Interessante Download-Links für Mikroskopiker

Begonnen von Peter V., Juni 22, 2013, 17:04:57 NACHMITTAGS

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Peter_le

Zitat von: rlu in Januar 15, 2025, 13:52:32 NACHMITTAGSSammlung der Zeitschrift für wissenschaftliche Mikroskopie und mikroskopische Technik

"Es hiesse Eulen nach Athen, oder Apochromate nach Jena tragen, wollten wir über die Nützlichkeit des besprochenen Buches auch nur ein Wort verlieren."

 :D

"Referate und Besprechungen. 1. Lehr- und Handbücher.
Über Lehmann, 0.,Molecularphysik mit besonderer Berücksichtigung mikroskopischer Untersuchungen und Anleitung zu solchen sowie einem Anhang über mikroskopische Analyse. Leipzig (Engelmann)"

Vl.3 Seite 310

Lykien

#62
Auch ich habe eine kleine Dokumentation zur einfachen Zubereitung einiger Lösungen anzubieten!
Hier ein entsprechender Link: Lösungs.- und Herstellungsvorschriften für die Mikroskopie

Günter

Hallo zusammen,

vielleicht interessant für die Pflanzenschnippler.
Auf der Seite von Dr. Felix Schumm http://www.fschumm.de/ sind ganz unten Verweise auf Bildersammlungen. Das pdf der Pflanzenquerschnitte http://www.fschumm.de/_Pflanzenquerschnitte.pdf bietet auf 134 Seiten ganzseitige Schnitte, auch Holzschnitte und durch Fruchtknoten, ohne Beschriftungen. Aber Aufpassen, das pdf ist 292 MB groß.

Grüße
Günter
über mich   
Folge denen, die die Wahrheit suchen.
zweifle an denen, die sie gefunden haben.

Peter T.

Hallo Günter,

vielen Dank, sehr interessante Seite insgesamt!
Liebe Grüße
Peter

purkinje

Werte Diatomeen-Freunde,
sicherlich etwas "outdated" aber gerade gesehen dass Micscape den
Schmidt's Atlas der Diatomaceenkunde 1874 online gestellt hat.
Beste Grüße Stefan

rlu

#66
Hallo,

schaut mal nach diesem Link:
Ein unglaublich detailreiches Buch; für Leute die "anrüchiges" lieben.


Das Mikroskopische Bild bei der biologischen Abwasserreinigung

u.a.:
https://www.lfu.bayern.de/wasser/kommunale_klaeranlagen/verfahren_biologische_abwasserbehandlung/index.htm


Liebe Grüße
Rudolf

Steckbriefe
2025-10-02 06_41_51-Mikroskopische_Bild_Abwasserreinigung.pdf - PDF24 Reader.jpg

Bestimmungsschlüssel
2025-10-02 06_50_39-Mikroskopische_Bild_Abwasserreinigung.pdf - PDF24 Reader.jpg

Daniel Scheibenstock

Danke Rudolf,

Ein sehr guter Fund den du da mit uns teilst🙂. Lg Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol, DIC, PH)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Olympus SZX12
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0

Der Klein

Großes entsteht immer im Kleinen.
Jeder hat einmal klein angefangen.

rlu

#69
Eine Kritische Darstellung der Mikrokopischen Untersuchungsmethoden, Stefan  Apáthy, 1896, Universität Kolozsvár
https://real.mtak.hu/195953/1/diemikrotechnikd1189apth.pdf

Dieses historische Standardwerk fasste erstmals detailliert die Präparationstechniken, Färbemethoden und Einbettungsverfahren (wie die Wilhelm His Senior, Paraffineinbettung) zusammen und unterzog sie einer kritischen wissenschaftlichen Bewertung. Es legte damit den Grundstein für die moderne Histologie.


