Dosisleistung/Wirksamkeit einer UV-LED

Begonnen von Reinhard, Oktober 22, 2020, 10:19:02 VORMITTAG

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Peter V.

Hallo,

was spricht dagegen, die Maske einfach in den Backofen zu legen?

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Lupus

Zitatwas spricht dagegen, die Maske einfach in den Backofen zu legen?
nichts, ich mache das auch so. Aber die Temperaturregelung liegt ziemlich daneben (gemessen!), da kann schnell mal 20°-30° C höhere Temperatur im Ofen sein als eingestellt.

Hubert

Thomas M

Hallo Reinhard,

um auf Deine ursprüngliche Frage zurückzukommen:

Zitat von: Reinhard in Oktober 22, 2020, 10:19:02 VORMITTAG
... Wäre es vorstellbar, eine (fraglich) viral oder bakteriell besiedelte (teure)
FFP-Maske dadurch zu desinfizieren, daß man eine UV-LED für einige Zeit mit geringem Abstand
auf die Maske richtet?
...

Das Problem ist eben die Schattenbildung, die vom Design der Maske und/oder der Struktur des Filtersystem abhängt.

Das findest Du auch so im "Technical Report" des ECDC (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten); siehe dort auf Seite 4:

https://www.ecdc.europa.eu/sites/default/files/documents/Options-for-shortage-of-surgical-masks-and-respirators.pdf

Ansonsten kannst Du auch noch weitergehende Informationen zu UV-Bereich, Dosis und Wirksamkeit in der dort zitierten Primärliteratur finden.

Mit besten Grüßen
Thomas

Reinhard

Hallo zusammen,

mein resumée:

UV-C:  für den laienhaften Ansatz weniger geeignet,
waschen und erhitzen:  zumindest nicht ohne unkontrollierbare Veränderung der Maskenstruktur zu riskieren.
trockenes Erhitzen auf 70-80 °C:  für Corona absolut ausreichend!
   siehe:
https://studium.hs-ulm.de/de/Seiten/THU_Corona_Desinfektionstechniken.aspx  (Info von Hubert!)

Wenn nun noch ein Mikrobiologe etwas dazu sagen könnte, inwieweit die "übliche" Mundflora ("strept. viridans" und Co)
sich von 80°C zumindest beeindrucken liesse, wäre das hilfreich.
Wenn ja, bräuchte man nicht weiter nach Alternativen zu suchen.

Meine Variante für FFP2-Masken wäre dann:
nach jedem längeren Tragen (>30 min) die Maske bis zu 10 min bei 80°C im Wärmeschrank behandeln.

Wenn das für die Mundflora nicht reicht, könnte man sozusagen adjuvant vor jedem Aufsetzen der Maske mit einem Schluck "Frühstückskorn"
("Penny") vordesinfizieren, um die "Keimlast" der Maske herabzusetzen.

Viele Grüße
Reinhard
seit wann ist Kunst ein Fehler ?



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www.mikrochemie.net

Bernhard Gutwenger

Hallo Mikroskopiker,

Nützt es etwas, die Maske nach dem Tragen mit Wundspray einzusprühen und
trocknen zul lassen ? Ist natürlich nicht die billigste Methode.

Grüsse
Bernhard G.

Reinhard

Hallo Bernhard,

hier bestünde dann wieder eine gewisse Gefahr, daß sich durch Alkohol oder andere Desinfizientien die
Feinstruktur der Maske bis zur Unbrauchbarkeit verändern könnte.

Viele Grüße
Reinhard
seit wann ist Kunst ein Fehler ?



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www.mikrochemie.net

Jürgen Boschert

Hallo Bernhard und Reinhard,

es besteht noch ein anderes Problem: Die üblichen Desinfektionsmittel wirken nur antibakteriell und nicht antiviral !
Beste Grüße !

JB

reblaus

Na ja - was ist denn in denn Willkommensgrußflaschen vor dem Supermarkt enthalten ?

mikropit

Hallo, wie wäre eigentlich die Desinfektion in der Mikrowelle? Da müssten doch eigentlich die Viren zerstört werden, weil die doch wohl auch Wassermoleküle enthalten.
Peter - mikropit
mikropit

Lupus

Hallo Peter,

ZitatHallo, wie wäre eigentlich die Desinfektion in der Mikrowelle?
das Problem der Mikrowelle ist dass die Filterfasern sich unkontrolliert lokal überhitzen können, da die Feldstärke im Ofen nicht homogen ist. Bei einer Flüssigkeit oder einer Portion Essen spielt das eine geringere Rolle weil die Wärme sich dort gut durch Wärmeleitung verteilen kann. Außerdem könnte sich der Filter schon deswegen inhomogen erhitzen weil er durch die Nutzung eventuell unterschiedlich feucht ist.

