Schutzbekleidung beim Arbeiten mit Xylol und Isopropanol

Begonnen von Christoph F, März 27, 2020, 18:22:34 NACHMITTAGS

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Christoph F

Hallo,
ich möchte demnächst mit Xylol und Isopropanol arbeiten und habe mich auch schon ein bisschen in Sicherheitsdatenblätter eingelesen wo dringestanden ist, dass diese Chemikalien giftige Dämpfe absondern. Nun würde es mich interessieren welche Schutzkleidung ratsam/notwendig ist.
LG Christoph
Wissen ist nicht mit Können gleichzusetzen. Können entsteht aus Wissen und 10000 Wiederholungen.

Yasin Cankaya

Hallo Christoph,

mit Xylol habe ich noch nicht gearbeitet aber bei Isoprpanol würde ich dir Empfehlen den Arbeitsbereich gut zu lüften da es sehr stark nach Desinfektionsmittel riecht. Generell würde Ich dir eine Schutzbrille und Einweghandschuhe empfehlen.

Kristalline Grüße,
Yasin

Tim

Hallo Christoph,

wie Yasin schrieb, ist eine Schutzbrille immer eine gute Idee. Auf gute Lüftung zu achten, auch. Beide deine Stoffe verdunsten und sind brennbar.
Mit den Handschuhen wäre ich vorsichtiger - das gaukelt gerne mal Sicherheit vor, wo auch mal keine ist. Das Handschuh-Material bestimmt, wie schnell die fragliche Substanz passiert.
Generell ist das Sicherheitsdatenblatt schon mal eine gute Quelle, mag für den Laien aber schon eine Nummer zu groß sein.
Den zu treibenden Aufwand würde ich in Relation zu den Mengen sehen wollen. Also wenn du mit Kleinstmengen (wenige zig ml) hantierst, wäre das was anderes, als wenn du Litermaßstab ran willst.
Darf man fragen, was du grob Vorhast?

Grüße,
Tim

P.S.: Das mit dem "giftig" ist so eine Sache: "die Dosis macht, das ein Ding ein Gift ist" - Um hier mal Paracelsus auszupacken :)

Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

ist jetzt politisch nicht korrekt: Bei den Mengen, mit denen wir üblicherweise hantieren ist das m.E. alles übertrieben. Gute Lüftung sollte reichen.

Zitat... Generell würde Ich dir eine Schutzbrille und Einweghandschuhe empfehlen. ...

... und anschließend gut die Hände desinfizieren mit Desinfektionsmittel (enthält meist Isopropanal 70%)  ;D.
Bei Isopropylalkohol halte ich Schutzbrille und Handschuhe für übertrieben.

Bei Xylol sollte man vorher prüfen, ob sich unter Einwirken von Xylol das Material nicht in eine amorphe, klebrige Masse verwandelt.

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

Lungu

Vorsicht ist immer gut, aber man sollte auch nicht übertreiben. Bei den geringen Mengen würden vielleicht die gleichen Schutzmaßnahmen wie beim Schnaps Trinken für angebracht halten.
Grüße Lungu

Peter Reil

Hallo Christoph,

es kommt wirklich auf die Menge an, die du verarbeiten willst.

- ein paar Tröpfchen auf einem Objektträger
oder
- ein paar Liter davon, weil du den Motor deines Traktors sauber machen willst.

Freundliche Grüße
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Klaus Herrmann

Hallo Christoph,

Also bei Isopropanol würde ich aus eigener Erfahrung und der Erfahrung in unzähligen Mikroskopie Kursen die Gefahr für Leib und Leben als sehr gering einschätzen.
Bei Xylol habe ich den Einsatz immer möglichst beschränkt, weil es deutlich unangenehmer riecht (mein persönliches Empfinden) und doch schon toxischer ist. Wieso willst du mit Xylol arbeiten?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Rawfoto

Hallo Christoph

Bei Xylol reichen kleine  Mengen das du Kopfweh bekommst - da rede ich aber nicht von 5 Objektträgern - Lüften hilft da aber sofort wenn Du die Möglichkeit hast auf beiden Seiten die Fenster zu öffnen.

Wie viel ISO man einatmen muss damit man beim Alkoholtest positiv ist kann ich nicht abschätzen, meine eingesetzten Mengen haben da nicht ausgereicht, auch nicht in Workshops wo 10 Leute präpariert haben .-)

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Peter V.

