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Einsteiger Mikroskop

Begonnen von Linea, November 17, 2015, 07:38:02 VORMITTAG

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Linea

Ich gehöre dann wohl zu den 3,3% der Eltern die Ihre Kinder für normal halten  ;D Ich denke nicht dass sie besonders begabt sind und wüsste auch nicht warum Ihr das denkt. Ich habe nur gesagt das sie vorsichtig mit Technik umgehen, oder?

Ich bestelle einfach beides schaue mir das selber an und schicke eins zurück. Da ich keine Ahnung von der Handhabung habe wir mir das hoffentlich helfen. Zwei Wochen haben wir ja noch  ;)

LG

Peter V.

Hallo,

ich habe gerade Deine Aufzählung potenzieller mikroskopischer Obejkte gesehen: Damit allein scheidet doch schon ein Durchlichtmikroskop aus, weil es - außer für Blut - für keines dieser Objekte geeignet ist!
Klar - letztlich müsst Ihr es selbst entscheiden. Aber es sollte Dir doch zu denken geben, wenn Dir fast jeder erfahrene Mikroskopiker hier im Thread praktisch die gleiche Antwort gibt.

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Linea


Johann_M

Hallo Linea,

warum machst Du Dir nicht selbst auch ein Weignachtsgeschenk?
Hier im Forum bekommt man oft günstige Durchlichtmikroskope angeboten.

Liebe Grüße,
Johann

Dr. Jekyll

Hallo,

Zu den verschiedenen Argumenten die gegen ein Durchlichtmikroskopen und für ein Stereomikroskop angesprochen wurden könnte ich auch noch etwas beitragen. Die aufgeführten Gründe müßten aber ausreichen um sich, wenn überhaupt es in diesem Alter ein Mikroskop sein soll, für ein Stereomikroskop zu entscheiden.
Es gibt aber noch einen anderen Grund sich ein Stereomikroskop zuzulegen. Aus eigener Erfahrung mit meinen Kindern und nun mit meinen Enkeln weis ich, dass diese sich sich (gehäuft im Sommer) Splitter und Dornen einfangen. Diese zu entfernen ist oft schwierig oder nicht möglich. Mit einem Stereomikroskop und einer spitzen Uhrmacherpinzette jedoch geht die oft sogar schmerzlos. Ich selbst habe mir schon zahllose Splitter entfernt, die ich ohne mein Stereomikroskop nicht einmal hätte sehen können.
In welcher Gegend ist den euer Wohnort? Vielleicht wohnt ja ein Mikroskopiker in der Nähe und ihr könnt euch vor Ort
den Unterschied Stereomikroskop/Durchlichtmikroskopen mal ansehen.

Beste Grüße
Harald
Beste Grüße
Harald

anne

Hallo,

durch ein zu früh gekauftes Durchlichtmikroskop kann man den Kindern fürs ganze Leben den Spass am Mikroskopieren nehmen.
Insbesondere wenn man selbst nicht in der Lage ist die Kinder einzuweisen und dabei zu begleiten.

(Mutter dreier normalbegabter Kinder im Alter von 6-12 Jahren)

lg
anne

cuwohler

 ??? ??? ???

