Historische Mikroskope, Bücher, Päparate - neues Kulturschutzgesetz

Begonnen von Michael L., November 22, 2015, 08:50:37 VORMITTAG

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Oecoprotonucli

#30
Lieber Jürgen,

Danke, ich bin jetzt zufrieden und hatte auch von der EG-Verordnung (oder was auch immer) gelesen - aber wie ich schon versuchte, Hubert zu erkären, kann man doch nicht bei jedem Gespräch eine ausführliche Recherche aus verschiedenen Quellen verlangen - jedenfalls sollten die betroffenen Politiker, die ja oft Juristen sind, wenigstens mit solchen konkreten und direkten Informationen dienen, statt um den heißen Brei zu reden. Dann würden sie sich vielleicht auch so manche Petition ersparen... ...ein Schelm, wer jetzt denkt, dass die absichtlich so kryptisch diskutieren.

Viele Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Oecoprotonucli

#31
Damit wenigstens wir wissen, worüber wir reden, stelle ich mal den besagten Auszug ein:

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/BKM/2015/2015-11-04-novelle-kulturgutschutzgesetz.pdf?__blob=publicationFile&v=4
2015-11-04-novelle-kulturgutschutzgesetz.pdf, Seite 102:



Was die Oldtimer betrifft: Es sind doch auch Verkehrsmittel erwähnt...

Viele Grüße

Sebastian
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Oecoprotonucli

Zitat von: liftboy in November 23, 2015, 12:25:16 NACHMITTAGS
Für die ordentliche Konservierung wäre dann nämlich der Besitzer zuständig, der da aber nicht ran darf.

Da gab es doch mal auf Arte neulich so eine Reportage über einen T-Rex, der in den USA von Privat-Paläontologen ausgegraben und präpariert wurde. Der eine saß sogar im Gefängnis, obwohl er (zumindest nach Aussagen seiner Befürworter) wesentlich besser für das einmalige Fossil gesorgt hatte als die staatlichen Stellen.

Wir sind hier nicht in den USA, aber irgendwie erinnert mich Wolfgangs Beispiel jetzt daran...

Viele Grüße

Sebastian
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Lupus

Hallo Sebastian,

ZitatIch denke, dass viel vom Wissen der Menschheit durch Recherche im Internet herauszufinden ist, man muss es nur finden.
ich kann das nicht ganz verstehen, ich habs ja kurz erklärt. Und googeln geht doch immer.  ???
Machen wir es mal gemeinsam: Gehe auf die Seite www.bundesregierung.de, dann suchst du dort in der Suchmaske unter Kulturgutschutzgesetz (unter "Aktuelles" kannst Du auch direkter zu "Gesetztesvorhaben" gelangen) und kommst auf die Themenseite Kulturgutschutz. Da kannst Du gut verständlich vieles nachlesen.
Den Entwurf von über 40 Seiten muss man nicht durchlesen, am Inhaltsverzeichnis kannst Du doch sofort erkennen, welche Themen jeweils angesprochen sind. Und man muss die 100 Seiten Erläuterung auch nicht durchlesen sondern nur das, was zum jeweiligen interessanten Paragraphen steht. Wirklich eine Sache von wenigen Minuten. Dass es nicht ganz leichte Kost ist ist richtig. Aber es wäre wohl etwas übertrieben, ein komplexes Gesetzgebungsverfahren für Jedermann jeweils auf Bildzeitungsniveau aufzubereiten.

Hubert

TPL

#34
Zitat von: Oecoprotonucli in November 23, 2015, 12:43:26 NACHMITTAGS(...) jedenfalls sollten die betroffenen Politiker, die ja oft Juristen sind, wenigstens mit solchen konkreten und direkten Informationen dienen, statt um den heißen Brei zu reden. Dann würden sie sich vielleicht auch so manche Petition ersparen (...)

Hallo Sebastian,

das Petitionsrecht ist - als hohes demokratisches Gut - Bestandteil des Grundgesetzes und Petitionen sind alltägliches Geschäft des zuständigen Ausschusses und der eingebundenen Ressorts. Aus Letzteren weiß ich, dass man sich über eine ähnlich "dünne" Petition geradezu freuen würde. Nicht immer ist es schließlich so einfach, die vorgebrachten Vorbehalte so leicht entkräften zu können. Hier genügt ja bereits der Verweis auf öffentlich verfügbare Informationen zu Inhalt und Stand des Gesetzgebungsverfahrens.

