Erkennt man bei Zecken mikroskopisch ob diese Borrelien enthalten?

Begonnen von bernd552, Juli 31, 2017, 17:15:42 NACHMITTAGS

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bernd552

Eine kurze Frage in die Runde,

ich fange mir aktuell pro Monat 2-3 Zecken ein, bei uns in Hessen sollen wohl >10% mit Borellien infiziert sein.
Ich habe einige "meiner" Zecken mit einem Tropfen Wasser zwischen Deckglas und Objektträger zerdrückt und nach Borellien ausschau gehalten jedoch nie welche gesichtet.

Weiß jemand hier, ob eine infizierte Zecke so viele Borellien enthält, dass man diese mikroskopisch sofort leicht erkennt oder muß man diese wegen geringer Anzahl intensiv suchen / vorher anfärben?

LG
Bernd

Detlef Kramer

Hallo Bernd,

ich bezweifle, dass man auf diese Weise eine Infektion der Zecken erkennen kann. Und wenn: was hättest Du von der Information? Wenn sie Dich gestochen hat, ist es zu spät, wenn nicht, wirf sie weg. Die Infektion ist leicht zu erkennen: wachsender roter Fleck um die Einstichstelle. Und dann gleich zum Hautarzt, vier Wochen Antibiotika schlucken und gut ist es - habe ich gerade durchgemacht (Odenwald). Die Zecke hatte wohl die Lust an mir verloren, habe sie nicht gesehen. In diesem Anfangsstadium ist die Behandlung unproblematisch, weil sie dann noch nicht in den Blutkreislauf eingetreten sind, hat mir meine Hautärztin erklärt.

Herzliche Grüße
Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Peter V.

Hallo,

ich denke such, dass das nicht funktinoiert. Man kann in medizinischen Laboratorien Zwcken auf Borrelien untersuchen lassen, wenn man sicher sein will. Aber bei mehreren Zecken pro Monat würde das etwas teuer. Der Nutzen eine Antibiotikaprophylaxe ist ohnehin umstritten und sie wird allgemein nicht empfohlen.

Hwrzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Bernhard Lebeda

Hallo Detlef und Peter

könnt ihr dem neugieregen Mikroskopiker bitte näher begründen, warum Borrelien in Zecken nicht mikroskopisch nachweisbar sollen?

Wiki sagt: "Borrelien (wissenschaftlicher Name Borrelia) bilden eine Gattung relativ großer, schraubenförmiger (auch spiralförmig), gramnegativer Bakterien aus der Gruppe der Spirochäten"

Wenn eine Zecke als Wirt befallen ist, warum sollten sie also nicht zu sehen sein? Und eine Gramfärbung könnte man auch versuchen.

Viele neugierige Mikrogrüße

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Peter V.

Lieber Bernhard,

klar - versuchen kann man's!

Versuch macht kluch.

Aber dann sollte man einen ordentlichen Ausstrich machen und färben. Zecke zerdrücken und naruv betrachten??? Ich weiß es nicht, aber ich bin mir fast sicher, dass man "so" nichts sieht in dem "Gematsche".

Herzliche Grüße
Peter
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Detlef Kramer

Hallo Bernhard,

das sagt mir mein Bauchgefühl genau so. Außerdem: ist es denn nicht so, dass die eigentliche Vermehrung der Borellien im Menschen abläuft?

Herzliche Grüße
Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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JB

Zitat von: Bernhard Lebeda in Juli 31, 2017, 22:03:11 NACHMITTAGS
könnt ihr dem neugieregen Mikroskopiker bitte näher begründen, warum Borrelien in Zecken nicht mikroskopisch nachweisbar sollen?

Hallo Bernhard,

Die Borrelien leben im Mitteldarm und liegen bei ungefuetterten Zecken in sehr geringer Anzahl vor. Ausserdem sind sie sehr duenn. Wenn man erst einmal das Gewebe zerkleinert hat, an dem sie sitzen, sind sie kaum noch zu finden. http://www.ajtmh.org/content/journals/10.4269/ajtmh.1995.53.397

Erst waehrend/nach der Blutmahlzeit fangen die Bakterien an sich schnell zu vermehren. Solange sollte man nicht warten  ;)  Wenn man das Tier innerhalb von 12h entfernt ist selbst das Ansteckungsrisiko bei einer infizierten Zecke "nur sehr gering": http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Borreliose/Borreliose.html

Beste Gruesse,

Jon

Peter V.

