Otholux mit Heine Phasenkontrasteinrichtung

Begonnen von Mikroman, März 04, 2014, 21:38:19 NACHMITTAGS

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Peter V.

#60
Hallo Sven,

Zitat von: Max Berek in März 11, 2014, 19:52:02 NACHMITTAGS
Ich bin z.B. kein Schnäppchenjäger. Ich habe mein Ortholux für € 580.- per Sofortkauf erstanden (sicherlich kein Schnäppchen), weil es mir das insbesondere angesichts der Glaubwürdigkeit des Verkäufers (Wissenschaftler an einer Uni, der es von seinem Vater (Biologieprofessor) geerbt hatte) wert war. Außerdem hatte ich die Kaufsumme gerade durch einen sehr unangenehmen Auftritt als Gerichtsgutachter (mit dem Bedürfnis, mich danach zu belohnen) verdient. Insofern war die Spieltheorie auf mich ohnehin nicht anwendbar.

Beste Grüße

Sven

als "Sammler" habe ich reichhaltige Erfahrung mit Ebay. Nur auf diesem Markt und zu diesem Preisniveau kann sich logischerweise eine Sammler "eindecken" - wenn er nicht Bill Gates oder Marc Zuckerberg heißt. Meine - wie gesagt - wahrlich nicht unerhebliche Erfahrung lehrt, dass ein einwandfreies, umfassend zufriedenstellendes Mikroskop, mit dem man so, wie es kommt, sofort einwandfrei arbeiten kann, bei Ebay absolut die Ausnhame darstellt! Irgendetwas ist immer! Entweder zuviel Spiel, Verharzung, Macken in Objektiven...unendlich ist die Liste möglicher Fehler.  Damit kann man leben, wenn man nur bestimmte Teile sucht oder nur ein bestimmten Stativ für die Sammlung haben möchte. Deshlab würde ich niemals trotz des vergleichsweise niedrigen Preisniveaus Anfängern, Unerfahrenen oder Leuten, die sich gerade mühsam das Geld für ein Mikroskop zusammengespart haben, zu einem Kauf bei Ebay raten. Das geht - sogar mit hoher Wahrscheinlichkeit - schief.
Und deshlab würde ich auch keinesfalls über jemanden "lachen", der ein Ortholux für fast 600 EUR kauft, auch, wenn man das bei Ebay manchmal schon für 250 - 400 EUR bekommt. Wenn dafür sichergestellt ist, dass das Gerät einwandfrei und gepflegt ist, ist das doch den Mehrpreis wert. Den Differenzbetrag (oder entsprechende Zeit) müsste man ja ansonsten in die "Renovierung" oder Komplettierung eines mehr oder weniger abgerödelten Mikroskops stecken.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Mikroman

Hallo Sven,

Du bist ein gutes Beispiel für "irrationales" Handeln / Bieten, smile. Bitte nicht mißverstehen. Ich glaube auch nicht an den homo oekonomicus, d.h. an rationales Handeln in der Wirtschaft. Bei Ebay sieht man das deutlich, z.B. bei den Frühbietern. Grundsätzlich gebe ich meinem Namensvetter Recht: wenn man kein Krösus ist u n d Spaß an Mikroskopen hat, muß man Schnäppchen halt erjagen, z.B. auf Ebay. Dann empfehle ich eine klare rationale Einkaufs-/Bietstrategie, die durchaus einen Sicherheitsabschlag beinhalten sollte. Ich persönliche kalkuliere so: möglicher Wiederverkaufswert (z.B. Teileverkauf 1000 €) des Artikels minus 20-30% für möglichlerweise beschädigte Teile (= 700 €). Mit anderen Worten: mein maximaler Einstiegspreis beträgt 700 € minus x.

Peter hat insofern nicht Unrecht, dass Anfänger und Newbies sich häufig im ersten Überschwang verschätzen und zuviel bieten für eine Sache, die sie aufgrund mangelnder Kenntnis überschätzen bzw. kaum realistisch einschätzen können. Denen kann im Prinzip empfohlen werden, entweder hier "vertrauensvoll" einzukaufen oder bei einm Händler wie Hrn. Immel, Jülich,Bonn oder Optovid, Iserlohn einzukaufen.

Gruss
Peter 
Zu sehr auf sich selbst zu beharren,
ist ein unvernünftiges Vergeuden der Weltsubstanz (Juarroz, 9. Vertikale Poesie,1)

purkinje

#62
Hallo an alle Spieltheoretiker,

nur mal so gaaanz allgemein und natürlich ohne Bezug zu irgendwelchen laufenden und abgelaufenen Auktionen:
Da ist Anbieter X  und bietet ein fiktives Mikroskop Lietz Weimar an, für 1€ Startgebot  und natürlich hängt ohne besondere Erwähnung ein selteneres Sonderausstattungsteil ein Schlagmichtot-Kondensor als Schnäppchenjäger-Fangangebot dran, nun wartet X mal ab... bietet mit seinem /seines Kumpels Zweitaccount immer mal wieder .. schlussendlich "ersteigert" X es selbst, nun gut ist es halt nicht für sagen wir 700 Ocken weg gegangen, eine Woche später wird dann ein baugleiches Lietz Weimar mit Nullachtfünfzehn-Kondensor für 400 weggehen und einen Monat später ein Schlagmichtot-Kondensor für 400... soweit zu den gedanklich hypothetischen Sonderfällen der Bucht-Spieltheorie.. und ganz real, es soll ja auch Mikroskope geben die noch nicht einmal neu fotografiert schon zum 5ten Male in gleicher Ausstattung angeboten werden und schon 4 Mal "versteigert" worden sind ;D

Mikroman

Moin Stefan,

das Beispiel ist in sich schon etwas schief und ich weiß auch nicht, welcher Sachverhalt hier demonstriert werden soll. Gehen wir es mal Schritt für Schritt an, um hier mehr Plausibilität reinzubringen:
1. Anbieter X, relativ unerfahren, bietet 08/15-Stativ Y mit (gut sichtbarem und wertvollem) Sonderausstattungsteil Z für 1 € auf Ebay an.
2. Bieter A sucht genau so ein 08/15ö-Stativ und bietet gleich am ersten Tag 50 €. [Auktionspreis: 1,50 €)
3. Bieter B erkennt den Schnappen und markiert sein Revier, indem er 70 € bietet [Auktionspreis: 51,00 €]
4l Bieter C stolpert rein zufällig bei seinem routinemäßigen Check über das 08/15-Stativ und wundert sich, warum es schon so hoch steht; als er es erkennt, bietet er vorsorglich gleich mal 150 € [Auktionspreis jetzt 71 €]
5. Anbieter X wundert sich und läßt es laufen
6. Bieter D konfiguriert sein Sniper-Tool, so dass es 3 Sekunden vor Ablauf 351 € bietet (so viel ist ihm das Komplettpaket wert)

In der Folge schaukeln sich B & C den letzten Tag hoch; Bieter kommt nicht zum Zuge; C ersteigert das Paket für 356 €. (Er wäre auch bereit gewesen, noch höher zu gehen).

Was können wir daraus lernen?
- Ohne Bieter B und C hätte Bieter D das Teil zu einem wohlfeilen Preis an Land gezogen.
- Hätte B nicht sein Revier bereits am Anfang markiert, wäre C nicht auf den Zug aufgesprungen: der Auktionspreis würde bis zu letzt in den unteren Regionen herumdümpeln und wahrscheinlich würden dann D oder B die Auktion gewonnen haben.
- hätten B und C sich von Anfang an zurückgehalten, würde einer von ihnen (oder D) die Auktion vermutlich zu einem niedrigeren Preis gewonnen haben.

Bei rational agierender Mitspielern ersteigert derjenige den Gegenstand, dem er subjektiv (nach mehr oder minder nachhaltigen Überlegungen) das meiste wert ist. Kommt das Haben- und Siegenwollen von mindestens zwei Teilnehmern dazu, geht der Gegenstand verhältnismäßig hoch weg. Im Notfall reicht ein gieriger Spielteilnehmer unter der Voraussetzung, dass ein Kumpel von A dynamisch mitbietet. Hier entgeht man dieser Falle dadurch, dass man sein (einziges) Gebot erst gegen Ende einreicht.

Gruss

Peter

Zu sehr auf sich selbst zu beharren,
ist ein unvernünftiges Vergeuden der Weltsubstanz (Juarroz, 9. Vertikale Poesie,1)

purkinje

Hallo Peter,

mein Beispiel sollte einmal generell zum Nachdenken zum Thema online-Auktionen anregen,etwas schiefes kann ich nicht erkennen;
dein Beispiel ist nah am ursprünglich hier diskutierten realen Angebot und liefert post-hoc den Ablauf.
Ich wollte hingegen auf eine generell durchaus beobachtbare Eventualität hinweisen, nicht mehr und nicht weniger.

Ich bin übrigens der Meinung, dass es bzgl der Preisentwicklung völlig egal ist ob bereits früh oder in letzter Sekunde geboten wird, entscheidend ist da sehr viel mehr Findbarkeit (oder auch der Hinweis darauf ;)), Nachfrage, Angebot und v.a. wieviel mind 2 Bieter aktuell bereit sind zu zahlen.
Im übrigen sind manchmal auch die oft so verschmähten Sofort/Festpreisangebote reeller als viele Auktions-Endpreise von Komplettmikroskopen mit ggf unklarer Lagerungs und Missbrauchshistorie.
Was Du zum Thema "Selbstschutz" vor dem Bieterrausch gepostet hast kann ich nur unterschreiben.

Mikroman

Hallo Stefan,

den größten Stolperstein sehe ich mittlerweile im "Akut-haben-wollen", wo alle Vernunft hinten ansteht. Dann käme noch die Einstellung "Der-andere-soll's-nicht-kriegen". Kostet beides Geld. Deswegen engagiere ich mich eher bei den "Nebenwerten" und den Wochentagen für auslaufende Auktionen. Mitunter ist auch das Ausland (Frankreich, Belgien, Spanien, Australien, UK etc.) interessant. Aber alle Tricks will ich jetzt auch nicht verraten. Sinnvoll scheint mir auf jeden Fall der Einsatz eines Snipertools wie z.B. Biet-o-matic.

Gruß
Peter
Zu sehr auf sich selbst zu beharren,
ist ein unvernünftiges Vergeuden der Weltsubstanz (Juarroz, 9. Vertikale Poesie,1)

Dypsis

Zitat von: Mikroman in März 12, 2014, 15:19:06 NACHMITTAGS

engagiere ich mich eher bei den "Nebenwerten" und den Wochentagen für auslaufende Auktionen. Mitunter ist auch das Ausland (Frankreich, Belgien, Spanien, Australien, UK etc.) interessant. Aber alle Tricks will ich jetzt auch nicht verraten. Sinnvoll scheint mir auf jeden Fall der Einsatz eines Snipertools wie z.B. Biet-o-matic.

Gruß
Peter

... ach nee, Du kennst Tricks, sag bloß  ;D - und im Ausland ist er auch noch? Wahnsinn, was es alles gibt. Unglaublich. Ich dachte immer Mikroskope gäbe es nur in Deutschland... (Tschuldigung das hat mich jetzt gejuckt)

Hast Du nicht vor ein paar Meldungen geschrieben, dass es auch an Wochentagen teuer werden kann, also völlig wurscht ist wann was ausläuft? Oder hab´ ich da was falsch verstanden?

Grüße
Thomas

.. der eigentlich gar nix mehr dazu schreibt.
Ich bevorzuge das forumsübliche Du!