Aufruf zur Bildbearbeitung: Staurastrum

Begonnen von Monsti, März 07, 2015, 20:55:00 NACHMITTAGS

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Carlos

Hallo Diputanten und Diskutanten ,
Nach intensivem Bemühen, diesem Faden zu folgen ( und einem gutem Glas Wein, genauer, einem Glas guten Weins), fiel mir zunächst nur Zweierlei ein:
Die babylonische Sprachverwirrung beim Turmbau zu Babel  (altes Testament, niedergeschrieben vor mehreren tausend Jahren) und
Goethes Faust: ,,Mir wird von alledem so dumm, als ging mir im Kopf ein Mühlrad herum", (auch schon etwas älter.)
,,Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor" (auch nicht von mir sondern Goethes Faust).
Dennoch: Einiges, für mich Neues, habe ich nach Klärung der verwendeten Begriffe in IN gelernt. Weiter so!
Herzliche Grüße
Carlos

A. Büschlen

Hallo Heike,

meine Fragen beziehen sich "nur" auf den Weissabgleich an der Kamera.

Ist meine Annahme richtig, dass deine Jansös nicht gedimmt werden? wenn dem  so ist, so hast du in etwa immer die gleiche Farbtemperatur. Du machst einmal den manuellen Weissabgleich für deine Fotosaison und gut ist.

Wenn ich im Durchlicht/Hellfeld fotografiere, benötige ich unterschiedliche Lichtintensitäten. Das 4er Objektiv benötigt nicht gleich viel Licht wie das 10er, das 16er nicht gleich viel wie das 25er und das 40er nicht gleich viel wie das 10er usw. Beim regeln am Trafo ändere ich nicht nur die Helligkeit sondern auch die Farbtemperatur. Optimal ist, wenn ich mit dem Trafo das Licht auf eine ideale Farbtemperatur einstelle und dann mit ND Filtern die Lichtintensität anpasse. Ich kann das am Phomi III aber ist das auch wirklich die gängige  Praxis ?

Welche Einstellung an der Kamera ist nun praxisgerecht und nötig: der automatische Weissabgleich oder doch der manuelle Weissabgleich bei jedem Objektivwechsel?

Dazu würde ich gerne viele Meinungen lesen!  Auch von den Profis :)

Besten Dank für eure Mithilfe.

Gruss Arnold



Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Bernhard Lebeda

Zitat von: A. Büschlen in März 09, 2015, 16:38:45 NACHMITTAGS

Welche Einstellung an der Kamera ist nun praxisgerecht und nötig: der automatische Weissabgleich oder doch der manuelle Weissabgleich bei jedem Objektivwechsel?

Dazu würde ich gerne viele Meinungen lesen!  Auch von den Profis :)

Besten Dank für eure Mithilfe.

Gruss Arnold





Hallo Arnold

eher als Nicht-Profi bin ich bisher davon ausgegangen, dass es gerade EINER der vielen Vorteile des RAW Formates ist, die Lichtemperatur hinterher sehr feinfühlig und mit verschieden Mitteln (Voreinstellungen, Pipette, Schieberegler) einstellen zu können. Bei mir steht sowohl am Mikroskop als auch in der Naturfotografie der Weißabgleich immer auf Automatik.

Viele Mikrogrüße

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Monsti

Hallo Arnold,

der Weißabgleich ist noch mein geringstes Problem, da sehr einfach mittels Bildbearbeitung zu erledigen. Mein Hauptproblem ist das Rauschen (verwende ich dieses Mal den passenden Begriff?) und die Tatsache, dass die Ausgangsbilder (danke Bernhard  ;D ) i.d.R. viel weniger Informationen zeigen als mein Blick durchs Okular, was - wie ich jetzt gelernt habe - wohl am jpg-Format liegt.


Nun habe ich den ganzen Nachmittag gebastelt, um das mit dem RAW bzw. der Konvertierung hinzukriegen. Hat auch geklappt, und ich hätte es gerne gezeigt, nur nimmt photobucket keine tif-Dateien an.  >:(

Was ich liefern kann, ist das lediglich Ergebnis meiner Bearbeitung und Abspeicherung als jpg-Datei:



Herzliche Grüße
Angie

the_playstation

Hallo Angie.
Hier ist meine Interpretation:

Das Rohbild hat aber leider schon div. jpg Artefakte. Da läßt sich nicht viel rausholen.
Liebe Grüße Jorrit.
Die Realität wird bestimmt durch den Betrachter.

rheinweib

#35
Zitat von: A. Büschlen in März 09, 2015, 16:38:45 NACHMITTAGS
Hallo Heike,

meine Fragen beziehen sich "nur" auf den Weissabgleich an der Kamera.

