Hauptmenü

Dünnschliff Ureilit

Begonnen von Ulrich S, März 07, 2020, 17:16:32 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Ulrich S

so, dass ist das was ich gefunden habe.
Bildbreite ca. 1mm
aber:
so recht verstehe ich nicht, was ich sehe und was es mir vor allem sagt!
Grüße
Ulrich
Es kommt immer anders wenn man denkt

Ulrich S

Zitat von: hugojun in März 08, 2020, 14:08:17 NACHMITTAGS
Also dieser Kristall sollte nun ein Gangunterschied von max. 1050nm haben. Nach der ersten Rot-Stufe zeigen sich noch blau-grün gelb der 2.Ordnung und kleine Flächen von Rot II.

Jürgen

ist das so richtig?
Gangunterschied 1050 nm
Doppelbrechung 0,036
ergibt nach Levy-Farbtafel: Dicke ziemlich genau 30 μm
Stimmt dann der Schliff doch?
das er nach links etwas auskeilt meine ich auch

Grüße
Ulrich
Es kommt immer anders wenn man denkt

olaf.med

#17
Im Prinzip funktioniert es ganz genau so, aber ich würde keine Zwillingsverwachsungsebene wie an diesem Pyroxen wählen, sondern eine Korngrenze zu einem Ausbruch hin oder am Rand des Schliffs. Bei den Zwillingsverwachsungsebenen hat man immer Überlagerung mit dem Zwillingsindividuum, das die Ergebnisse beeinflusst.

Gruß, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

olaf.med

... und hier noch ein Bildbeispiel, welches das Verfahren perfekt illustriert. Es handelt sich um Carbonat-Kristalle, die an Hohlräume grenzen. An jedem einzelnen Kristall kann man den Gangunterschied, der ja eine Funktion der Kornorientierung ist, sehr gut anhand der Interferenzfarbfolge abschätzen, und das ohne jegliche Hilfsmittel:
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

hugojun

Hallo Olaf ,

wieso jetzt Pyroxen?
In Bild 4 (selber Kristall) komme ich doch bis Rot II, aber beim Augit z.B. ist schon bei Г 840nm Schluss?
Jürgen

olaf.med

Lieber Jürgen, 

ich bin ziemlich sicher,  dass es sich bei dem oben gezeigten Kristall um einen verzwillingten Klinopyroxen handelt. Beim Olivin gibt es solche Zwillingsbildungen nicht. Beim Pigeonit mit einer Doppelbrechung von ca. 0,03 würde dann die Schliffdicke ca. 35 Mikrometer entsprechen (falls dies der Schnitt mit der höchsten Interferenzfarbe ist).

Herzliche  Grüße, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

hugojun

Lieber Olaf ,
ich bin verwirrt, bitte helfe mir, warum dies keine Olivin -Zwillinge sein können?
Ist dies eine besondere Art der Zwillingsbildung, die unbedingt auf Pyroxen schließen lassen muss?
hier
https://rruff.info/doclib/MinMag/Volume_38/38-295-324.pdf
und hier
https://www.researchgate.net/publication/235989602_Dendritic_Crystallization_A_Single_Process_for_all_the_Textures_of_Olivine_in_Basalts/link/02e7e51543f042682f000000/download

werden einige Olivin-Zwillings-gesetze gezeigt.
Jürgen


olaf.med

Lieber Jürgen,

Du hast allen Grund verwirrt zu sein - ich bin es auch. Ich kenne solche geraden Zwillingsverwachsungsebenen von Olivin nicht, obwohl die Fig. 2 in der zweiten von Dir zitierten Publikation solche nahelegt. In den Dünnschliffbildern dieser Publikation sehe ich auch nirgends Zwillinge mit solchen Verwachsungsebenen, sondern nur "Kleinwinkelkorngrenzen".

Hätte man von diesem Korn auch ein Bild im linear polarisierten Licht, könnte man natürlich sofort zwischen Olivin und Pyroxen unterscheiden, da letzterer deutlich gefärbt ist. Dies zeigt wieder einmal, dass man zum vernünftigen Mikroskopieren immer beide Ansichten benötigt.

Vielleicht klärt uns ja Ulrich auf, ob es sich bei dem abgebildeten Korn um einen Olivin oder einen Pyroxen handelt.

Bin gespannt,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Rawfoto

Danke Olav

Dann habe ich das richtig verstanden und nach den "richtigen" Stufen gesucht .-)

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Ulrich S

morgen kann ich weiter machen, ich habe jetzt Küchendienst
Grüße
Ulrich
Es kommt immer anders wenn man denkt

Ulrich S

Moin,
ZitatVielleicht klärt uns ja Ulrich auf, ob es sich bei dem abgebildeten Korn um einen Olivin oder einen Pyroxen handelt

würde ich gern, kann ich aber nicht. Hier die Kristall noch im linear pol. Licht.
Mehr kann ich nicht bieten, mehr gibt meine Ausrüstung nicht her. Vielleicht hilft es trotzdem.
Ich bin gespannt.

Grüße
Ulrich
Es kommt immer anders wenn man denkt

hugojun

Hallo Ulrich,

es würde schon helfen, wenn Du einigermaßen denselben Bildausschnitt wie dein Bild 1 in linearem pol darstellen würdest,
zum direkten Vergleich, sozusagen. Dann stünden auch mehr Kristalle zum Vergleich .Bei den Ureiliten sind die Olivine
häufiger als die Pyroxene :
Modal oft Ol/Pyx >> 1.

Jürgen


Ulrich S

im Zentrum ist genau der Kristall um den es ja gehen sollte, also derselbe wie in
IMG_8256 (2).JPG
Es kommt immer anders wenn man denkt

hugojun

Sorry Ulrich,
setzt sehe ich es auch, der Kristall ist 90° gedreht.
Aber einen unterschied Olivin/Pyroxen kann ich nicht erkennen.
Gruß
Jürgen

olaf.med

Hallo Ulrich und jürgen,

ich habe gerade nochmals mit einem Kollegen telefoniert, der noch "an der Front" tätig ist. Er sagte platt: "dann geh doch einfach an die Mikrosonde oder ans Rasterelekronenmikroskop mit BSE (keine Rinderseuche, sondern back scattered electrons), dann sieht man doch den Unterschied sofort". Also, frisch auf, eine Mikrosonde bekommt man schon für unter 2x106 € und eine Raster ist sogar noch billiger ;D ;D ;D.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0