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Strahlteiler bei Auflicht

Begonnen von Kurt Wirz, Dezember 17, 2017, 13:33:25 NACHMITTAGS

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Kurt Wirz

Hallo
In Anlehnung an folgenden Beitrag.
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=16121.0
Zur Abwechslung nicht im Tubus und mit geringer Vergrösserung. :)

Man kann die Beleuchtung so steil wie möglich, also eng um das Objektiv anordnen und erhält dennoch beim Stacken, zwischen den obersten Mohnsamen einen Bereich der sehr dunkle ist. Die obersten Mohnsamen werfen einen Schatten, so dass die darunter liegenden zu wenig Licht erhalten.



Wer mit hoher Farbtiefe in RAW fotografiert, kann die Helligkeit in den dunklen Bereichen etwas anheben. Dies ist in einem Bereich von wenigen Blenden möglich, zeigt jedoch das Rauschen in diesen aufgehellten Bereichen.



Bringt man zwischen Objektiv und Objekt (Mohnsamen) ein dünnes Glas im Winkel von 45° an, kann von der Seite Licht eingespiegelt werden.
Zum einspiegeln verwendete ich ein Mikroskop Deckglas.
Dadurch gelangt das Licht im steilen Winkel von 90° bis zu den Mohnsamen die tiefer liegen. Das Bild wird flach und weil durch das Deckglas im 45° Winkel fotografiert wird, ist die Auflösung etwas geringer.



Man muss es ja nicht übertreiben, kann das eingespiegelte Licht etwas weniger hell wählen und mit einer zusätzlichen diffusen Lichtquelle beleuchten.



Die Bilder oben sind Stacks die nicht bearbeitet wurden und dienen so zum Vergleich..

Folgend ein bearbeitetes Bild.



Alle Bilder mit:
Kamera: Nikon D810
Objektiv: Rodenstock APO-Rodagon N 50mm, 1:2.8
Blende: 3.4
Abbildungsmassstab 7:1

Kurt

Michael L.

Hallo Kurt,

danke für die schönen Aufnahmen und die Beschreibung der Aufnahmetechnik.

Viele Grüße,

Michael L.

Kurt Wirz

#2
Hallo

Nun ein Bild mit Mikroskop Objektiv.
Da das Licht von Seite Objektiv kommt, sind die Farben extrem knallig. Ich habe sie mehrfach gedämpft.
Die typischen Artefakte sind weg, doch herrscht eine Unruhe in den Farben.
Es ist noch nicht das Gelbe vom Ei, ich bin mich noch am Üben.
Hier ist das Deckglas im 20° Winkel und das Licht des Blitzes kommt deshalb von unten.
Erwähnenswert ist, dass ich bis jetzt mit Diffusor rund um das Objekt, 4 Blitzgeräte verwendete und bei diesem Setup mit Deckglas benötigt es nur ein Blitzgerät, ein zweites ist schon Luxus.





Kamera: Nikon D500
Objektiv: NIKON M Plan 20/0.4 ELWD, 210/0
Freier Arbeitsabstand: 10.5 mm
Abbildungsmassstab: 20:1
Stack aus 388 Bildern im Abstand von 0.001mm

Hier das Bild mit den typischen Artefakten durch die seitliche Beleuchtung


Kurt

bernd552

Hallo Kurt,

sehr interessante Versuche machst Du da!

Mich wundert, dass Du bei der Lichtquellenposition (mit Mikroskopobjektiv) keine internen Reflextionen im Objektiv bekommst.

Ich kenne den Abstand zum Objekt nicht, aber wäre es im Zeitalter der Mikroelektronik nicht machbar, unten am Objektiv SMD-LEDs wie eine Art Ringlicht zu befestigen oder Glasfasern mit eingekoppelten LED? Da würde das Licht nicht in Richtung der optischen Achse beleuchten (was wegen fehlenden Schattenwurf zu flachen Obbildungen führt).

LG
Bernd

Rawfoto

Hallo Kurt

In der Studiofotografie wird diese Technik seit langem eingesetzt, es wird aber ein teldurchlässiger Spiegel verwendet und kein Glas.

Ich habe daher seit vielen Jahren so einen Spiegel von Sinar.

Eine bekannte Anwendung dieser Technik nennt man Frontpro, dabei werden Bilder als Hintergrund eingespeichelt.

Mein Spiegel ist für das Aufnahmeformat bis 6 x 9cm ausgelegt und ist daher zu groß für die von Dir angestrebten  Maßstäbe.

Der Vorteil am Spiegel ist der bessere Kontrast, ich habe da in der Schule auch mit dünnen Glasblatten Erfahrungen sammeln dürfen ...

Canon hat Kameras mit feststehenden gebaut, da wurden sehr hochwertige teildurchlässege Spiegel verbaut. Mit so einem Spiegel aus dem Modell RS dürfte ich das ausprobieren. Was Du brauchst ist eine defekte Kamera. Wenn es die Elektronik ist hast Du sehr gute Chancen einen guten Spiegel zu erhalten...

In den Auflichteinsätzen dat das Mikroskop auch solche teildurchläussige Spiegen ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Kurt Wirz

#5
Hallo

Bei der Betrachtung von Auge oder Aufnahme auf Filmmaterial ist ein genügend hoher Kontrast gefordert, damit das Objekt mit den Details gut erkannt wird.
In der digitalen Fotografie und Aufnahme im RAW Format, kann mit Bearbeitung das Bild angepasst werden, es stehen somit genügend Tonwertstufen zur Verfügung, ebenfalls ist ein kontrasthartes Bild bei Objekten im Auflicht, wie ich es praktiziere nicht schön und somit nicht schon bei der Aufnahme gefordert. Mit Bearbeitung kann der Kontrast erhöht aber oft nicht erfolgreich, gemindert werden.
Somit ist bei der Aufnahme eher ein diffuses Licht gefordert und keine Punktförmigen Lichtquellen. Licht durch Glasfaser oder einzelne LED's sind oft nicht von Vorteil.
Licht durch das Objektiv ist bedingt erfolgreich, jedoch ist z.B. ein Fotoobjektiv nicht für sehr helles Licht in der umgekehrten Richtung konstruiert, ebenfalls befindet sich dann bei Objektiven mit einem hohen freien Arbeitsabstand die Lichtquelle sehr weit weg. Wird die Helligkeit erhöht, erhöht sich vor allem das Streulicht im Objektiv.
Bei seitlicher Beleuchtung, auch dann wenn das Licht nah um die Frontlinse angeordnet ist, gelangt kein oder zu wenig Licht, bis auf den Boden der Kammern.

Das vorgestellte Setup eignet sich bei tiefen "Löchen", um Licht in die Tiefe zu bringen.
Das Bild zeigt eine Wabe eines Wespennestes.
Durchmesser der Kammern 5mm und die Tiefe beträgt 20mm.



Es muss nicht alles Licht das der Beleuchtung dient, auf diese Weise eingespiegelt werden, nach wie vor kann auch zusätzlich ein seitliches Licht eingesetzt werden.

Kurt