Ich habe nachgedacht (oha)

Begonnen von rheinweib, Mai 03, 2016, 15:26:48 NACHMITTAGS

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rheinweib

Hallo Chris,
wenn ich das jetzt richtig verstehe, dann "ersetzt" das Relais das Auge, sozusagen,
und das ist genau das, was ein, leider zu früh verstorbenes, Mitglied des Forums
und ein guter Freund von mir, auch als Erklärung parat hatte, als ich ihn nach dem
Sinn einer Relaisoptik gefragt hatte.

Ich mache morgen, bzw. heute (is ja schon heute...) eine kleine Serie am Standard.

1. Direktprojektion (also, das, was ich darunter verstehe...)Mik-Objektiv -> Sensor
2. Mik-Objektiv ->Okular -> Sensor
3. Mik-Objektiv -> Relais -> Sensor (wird nicht funktionieren)
4. Mik-Objektiv -> Okular -> Relaisoptik (35mm Nikkor, passend für den APS-C-Sensor) ->Sensor

LG
Heike

Peter V.

#16
Liebe Heike,

ZitatWenn ich nicht fotografiere, sondern nur gucken will, dann gucke ich ja auch nicht
durch die Hinterlinse eines 35mm Weitwinkel (z.Bsp.), sondern direkt durchs Okular.

Das ist richtig, aaaaaber: Besteht denn Dein Auge nur aus einem Sensor (= Retina)?  ;) Ich vermute, dass auch Deine Augen noch ein paar "optische Elemente" davor haben (Hornhaut, Linse, Glaskörper = Objektiv. Ja, sogar eine Blende hat dieses "Objektiv", nämlich unsere Iris). Wenn Du also mit Deinem Auge durch das Okular schaust, entspricht das doch keineswegs einer Projektion des Okularbildes direkt auf Deinen "Retina-Sensor".

Natürlich kann man auch nach der bekannten Regel "Ein Bild gibts immer" das Okularbild direkt auf den Chip projizieren, das wird aber (vermutlich, ich müsste das mal ausprobieren) zu einem zu kleinen Bildausschnitt führen ("Nachvegrößerung") und geht auch ziemlich sicher nicht ohne Umfokussieren. Damit meine ich, Du wirst wohl ein solches direkt auf den Sensor projiziertes Okularbild nicht parfokal zum Blick durch die Okulare bekommen.

Das alles spielt bei Deinen "Pröbleltürmchen" und deiner speziellen Anwendung wohl keine Rolle, bei einer stinknormalen Adaption an ein normales Mikroskop, bei dem man durch das Okular blickt und parfokal eine Kamera anschließen möchte, dürfte das alles nicht funktionieren.
Ich gebe aber zu, es noch nie ausprobiert zu haben. Aber Das kannst Du ja mal machen, wenn Du Lust hast. Du hast doch alles, was Du brauchst. Stell also doch mal für Deine Augen ein Präparat unter einem normalen Mikroskop scharf und versuch dann, ob Du mit einer DSLR ohne Optik irgendwo ein vernünftiges Bild durch das Okular "auffangen" kannst.  Ein Stativ, mit dem Du die Kamera in verschiedene Entfernungen zu Okular bringen kannst, hast Du doch vermutlich. Es würde mich auch mal interessieren, was dabei herauskommt.

Herzliche Grüße
Peter



Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

JB

Hallo Heike,

Zitat von: Rheinweib in Mai 04, 2016, 01:59:39 VORMITTAG
Zitat von: JB in Mai 03, 2016, 19:23:56 NACHMITTAGS

1) Direkte Projektion des Zwischenbildes auf den Sensor.

- dabei platziert man das Objektiv im Zwischenbildabstand des Objektivs vom Sensor entfernt....


Hallo Jon, also das verstehe ich jetzt mal überhaupt nicht. Direkte Projektion ist doch genau das,
was ich im Auflicht mache....Objektiv...Luft....Sensor, das ist doch die direkte Projektion, oder nicht?

Genau, das ist direkte Projektion. Ein 160 mm-Mikroskopobjektiv erzeugt ein Zwischenbild (mit einem brauchbaren Durchmesser von 10-30 mm) im Abstand von ca. 150 mm, das man direkt auf einen Sensor projezieren kann.

Zitat von: Rheinweib in Mai 04, 2016, 01:59:39 VORMITTAG
Und es erschließt sich mir immer noch nicht wirklich, wozu man ein stinknormales Fotoobjektiv vor ein
Okular schnallen sollte. Wenn ich nicht fotografiere, sondern nur gucken will, dann gucke ich ja auch nicht
durch die Hinterlinse eines 35mm Weitwinkel (z.Bsp.), sondern direkt durchs Okular. Wozu dieses Relay/Relais??

Das Okular erzeugt ein Bild im Unendlichen. Das Kameraobjektiv (auf unendlich fokussiert) "holt das Bild ab" und wirft es auf den Sensor. Das Kameraobjektiv uebernimmt damit die gleiche Funktion wie das menschliche Auge.

Beste Gruesse,

Jon

smashIt

#18
Zitat von: Rheinweib in Mai 04, 2016, 03:01:35 VORMITTAG
Hallo Chris,
wenn ich das jetzt richtig verstehe, dann "ersetzt" das Relais das Auge, sozusagen,

relay-optik und kamera gemeinsam erstzen das auge
du hast in deinem auge ja auch den sensor integriert ;)

Zitat von: Rheinweib in Mai 04, 2016, 03:01:35 VORMITTAG
1. Direktprojektion (also, das, was ich darunter verstehe...)Mik-Objektiv -> Sensor
2. Mik-Objektiv ->Okular -> Sensor
3. Mik-Objektiv -> Relais -> Sensor (wird nicht funktionieren)
4. Mik-Objektiv -> Okular -> Relaisoptik (35mm Nikkor, passend für den APS-C-Sensor) ->Sensor

ein bild wirst du mit nahezu allen varianten bekommen
jemehr du aber vom vorgesehenem strahlengang abweichst umso schlechter wird das bild
MfG,
Chris

Bildung ist das was uns vom Tier unterscheidet.

Funtech.org

rheinweib

#19
"ein bild wirst du mit nahezu allen varianten bekommen"

So ist das wohl.....fast.


Plan 10/0,22 160/- -> direkt auf den Sensor



Plan 10/0,22 160/- -> Okular (KPL W 10x/20 Brille) -> Sensor


Versuch 3, Objektiv -> Relais -> Sensor ergab, wie erwartet, nur einen hellen Fleck in der Bildmitte.



Plan 10/0,22 160/- -> Okular -> Relais (50mm Tessar) -> Sensor


OK, das war jetzt auch für mich selber verständlich  ;D

LG
Heike

Osilu

Neben dem sonstigen Erkenntnisgewinn, ein sehr schönes Präparat...was ist das denn?

vg
Oliver
Mikroskopie-Neuling und Optik-Freak

Für das Kleine: Zeiss Jena Lumiplan; Will Wetzlar BX-300, Leitz Stativ H
Für das Große: MEADE LX200-GPS 7" Maksutov-Cassegrain
Für das Normale: Canon 5D MKII, 50D, 70D
Für das Ferne:  Minox BD 10x58 BR ED, Nikon 10x50 Compass

rheinweib

Hallo Oliver,
das ist ein Schnitt von Jörg Weiss (Fahrenheit) und zeigt Strauch-Dornlattich, Launaea arborescens

LG
Heike

Osilu

Danke!

Du hast übrigens auch eine sehr schöne HP...besonders fasziniert mich aus irgendeinem Grund die Becherflechte. Darf ich fragen, wie Du das fotografierst? Mit einer Stereolupe?

VG
Oliver
Mikroskopie-Neuling und Optik-Freak

Für das Kleine: Zeiss Jena Lumiplan; Will Wetzlar BX-300, Leitz Stativ H
Für das Große: MEADE LX200-GPS 7" Maksutov-Cassegrain
Für das Normale: Canon 5D MKII, 50D, 70D
Für das Ferne:  Minox BD 10x58 BR ED, Nikon 10x50 Compass

rheinweib

Die Aufnahme ist schon was älter, die habe ich mit einem Lomo Biolam,
und einem 3,2er CZJ Semiplan gemacht - ohne Okular.
Als Beleuchtung dienten 4 Jansös und ein zurechtgeschnittener Einwegtrinkbecher
als Diffusor.
An der Methode hat sich im Prinzip bis heute nichts geändert, außer, das ich die
warmweissen Jansjös durch 4 LEDs (5500 Kelvin) getauscht habe. Eine davon
hat eine Lichtleistung von 100 Watt. Da geht die Sonne auf  ;D

LG
Heike

carypt

Wird denn kondensor- oder sonstwie-behandeltes Seitenlicht ein besseres Bild erzeugen ?

rheinweib

Zitat von: carypt in Mai 04, 2016, 19:04:30 NACHMITTAGS
Wird denn kondensor- oder sonstwie-behandeltes Seitenlicht ein besseres Bild erzeugen ?

Ich hab nicht den leisesten Schimmer, was "kondensorbehandeltes Seitenlicht" ist, sorry.....
Das Seitenlicht wird nicht "sonstwie behandelt", sondern nur eingeschaltet.

carypt

#26
Nun ja , unter das Mikroskop legst du nicht einfach eine Lampe (Durchlicht), sondern mit Kondensor dazwischen . Der funktioniert wie ein Objektiv und gibt dem Licht eine Richtung . Fraglich ist doch wieso das Präparat im Seitenlicht so diffus abbildet . Normalerweise nimmst du ja zerstreuende Mattscheiben (Tischtennisbälle oder Trinkbecher) vor den Lampen um das zu umgehen .

rheinweib

 ???

Meine Beispielbilder sind an einem normalen Standard gemacht worden, ich habe
nirgendwo geschrieben, das ich das Objekt seitlich beleuchtet hätte. Wo hast du
diese seltsame Info her?

carypt

im neunten Beitrag steht etwas vom Seitenlicht , aber ok , dann habe ich das falsch gelesen , entschuldige bitte .

rheinweib

Ja, das hast Du völlig falsch verstanden. Das bezog sich auf mein Auflichtmik, da
kommt das Licht von 4 Seiten.
Ich hatte den Trino mit Relais usw. zu Testzwecken an mein Auflichtmik gesetzt
und DA wurde die Qualität schlechter, als am normalen Standard im Durchlicht.

Das meinte Johannes mit "evtl. Streulicht", weil das schräge Licht ja durch ziemlich
viel Glas muss, bis es am Sensor ankommt. Normalerweise mache ich meine
Auflichtbilder ja immer ohne irgend ein Glas dazwischen. Und die Bildqualität ist
am Standard im Durchlicht deutlich besser.

Inzwischen habe ich eine starke Vermutung, wieso der voll bestückte Trino am Auflichtmik
die schlechtere Qualität liefert. Das Ding ist zu lang (290mm). Ich fasse mir grade selber
an den Kopf.........