Autor Thema: Auflichtproben nachpolieren  (Gelesen 689 mal)

Florian D.

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Auflichtproben nachpolieren
« am: Mai 04, 2019, 10:02:32 Vormittag »
Glückauf Forum!

Ich habe hier einige wenige polierte Proben für die Auflichtmikroskopie und dank Linuxpenguin werden es hoffentlich bald ein paar mehr sein.
Nun empfiehlt es sich ja, die Proben vorher nochmal nachzupolieren, nachdem sie durch die Lagerung oxidiert sein können. Wie gehe ich da am besten vor?
Wer jetzt Nital ins Spiel bringt, bitte auch mit Bezugsquelle!

Gruss
Florian

micromax

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Re: Auflichtproben nachpolieren
« Antwort #1 am: Mai 04, 2019, 11:38:43 Vormittag »
Glückauf Florian,

Nital ist für selektive Anätzungen gedacht, das hat mit Polieren nichts zu tun.
In der Zwischenzeit gibt es aber schon für wenig Geld Diamantpolierpasten, z.B. bei ebay, damit bekommst Du die feine Oxidschicht leicht wieder herunter. Nimm die feinste Polierpaste und ein Toilettenpapier und reibe über Deinen Anschliff. Abwaschen mit Isopropanol und dann sollte es wieder glänzen.

Viel Erfolg
Thomas

Rawfoto

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Re: Auflichtproben nachpolieren
« Antwort #2 am: Mai 04, 2019, 18:05:59 Nachmittag »
Hallo Florian

Ich mache das auf einer Glasplatte - neu oder nie für einen anderen Zweck verwendet - die sind bei mir 1cm Dick und an den Ecken ist der Grat gebrochen. Kostet nicht viel, das sind für den Glaser Reste. Dort wird auf die Glasplatte Säurefreies Öl aufgetragen on ohne Poliermittel poliert, das Öl auf der Glasoberfläche reicht um  Dein Problem zu beseitigen.
Damit trägst Du nur die Oxydschicht ab, gerade wenn am Schliff eine Ätzung drauf ist hattest Du die sonst wenn es eine Mikroätzung war. Makroätzungen dringen tiefer ein ...

Mit ISO waschen mache ich auch.

Wenn das nicht hilft gibt es spezielle Polierpasten mit minimalem Abtrag ==> Metal Polish von der Firma Menzerma (Bezugsquelle z.B.: www.baiers.at) Artikelnummer #61212 das sind 125 ml um Euro 10,90

Wenn Du das anwenden musst, Baumwolltuch, wenig Paste und vorher die Stelle mit dem oben beschriebenen Öl tränken.

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Florian D.

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Re: Auflichtproben nachpolieren
« Antwort #3 am: Mai 05, 2019, 17:01:18 Nachmittag »
Hallo,

Baier's Enkel gefällt mir gut! Ich habe dort jetzt mal ein Diamantspray bestellt. Ich hoffe, dann kann's losgehen!

Viele Grüsse
Florian

Ronald Schulte

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Re: Auflichtproben nachpolieren
« Antwort #4 am: Mai 06, 2019, 09:41:09 Vormittag »
Florian,

Nachpolieren ist sicher notwendig aber nicht immer so einfach.
Wenn man z.B. eine Galena Probe hat dann kratzt es sich meist mehr wie es vorher war.
In allen fallen gilt, für mich jedenfalls, das mit sauber arbeiten schon viel gewonnen ist.
Das heißt z.B., die Hände sorgfältig waschen und absolut keine Finger am Polierten oberflache.
Ich mache das so:

- Auf eine saubere Glasplatte (diese Platte wird nur für diesen Zweck benutzt) lege ich ein kleines Poliertuch. Die Aldi Süd hat mal prima Tuch im Programm gehabt;
- Etwas Aluminium Oxid Pulver von Krantz auftragen (Krantz hat zwei Sorten: SM60 und SM62 aber nur das SM62 ist gut genug. Das SM60 ist zu grob und kratzt richtig);
- Das Tuch mit das Pulver feucht machen und somit bleibt es auch an die Glasplatte haften;
- Die Probe sorgfältig Staubfrei machen mit z.B. ein Watten Buchse und die Probe für nur eine halbe bis eine Minute Polieren (Bewegung in 8 Stufen);
- Mit eine Watten Buchse unter Leitungswasser sanft aber sorgfältig reinigen;
- Mit Toilettenpapier vorsichtig trocknen. Hier unbedingt nicht zu hart drucken.
 
In mein Video „Erzanschliffe herstellen“ kannst du diese Prozedur sehen (bei 13.00 min).
https://www.youtube.com/watch?v=3FcRMrxmQ3s&feature=youtu.be

https://www.krantz-online.de/de/online-shop/___showCat/78/___pageid/14/14.html?page=12&newsCat=



Grusse Ronald
Mikroskope:
2x Leitz Orthoplan (DL, DF, Phako, POL, AL-Fluoreszenz und Diskussionseinrichtung).
Leica/Wild M715 Stereomikroskop.
Mikrotome:
A&O 820 Rotationsmikrotom.
LKB 2218 Historange Rotationsmikrotom.
Reichert Ultracut E Ultramikrotom.
LKB 7800 Glasmesser Brecher.

Florian D.

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Re: Auflichtproben nachpolieren
« Antwort #5 am: Mai 11, 2019, 18:33:00 Nachmittag »
Glückauf Forum!

Nach Ronalds Hinweis habe ich jetzt im Baumarkt ein Mikrofaserpoliertuch für Autolack gekauft. Das Diamantspray 1/4 Mü  war inzwischen auch eingetroffen. Linuxpenguins Präparate konnte ich heute auch von der Post abholen.
Also anbei meine allerersten Gehversuche!
Es handelt sich um Photos eines Metabasits erst im linear polarisierten Licht, dann mit gekreuzten Polarisatoren unter 2 um ca. 45 Grad gegeneinander verdrehten Stellungen.
Interessant finde ich die Interferenzfarben und die komplexen Verzwilligungen.
Keine Ahnung, was ich da eigentlich sehe!

Viele Grüsse
Florian

olaf.med

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Re: Auflichtproben nachpolieren
« Antwort #6 am: Mai 12, 2019, 09:08:56 Vormittag »
Lieber Florian,

vielleicht ist Dein Tuch doch zu weich! Ich sehe jedenfalls ein starkes Relief, das aber natürlich schon vorher da gewesen  sein könnte.

Bei dem Erz denke ich zunächst (unverbindlich!) an entmischten Titanomagnetit (Magnetit mit Ilmenit-Entmischungen). Das würde in die Paragenese passen.

Herzliche Grüße,

Olaf

Ronald Schulte

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Re: Auflichtproben nachpolieren
« Antwort #7 am: Mai 12, 2019, 20:38:49 Nachmittag »
Florian,

Die Reliefbildung bleibt immer ein Problem aber du kannst es wohl Minimalisieren.
Man sollte so viel druck geben das Poliert wird und den druck so niedrig das kein Reliefbildung auftaucht. Und das ist gerade das schwierigste Teil von das Polieren.
In meine Versuchen habe ich gelernt das man so günstig wie möglich anfangen muss mit das Schleifen. Darum sind die Telum Scheiben sehr wichtig, damit fängst du plan an. Vergleiche mal ein Schliff die mit z.B. Papier geschliffen ist und ein Schliff wo mit Telum Scheiben angefangen ist. Dann sieht man schnell das ein weiteres Schleifen und Polieren fast kein Sinn macht wenn die anfangs Lage nicht in Ordnung ist. Ein ‚Rehwald‘ System wäre das beste um Relief zu vermeiden aber die kann ich mich nicht leisten.

Gruße Ronald
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Florian D.

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Re: Auflichtproben nachpolieren
« Antwort #8 am: Mai 12, 2019, 21:28:11 Nachmittag »
Hallo Ronald,

ich habe die Proben ja allesamt gekauft und nicht selber geschliffen und poliert. Ich wollte sie nur nachpolieren um Oxidschichten etc. zu entfernen. Da werde ich wohl mit dem Relief leben müssen.

Viele Grüsse
Florian