aus dem Preparat zu sehen und nicht ueber das Gesampbild scannen zu muessen. Fuer die Fotografie habe ich bisher weder das 1x noch das 2x eingesetzt, nur im Notfall setze ich das 4x ein. Grund ist die NA, fuer das Fotografieren bringt die Lupenfotografie mehr Qualitaet, das liegt an der Aufloesung ...

Kannst Du mir bitte genauer beschreiben was Du meinst, ich wuerde gerne verstehen was Du meinst ...

Liebe Gruesse

Gerhard
Hallo Gerhard,
Ich glaube, Du hast mich nicht richtig verstanden.

Natürlch hat das 1x Objektiv die gleiche Abgleichlänge.
Es ist auch auf die selbe Tubuslänge gerechnet.
Das ist ja der Sinn des 1x Objektives.

Schraubt man es herraus sieht man Nichts,
da sich das Objekt in der Zwischenbildebene befinden müßte.
Zitat: "Es funktioniert nicht ohne 1x Objektiv". :)

Prinzipiell brauch man es eigentlich nicht, es ist unnütz. Man könnte auch direkt das Okular über das Objekt halten.
Quasi als Lupe.
Allerdings nicht mit dem verwendeten Mikroskop, der Tubuslänge und der Abgleichlänge.

Das 1x Objektiv produziert halt ein Zwischenbild für das Okular wie jedes andere Objektiv auch.
Es ermöglicht es, das Okular incl. der Mikroskopparameter wie Abgleichlängen und Tubuslänge, ....
weiter am Mikroskop zu verwenden. Es adaptiert quasi das Okular auf die richtige Abgleichlänge und die richtige Tubuslänge
des Mikroskops um dessen Möglichkeiten (Triebe, Kondensoren, Beleuchtung, biokulare Sicht) nutzen zu können.

Liebe Grüße Jorrit.
Die Realität wird bestimmt durch den Betrachter.

Oecoprotonucli

#11
Hallo Jorrit,

man könnte wohl auch kurz sagen:

Das 1x Objektiv erzeugt ein Zwischenbild innerhalb der vorderen Brennebene des Okulars. Das Zwischenbild hat aber dabei - im Gegensatz zu den sonst gewohnten Vergrößerungen - die gleiche Größe wie das Objekt selbst.

Hab ich das richtig ausgedrückt?

Und Du wolltest nur klarmachen: Ohne Objektiv kein Zwischenbild. Daher ist natürlich auch ein 1x Objektiv sinnvoll und notwendig an einem Mikroskop.

Viele Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Oecoprotonucli

Zitat von: Kahn in Mai 25, 2013, 10:53:04 VORMITTAG
diese geschied durch beugung der einfallenden Strahlen

Hallo Karsten, muss das nicht Brechung heißen?

VG

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

the_playstation

Hallo Sebastian,

genau das wollte Ich sagen.,
Das 1x Objektiv "befördert" / "hebt" das Objekt quasi virtuell in den Fokus (Zwischenbildebene) des Okulars.

Manchmal ist es echt schwer, die einfachsten Dinge einfach zu erklären. :lach:

Ich glaube, daß ist eine Kunst von Lehrern und Professoren. ;) :) 

Liebe Grüße Jorrit.
Die Realität wird bestimmt durch den Betrachter.

Oecoprotonucli

Hallo Alle,

keine Angst, ich möchte die Diskussion nicht sinnlos ausweiten, sondern habe aus aktuellem Anlass eine konkrete Frage, die, finde ich, hier hineinpasst:

Gibt es auch Okulare mit 1x Vergrößerungsfaktor?

Ich habe bei Ebay billig eines gekauft, das also solches angepriesen wurde - hätte es besser wissen sollen als der Verkäufer: Bei alten Mikroskopen hatten die Okulare ja oft Nummern eingeprägt, und das war einfach nur "Okular Nummer 1". Die tatsächliche Vergrößerung des Okulars ist natürlich(?) stärker (schätzungsweise zwischen 7-10x).

Zusatzfrage: Hatte es eine besondere Bewandnis mit dem Nummerieren der Okulare früher, oder hat das jeder Hersteller gemacht, wie er wollte?

Viele Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)