Insofern kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand aus dem Kreise der Gescholtenen, zumal mitten in einem komplexen Verhandlungsprozess, nicht inkauf nehmen würde, dass es immer Leute geben wird, denen die Recherche und sachliche Prüfung der vermeintlichen Ursachen ihrer aktuellen, heiß geliebten "Aufreger" zu viel ist. Du wirst bei jeder noch so gut gemeinten (und i.a. auch gemachten) Sache dieser Komplexität zwei, drei Menschen finden, die darin den Untergang des Abendlandes wittern und das mit phantasievollen Ausschmückungen und ein paar Beispielen aus "Übersee" in die Öffentlichkeit posaunen. Kost' ja nix!

Viele Grüße
Thomas

Jürgen H.

ZitatWas die Oldtimer betrifft: Es sind doch auch Verkehrsmittel erwähnt...

Ja Alter 150 Jahre....

Lupus

Hallo Sebastian,

noch eine Ergänzung: Die von Dir kopierte Tabelle macht natürlich nur Sinn, wenn man auch den dazugehörigen Gesetzes- und Begründungstext liest. Das ist ja gerade das Problem, dass sich viele nur oberflächlich mit solchen Themen beschäftigen wollen und dadurch jedem Kritiker ungeprüft auf den Leim gehen.

@Jürgen:
Immerhin gab es schon in der ersten Hälfte des 19.Jh. das erste Elektrofahrzeug und Fahrzeuge mit Dampfantrieb ;) Aber ich denke, das wäre dann wirklich ein zu schützendes Kulturgut....

Hubert

Oecoprotonucli

Hallo zusammen,

also gut, ich denke vorwiegend problematisch könnten Dinge werden, bei denen Interpretationsspielraum bei der Zuordnung und Erkennung besteht (und so etwas ggf. durch Inkompetenz auf beiden Seiten verstärkt zu Streitigkeiten führt) und eben die "Kleinigkeiten" ab 0 Euro Wertgrenze. Bei Münzen z.B. (einem verbreiteten Hobby) ist es auch sehr leicht und verbreitet, die betreffenden Altersgrenzen zu überschreiten. Und die Fossiliensammler scheinen auch ein Problem zu haben.

Falls nicht: MICH wird es wahrscheinlich nicht treffen, ich kann der Sache also persönlich doch recht entspannt entgegensehen. Aber das ist ja egoistisch.

Viele Grüße  8)

Sebastian
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Jürgen H.

Zu der von mir als schwammig empfundenen Gesetzeskritik auch einmal eine vielleicht ebenso schwammige ungefähre Rückäußerung: Bei solchen Diskussionen habe ich immer das "Gefühl"  , aus einer als notwenig empfundenen Staatskritik lassen sich wohlmeinende Leute vor der Karren von Interessengruppen spannen, die lieber nicht selbst in Erscheinung treten, da genau auf diese der Gesetzestext zielt. Hemmungslose Geldmacher, denen schittegal ist, ob erhaltens- und schützenswerte Kunstgüter  den Bach runter gehen oder in Sammlungen Privater Sammler auf Nimmerwiedersehen verschwinden, Hauptsache sie haben Kasse gemacht.

Hinzu kommt das Hobbyraubgräbertum:

"Die Himmelsscheibe wurde von Henry Westphal und Mario Renner, zwei Raubgräbern, entdeckt, die sie zunächst für das Mittelteil eines Schildes hielten. Die illegal agierenden Sondengänger arbeiteten dabei mit einem Metalldetektor.[11]

Schon einen Tag nach der Ausgrabung der Gegenstände erhielten Westphal und Renner 31.000 DM von einem Kölner Händler für den gesamten Hortfund. Über Mittelsmänner sollte der Fund 1999 in Berlin, später auch in München für eine Million DM verkauft werden

Durch die unsachgemäße Ausgrabung wurde die Himmelsscheibe teilweise beschädigt. Im oberen linken Bereich wurde eine Kerbe geschlagen, wodurch sich auch einer der Sterne ablöste, aus dem Vollmond wurde ein Teil des Goldes herausgerissen. Durch die lange Lagerung im Erdreich war die gesamte Scheibe stark korrodiert, auch auf den Goldblechen hafteten – vermutlich durch galvanische Effekte – Korrosionen, die sich mechanisch nicht gefahrlos entfernen ließen.