Hallo Linea,

ich kann mich meinen Vorrednern (-schreibern) ausdrücklich nicht anschließen.
Ich hatbe zu einem Geburtstag zwischen sechs und zehn Jahren, welcher weiß ich nicht mehr, ein Schülermikroskop bekommen.
Es war ein Monotubus mit Durchlicht (Spiegel -  >:(). Zudem ein paar damals übliche Präparate und 'Werkzeug'.
Ich war begeistert und habe lange und viel damit gearbeitet (gespielt). Vor ein paar Jahren, da war ich so ca. 50, habe ich
das Teil wieder hervorgeholt, weil ich etwas von Bärtierchen gelesen hatte, die ich beobachten wollte. Das war sehr erfolgreich!
Da ich mittlerweile über mehr Wissen und Mittel verfügte, habe ich mir dann ein größeres Mikroskop geholt und habe dadurch seit ein
paar Jahren wieder Freude am Mikroskopieren. Die Präpariernadel aus dem 'Werkzeug' nutze ich immer noch. Das wäre wohl nicht so
gelaufen, wenn ich damals dieses einfache Durchlichtmikroskop nicht geschenkt bekommen hätte. Ein Stereomikroskop ist ein netter Anfang,
aber die Mikroskopie mit einem Mono- oder Binomikroskop mit seinen hohen Vergrößerungen ist mindestens ebenso schön - je nach Anwendungsgebiet.
Blut und Teichwasser sind sehr gut im Bino-Mikroskop zu beobachten, Blüten und Insekten sind eher was für ein Stereomikroskop.

Viele Grüße
Cai-Uso
http://www.sandphoto.de
Viele Grüße
Cai-Uso
mail@cuwohler.de

Robert Götz


Mit 10 Jahren bekam ich mein erstes Mikroskop (auch zu Weihnachten). Es war von Neckermann und hatte "1200fache"
Vergrößerung (mit Zoom-Okular 10x - 20x). Die optische Leistung war aus meiner heutigen Sicht miserabel, trotzdem
hatte ich viel Freude daran und habe mich immer wieder damit beschäftigt, bis ich dann mit 14 ein richtiges Mikroskop
bekam (von Hertel und Reuss).
Wichtig ist m.E., dass auch ein für Kinder verständliches Anleitungsbuch dazugegeben wird.
Die in diesem thread vorgeschlagene Vergrößerung von 10x ist viel zu gering! Dafür reicht auch eine Einschlaglupe.
Ich habe selbst keine Kinder, glaube aber, dass bei einem Weihnachtsgeschenk schon das Auspacken einen Teil der
Freude darstellt. Über ein neues Mikroskop freuen sich die Kinder wahrscheinlich mehr, als über ein gebrauchtes Zeiss,
das schon 40 Jahre auf dem Buckel hat. Auch wenn das technisch viel besser wäre. Lieber später auf ein leistungsfähigeres
und ausbaufähiges umsteigen.
Wenn es aber ein gebrauchtes sein soll, dann würde ich ein Labormikroskop von Nikon oder Olympus vorschlagen,
die bekommt man schon sehr günstig, allerdings mit deutlichen Gebrauchsspuren, weil es eben Routinemikrokope
für den Alltag waren.
Von  Leitz rate ich ab, da gibt es zu viele Inkompatibilitäten (zweierlei Tubuslängen, zwei verschiedene Abgleichlängen)
außerdem war bei Leitz die Beleuchtung oft ein sehr raumfordernder Anbau hinten am Gerät.

Gruß
Robert

Peter V.

Hallo,

Cai Uso, Du schreibst etwas von "zwischen sechs und zehn", Robert schreibt defintiv von zehn. Zwischen 6 und 10 liegt aber ein gewltiger Unterschied!!! Ich deke  auch, dass Cai Uso das Mikroskop eher Richtung 10 als 6 bekommen hat. Ich bin mir sicher, dass ein Durchlichtmikroskop für Sechsjöhrige micht geeignet ist, aber das wurde ja nun schon mehrfach erwähnt.
Das ggf. . zu kaufende Stereomikroskop sollte natürlich nicht nur eine zehnfache Vergrösserung haben!!

Herzliche Grüsse
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Dr. Jekyll

Hallo Cai-Uso,

Du schreibst du hättest zwischen sechs und zehn Jahren ein Schülermikroskop bekommen. Zehnjährige können durchaus schon mit einem Durchlichtmikroskopen hantieren, Sechsjährige wohl eher nicht. Hier muß man wohl etwas differenzierter herangehen!