Ist meine Annahme richtig, dass deine Jansös nicht gedimmt werden? wenn dem  so ist, so hast du in etwa immer die gleiche Farbtemperatur. Du machst einmal den manuellen Weissabgleich für deine Fotosaison und gut ist.

Wenn ich im Durchlicht/Hellfeld fotografiere, benötige ich unterschiedliche Lichtintensitäten. Das 4er Objektiv benötigt nicht gleich viel Licht wie das 10er, das 16er nicht gleich viel wie das 25er und das 40er nicht gleich viel wie das 10er usw. Beim regeln am Trafo ändere ich nicht nur die Helligkeit sondern auch die Farbtemperatur. Optimal ist, wenn ich mit dem Trafo das Licht auf eine ideale Farbtemperatur einstelle und dann mit ND Filtern die Lichtintensität anpasse. Ich kann das am Phomi III aber ist das auch wirklich die gängige  Praxis ?

Welche Einstellung an der Kamera ist nun praxisgerecht und nötig: der automatische Weissabgleich oder doch der manuelle Weissabgleich bei jedem Objektivwechsel?

Dazu würde ich gerne viele Meinungen lesen!  Auch von den Profis :)

Besten Dank für eure Mithilfe.

Gruss Arnold


Hallo Arnold,
es ist richtig, das die Jansjös nicht gedimmt werden, mit denen hat man keine Probleme, aber bei der LED hast Du schon Recht.
Mir ist das bloß nie aufgefallen, weil meine LED egal, bei welchem Objektiv (LED heller oder dunkler) keine nennenswert großen Farbunterschiede
produziert. Und, wie Bernhard schreibt, in den meisten Fällen ist der automatische Weißabgleich vollkommen ausreichend, evtl. Farbstiche lassen
sich besonders beim Raw-Format sehr leicht korrigieren.


Hallo Angie
Zitat: Nun habe ich den ganzen Nachmittag gebastelt, um das mit dem RAW bzw. der Konvertierung hinzukriegen. Hat auch geklappt, und ich hätte es gerne gezeigt, nur nimmt photobucket keine tif-Dateien an.

Ich habe genau das mal ausprobiert. Hab von einem gut ausgearbeiteten TIF zusätzlich ein verkleinertes JPG gespeichert und dann die beiden nebeneinander gelegt.
Bei normaler Betrachtung (also kein Zoomfaktor 500% oder so) ist praktisch kein Unterschied zu sehen.
Das wichtigste ist das Rohbild, das sollte möglichst viel Information haben. Diese bleiben auch auf einem verkleinerten JPG erhalten (bei normaler Komprimierung).


Gruß
Heike

Monsti

Hallo Heike,

wie ist es aber bei einem unbearbeiteten Foto, das ich von RAW in jpg gewandelt habe? Wenn ich Dich richtig verstehe, sind darin ebenfalls mehr Informationen als in Bildern, die schon die Kamera im jpg-Format liefert. Falls dem so ist, könnte ich das unbearbeitete, aber etwas beschnittene Ausgangsbild ja doch noch zeigen:



Herzliche Grüße
Angie


Monsti

Hallo Heike,

es scheint tatsächlich so zu sein, dass jpg-Bilder von einem ehemaligen RAW-Format nahezu identisch bearbeitet werden können, wie eine RAW- oder tif-Datei. Im Vergleich:



Formatiert aufgrund des Ausgangsfotos das ich im letzten Beitrag eingestellt hatte.



Formatiert im png-Format

Die marginalen Unterschiede mögen daran liegen, dass ich bei der Bildbearbeitung nur das Nötigste wie Weißabgleich, Farbbalance, Helligkeit und Kontrast automatischen Funktionen überlasse und vieles "zu Fuß", nämlich per Pinsel und Stempel erledige.

Somit scheine ich das Geheimnis um die Rohdatei endlich halbwegs begriffen zu haben. "Sie hat's, sie hat's!"  ;D

Vielen Dank, Deine Tipps waren für mich die hilfreichsten! Wahrscheinlich nicht nur für mich ...