Der erste Hehler hatte bereits versucht, die Scheibe durch Einweichen in Seifenlauge und anschließenden Gebrauch von Zahnbürste und Stahlwolle zu reinigen, wodurch die Oberfläche der Goldapplikationen zerkratzt wurde."

Zitat aus Wiki.

Wenn ich nicht will, dass hier in der BRD solches passiert und die Dinge dann ins Ausland verscherbelt werden, muss ich im Gegenzuge auch akzeptieren, dass das Ausland ebenfalls an dem Schutz ihres Kulturgutes interessiert ist.  Das gilt für Deutschland um so mehr, als wir hier sehr einschlägige Erfahrungen mit Raubkunst insbesondere aus unrühmlicher Zeit haben.


Schöne Grüße

Jürgen

Michael L.

Darum geht es doch in der Kritik an dem Entwurf gar nicht, ich finde diese Polemik ist banal und nicht hilfreich in der Diskussion.

Gruß

Michael

Oecoprotonucli

Zitat von: Jürgen H. in November 23, 2015, 16:21:46 NACHMITTAGS
Bei solchen Diskussionen habe ich immer das "Gefühl"  , aus einer als notwenig empfundenen Staatskritik lassen sich wohlmeinende Leute vor der Karren von Interessengruppen spannen,...

Hallo Jürgen,

bei PEGIDA z.B. scheint mir das Schema ähnlich zu sein, nur extremer und dümmer und aus einer allgemeinen Politik- und Presseverdrossenheit heraus.

---
An Michael:
Hallo Michael,

dann konkretisiere doch mal Deine Bedenken. Denn vieles, was ich auf den Kritikerseiten gelesen habe, erscheint mir jetzt, nach genauerem Nachlesen und der Diskussion hier, als gegenstandslos.

Bei den "größeren" Zielen scheinen wir uns ja alle einig zu sein. Wenn man das allerdings konsequent auf alle und auch auf Staaten und das Ausland übertragen würde, müsste man so einiges zurückgeben und hier in Berlin könnten so einige Museen dicht machen. Ich sach's mal wie Otto: "Ägypten?"

Viele Grüße

Sebastian
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Oecoprotonucli

Übrigens fand ich das Beispiel der Himmelsscheibe auch schon immer spektakulär und es tut weh, wenn man sich vorstellt, wie die Raubgräber da hineingehackt haben. Andererseits würde die Scheibe ohne diese "Kriminellen" vielleicht seelig weiter unter der Erde verrotten?
Gruß, S.
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Jürgen H.

Lieber Michael, bitte verzeih, aber genau darum geht es: Kulturgüter zu schützen. Vor skrupelloser Geschäftemacherei mit Dingen, die zur Kultur eines bestimmten Landes gehören und deshalb im Land bleiben sollen.

Ich habe von Dir noch keine einzigen zielführenden Beitrag zu der von Dir angesprochenen Problematik gelesen. Aus diesem ergäbe sich nämlich konkret und nicht nur in Leerformeln und Verweisen auf eine Internetseite, was denn an dem Gesetz so schlimm sein soll.  Du schreibst höchst allgemein etwas zu angeblichen bösen Folgen, die sich aus dem Gesetz ergeben sollen. Zum Beispiel in Deinem Beitrag  Nr. 15 Auf meine konkrete Frage hin, wo das denn im Gesetz stehe, habe ich keine Antwort erhalten. Das finde ich nicht "hilfreich"

Nichts für Ungut und schönen Gruß

Jürgen

Gerd Schmahl

Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Oecoprotonucli

Danke, Gerd.

Ich denke, es gibt nichts zu verlieren, wenn man die Petition unterschreibt, aber wenn man sie nicht unterschreibt, schon.

Viele Grüße

Sebastian
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