Hallo Robert,

Du rätst von Leitz-Geräten ab wegen z. B. unterschiedlichen Abgleichlängen der Objektive. Das findest Du bei Olympus auch! Die 160iger Leitz-Objektive betreibe ich ohne Probleme an den Leitz Mikroskopen mit 170mm Tubuslänge und umgekehrt. Darüber hinaus sind gerade die gebrauchten Mikroskope von Nikon und Olympus im Verhältnis zu Leitz oder Zeiss recht teuer. Und auch bei Leitz gibt es Modelle mit im Fuß eingebauter Beleuchtung.
Die großen externen Lampenhäuser sind bei Leitz vorwiegend bei den großen Forschungsmikroskopen wie Orthoplan und Ortholux II anzutreffen. Zum Einstieg sind diese aber wohl zu überdimensioniert.

Beste Grüße
Harald
Beste Grüße
Harald

Lupus

Hallo,

ganz kann ich die geradezu ideologische Diskussion zwischen Stereomikroskop- und Durchlichtmikroskopanhänger nicht nachvollziehen. Wesentlich sind in dem Alter geringe einstellbare Vergrößerungen, daher drängen sich Stereomikroskope scheinbar geradezu auf. Aber auch mit einem Durchlichtmikroskop mit z.B. 3x und 10x Objektiv kann man gut Auflichtobjekte beobachten, und ein monokulares Mikroskop (das dann zwangsläufig ein "Durchlichtmikroskop" ist) ist für 6-jährige meiner Meinung nach leichter benutzbar als ein Stereomikroskop. Mittlerweile gibt es solche Schülermikroskope chinesischen Ursprungs auch zusätzlich mit Auflichtbeleuchtung genau für diese kombinierte Verwendbarkeit. Dass die qualitativ nicht an ein gutes Markenmikroskop mit gleichem Preis herankommen ist klar, darum sollte es auch nicht eines in der Preisklasse unter 200 € sein.
Aber Weihnachten ist auch schon in 2 Wochen, und die regelmäßige Diskussion über Vorteile und Ausbaubarkeit gebrauchter Leitz oder Zeiss oder sogar über Abgleich- und Tubuslängen bringt daher relativ wenig. ;)

Hubert

Piper

Hallo Linna,

ohne die Argumente meiner Vorredner in Frage stellen zu wollen, möchte ich Dir rein subjektiv und persönlich antworten, dass auch mit einem Durchlicht-Mikroskop der Einstieg in den Mikrokosmos bei Kindern funktionieren kann, wenn sie die etwas "kompliziertere" Handhabung nicht abschreckt.

Ich hatte mir als Kind schon immer ein Mikroskop gewünscht, und zwar eines, mit dem ich Dinge sehen konnte, die ich mit dem unbewaffneten Auge NICHT sah. Es ging mir als Kind also nicht darum, irgendein kleines Objekt, das ich ohnehin sehen konnte, deutlicher zu erkennen, sondern ich wollte als Kind etwas "Unsichtbares" sichtbar machen. Das war viel spannender. Mit 7 Jahren bekam ich durch einen glücklichen Zufall ein altes Mikroskop aus den 30er Jahren geschenkt, mit schwarzem Gusseisenfuß und Messingtubus, drei einfachen Objektiven 2x, 10x und 40x, einem 8 oder 10-fachen Okular, separatem Grob- und Feintrieb, Spiegel und Hellfeldkondensor mit Irisblende. Damit habe ich dann Heuaufgüsse betrachtet oder grünes Wasser. So find es bei mir an.