Zusammenfassung der Einleitung
Die wissenschaftliche Grundlegung der mikroskopischen Methodologie: Status quo und methodische Neuausrichtung

Das vorliegende Dokument analysiert den aktuellen Zustand der mikroskopischen Technik und stellt die Notwendigkeit einer Transformation von einer rein empirischen ,,Probierkunst" hin zu einer exakten Wissenschaft dar. Die zentrale Problematik liegt in der Dominanz von ,,Modemethoden", die oft zu einem Sinken des technischen Niveaus führen, da sie ohne Verständnis der zugrunde liegenden physikalischen und chemischen Gesetzmäßigkeiten angewandt werden.

Kernpunkte der Analyse:
* Wissenschaftliches Defizit: Der mikroskopischen Methodologie fehlen bisher allgemeingültige Gesetze und eine kritische Sichtung der widersprüchlichen Einzelresultate.
* Kriterium der Verbesserungswürdigkeit: Der Wert einer Methode bemisst sich nicht nach ihrer aktuellen Bequemlichkeit, sondern nach ihrer Ausbaufähigkeit und der Sicherheit, mit der sie Rückschlüsse auf den lebenden Zustand eines Objektes erlaubt.
* Kritik der Fachliteratur: Bestehende Handbücher werden entweder als veraltet, oberflächlich oder als ,,geistlose Compilationen" eingestuft, die dem Forscher keine rationale Entscheidungsgrundlage bieten.
* Methodischer Rahmen: Ein systematischer Ansatz zur Bewertung von Methoden muss deren Zweck, Geschichte, chemisch-physikalische Wirkungsweise und das Potenzial zur Fehlerkontrolle (mikromorphologische Reaktionen) umfassen.

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Analyse des aktuellen Stands der mikroskopischen Technik
Die mikroskopische Forschung leidet unter einer Zersplitterung in zahlreiche Einzelvorschriften und empirische Rezepte. Es wird konstatiert, dass eine Methode oft überschätzt wird, sobald sie ,,in Mode" kommt, was paradoxerweise zu einer Vernachlässigung der technischen Sorgfalt führt.


Das Defizit der bestehenden Methodik
Bisher wurden aus dem ,,Gewirr des veröffentlichten Herumprobierens" keine gesicherten Richtschnuren entwickelt. Die Ursachen hierfür sind:
* Mangel an höheren, allgemeinen Gesichtspunkten bei der Durchführung von Experimenten.
* Widersprüchliche Resultate in der Fachliteratur aufgrund fehlender theoretischer Durchdringung.
* Schwierigkeit für Forscher, verstreute Angaben in der Literatur zu finden und kritisch zu bewerten.

Die Rolle der Fachliteratur
Die vorhandene Literatur wird einer harten Kritik unterzogen. Es wird zwischen verschiedenen Kategorien von Werken unterschieden:
Kategorie    Charakterisierung laut Quelltext
Elementare Leitfäden    Oft zu mager gehalten; für Anfänger unzureichend, da detaillierte Instruktionen fehlen.
Histologische Handbücher    Meist auf Wirbelthiere beschränkt; allgemeingültige Methoden werden nur oberflächlich behandelt.
Veraltete Klassiker    Werke wie die von Beale oder Frey sind in ihren neueren Auflagen technisch nicht auf dem aktuellen Stand (z. B. fehlende Mikrotomtechnik).
Zusammenfassende Werke    Lee's Vademecum wird als am weitesten fortgeschritten gelobt, jedoch wird auch hier eine mangelnde Analyse des Wesens der Verfahren kritisiert.

Besonders kritisch wird die ,,kritiklose Compilation" in Werken wie denen von Thanhoffer hervorgehoben, bei denen Vorschriften oft falsch oder ungenügend wiedergegeben werden.

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Das neue methodische Paradigma

Um die Mikroskopie zu einer ,,wirklichen Wissenschaft" zu erheben, muss die Auswahl und Bewertung von Methoden nach rationalen Kriterien erfolgen.

