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Erzanschliff

Begonnen von Bernhard Lebeda, März 16, 2015, 15:37:20 NACHMITTAGS

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Bernhard Lebeda

Liebes Forum

angeregt durch die tollen Dokus und vor allem interessanten Vortrag in Hagen von Holger Adelmann wollte ich mich auch einmal mit diesem mir bis dahin völlig fremden Thema der Erzmikroskopie befassen. Dazu hab ich von Holger vor einiger Zeit einige Erzproben erstanden, die ich versuche anzuschleifen und zu polieren. Hier möchte ich einige Impressionen der ersten Ergebnisse zeigen. Es handelt sich um eine Probe der Grube Schlänger und Eichert bei Eiserfeld im Siegerland. Zu tiefschürfenden Analysen bin ich natürlich nicht fähig, daher zitiere ich mal zur Geologie aus mineralienatlas.de

"    

Sehr artenreich: reichhaltiges "Kupferglaserz"-Vorkommen als Schnüre und Nester in Siderit, Quarz und Hämatit."


Hier zunächst die Bilder aufgenommen mit Auflichtmikroskop Vickers M75, Objektive 4x, 10x und 50x/0.95 Öl















Ich gehe hoffentlich nicht allzu fehl in der Annahme, dass die blauen Adern das Kupferglas ist? Bei den höheren Vergrößerungen erkenne ich auch rötliche Anteile in den Kanälen, dürfte das was eisenerziges sein?


Insgesamt wirklich eine spannende Geschichte auch wenn an der Qualität der Anschliffe sicher noch zu arbeiten ist.  ;)


Viele Mikrogrüße

Bernhard


Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

moräne

Ab`nd Bernhard

Was die Natur so vernetzt!
Imposante Bilder.
Ähnliches betrachte  ich zur Zeit auch, bei mir sind bei einer Art Ganggestein ähnliche Strukturen zu sehen.
Scheint auch irre viel Eisen zu sein, und wirkt teilweise Deinen Bilder sehr ähnlich.
Leider haben wir Laien nicht die Mittel um dann genaueres über die Mineralphasen zu sagen.
Aber , gut ist`s doch,  wenn man  in etwa weiß , was es sein soll.

Grüß Dich
Gerd

olaf.med

Lieber Bernhard,

Das Haupterz in Deinen Schliffen ist wohl Chalkopyrit (deutsch: Kuferkies, CuFeS2). Ist Dein "Kupferglas" evtl. Kupferglanz und es liegt ein Schreibfehler vor? Die Dinger mit den roten Innenreflexen sind wahrscheinlich Limonit, also ein Gemenge von Goethit und Lepidokrokit. Erzmineraldiagnose ist schwierig und verlangt vor allem sehr viel Übung. Es sollten aber die Fachleute hier im Forum (z.B. Udo.N) dazu mehr sagen können.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Bernhard Lebeda

Zitat von: olaf.med in März 17, 2015, 09:18:50 VORMITTAG
Lieber Bernhard,

Das Haupterz in Deinen Schliffen ist wohl Chalkopyrit (deutsch: Kuferkies, CuFeS2). Ist Dein "Kupferglas" evtl. Kupferglanz und es liegt ein Schreibfehler vor?

Moin Olaf

nun haben wir uns ja gestern schon persönlich darüber unterhalten, nur damit die zwei drei Mitleser nicht denken, ich sei so unhöflich nicht zu antworten  ;):

Schreibfehler ist es nicht, möglicherweise mal wieder so eine Trivialbezeichnung. Ich habe ja aus dem Mineralienatlas kopiert:

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Nordrhein-Westfalen/Arnsberg%2C%20Bezirk/Siegen-Wittgenstein%2C%20Kreis/Siegen/Eiserfeld/Grube%20Eisenzecher%20Zug/Grube%20Schl%E4nger%20und%20Eichert

und da steht das Kuperglaserz ja in Anführungszeichen.

Desweiteren habe ich im "Atlas of opaque and ore minerals" von Ixer Abbildungen gesehen die meinen Bildern sehr ähnelten (auch bezüglich der Paragenesen) und da wird das blaue Zeugs Covellin genannt. Auf Wikipedia fand ich dafür ebenfalls die Bezeichnung "Blaues Kupferglas"  http://de.wikipedia.org/wiki/Covellin, und deswegen habe ich das übernommen, aber Kupferindig wäre wohl korrekter? Wobei übrigens weiter unten im Artikel auch Chalkosin als Kupferglas bezeichnet wird. Möglicherweise veraltete Bezeichnungen?




Viele erzfreundliche Mikrogrüße

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

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