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Feintrieb Zeiss

Begonnen von reblaus, November 15, 2009, 13:29:52 NACHMITTAGS

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reblaus

Hallo -

der Feintriebe meines Phomi = ZEISS-Universal gibt beim Spielen mit der Schärfe leise Knarrgeräusche von sich. Ich fürchte Trockenlaufen von Gleitflächen und möchte schmieren.
Hat jemand Hinweise zum Aufbau dieses Feintriebs und Tips? - ich möchte möglichst wenig demontieren, aber für den Notfall bringe ich eine gewisse mechanische Begabung mit.

Gruß
Rolf

Nomarski

Moin,

deutet auf eingetrocknetes Fett an den Reibscheiben hin, die das Achsialspiel der Feintriebachse abfangen.
So könnte man als erstes die Feintriebknöpfe abbauen und dort an den Reibscheiben nachfetten.
Es könnte aber auch von der Spindelmutter kommen, die auf der Feintriebachse hin- und herwandert und dabei für die Endanschläge sorgt. Könnte auch aus dem Hebegetriebe kommen. Bei mir hatte mal die Druckfeder an der Hülseninnenwand solche Geräusche gemacht, weil diese wohl etwas rau war. Nach der Glättung war Ruhe.
Um dort ranzukommen, muß der Getriebekasten abgeschraubt werden. Wenn man schon soweit ist, kann man gleich alles neu fetten. :D

Klaus Henkel

Seien Sie sehr (!) vorsichtig, wenn Sie an den Trieben herumschrauben, auch beim Tischtrieb. Beim Phomi und niversal kann es nur allzuleicht passieren, daß beim trennen von zwei Gegenständen plötzlich eine Spiral- oder sonstige Feder durchs Zimmer fliegt - auf Nimmerwiedersehen.
KH

Nomarski

Da ist nur eine Druckfeder drin. Sie drückt das Spiel zwischen den Zahnflanken weg. ;D

reblaus

Danke für die Tips!

- Habe schon einschlägige Erfahrungen, nachdem ich den Revolverkondensor, dessen Irisblende und den Kondensortrieb demontieren musste.
Ich würde erst mal mit der Feintriebachse beginnen: Wie kriege ich die Knöpfe mit der Skala los? Ich habe schon eine Zeitlang gegenläufig gedreht und dadurch den Drehwiderstand etwas gelockert, aber weiter scheints nicht zu gehen. Die Achse kann ich jetzt gegen Federdruck achsial einen mm bewegen, weiß aber nicht, ob das schon im "Urzustand" möglich gewesen wäre.

Gruß und Dank
RB

Jürgen Boschert

Hallo,

möchte auch etwas zur Vorsicht raten. Bei meinem Phomi hatte (habe) ich auch so ein Geräusch. Habe dann das Instrument zum Richten nach Göttingen geschickt. Die haben alles neu gefettet, alles lief danach problemlos auf jeden Fall besser als vorher - und - das Geräusch war noch immer da und ist es bis heute.

Das entscheidende ist doch, dass der Feintrieb leicht und ohne Spiel funktioniert.

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

Nomarski

Bevor man die Feintriebknöpfe abschrauben kann, müssen erst die Madenschrauben gelöst (am besten herausgedreht) werden, sie sitzen im Bereich der Riffelung. Sind keine sichtbar, dann ist der Feintriebknopf zweiteilig. Es muß dann erst die Kappe mit der Riffelung abgehebelt werden, bevor die Madenschraube zugänglich wird. Auf einer Seite (links) ist diese Kappe meistens aufgeschraubt.

Nomarski

Hier zwei Bilder von der späteren Version:


Auf der linken Seite läßt sich der Feintriebknopf nach Lösen der Madenschraube abdrehen, so daß eine "Kernschraube" zum Vorschein kommt, welche sich nach dem Lösen einer weiteren Madenschraube abdrehen läßt. Um das Achsialspiel einzustellen wird dieser Feintriebknopf nur soweit aufgeschraubt, bis die gewünschte Gängigkeit da ist und danach die Madenschraube angezogen, welche eine Druckbelastung auf die Kernschraube bewirkt.