Hubert

Peter V.

#25
Hallo Jürgen,

Zitat von: Jürgen Boschert in Oktober 23, 2020, 18:00:47 NACHMITTAGS
Hallo Bernhard und Reinhard,

es besteht noch ein anderes Problem: Die üblichen Desinfektionsmittel wirken nur antibakteriell und nicht antiviral !

leichter Widerspruch meinerseits: Coronaviren sind behüllte Viren, denen man tatsächlich mit Detergentien (also Handwaschung mit Seife) in gewisser Weise den Geraus machen kann. Für behüllte Viren (für unbehüllte gilt das nicht) reichen in der Regel "begrenzt viruzide Desinfektionsmittel" - also z.B. schlicht Äthanol 70% oder Isoproanol.

ZitatNa ja - was ist denn in denn Willkommensgrußflaschen vor dem Supermarkt enthalten ?

Das frage ich mich allerings auch!!   :-\ :D  Eigentlich sollten soche Desinfektionsmittel eben nach Alkohol riechen, vielleicht ein wenig brennspiritusartig. Diese Mittel an dem Supermarkteingängen stinken oft erbärmlich. Uaaahhhh!! Keine Ahnung, was und zu welchem Zweck (Parfümierung? Vergällung?) da hineingemischt wird. Ich benutze dieses "Zeug" jedenfalls nicht - schon deshlab nicht, weil jeder mit seinen Pfoten auf diesen viel zu kleinen "Drückern" herumtatscht. Und man manchmal stundenlang den ekelhaften Geruch der dubiosen Ingredienzen nicht von den Händen bekommt.

Leider sind bisher marktübliche Desinfektionsmittel renommierter Firmen wie Braun, Ecolab etc. schon seit Pandemiebeginn - also über ein halbes Jahr - selbst für Ärzte im normalen Medizinbedarfshandel nicht mehr erhältlich (kein Ahnung, wo die seitdem hingeliefert werden..) und anscheinend darf und kann mittlerweile jede kleine "Klitsche"  Desinfektionsmittel herstellen.

Ich selbst benutze nach wie vor in kleinen "Kitteltaschenfläschen" abgefülltes Marken-Desinfektionsmittel, von dem ich mir zu deutlich überhöhten Preisen (qausi Schwarzmarktpreisen) den Bedarf für meine Praxis beim Amazon und Ebay(!!) besorgt habe. Irre Zeiten..

Herzliche Grüße
Peter


Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

wilfried48

#26
Zitat von: Reinhard in Oktober 23, 2020, 15:31:27 NACHMITTAGS
...
waschen und erhitzen:  zumindest nicht ohne unkontrollierbare Veränderung der Maskenstruktur zu riskieren.


Hallo,

in der ersten Zeit der Corona Pandemie als die Masken in Kliniken noch knapp waren, haben wir im Institut vom Klinikum ffp2 und ffp3 Masken der Firma 3M zur Untersuchung bekommen, die das Klinikum bis zu 5 mal durch den Dampfsterilisator gejagt hatten. Wir konnten im Rasterlektronenmikroskop keinen nennenswerten Unterschied in der Materialmikrostruktur im Vergleich zu neuen Masken feststellen. Auch der Test des Rückhaltevermögens für Partikel bis herunter zu 300 nm mit dem Laserpartikelzähler ergab keinen Unterschied zu neu.
Im vom Klinikum beauftragten Test nach der EU Norm für FFP Masken bei einem unabhängigen zertifizierten Labor ist keine einzige der wiederaufgearbeiteten Masken durchgefallen. Wobei das Labor im Blindversuch beauftragt wurde, das heisst sie wussten nicht ob sie gerade eine neue oder eine dampfsterilisierte Maske im Test hatten.
Auf der Internetseite der Firma 3M steht trotzdem, dass die Masken wegen möglicher Materialveränderung nicht wiederaufgearbeitet werden sollten und die Gewährleistung erlischt.
In diesen Notzeiten hatten die Kliniken eine Sondererlaubnis des Gesundheitsministeriums sterilisierte Masken wiederzuverwenden, solange nicht genügend neue beschafft werden konnten.
Heute ist das alles Schnee von gestern und die Masken werden wieder weggeschmissen.
Meine Baumwollmasken, die ein Vlies aus der Staubsaugertechnik enthalten, das locker mindestens ffp2 entspricht, haben alle schon
ca. 20 Reiniungen (kurzes Aufkochen in Feinwaschmittellauge , Spülen, und Trocknen im Backofen bei 90 grad) hinter sich.
Stichprobenartig messe ich noch manchmal mit dem Laserpartikelzähler bei 300 nm und sehe noch keinen Abfall im Rückhaltevermögen.
Manche Filterhersteller werben ja damit dass ihr Filtermaterial elektrostatische Ladungen trägt und deshalb bei feinen Teilchen kleiner 500 nm besonders wirksam sei und daher möglichst nicht mit Wasser behandelt werden sollten. Dieses Argument halte jedoch auf Grund der Tatsache, dass die Maske von der Atemluft auch schnell durchfeuchtet wird, für wenig zielführend.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Gereon

#27
Guten Tag zusammen.