Hallo Jon,

ich möchte Deine Ausführung noch ergänzen:

ZitatWenn man das Tier innerhalb von 12h fachgerecht!entfernt

Herzliche Grüße
Peter
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Bernhard Lebeda

Zitat von: JB in August 01, 2017, 11:12:14 VORMITTAG
Zitat von: Bernhard Lebeda in Juli 31, 2017, 22:03:11 NACHMITTAGS
könnt ihr dem neugieregen Mikroskopiker bitte näher begründen, warum Borrelien in Zecken nicht mikroskopisch nachweisbar sollen?

Hallo Bernhard,

Die Borrelien leben im Mitteldarm und liegen bei ungefuetterten Zecken in sehr geringer Anzahl vor. Ausserdem sind sie sehr duenn. Wenn man erst einmal das Gewebe zerkleinert hat, an dem sie sitzen, sind sie kaum noch zu finden. http://www.ajtmh.org/content/journals/10.4269/ajtmh.1995.53.397


Alles klar, danke Jon!

Viele Mikrogrüße

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Eckhard F. H.

#9
ZitatWenn man das Tier innerhalb von 12h entfernt ist selbst das Ansteckungsrisiko bei einer infizierten Zecke "nur sehr gering":
Hallo Jon,
als Kinder verbrachten wir in Sachsens Wälder und Fluren faktisch den ganzen Nachmittag. Einen Holzbock gabelten wir aber nur auf beim Hochklettern von Bäumen. Heute befällt mich bei jedem Waldgang, ganz gleich ob vorsichtig oder sogar mit aktiviertem Zeckenspray, jedes Mal mindestens eine Zecke. Das eigentliche Problem dabei ist, daß die ihren Befall erst einen Tag später durch Juckschmerz  signalisiert.

bernd552

Zitat von: Detlef Kramer in Juli 31, 2017, 21:05:00 NACHMITTAGS
ich bezweifle, dass man auf diese Weise eine Infektion der Zecken erkennen kann. Und wenn: was hättest Du von der Information?

Hallo Detlef,

da hast Du recht, aber mir geht es auch (als Mikroskopiker) darum festzustellen, ob und wieviel die Zecken in "meinem Gebiet" infiziert sind um evtl. mein Laufrevier im Wald zu wechseln.
Es sind mir nämlich bisher nur eine Population "an die Haut gegangen", alle habe ich erst nach 48 h am Jucken bemerkt, alle waren winzigst klein, sahen gleich gezeichnet aus und hatten / konnten kein Blut aufnehmen.?
In meinem "früheren Leben" hatte ich Testsysteme auf Borellienantikörper entwickelt und mit Borellien mikroskopisch gearbeitet. Diese fallen durch ihre sehr schnelle, schraubenförmige Drehbewegung bei Mikroskopbetrachtung sofort auf , sicher besser als fixierte und unbewegliche.

Aber wenn die B. in der Zecke nur in geringer Anzahl auftreten, wird ein optischer Nachweis schwer bzw. unverläßlich.

LG
Bernd

Bernhard Lebeda

Zitat von: bernd552 in August 01, 2017, 16:17:16 NACHMITTAGS

da hast Du recht, aber mir geht es auch (als Mikroskopiker) darum festzustellen, ob und wieviel die Zecken in "meinem Gebiet" infiziert sind um
LG
Bernd


Seit neuestem weiß man, daß Schwarzkümmelöl hilft!

https://www.zecken.de/de/schwarzk%C3%BCmmel%C3%B6l-gegen-zecken.html

Viele zeckenbissfreie Mikrogrüße

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

JoachimHLD

Hallo Bernhard,
die Auwaldzecken und den Holzbock hält Schwarzkümmelöl nicht von unserem Spitz fern, wäre mir lieber als das Mittel vom Vet.
Herzliche Grüße
Joachim

Bob

Hallo zusammen,

hier wurde ein "Holzbock" erwähnt. Ich kenne Holzbocklarven als kräftige Holzfresser, habe aber noch nicht mit den Käfern selbst zu tun gehabt. Beißen die?

Viele Grüße,

Bob

Gerd Schmahl

#14
Hallo Bob,
genau deshalb gibt es die wissenschaftlichen Artnamen, die binäre Nomenklatur. Der "Durchschnittsdeutsche" versteht unter "Holzbock" nun mal eine Zecke, der Entomologe, der sich mit Insekten beschäftigt und nicht mit Spinnentieren versteht unter "Holzbock" das von Dir beschriebene Tier, der Bauarbeiter eine Arbeitshilfe, auf das er Werkstücke legt oder mit dem er sich eine Rüstung baut (bitte jetzt keine weitergehenden Übungen zu den verschiedenen Bedeutungen von "Rüstung"). Wer bei der Bildersuche im Internet "Holzbock" eingibt bekommt alle drei serviert, aber als erstes eine Zecke.
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.