Auf der rechten Seite ist der Feintriebknopf nach Lösen dieser Madenschraube abzudrehen.
Da die Knöpfe oft sehr festsitzen, braucht man zum Lösen für die Feintriebachse ein geeignetes Spannwerkzeug.

reblaus

Toll -
wollte gerade meine Fotos einbauen - ist jetzt überflüssig.
Also - es ist alles identisch, bis auf die verflixten Madenschrauben. Die sind bei mit weder rechts noch links vorhanden und es ist mir bislang auch nicht gelungen eine Kappe oder den ganzen Knopf abzuziehen, obwohl ich mir das nicht anders vorstellen kann. Der Knopf muss irgendwie aufgesteckt und eingerastet sein, wahrscheinlich braucht man eine Abziehvorrichtung. Ist es die Kerbe zwischen Skalenscheibe und Riffelknopf?
Gruß

Nomarski

Wenn auf der Riffelung keine Madenschraube vorzufinden ist, ist es die wohl ältere "Kappenversion".
Die Trennfuge ist zwischen Riffelung und Skala. Die Kappe ist quasi aufgerastet. Wenn man auf einer Seite gegenhält, dreht und dabei zieht müßte sie losgehen.

reblaus

Heureka -

mit Gewalt die Kappen abgezogen und die Konstruktion bewundert. Welcher Aufwand, nur um die Madenschrauben zu verdecken! Links ist davon nur eine mit Bohrung in der Achse, rechts sind zwei (ohne Bohrung) vorhanden. Die Gängigkeit wird nach Lockern der rechten Madenschrauben durch achsiales Zusammendrücken der Knöpfe gegen eine ringförmige Bronzeblattfeder (unter rechtem Knopf) nach Gefühl und Festziehen der Madenschrauben bestimmt. Eine Gewinde für einen Knopf um zu Dosieren ist nicht vorhanden. Da hat man wohl beim Nachfolgemodell die bei den Knöpfen eingesparten Kosten in ein Gewinde investiert.

Da außer dem leisen Knarren alles sehr sanft und geschmeidig läuft, habe ich zunächst auf weiteres Zerlegen verzichtet. Nomarskis Hinweis mit dem Knarren der Druckfeder kommt mir vom Sound her am wahrscheinlichsten vor, die Erfahrung von JB mit dem Service sagt mir auch, dass ich wohl beruhigt damit leben kann.

Gruß und Dank an alle Mitwirkenden!
Rolf

Nomarski

Um dahinterzukommen, wo das Knarren nun herkommt, müßte der Service den Triebkasten mehrfach zerlegen. Für die dabei entstehenden Kosten (Stundensätze) kann sich JB ein nagelneues Axiophot kaufen. ;D
Wichtiger dagegen ist, daß die Führung vom Feintrieb leichtgängig ist und keinesfalls klemmt, da sonst das Ritzel im Hebegetriebe Schaden nehmen könnte. Das Hebegetriebe hat übrigens gewisse Ähnlichkeit mit einem Uhrwerk. Ich nehme an, daß Herr Henkel deswegen vor dem Wegfliegen irgendwelcher Spiralfedern gewarnt hat. Diese sind dort jedenfalls nicht verbaut, sondern lediglich eine Druckfeder, die unter nicht all zu hoher Vorspannung steht.

Jürgen Boschert

Hallo,

ich hatte damals explizit auch angegeben, dass das Mikrometer-Uhrwerk ausgetauscht werden darf; das ist ein vormontiertes Teil, das unten in den
Triebkasten eingesetzt ist und - überraschenderweise - vergleichsweise wenig gekostet hätte ( so um die 150.- € ). Stattdessen haben die tatsächlich einfach alles auseinandergenommen ( natürlich nicht das Uhrwerk in seine Einzelteile zerlegt ), gereinigt und neu eingefettet. Ich habe nicht behauptet, dass das billig war; ich habe dafür um die 350.- Euronen ( ohne Verpackung und Versand  ! ) gelöhnt, aber es war mir einfach zu heiß das selbst zu machen.

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

Nomarski

Hallo,

das Mikrometer-Uhrwerk ist relativ einfach aufgebaut, es besteht aus wenigen Zahnrädern. Ein Weckerwerk ist wesentlich komplizierter aufgebaut. Zum Glück sind diese Getriebe beim GFL, WL, Universal und Phomi gleich. ;)
Nur zu den alten Zeiss-Winkel-Stativen hat es kleine Unterschiede gegeben.

reblaus

Mon dieu !

- ein Zahnradgetriebe! Und ich habe in meiner Naivität gedacht, da wird per Spindel auf der Feintriebachse ein flacher Keil unter eine Rolle geschoben (oder so ähnlich).

Danke für die Aufklärung, ich habe das Gefühl, dass ich mit diesem historischen Apparat noch öfter Forumsmitglieder nerven muss!

Gruß
Rolf