Vanille - Unbekannte Struktur im Schnitt

Begonnen von David 15, April 04, 2020, 23:54:58 NACHMITTAGS

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David 15

Guten Abend zusammen,

ich benötige die Hilfe der Botanik Spezialisten bei einer mir unbekannten Struktur in Quer- und Längsschnitten durch den Spross der Vanille (Vanilla planifolia). Es handelt sich um Paraffinschnitte die ich vor langer Zeit angefertigt habe, in denen die Zellen mit Kugeln gefüllt sind welche durch die W3A Färbung einen rosa Farbton angenommen haben. Diese Kugeln bestehen wiederum aus kleinen rundlichen Gebilden welche in der Mitte einen dunklen Punkt aufweisen. In einigen Zellen im Präparat sind auch junge Stadien dieser Kugeln zu sehen welche deutlich kleiner sind und kaum Farbe angenommen haben. Im Rindenparenchym sind kaum welche dieser Kugeln anzutreffen, dafür umso mehr innerhalb des Sklerenchmyrings. Im polarisierten Licht ist nichts zu sehen, also keine Stärke oder ähnliches.

Die nachfolgenden Bilder zeigen die Struktur bis zum 100er Objektiv vergrößert. Vielleicht hat ja jemand eine Idee.

Liebe Grüße
David
''Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.'' ( Albert Schweitzer)

Vorstellung: ''Hier''

Gerd Schmahl

Hallo David,
ich weiß auch nicht was das ist und bin selber gespannt, was dabei heraus kommt. Es fällt aber im Übersichtsbild auf, dass die Kügelchen alle mehr oder weniger auf der gleichen Seite der jeweiligen Zelle liegen. Vielleicht ein Artefakt durch die lange Lagerung?
Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

David 15

Hallo Gerd,

die Angabe des Alters hätte ich vielleicht präzisieren sollen: Zwar sind die Schnitte von 2017, allerdings wiesen diese schon damals die rosa Kugeln auf. Mein Botanik Dozent wusste damals auch keine Antwort und seit dem liegen diese Schnitte bei mir im Präparatkasten. Beim gestrigen durchmustern hat mich diese unbekannte Struktur wieder "geärgert" wodurch dieser Beitrag entstanden ist  ;)

Gespannte Grüße
David
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Fahrenheit

Lieber David,

Hier hätte ich im ersten Wurf auch auf Amyloplasten getippt, aber die sind im Pol schnell und eindeutig zu erkennen.

Ich werde mal meine Literatur umgraben und vielleicht meldet sich auch Detlef dazu, der ggf. noch Zugriff auf die Vanille im Botanischen Garten Darmstadt hat.

Herzliche Grüße
Jörg
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Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Detlef Kramer

Nein, der hat im Augenblick keinen Zugriff auf Vanille, denn der Botanische Garten ist z. Zt. voll gesperrt - auch für mich. Eine Idee habe ich aber doch: Sphaerosomen, also Lipidtropfen. Die mal hellen, mal dunklen Flecken, jeweils in der Mitte, sind ein optischer Artefakt. Die Fetttröpfchen wirken wie Linsen. Das erkennt man schon daran, dass die Flecken bei allen Kügelchen genau in der Mitte orientiert sind.

Herzliche Grüße
Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Klaus Herrmann

Hallo David,

ich könnte nur mit Samen dienen, aber hier haben wir ja den Spross. Einen Ansatz hätte ich: die Vanille ist ja eine Orchidee. Viele haben doch eine Phalaenopsis zuhause, da hätte man doch Material.
Wir haben Luftwurzeln geschnitten, die sehen aber völlig anders aus. Ich frage mal unsere Orchideenspezialistin Laetitia ob sie Infos hat.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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David 15

Hallo zusammen,

Detlefs Tipp ist natürlich sehr interessant ! Ich habe noch nicht eingedeckte aber bereits auf Objektträger aufgezogene Paraffinschnitte welche ich soeben entparaffiniert und mit Sudan III eingefärbt habe. Bis auf die Cuticula konnte ich allerdings nichts anfärben. Falls Lipide eingelagert wurden, ist dieses höchst wahrscheinlich durch die damit verbundene Einbettung bereits rausgewaschen worden ? Sicherheit würde nur frisches Material geben aber der botanische Garten in Konstanz von dem ich das Material habe ist leider ebenfalls geschlossen.

Da Klaus die Phalaenopsis erwähnt hat: Hat jemand davon Sprossquerschnitte anzubieten bei denen er etwas ähnliches beobachten konnte ?

Liebe Grüße
David
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Fahrenheit

Liebe Pflanzenfreunde,

schade, dass die Botanischen Gärten alle zu haben, aber leider eine notwendige Maßnahme.

Ich denke, Detlefs Hinweis auf Sphaerosome wird passen, auch wenn sie in den 3 Jahre alten und frisch präparierten Schnitten mit Sudan III nicht mehr nachweisbar sind.
An der Stelle im Gewebe sind ja schon Speicherstoffe zu erwarten und wie Stärke spielen da meines Wissens auch die Lipide eine große Rolle.

Den Blütenstiel der "Kaufhausorchideen" habe ich früher ein paar mal geschnitten: dort gibt es nichts dergleichen zu sehen. An den gestauchten Spross der Pflanze kommt man ja nur schlecht heran.


Blütenstiel einer Phalaenopsis Hybriden

Herzliche Grüße
Jörg
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David 15

Hallo zusammen,

dann wird es so sein ! Nochmals danke an Alle für die Hilfe bei der Bestimmung  :)

Wenn ich wieder Zugang zum botanischen Garten habe, werde ich das Thema nochmals aufgreifen.

Liebe Grüße
David
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