#8
Hallo,

wenn man die chemischen Bezeichnungen hört, klingt immer alles "gefährlich". Isopropanol würde ich wirklich in jeder Beziehung als absolut unschädlich bezeichnen, es ist der Hauptbestandteil der meisten Händedesinfektionsmittel. Und womit man zig mal täglich die Hände einreiben soll - das kann wohl kaum gefährlich sein.
Und Xylol? Klingt schlimm, aber gewöhnlicher "Pinselreiniger" aus dem Baumarkt besteht zum größten Teil aus Xylol. Steht dort oft nur verklausuliert als "Aromatische Kohlenwasserstoffe".  Früher war es sogar Bestandteil eines jeden Mikroskopeirkastens für Kinder.
Bei Xylol reicht einfach der Einsatz des gesunden Menschenverstandes. Wenns arg stinkt, einfach das Fenster öffnen. Und wenn ein paar Tropfen auf die Haut kommen, stirbt man auch nicht.  ;) Abwaschen und "gut is'"!
Ob man für das Handling mit Xylol nur ein Schutzbrille aufsetzen muss? Na ja, schaden kanns nie. Aber wenn man mit ein paar ml arbeitet, fände ich es (für mich) übertrieben.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

noch eine "politisch nicht korrekte" Anmerkung zu Schutzbrille bei Xylol: Wenn die Sicht trübe und neblig wird, war das Material der Brille nicht geeignet oder Zuviel Xylol in der Atemluft.  ;D

Meine Einstellung zu dem Brimborium dürfte wohl in der Zwischenzeit deutlich sein.

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

Peter V.

#10
Hallo Jürgen,

ein überbordendes, teilweise ins Skurrile abdriftendes Sicherheitsbedürftnis und die Angst vor Haftung führen ja dazu, dass mittlerweile chemische Experimente mit so gefährlichen Dingen wie Seifenlauge nur noch mit Schutzkittel und Schutzbrille durchgeführt werden dürfen. Sollte man also beim Duschen zuhause auch besser aufsetzen... ;)
Aber im Ernst: Der "gesunde Menschenverstand" im Umgang mit Chemikalien geht leider völlig verloren, weil kaum noch jemand die tatsächliche Gefahr einschätzen kann, wenn "alles" gefährlich ist.

Hier mein Lieblingsbeispiel eines absoluten Höllenstoffs - wer sich in die Nähe begibt, muss doch todesmutig sein, oder?

Herzliche Grüße
Peter
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Jürgen Boschert

Hallo Peter,

genau das meinte ich. Ist das Benzin ?

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

jako_66

Hallo Christoph,

wenn Handschuhe, dann würde ich welche wählen, die eine gewisse Chemikalienbeständigkeit haben (z.B. Nitril- oder Chloropren-Handschuhe). Aber bei harmlosen Lösungsmittel bevorzuge ich Achtsamkeit und die bessere Handhabbarkeit ohne Handschuhe. Bei Farbstoffen allerdings würde ich 1x-Handschuhe überziehen, besonders bei den Triphenylmethan-Farbstoffen.

Viele Grüße

Sven

Peter V.

Zitat von: Jürgen Boschert in März 27, 2020, 21:19:05 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

genau das meinte ich. Ist das Benzin ?

Gruß !

JB

Lieber Jürgen,

ja, ordinäres Benzin, genauer gesagt: "Ottokraftstoff".

Herzliche Grüße
Peter
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Peter V.

#14
Hallo nochmal,

in den 70ern und davor klebte auf Chemikalienflaschen mit "giftigem" Inhalt schlicht ein Totenkopf, war die Chemikalie brennbar, klebte noch "feuergefährlich" darunter, schlimmstenfalls gab es noch ein Explosionssymbol dazu. Man wusste: Wenn solche Etiketten darauf kleben, muss man wirklich vorsichtig sein und man hat sich dann kundig gemacht, wie gefährlich das "Zeugs" wirklich ist.
Heute habe ich den Eindruck, dass man eher schlechter einschätzen kann, "wie" gefährlich eine Substanz tatsächlich ist, weil auf ALLEM mittlerweile Gefahrensymbole kleben.


Herliche Grüße
Peter
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