Herzliche Grüße
Angie

rheinweib

#38
Hallo Angie,
das Raw selber hast Du ganz sicher nicht in JPG umgewandelt, das geht nämlich nicht, Raws
sind "unantastbar". Du hast nur eine JPG-Kopie davon gespeichert.
Die Bildinformation steckt ja im RAW. Ich wandele die Raws hauptsächlich in Tifs um, weil Zerene
nicht mit Rawdateien umgehen kann. Da geht's nicht anders.

Wenn Du eine RAW-Datei bearbeitest, dann wird das Raw selber niemals verändert, es wird eine
kleine Datei (.xmp) mit dem gleichen Namen am gleichen Ort gespeichert, da stecken alle Bearbeitungsschritte
drin, die Du gemacht hast. D.h., wenn Du ein RAW bearbeitet hast und die Änderung "gespeichert"
hast und Du später mal noch was am RAW verändern willst, dann greift Photoshop auf diese
.xmp-Datei zu, mehr nicht.
Wandelst Du das RAW erst in ein Tif um, dann hast Du ein "normales", veränderbarer Bildformat,
wie ein JPG (nur unwesentlich größer  ;D).

Du kannst selbstverständlich auch das unbearbeitete Raw als JPG "abspeichern", das ist problemlos möglich
und verloren geht auch nichts, außer natürlich beim komprimieren, aber das ist nun mal so.
Für den gewohnten Photoshop-Workflow würde ich aber auf jeden Fall erst ein Tif davon machen, und dieses
dann bearbeiten und als jpg speichern......weil Du halt das tatsächliche Raw nie verändern kannst.

Stell Dir so ein Raw einfach wie ein Negativ vor, DAS ist die Basis, unveränderbar, wie ein analoges Negativ auf Film.

Gruß
Heike

Monsti

Hallo Heike,

ZitatDu kannst selbstverständlich auch das unbearbeitete Raw als JPG "abspeichern"

Das meinte ich mit "umwandeln".

Dankeschön, ich glaube, ich habe es nun weitgehend verstanden. Boah, ist das kompliziert!

Auch Helicon Focus kann nicht mit RAW-Dateien umgehen und die Anpassung von dng-Dateien dauert ewig ...  :(

Herzliche Grüße
Angie

P.S. Du hast einen herrlichen Blick aus dem Fenster!

Rawfoto

Hallo Bernhard

Du hast Recht, die Farbtemperatureintellung bei RAWs wird nur fuer die Bildvorschau verwendet und hat keinen Einfluss auf die eigentlichen RAW-Daten ...

Ich stelle im Studio z.B. auf 3200 obwohl ich mit der Studioblitze 5600 haben, das hat den Vorteil das ich am Display die Vorschau annaehernd Farbrichtig sehe. Wuerde ich auf die 5600 einstellen wuerde der Gelbtich jegliches Farbempinden unterbinden ...

Liebe Gruesse an Alle

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

treinisch

Hallo,

@ Heike
Zitat von: Rheinweib in März 09, 2015, 19:33:59 NACHMITTAGS
Du kannst selbstverständlich auch das unbearbeitete Raw als JPG "abspeichern", das ist problemlos möglich
und verloren geht auch nichts

vielleicht verstehe ich dich falsch, aber beim Abspeichern eines RAW als jpg geht deutlich mehr als ,,nichts" verloren.

Vor allem unterstützt fast kein Programm mehr als 8 Bit pro Kanal im JPEG, während die RAWs ja meist 12 oder sogar 14 haben.
Gerade für die Tonwertkorrektur und den Rauschfilter ist es schon hilfreich, etwas mehr Auflösung in den Farbkanälen zu haben.

Auch die Kompression ist kein Pappenstiel, Blockbildung, Quantisierung ... .Natürlich kann man jpg verlustfrei komprimiert abspeichern, aber dann ist der Vorteil gegenüber TIF o.ä. auch nicht mehr der Rede wert.

@Angie
Interessant! Also mein Helicon Focus schluckt ohne Probleme RAW-Dateien. Vielleicht ein Unterschied Mac/PC?
(Der Mac unterstützt die meisten RAW-Formate nativ vom Betriebssystem her)


Herzliche Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

A. Büschlen

Hallo,

ich möchte mich noch mit einem Bild zurück melden und damit auch eine erste Erfahrung mit dem RAW-Format.

Diese erste Erfahrung zeigt, dass es sich lohnt im RAW-Format zu arbeiten.