Das Prinzip der ,,Verbesserungsfähigkeit"

Ein wesentliches Paradoxon der methodischen Bewertung besagt: Nicht die bequemste Methode ist die beste, sondern diejenige, die im höchsten Grade verbesserungsfähig ist. Der Wert definiert sich über die Fähigkeit, in die natürliche Beschaffenheit des Objektes einzudringen und zuverlässige Schlüsse auf den lebenden Zustand zu ziehen.

Systematik der Methodenanalyse (Sieben-Punkte-Plan)

Jede wissenschaftliche Methode sollte nach folgendem Schema untersucht werden:

1. Zweck: Ermittlung der Berechtigung des Verfahrens und Definition des idealen Resultats.
2. Geschichte: Schilderung der Entwicklung und Analyse, warum Methoden in die ,,Rumpelkammer der Technik" verschoben wurden.
3. Gegenwärtiger Stand: Beschreibung der besten Ausführungsweise nach aktueller Erfahrung.
4. Analyse der Mittel: Untersuchung der chemischen und physikalischen Agentien im Verhältnis zum Objekt.
5. Analyse der Wirkung: Kontrolle der Veränderungen (mikromorphologische Reaktionen) am Objekt während der Umgestaltung zum Präparat.
6. Kritik: Abwägung von Vor- und Nachteilen im Vergleich zu Alternativmethoden.
7. Verbesserungsfähigkeit: Überlegung, wie Schwierigkeiten überwunden und Vorteile ausgebaut werden können.

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Praktische Anwendung und Ausbildung

Das Ziel ist es, sowohl den Anfänger als auch den geübten Mikroskopiker anzusprechen.

Ausbildung des Anfängers

* Hinführung zum Verständnis empirischer Rezepte statt bloßem Auswendiglernen.
* Vermittlung der technischen Vorbedingungen für eine ,,richtige" Untersuchung.
* Wichtiger Hinweis: Mechanische Fertigkeiten (wie das Auflegen eines Deckglases oder das Falten von Papierschächtelchen) sollten im Labor durch ,,lebendes Beispiel" und eigenes Probieren erlernt werden, da Beschreibungen in Büchern hier oft schwerfällig wirken.

Die persönliche Technik

Es wird betont, dass jeder Forscher durch Reflexion und Übung eine eigene persönliche Technik entwickeln muss. ,,Classische Regeln" der Lehrbücher sind oft nur dazu gut, um nicht eingehalten zu werden – als Beispiel dient die individuelle Art, ein Deckglas aufzulegen, die oft von den starren Vorschriften der Standardwerke abweicht.

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Struktur der wissenschaftlichen Mikrotechnik

Das methodische System unterteilt sich in einen allgemeinen und einen speziellen Teil, um die gesamte Breite der tierischen Morphologie abzudecken.

Der spezielle Teil (Auszug der Prozesskette)

Die systematische Aufarbeitung der Technik folgt dem Ablauf der Präparateherstellung:

* Untersuchung: Lebende Organismen, Nekrobiose und postmortale Beobachtung.
* Fixierung und Konservierung: Abtöten, Fixieren und Sammeln kleiner Organismen.
* Mechanische Bearbeitung: Zerstückeln, Maceriren, Härten und Entkalken.
* Einbettung und Schnitt: Anwendung von Vormedien, Einbettungsmassen und die spezielle Technik des Mikrotommessers.
* Optische Optimierung: Injektion, Imprägnirung und Tinction (Färbung) zur Erhöhung der Erkennbarkeit.
* Abschluss: Aufhellen, Entpigmentiren und Einschluss in haltbare Medien.

Der wissenschaftliche Anhang

Ein schematischer Überblick soll nicht nur als Repetitorium dienen, sondern eine Vision der ,,zukünftigen Mikrotechnik" entwerfen, die auf den kritischen Erörterungen der Gegenwart basiert.



Liebe Grüße
Rudolf