Mein Sohn (genetisch ähnlich) wünschte sich mit 5 Jahren und 9 Monaten ein Mikrokop. ohne dass ich ihn darauf gebracht hätte, und mit 6 Jahren (zum Geburtstag) hatte er ein Leitz HM-Lux 3, aber mit einführbaren Schiebern in den Kondensor für Dunkelfeld und Phasenkontrast. Habe ihm dann an das HM-Lux 3 neben einem Lupenobjektiv Phasenkontrastobjektive "geklebt", die man ja auch für Hell- und Dunfelfeld verwenden kann. Damit hat er dann das "Leben" im Wassertropfen aus eigenem Antrieb und Interesse stundenlang untersucht, Salzkrebschen gezüchtet (Kosmos Salzkrebschenfarm) und geschaut, wie die Larven immer größer wurden und sich in der Form veränderten, Algen aus dem Aquarium mit Glockentierchen dran  usw. Sehr rasch hat er die ungefärbten Kleinlebewesen mit Dunkelfeld oder Phasenkontrast betrachten gelernt; denn man brauchte ja nur den passenden, mit einer Nummer versehenen Schieber in den Kondensor einzuführen und schon konnte man "mehr sehen". Diese Realisation ist zwar technisch simplifiziert, auch hat man an dem HM-Lux 3 keine Köhlersche Beleuchtung, aber für den spielerischen Einstieg hat dieser Weg gut funktioniert.

Ein Stereomíkroskop habe ich ihm zusätzlich gekauft (Technival, gebraucht von Zeiss Jena), das hat meinen Sohn aber nur "nebenbei" interessiert, das Lichtmikroskop war für ihn immer interessanter.

Sicherlich gibt es auch Kinder, bei denen sich das Verhältnis der Interessenverteilung für Stereo- und Lichtmikroskop genau umgekehrt verhalten würde.

Also mein Rat: Frage Deine Töchterchen doch mal, warum sich sich ein Mikroskop wünschen und was sie damit betrachten wollen. Und, ganz wichtig, egal, was gekauft wird: Du wirst oft hören: "Mama, guck Dir das mal an!" - und dann ist zum Motivationserhalt ganz wichtig, dass die Mama auch guckt und erklärt, das Kind auf seiner Reise begleitet.

Ganz liebe Grüße

Jörg

A. Büschlen

Danke Jörg, das hast du sehr schön geschrieben!

Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Herbert Dietrich

Hallo Jörg,

Du sprichst mir aus der Seele!
Leider habe ich als Kind kein Mikroskop geschenkt bekommen, darum habe ich mir ein Kosmos Selbstbau-Mikroskop gebaut und auch
ein Selbstbau-Fernrohr. Einfach weil ich Dinge sehen wollte die sonst verborgen sind. Meine Blechspielzeuge habe ich alle demontiert,
um zu sehen wie sie funktionieren, solange bis die kleinen Blechzungen abbrachen und ein Zusammenbau nicht mehr möglich war..
Diese Neugierde hat sich bis heute erhalten.

Ich denke, jeder Mensch ist verschieden und gerade in der Kindheit ist die Neugierde am größten. Natürlich müssen (sollen) die Eltern
6jährige am Mikroskop begleiten, bis die kleinen Experten die Erwachsenen in die Tasche stecken.

Auf unserer Sternwarte hielt ich vor Zweitklässlern eine kleine Einführung über unsere Sonne, da erklärte so ein kleiner Mann astrein die
Fusion von Wasserstoff zu Helium. soviel zur Überforderung von Kindern.

Herzliche Grüße
Herbert

liftboy

Hallo Herbert,

da sind wir wohl Seelenverwandte :-)
Genau! Die verdammten Blechzungen; wenn man alles wieder zusammenbauen wollte (man war ja gutwillig) sind die Dinger abgebrochen.
Wenn ich mich noch recht erinnere hatte ich da ein Schiff (schwimmfähig, zum Aufziehen), einen Hüpfefrosch und ein Motorrad mit Beiwagen. Hat mein technisches Verständnis aber gefördert ;-)
Mikroskopmäßig hatte ich mit 8 Jahren ein Winzmikroskop japanischer Herkunft von Karstadt bekommen; da hab ich einfach alles druntergelegt. Objektivmäßig waren das wohl "Chromate", weil alles so schöne bunte Ränder hatte. Ein baugleiches habe ich dann in der Bucht ergattert; steht jetzt bei mir in der Vitrine.

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr