Aufruf zur Bildbearbeitung: Staurastrum

Begonnen von Monsti, März 07, 2015, 20:55:00 NACHMITTAGS

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Monsti

Hallo zusammen,

hier präsentiere ich das etwas verkleinerte Rohbild eines Staurastrum. Ich finde, dass es bei dieser Gattung oft sehr schwierig ist, brauchbare Fotos zu machen. Wer hat Lust, dieses Bild so optimal wie möglich zu bearbeiten? Natürlich habe ich es selbst auch schon bearbeitet, bin mit dem Ergebnis aber nicht wirklich zufrieden (s.u.).

Das Rohbild:



Meine Bearbeitung:



Es würde mich freuen, wenn Ihr bei Euren bearbeiteten Fotos erklären könntet, was Ihr gemacht habt und wo Ihr bei meiner Bearbeitung einen Änderungsbedarf seht.

Herzliche Grüße
Angie

JB

Hallo Angie,

Gibt es auch ein nicht-verkleinertes TIFF Bild? Die Verkleinerung ist eigentlich nicht noetig (genug Rand zum ausschneiden ist da) und ein JPG ist kein guter Startpunkt.

Beste Gruesse, Jon

Monsti

Hallo Jon,

da fragst Du mich schon zu viel. Ich arbeite nur mit jpg-Fotos. Ich denke aber, dass eine gute Bearbeitung auch anhand des vorgegebenen Fotos möglich ist.

Übrigens sehe ich gerade, dass ich das falsche Rohbild reingestellt habe. Dieses war es von den insgesamt 6 Fotos eigentlich, das ich bearbeiten wollte.  >:(

Herzliche Grüße
Angie

JB

Hallo Angie,

Ihrer Website ;) entnehme ich, dass Sie eine EOS 1000D haben. Die sollte immerhin 12bit RAW Dateien machen. Eine solche Datei, oder zumindest eine daraus entwickelte TIFF, waere ideal.

Beste Gruesse, Jon

Monsti

Lieber Jon,

sorry, das ist mir zu kompliziert. An meinem Mikroskop ist eine Canon 600D adaptiert.

Mir geht es um eine optimale Bildbearbeitung bei vorgegebenen Rohbildern, die natürlich ihre Schwächen haben dürfen - nicht mehr. Bis vor 1,5 Jahren hatte ich mit einer billigen Kompakt-Digi-Kamera durch das Okular fotografiert. Auch aus diesen Rohbildern kann man ansehnliche Fotos machen.

Herzliche Grüße
Angie

JB

#5
Hallo,

Ob 1000D oder 600D (14 Bit) spielt ja keine Rolle. Aber mit einer JPG als Startpunkt werden Sie wohl kaum jemanden zum mitmachen anregen koennen. Nicht weil JPG grundsaetzlich nutzlos ist, sondern weil der geneigte Bearbeiter keine Ahnung hat, was mit der JPG vorher passiert ist. http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artdec09/rp-digiphoto.html

 

- Unschaerfemaske
- Grauabgleich
- Farbsaettigung
- Helligkeit/Kontrast
- Bildausschnitt 4:3

4 min Bearbeitungszeit

Monsti

Hallo Jon,

vielen Dank für die Bearbeitung und die Erklärung der Einzelschritte! Gestern Abend hatte ich das Rohbild ganz oben ebenfalls bearbeitet und kam zu diesem Ergebnis:



Ich hatte übrigens keinerlei Probleme wegen des jpg-Formats. Für die Bearbeitung brauchte ich allerdings etwas länger als 4 min., nämlich ca. 10 min., bis ich mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden war.

Herzliche Grüße
Angie

Monsti

Hallo zusammen,

eigentlich schade, dass gleich theoretisiert wurde, statt einfach das vorhandene Foto zu verwenden und nach eigenem Geschmack etwas Ansehnlicheres daraus zu machen. Es gibt hier viele, die direkt durch das Okular fotografieren, sei es mit einer kompakten Digi-Kamera oder gar mit dem Handy. Viele von diesen trauen sich erst gar nicht, ihre Bilder ins Forum zu stellen - meist aufgrund zu geringer Kenntnisse in Sachen Bildbearbeitung.

Ich fotografierte bis vor 1,5 Jahren alle meine Motive mit einer kompakten Digitalkamera durch das Okular. Natürlich waren die Urbilder überwiegend nicht gut, doch mit Hilfe der Bildbearbeitung oft soweit zu verbessern, dass sie vorzeigbar waren. Dabei habe ich viel gelernt. Um nichts anderes geht es mir hier. Das obige Urbild ist alles andere als optimal. Es handelt sich aber um eine Art, die ich nur selten finde, so schön liegend, ohne viel Dreck drumrum erst recht selten. Also versuchte ich anhand des entstandenen Fotos das beste zu machen.

Nun benutzen wir aber verschiedene Bildbearbeitungsprogramme und verwenden sicher auch unterschiedliche Optionen derselben. Mir persönlich liegt wenig an der "schnellen Bildbearbeitung", bei der mit wenigen Klicks Weißabgleich, Helligkeit, Kontrast und Farbsättigung verändert werden. Die Ergebnisse empfinde ich meist alles andere als optimal. Ich arbeite gerne "zu Fuß", was natürlich länger dauert. Das Endergebnis ist, wie schon oft erwähnt, Geschmacksache.

Herzliche Grüße
Angie

treinisch

Hallo,

Zitat von: Monsti in März 08, 2015, 21:25:12 NACHMITTAGS
eigentlich schade, dass gleich theoretisiert wurde, statt einfach das vorhandene Foto zu verwenden und nach eigenem Geschmack etwas Ansehnlicheres daraus zu machen.

was heisst hier theoretisieren? Du rufst auf zu töpfern und Jon fragt nach Ton. Das ist ziemlich praktisch.

Das angegebene Rohbild ist nicht das Bild aus dem die darunter angegebene Bearbeitung entstanden ist, sondern ist bereits massiv bearbeitet. Es ist entwickelt, durch die Bildbearbeitung der Kamera gelaufen (vermutlich geschärft, Weißabgleich, evtl. sogar antialiased?, die Dynamik auf 8 Bit reduziert, im Farbraum Tiefpassgefiltert, in Blöcke gerastert, DCT transformiert und quantisiert), dann entpackt, verkleinert und erneut im Farbraum Tiefpassgefiltert etc. pp.

Wenn es dir zu kompliziert ist, eine 100 % Version oder, was am besten wäre, eben eine RAW-Datei anzubieten, ist das absolut Deine Sache, aber ich bin ganz bei Jon: wenn schon, denn schon.

Beste Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Lupus

Hallo,

seid doch nicht so streng! Der Weg ist das Ziel (Konfuzius)  ;)
Warum soll man aus einem vorgefilterten 8 Bit-Bild nicht das Optimum herausholen? Und es wäre erst einmal zu beweisen, ob speziell bei dieser Art Objekt tatsächlich aus der RAW-Datei ein signifikant besseres Bild gewonnen werden kann.
ZitatDu rufst auf zu töpfern und Jon fragt nach Ton. Das ist ziemlich praktisch.
Der Ton wurde ja geliefert, nur ist er den Töpferkursteilnehmern nicht gut genug, weil sie verwöhnt sind. Das ist sehr unpraktisch  ;D

Hubert

Jürgen H.

ZitatUnd es wäre erst einmal zu beweisen, ob speziell bei dieser Art Objekt tatsächlich aus der RAW-Datei ein signifikant besseres Bild gewonnen werden kann.

Hallo,

dieser Vergleich würde mich auch sehr interessieren und ist ja vielleicht auch in Monstis Interesse. Angie, könntest Du doch bitte nachliefern?

Schöne Grüße

Jürgen

A. Büschlen

Hallo,

den Aufruf von Agie verstehe ich sehr gut und auch ich vermisse oftmals Inputs zum Workflow der gezeigten Bilder.
Mit einem Beispiel aus meiner Arbeit am Mikroskop und im Photoshop möchte ich zeigen, woran ich arbeite und wie ich zum Ziel komme.

Ausrüstung:

- Zeiss Phomi III; Canon EOS 700D mit 40mm Pankake Objektiv; Bildkontrolle am Kameramonitor, Auslösung über den Selbstauslöser der Kamera.

Ich fotografiere im Modus A mit Blendevorwahl 2,8; automatischer Weissabgleich, ISO 100 und speichere das Bild als .jpg in der Grösse 4608 x 3456 x 72 Pixel ab. Die Bilder bearbeite ich am iMac mit dem CS4 Photoshop. Ich habe keinen kalibrierten Bildschirm.

Die Endgrösse der Bilder liegt in der Regel bei 800x600x72 Pixel. Die Bilder werden in dieser Grösse nur für die Publikation im Internet benutzt.

Nun zu meiner Arbeit.

Im Bild sehen wir einen Stängel-Querschnitt von einem Moss, Philonotis seriata; geschnitten am Tischmikrotom mit der Rasierklinge, eingedeckt in Wasser. Am Deckglasrand sauge ich soviel wie möglich Wasser weg.

Einstellungen am Mikroskop:

Durchlicht / Hellfeld, als Objektiv wird der  Zeiss Plan Apo 25 trocken verwendet, Optovar 1,25x, Okular in der Kameraadaption Zeiss KPL Br. 10x M.

Ich stelle bei der Kamera eine Unterbelichtung ein, so dass die hellsten Stellen am Objekt (hier im Zentrum des Schnittes) optimal belichtet sind.
Ich mache deshalb mehrere Bilder mit unterschiedlicher Einstellung.

Die Arbeit im Photoshop:

Bild öffnen, wenn nötig das Format ändern (Hochformat in Querformat)
Korrekturen:
- unter Gradationkurven den Weisspunkt setzen (wo,  siehe dazu 2. Bild);
- die Funktion: Tiefen/Lichter anwenden
- Ränder am Objekt mit Pinselwerkzeug von Verunreinigungen reinigen.
- Massstab einsetzen, Bild beschriften und speichern.

Kopie des Bild auf die gewünschte Endgrösse schrittweise reduzieren. Die einzelnen Schritte sollen nicht grösser sein als die Hälfte der vorhanden Pixelgrösse.
Das Bild in der Grösse von 800x600x72Pixel wird in einer 2. Ebene mit dem Hochpassfilter angemessen bearbeitet. Die beiden Ebenen auf die Hintergrundebene reduziert.

Das sind meine Schritte. Was meint ihr dazu?

Gruss Arnold Büschlen






Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Gerald

#12
Hallo Angie,

mache ich etwas falsch: wenn ich das Bild mit einem Maus-Rechtsklick speichere, dann erhalte ich ein Bild mit einer Größe von 1000x848px / 54 KB. Das kann doch kein leicht verkleinertes Rohbild aus Deiner 600D sein?

Zitat von: Monsti in März 07, 2015, 21:18:58 NACHMITTAGS
Ich denke aber, dass eine gute Bearbeitung auch anhand des vorgegebenen Fotos möglich ist.
Da muss ich Dir von meinem Kenntnisstand aus wiedersprechen und die Meinung vertreten, dass mit diesem Ausgangsbild keine "gute" Bearbeitung möglich ist. Ich greife mal Timm´s Vergleich mit dem Töpfern auf: ja - Du hast Ton geliefert, aber erwartest von den "Teilnehmern" aus 54 Gramm Ton einen stabilen Brottopf zu fertigen  ;).

Hier mein Ergebnis mit Deinem Foto:


Bearbeitungszeit in lightroom 1 - 2 min: Weißabgleich / Belichtung / Lichter / Tiefen / Präsenz / geschäft / entrauscht

Viele Grüße über ein paar Berge - ich hoffe Du hast auch so ein geniales Wetter.

Gerald

Monsti

Hallo zusammen,

okay, der Reihe nach (Zitat Timm):

ZitatDas angegebene Rohbild ist nicht das Bild aus dem die darunter angegebene Bearbeitung entstanden ist

Das ist richtig, im zweiten Beitrag hatte ich aber bereits erwähnt, versehentlich das falsche Bild bearbeitet zu haben.  ;) Die Bearbeitung des obigen Rohbilds folgt nach Jons Bearbeitungsbeispiel. Hier stellte ich das Motiv frei, änderte ich die Ausrichtung der Alge (Lichteinfall von oben links), Farbtemperatur, sowie Kontrast und Helligkeit. Außerdem beseitigte ich die blaugrauen Farbränder und stempelte zwei Flecken im Hintergrund weg. Anschließend verkleinerte ich das Bild und zeichnete den Hintergrund sowie die Ränder der Alge zu 100% weich, die Alge selbst zu 6%. Zum Schluss erfolgte eine leichte Kantenschärfung. Zeitaufwand: ca. 10 min.

Meine Kamera steht auf Verschlusszeitautomatik. Ein Weißabgleich wurde einmalig mit einem 16er Objektiv vorgenommen. Das ist alles. Ich arbeite mit dem Programm DSLR Remote Pro im Live View, d.h. löse per Mausklick aus. Ergebnis: siehe Eingangsfoto. Die Bildbearbeitung erfolgt mit Photoshop CS2.

Die Rohbilder sind jeweils 5184 Px breit (72 P./Zoll) und belagern meinen Speicher mit 51,3 MB. Die fertig bearbeiteten Bilder sind meist 600 px breit bzw. hoch und haben Größen von 25-80 KB, je nach Motiv.

Herzliche Grüße
Angie

Monsti

Hallo Jürgen,

wie ich zu einer RAW-Datei komme, weiß ich nicht.  :-[ Soweit ich informiert bin, handelt es sich hierbei doch auch nicht wirklich um Rohbilder.

Hallo Gerald,

meine Rohbilder sind doch viel zu riesig, um sie im Forum zu präsentieren. Deshalb die Verkleinerung auf 1000 px Breite. Anscheinend bin ich zu blöd für Alternativen ...

Meine Versuche, bei photobucket das Foto im tif-Format zu speichern, ging leider in die Hose.

Herzliche Grüße von der Technikidiotin
Angie