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Einbettungsfrust

Begonnen von Orkim, April 04, 2019, 17:14:38 NACHMITTAGS

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Orkim

Hallo zusammen,
nach nunmehr 2 Dutzend zerstörten Objektträgern, Präparaten, Deckgläsern und einigen Stunden verlorener Zeit und Farbstoffen in 4 Tagen wende ich mich hilfesuchend an die Wissenden. So macht das keinen Spaß... irgendwann will man doch auch mal einen kleinen Erfolg sehen. Also, kurz gesagt: ich bemühe mich in der Kunst des Dauerpräparate-Herstellens mittels Euparal. Nach ein paar Versuchen dachte ich auch, die richtige Menge abschätzen zu können und habe meine Präparate zufrieden auf die Heizung verbracht und mit der empfohlenen M8-Mutter beschwert. Sah einfach gut aus, aber ein Tag später folgt jedesmal die große Enttäuschung: eine dicke Luftblase macht sich breit - die war aber vorher nicht da! Dabei habe ich nicht mit Euparal geknausert. im Gegenteil mich beschleicht der Verdacht, immer noch etwas zu viel des Guten zu tun. Aber das Eregebnis...seht selbst. Frustrierend. Kann jemand einschätzen, was da schief läuft? Das ist ein hartes Brot als Autodidakt ohne die Chance, mal was abgucken zu können  :-\

Seid bedankt und gegrüßt,

Peter
"It is a good thing to own a microscope; it is a far better thing to use the microscope"
(H.Scherren - Ponds and Rock Pools)

smashIt

als nichteinbetter würde ich sagen deine schnitte sind zu dick und deswegen reitet das deckglas darauf auf und kippt auf eine seite
MfG,
Chris

Bildung ist das was uns vom Tier unterscheidet.

Funtech.org

RainerTeubner

Hallo Peter,

die Bemerkung von Chris ist vermutlich richtig: Deine Schnitte sind noch zu dick. Man sollte durch die ungefärbten Schnitte hindurch noch eine Zeitung entziffern können.

Mach doch mal eine Mikrogruppe in Deiner Nähe ausfindig, dort bei einem Treffen lernst Du an einem Nachmittag mehr als an mehreren Dutzend verhunzten Präparaten.

Viele Grüße

Rainer
Mikroskop: Carl Zeiss Standard Universal
Bildbearbeitung: Gimp, Helicon focus und picolay
Kamera: Canon EOS 5D II

JB

Hallo,

Da stimme ich Chris zu. Das Deckglas kippt durch den dicken Schnitt nachdem des Loesungsmittel des Euparals verdunstet ist.

An dieser Stelle muss Euparal von der Seite nachgefuellt werden. Dann wieder trocknen und falls noch einmal eine Blase entsteht das Ganze nochmal. Wenn das Euparal zum Nachfuellen zu viskos ist, kann man es etwas verduennen (Euparal"essenz" oder einfach mit reinem Eukalyptusoel) und dann mit einer feinen Pipette an Ort und Stelle bringen.

Bei dicken Praeparaten hilf es, das Deckglas mit kleinen Fuesschen abzustuetzen (z.B. mit Deckglassplittern, Drahtstuecken oder aehnlichem).

Viel Erfolg,

Jon

Bob

Hallo Peter,
Deine Objektträger sehen irgendwie so milchig aus - täuscht das?
Wie dick sind Deine Schnitte denn, und womit hast Du sie geschnitten?

Viele Grüße,

Bob

JM

Hallo Peter,
stelle dich doch bitte mal unter der Rubrik ,,Mikroskopiker im Netz" vor und verrate uns, wo du wohnst. Dann findet sich bestimmt jemand, der in deiner Nähe wohnt. Wenn du in der Nähe von Andernach wohnst, kannst du gerne auch bei mir vorbeischauen. Ich bin zwar bei weitem noch kein Profi aber dünner schneiden als du kann ich  ;)  ;D .

Beste Grüße aus der Vulkaneifel
Jan

Klaus Herrmann

#6
Also ich schätze mal die Schnitte sind deutlich dicker als 100 µ sind also "Butterbrote". Abhilfe: dünner schneiden!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Bob

Zitat von: Vorticella in April 04, 2019, 20:19:40 NACHMITTAGS
... aber dünner schneiden als du kann ich...

Zitat von: Klaus Herrmann in April 04, 2019, 20:21:37 NACHMITTAGS... dünner schneiden!...


Na, wenn sich da jetzt mal kein Wettbewerb draus ergibt! ;D

Viele dicke Grüße,

Bob

Rawfoto

Guten Abend

Eine Heitzung kann zu warm sein, ideal sind 40 bis 50 Grad. Neben der Dicke die ja schon beschrieben wurde kann auch zu geringes Gewicht zum Problem werden.

Übung macht den Meister, ich habe zu Brginn durchaus mehr Ausschuss produziert. Nicht umsonst sagt man, Erfahrung ist die Summe aller Fehlschläge. Lass Dich nicht aufhören👍

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Orkim

Guten Morgen,
vielen Danke für eure Meinungen.
@Jan: meine Vorstellung ist bereits beim Erstkontakt erfolgt. Leider ist Ostwestfalen Lippe ein mikroskopisch weißer Flecken  ;) ohne Interessensgruppe. Eine Teilnahme bei "waschen, schneiden, legen"  - ja, das wär´s, da bin ich ganz bei Rainer. Darauf könnte man aufbauen. Ganz ohne fachkundige Hilfe ist es schwierig.

@alle: technisch bin ich Dank eines sehr aktiven Forumskollegens doch gut ausgestattet (s. Bilder). Das Zylindermikrotom ist kein Chinese, sondern stammt weiland aus Hannover (Sartorius-Werke). Der SHK dürfte allseits bekannt sein. Was also fehlt, sind die Kenntnisse bzw. handwerklichen Fähigkeiten. Wobei ich mich schon frage: sind meine Schnitte sooo dick (vgl. Bilder)? Die Skala ist lt. Legende in 1/100 mm unterteilt, mithin also 10 um. Für 60 - 80 um also 6-8 Skalenschritte. Nur...da passiert nichts. Es erfolgt kein Materialabtrag durch die Klinge, da der Vorschub zu gering ist (mech. Totgang?). Ergo muss ich doch den Vorschub zumindest so weit erhöhen, dass die Klinge am Präparat greift, anders geht´s doch nicht?!? Geschnitten wird nass mit 70% Ethanol. Manche Schnitte sind auch so dünn, dass das zentrale Parenchym gar nicht mehr im Schnitt ist. Dünner geht´s eigentlich doch nicht...

"It is a good thing to own a microscope; it is a far better thing to use the microscope"
(H.Scherren - Ponds and Rock Pools)

Fahrenheit

Lieber Peter,

auch von mir noch mal eine kurze Rückmeldung, obwohl die Kollegen schon alles gesagt haben:
- Schnitte um 50 mm (5 Teilstriche Vorschub am Mikrotom) sind so weit ok.
  Das sit die Dicke, in der ich auch in aller Regel schneide, obwohl viele hier dünnere schnitte bevorzugen.
  Dein Präparat sieht da gar nicht so schlecht aus.
- Wenn das Präparat beim trocknen eine Blase zieht: einfach mit einem Glasstab oder einem Zahnstocher etwas Eupara
  an den Rand des Deckglases nachtropfen, der zieht dann unter das Deckglas. Dazu die Mutter nicht abheben.
- Nimm genügend Euparal. Wenn Du das Deckglas angedrückt hast, muss aussen herum ein kleiner Euparalrand sein.
  Somit zieht das Präparat nicht zu schnell eine Blase.

Herzliche Grüße
Jörg       
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Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Bob

#11
Hallo Peter,

Du hast offenbar das Problem, dass Du nicht bei jedem Schnitt die zugestellte Scheibendicke bekommst. Da könnten mehrere Ding zu führen:

- Das Sartorius Handmikrotom ist keine besonders geniale Konstruktion. Wenn man die Probe fester einspannt, verformt sich der innere Zylinder und klemmt. Daher nur vorwärts zustellen, evtl. Mikrotom besser schmieren.
- Wenn die gewählte Schnittdicke zu gering für die Probe ist, schrammt man einmal drüber und schneidet erst beim nächsten Schnitt. Das sollte bei 60-80µ aber kein Problem sein, das ist eine sinnvolle Dicke für den Start.
- Der Schnitt sollte ziehend erfolgen, das führt zu einem kleineren wahrgenommenen Keilwinkel.
-Der Stiel weicht dem Schnittdruck gerne aus, und man bekommt nur eine gleichmäßige Scheibe, wenn zwei Schnitte exakt gleich durchgeführt wurden. Hier hilft eine Schneidehilfe.
-Beim Schneiden mit Handmikrotom und Klingenhalter bist Du Teil einer "Maschine". Das klappt am besten, wenn Du maschinenartig gleichmäßig arbeitest, jeder Schnitt wie der zuvor. Zwei Schnitte zusammen ergeben einen ordentlichen Pflanzenschnitt.
- Die Klinge muss scharf sein. Ein einfacher Test ist, ein Papiertaschentuch gespannt zu halten, und von der Kante aus hineinzuschneiden. Das geht bei den Leica-Klingen erst schwer, dann laufen sie glatt durch das Papier.
- Es geht viel leichter, wenn man sich einen Tischhalter für das Handmikrotom baut. Ich hatte eine kleine Anleitung dafür geschrieben: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=33231.0

Viel fehlt da sicherlich nicht mehr, das klappt schon.

Viele Grüße,

Bob

liftboy

Hallo Peter,

das Problem ist bekannt! Meiner einer nutzt das "Optimat" Mikrotom (DDR), welches genausao aufgebaut ist, wie das Sartorius. Die erste Fehlerquelle ist, wie schon beschrieben, das Einspannen.  Ich habe mir da einen Objekthalter gebastelt, der dann in das Mikrotom eingespannt wird. Harte Objekte sind da problemlos schneidbar, bei weicheren wird es problematisch.Da muss so kurz wie möglich eingespannt werden, damit sich das Objekt beim Schneiden nicht wegdrückt. Der von Dir verwendete Klingenhalter ist zwar hervorragend, aber gerade für weichere Objekte nicht geeignet, weil er nicht bündig, sondern ca. 1mm über der Auflagefläche abschneidet. Mit diesem Mikrotom benutze ich seitdem ein Rasiermesser mit vollem Erfolg!
Das Elend mit den Luftblasen hatte ich am Anfang auch; es liegt tatsächlich an der Schnittdicke. (ich hatte es an Stelle einer Mutter mit einer Wäscheklammer versucht, hat aber auch nicht geholfen) Nachtropfen hat zwar die Luftblase verhindert, aber mit dem Schnitt bin ich dann nicht wirklich glücklich geworden... ab in die Tonne.
Als Tip: weiche Objekte wie Pflanzenstängel kannst Du nach Fixierung in Alkohol härten (zwischendurch immer prüfen; zu hart ist auch nicht gut)

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

güntherdorn

#13
zum thema luftblasen:
ich hab´ aktuell diese (v."Dr.Jekyll"), eigentlich zum insekten-stich-gift-absaugen gedachten vakuumpumpen erworben.
die gellgrüne ist die deutlich bessere, die blaue macht beim pumpen oft probleme (vorsatz-ventil´chen sitzen nur fest).
ein mit stanz-eisen selbst (v."mikropit) erzeugter WEICH-gummi-ring von einem reifen ist notwendig.
damit hat man kein problem mehr mit blasen im schnitt.
ausserdem kann man auch mit einer spritze in kleinem gläs´chen abpumpen (methode "bolido").

- gerne per du -
günther dorn
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=444.0
www.mikroskopie-gruppe-bodensee.de
gildus-d@gmx.de

Dr. Jekyll

Hallo Günther,

Deine Methode kommt mir aber bekannt vor😄
Beste Grüße
Harald