Ich lese hier immer wieder, dass Befürchtungen bezüglich Veränderungen der Feinstruktur von Masken durch die Desinfektion bestehen und diese Struktur bei FFP2- und FFP3-Masken sogar im REM untersucht wurde.
Wenn die Maskenstruktur so dicht wäre, dass Viren dadurch behindert würden, stiege der Atemwiderstand in´s Unermessliche und kein Mensch könnte sie länger tragen. Deshalb werden die Filtermaterialien bei der Produktion (durch recken) mit einer elektrostatischen Aufladung versehen. Hier ein Zitat aus dem uvex x-pertblog:

"Eines der wichtigsten Komfortmerkmale bei Atemschutzmasken ist der Atemwiderstand, also der Widerstand, den der Träger beim Ein- und Ausatmen spürt – und der ihn dabei belastet. Um den Atemwiderstand gering zu halten, muss das Filtermaterial einerseits luftdurchlässig sein, andererseits aber auch die Partikel filtern. Aus diesem Grund wird das Filtermaterial mit einer elektrostatischen Ladung versehen. Diese sorgt dafür, dass Partikel, die aufgrund ihrer kleinen Größe eigentlich durch das Filtermaterial hindurchfliegen würden, am Material haftenbleiben."

Und hier kommt jetzt der Knackpunkt: Diese Aufladung wird durch Feuchtigkeit abgebaut. Dafür reicht auf Dauer schon die Feuchtigkeit der Atemluft. Das ist der Grund dafür, dass diese Masken Einwegartikel sind. Wer den Effekt beschleunigen möchte, kann die Maske natürlich auch waschen - ob mit oder ohne Detergenzien ist dabei egal. Und ich bezweifle, dass die elektrostatische Ladung ihre Anwesenheit unter dem REM verrät ;).

Da ist wahrscheinlich die Bestrahlung wesentlich schonender, wenn sie auch wirklich (fast) alle Bereiche der Maske erreicht, also zumindest gleichmäßig aus allen Richtungen erfolgt. Nun ist aber die desinfizierende Wirkung umso größer, je energiereicher die Strahlung ist. Deshalb sind die, im Vergleich zu UV-A Strahlen, kurzwelligeren UV-C Strahlen auch wirksamer. Aber damit kommen wir dann in den Bereich der ionisierenden Strahlen. Und das heißt, es werden freie Elektronen erzeugt, die wieder den Ladungsausgleich beschleunigen und damit die elektrostatische Aufladung des Filters torpedieren. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Aber auch ohne diesen Effekt bleibt ja noch das Problem mit der feuchten Atemluft  :(. Also bauen wir besser noch eine Kühlfalle in die Maske ein und leiten das Kondensat nach draußen ;).

(Angesichts des Wissens um die zeitlich begrenzte Wirksamkeit der FFP-Masken hat es mich auch furchtbar aufgeregt, dass ein Herr Wolfgang Kubicki in einer WDR 5 Sendung unwidersprochen lauthals erzählte, jeder könne sich selbst wirksam vor Corona schützen, er brauche sich nur eine FFP2-Maske zu beschaffen. Deshalb sei die ganze Diskussion um coronabedingte Einschränkungen der persönlichen Freiheit unsinnig.)

Viele Grüße

Gereon

Werner

Firmen wie 3M usw. würden ja einen betriebswirtschaftlich groben Fehler begehen, wenn sie eine mehrfache Desinfektion ihrer Masken erlauben würden.
Nach jedem Gebrauch soll eine frische Maske GEKAUFT werden.

Die von Wilfried erwähnte Untersuchung dürfte auch nicht publik gemacht werden, das schädigt deren Geschäft.

Gruß - Werner


Lupus

Hallo,

dass die Filterwirkung von Elektretfiltern - und darum handelt es sich bei Markenprodukten von FFP2 und FFP3 Masken - durch (Atem-)Feuchtigkeit, organische Lösungsmittel und im Übrigen durch die kontinuierliche Staubaufladung während längerer Nutzung nachlässt, wurde in verschiedenen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen, da geht es nicht um das Geschäftsinteresse einzelner Hersteller. Daher wurde von 3M auch nur eine sehr moderate Häufigkeit von Aufbereitungen als technisch möglich beschrieben. Was natürlich nicht heißt dass die Wirkung sachgerecht aufbereiteter Masken dann schlechter ist als die einfacher Baumwollmasken.

Hubert