Meridion circulare (?) aus dem Main

Begonnen von RainerTeubner, Januar 26, 2017, 18:22:56 NACHMITTAGS

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RainerTeubner

Hallo,

heute zeige ich lebende Diatomeen aus dem Main. (Wassertemperatur 2 Grad Celsius, leichter Eisgang) Im Tümplerforum gab es kürzlich eine Diskussion über die Art der Diatomee. (http://www.mikro-tuemplerforum.at/viewtopic.php?f=25&t=533&hilit=Meridion) Die Frage blieb noch offen. Bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich erst mal von der Zuordnung Meridion circulare aus.



Dunkelfeldaufnahme, das Dunkelfeld wurde mit der Blende für die schiefe Beleuchtung improvisiert. Objektiv: 10x Achromat



Aufnahme mit Phasenkontrast, Objektiv 25x GF-Planachromat, Phv. Man kann die Strukturen innerhalb der Gallertstiele erkennen.



Bei dieser Aufnahme wurde auf die Schalen der Diatomeen belichtet, deshalb sind die Gallertstiele überbelichtet. Objektiv: 25x GF-PlanApochromat.

Da ich die Probe verwenden werde, um die Diatomeenschalen zu präparieren, kann man vielleicht die fragliche Art dann besser erkennen.

Viel Spaß beim Betrachten!

Rainer

Mikroskop: Carl Zeiss Standard Universal
Bildbearbeitung: Gimp, Helicon focus und picolay
Kamera: Canon EOS 5D II

Tausendblatt

Hallo,

hmm, wenn die Gallertstiele nicht wären...
Bei Meridion circulare habe ich nie welche gesehen.
Auf jeden Fall interessante Bilder.

Viele Grüße
Jens

RainerTeubner

Hallo Jens,

ich habe einen Teil der Probe oxidiert (Schwefelsäure/Kaliumpermanganat), um die Schalen der vorhandenen Diatomeen zu erhalten. Wenn in der Probe Meridion circulare enthalten ist, sollten die charakteristischen Schalen zu finden sein.

Viele Grüße

Rainer
Mikroskop: Carl Zeiss Standard Universal
Bildbearbeitung: Gimp, Helicon focus und picolay
Kamera: Canon EOS 5D II

Bernhard Lebeda

Zitat von: Tausendblatt in Januar 28, 2017, 23:21:35 NACHMITTAGS
Hallo,

hmm, wenn die Gallertstiele nicht wären...
Bei Meridion circulare habe ich nie welche gesehen.


Das sehe ich auch so. Ohne Experte zu sein würde ich Meridion ausschliessen. Eher Richtung Gomphonema...

Viele Mikrogrüße

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

RainerTeubner

Hallo Bernd, hallo Jens,

ich hab jetzt einige Schalenpräparate durchgesehen - und habe keine Meridion-Schalen entdecken können.

Dafür aber einíge Gomphonema-Schalen.

Es ist also sehr gut möglich, daß eure Zweifel berechtigt sind und daß das Lebendpräparat eine Gomphonema-Art zeigt. Ich werd versuchen, die Art anhand der Schalen genauer zu bestimmen.

Viele Grüße

Rainer
Mikroskop: Carl Zeiss Standard Universal
Bildbearbeitung: Gimp, Helicon focus und picolay
Kamera: Canon EOS 5D II

A. Büschlen

Guten Abend,

ich kenne mich bei Meridion circulare nicht aus, aber dazu einen Beitrag von Martin Kreutz: http://www.mikro-tuemplerforum.at/viewtopic.php?f=25&t=533&sid=f515272f4b26207151f24d36a7668000

Gruss Arnold Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Bernhard Lebeda

#6
Danke Arnold

so ein zeitnaher Beitrag zum selben Thema ist ja ein doller Zufall!

Wenn Martin schreibt:
ZitatIch habe auf der Zuordung dieser Diatomee jahrelang immer wieder mal rumgekaut und auch Experten angeschrieben. Außerdem war sie auch schonmal im "alten" Mikroskopie Forum zu sehen. Keiner konnte mir konkrete Auskunft dazu geben

sowie

ZitatWenn es Gomphonema ist, dann müsste es einer Art dieser Gatttung sein, die sich über die Schalenseite verbindet zu diesen fächerförmigen Strukturen! Und obwohl ich wahrlich hier nicht der Experte bin, kommt mir da keine Art in den Sinn!

und Bernd folgendes:

ZitatM. circulare kann deshalb aus morphologischen Gründen keine Gallerte am schmalen Hinterende ausscheiden und keine Gallertstiele zur Anheftung an ein Substrat bilden.


dann fürchte ich werden auch wir hier das Rätsel nicht lösen können (kopfkratz)

Viele Mikrogrüße

Bernhard

Nachtrag: jetzt hab ich doch noch mal den alten von Martin erwähnten Beitrag rausgesucht, da schreibt Hubert Ringel:
http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?2,19298,19304#msg-19304

Ausserdem wunderte ich mich über die Ökologie und Vorkommensangaben im Kosmos Algenführer
"häufig festsitzend in fließenden Gewässern,...,auch auf Pflanzen...."
Wie genau bzw womit sie sich anheften steht allerdings nicht da. Seltsam daß es im Netz sonst keinerlei Bilder gibt!


Übrigens hat Michael Plewka hier auch Gomphonema bestimmt. Ich sehe da schon eine Anheftung über die Schalenseite. Allerdings finde ich in meiner Literatur dazu auch keine Darstellung. Vielleicht verrät uns Michael nach welcher Quelle er hier bestimmt hat:
http://www.plingfactory.de/Science/Atlas/Kennkarten%20Algen/Diatomeen/Source/Gomphonema%20sp..html
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Klaus Herrmann

Lieber Bernd Klebeda, ;D

ZitatHubert Kringel:
da wird er sich aber ringeln vor Freude! 8)
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Bernhard Lebeda

Zitat von: Klaus Herrmann in Januar 31, 2017, 12:24:38 NACHMITTAGS
Lieber Bernd Klebeda, ;D

ZitatHubert Kringel:
da wird er sich aber ringeln vor Freude! 8)

so so sorry!! Aber was ist ein Buchstabe unter Freunden.  :)
Ich erlaube mir zu korrigieren!

Danke Klaus!

LG Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Klaus Herrmann

ZitatAber was ist ein Buchstabe unter Freunden.

Recht hast du lieber Bernhard ich schenk dir einen: K

herzlich

laus
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

RainerTeubner

Hallo,

die angebliche Meridion-Kieselalge entpuppte sich als Gomphoneis transsylvanica (Pantocsek) Krammer 1985.

Für die Bestimmmung bedanke ich mich bei Herrn Ringel.



Viele Grüße

Rainer
Mikroskop: Carl Zeiss Standard Universal
Bildbearbeitung: Gimp, Helicon focus und picolay
Kamera: Canon EOS 5D II

Rene

Nice image. We have the same sp. in the northern part of the Netherlands. I have only seen it in diatom slides, never seen it alive unfortunately, it surely is beautiful. 
Krammer is outdated, G. transsylvanica is a fossil sp. Levkov has reworked the recent species from Macedonia, and calls this sp G. prespanensis. I've had some discussion about it with Aleksandra Cvetkoska, who worked on sediments from Lake Ohrid (Macedonia). It surely isn't like the fossil transsylvanica, but she isn't entirely sure about the identification of G prespanensis either without SEM. That's academics for you ;-)
If you send me a pn with your email, I can send you some scans.

Best wishes, René

RainerTeubner

Hallo René,

thank you very much for your informations. They are very helpful.

As an amateur diatomist and beginner in that field of microscopy, I'm always glad to get new information about classification-problems. My books on diatoms are a little bit older.

According to a proposal of Mr. H. Ringel I have changed the header of this thread.

Kind regards!

Rainer
Mikroskop: Carl Zeiss Standard Universal
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Kamera: Canon EOS 5D II

Bernhard Lebeda

#13
Hallo Rainer

aha, interessant. Wobei ich jetzt Schwierigkeiten habe, Dein obiges Bild mit dem Krammer Bild in Deckung zu bringen. Da würde mich brennend interessieren, nach welchen Kriterien Herr Ringel die Bestimmung vorgenommen hat (ohne sie bezweifeln zu wollen notabene!. Bin ja auch Laie und stochere in Betimmungsbüchern herum). Und in diesen (Hustedt Bacillariophyta 1930 z.B.) kommt die Gattung Gomphoneis noch gar nicht vor.

Viele Mikrogrüße

Bernhard

Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Martin Kreutz

#14
Hallo Bernhard,

ich bin hier auch nicht der Diatomeen Experte, jedoch scheint mir das Bild von Rainer der Abbildung von Gomphoneis transilvanica im Krammer nicht unähnlich zu sein (s. unten). Leider habe ich nur einen pdf Scan des Krammers, daher die schlechte Qualität.

Martin