Kamera: Canon EOS 700D; Mikroskop: Phomi III; Objektiv Zeiss Plan Apo 25 / 0,65; Optovar 1,25;

Das Bild zeigt ein Stängelquerschnitt mit einer Blattrippe von Bartramia halleriana; kein Stapel! im CS 4 bearbeitet.

Der Querschnitt wurde am Tischmikrotom mit der Rasierklinge ( Im Klingenhalter) geschnitten. Er ist ungefärbt.



Danke für alle Hilfestellungen aus der Runde.

Gruss Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

rheinweib

#43
Zitat von: treinisch in März 09, 2015, 23:15:02 NACHMITTAGS
Hallo,

@ Heike
Zitat von: Rheinweib in März 09, 2015, 19:33:59 NACHMITTAGS
Du kannst selbstverständlich auch das unbearbeitete Raw als JPG "abspeichern", das ist problemlos möglich
und verloren geht auch nichts

vielleicht verstehe ich dich falsch, aber beim Abspeichern eines RAW als jpg geht deutlich mehr als ,,nichts" verloren.

Vor allem unterstützt fast kein Programm mehr als 8 Bit pro Kanal im JPEG, während die RAWs ja meist 12 oder sogar 14 haben.
Gerade für die Tonwertkorrektur und den Rauschfilter ist es schon hilfreich, etwas mehr Auflösung in den Farbkanälen zu haben.

Auch die Kompression ist kein Pappenstiel, Blockbildung, Quantisierung ... .Natürlich kann man jpg verlustfrei komprimiert abspeichern, aber dann ist der Vorteil gegenüber TIF o.ä. auch nicht mehr der Rede wert.

@Angie
Interessant! Also mein Helicon Focus schluckt ohne Probleme RAW-Dateien. Vielleicht ein Unterschied Mac/PC?
(Der Mac unterstützt die meisten RAW-Formate nativ vom Betriebssystem her)


Herzliche Grüße

Timm

Hallo Tim,
natürlich geht da was verloren, ich hab mich falsch ausgedrückt. Ich meinte das rein visuell. Wenn ich ein RAW neben eine JPG-Kopie lege,
sehe ich bei normaler Ansicht keinen nennenswerten Unterschied. Beim Bearbeiten sieht das natürlich völlig anders aus.

Gruß
Heike

Monsti

Hallo zusammen,

zuerst danke ich Euch allen für die vielen wertvollen Informationen!

Nun habe ich aber noch eine vielleicht dumme Frage: Spielt es wirklich eine so bedeutende Rolle, ob RAW- oder JPG-Bilder erzeugt werden, wenn ich auf meiner Homepage alle Fotos in maximaler Breite von 500 px zeige? Und muss zwangsläufig ein "schlechtes" Foto entstehen, nur weil der Ausgangspunkt der Bildbearbeitung ein JPG-Bild ist? Ich denke, es kommt doch auch sehr auf den Verwendungszweck an, z.B. als 500-px-Foto in der Galerie einer Website oder für den Druck bzw. für ein großes Format bestimmt. Sehe ich das so falsch?

Ich erinnere mich, dass es hier mal eine Bini (Sabine) gab, die trotz einfachster Ausrüstung (inkl. kompakter Digitalkamera, mit der sie durch das Okular fotografierte) hervorragende Fotos ins Forum gestellt hatte. Ganz sicher konnte sie keine RAW-Bilder erzeugen. Leider sind wohl alle Fotos von ihr gelöscht, so dass ich keinen Link liefern kann.

Und wo bleiben konkrete Tipps für die Optimierung eines vorgegebenen Bilds? Natürlich: Weißabgleich, Kontrast, Helligkeit, Farbtemperatur, Sättigung und Scharfzeichnen lassen sich mit einem Bildbearbeitungsprogramm innerhalb weniger Minuten erledigen. Das Ergebnis ist dann schon besser als ursprünglich, aber doch bei weitem noch nicht optimal. Was ist aber mit der Detailarbeit, z.B. mittels Pinsel, Stempel oder Weichzeichner? Wie ich an meinen eigenen RAW-Fotos gesehen habe, komme auch da - trotz fehlender JPG-Artefakte - nicht ohne diese aus.

Heike, wie handhabst Du es z.B.? Entstehen Deine gezeigten Fotos tatsächlich nur aufgrund o.g. automatischer Optimierungen? Das kann ich mir eigentlich aum vorstellen.

Neugierige und herzliche Grüße
Angie