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Dachboden-Fund

Begonnen von micha.a, Oktober 31, 2020, 11:05:03 VORMITTAG

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micha.a

Ein freundliches Hallo an alle Forumsteilnehmer!

Ich habe von meinen Eltern ein Mikroskop bekommen, das auf deren Dachboden lagerte. Es ist ein altes Zeiss-Mikroskop, schätzungsweise 50er-Jahre (?) und mein Vater sagte, dass es für metallurgische Untersuchungen benutzt wurde und dafür Einzelteile für Dunkelfeld-Mikroskopie enthält. Auch gibt es ein Messokular und eine Erweiterung zum Anschließen einer Kamera, des weiteren eine Lampe, wo aber die Glühbirne fehlt. Ich habe ein paar Fotos angehängt, damit man sehen kann, wovon ich spreche.

Bei den Objektiven und den Okularen ist es nicht so gut bestückt, da habe ich aber gesehen, dass man bei ebay immer mal wieder ein einzelnes Teil für akzeptables Geld nachkaufen kann.

Ich selbst mache gern Makrophotographie und kann mir daher gut vorstellen, auch in die Mikrophotographie irgendwann einzusteigen. Meine Kamera passt aber definitiv nicht an den Anschluss.

Meine Hauptfrage ist nun: Ist dieses Gerät so speziell, dass man damit eigentlich nur metallurgische Beobachtungen machen kann oder eignet es sich auch für (noch nicht so genau determinierte) andere Beobachtungszwecke?

Mit freundlichen Grüßen
Michael

deBult

Very Nice find !

The main use is for looking at specimens for "above" (top lighting): so metal and rock samples and small insects etc.

Not sure about the lamp bulb required : but a common one for Zeiss is listed here:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=38865.0

Best, Maarten
Reading the German language is OK for me, writing is a different matter though: my apologies.

A few Olympus BH2 and CH2 stands with DIC and phase optics.
I used to say "The correct number of scopes to own is N+1 (With N is the number currently owned)", as a pensioner the target has changed to n-1.

Kay Hoerster

Hallo Michael,

zuerst einmal willkommen im Forum...ein spezielles aber dennoch gut nutzbares Mikroskp hast Du da, es ist ein Epignost der ersten Generation.
Hier ein Link zur Anleitung (https://www.mikroskop-online.de/Mikroskop%20BDA/30-677-1.CZ%20%20EPIGNOST.pdf), die sicherlich vorab ein paar Fragen erklären wird. Ansonsten gibt es hier im Forum den ein oder anderen, der sich mit Zeiss Jena Mikroskopen und insbesondere den älteren schwarzen gut auskennt. Bei mir sind es ehr die neueren grauen und z.T. die CF-250 (unendlich) Serie. Aber auch bei den grauen gab es das Epignost, welches auch bei mir im Regal steht. Im Gegensatz zu dem schwarzen ist es aber mit einem 4-fach Revolver ausgestattet.

Falls weitere Fragen sind wird Dir hier sicherlich umfassend und gern geholfen.

Viel Spass bei der Lektüre und im Forum,

viele Grüße Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay

Gerd Schmahl

#3
Hallo Michael,
dieses Gerät ist für alle möglichen Auflichtuntersuchugen geeignet, u.a. für metallurgische. Die vonMaarten verlinke Lampe passt da nicht.Du brauchst eine NARVA 6V/15W mit Schraubgewinde, aber natürlich auch einen entsprechenden Trafo oder ein Labornetzteil, das die geforderten Kennwerte darstellen kann. Bei der Glühbirne musst Du darauf achten, dass es eine Flachwendel-Birne ist. Es gibt sehr ähnliche Birnen mit gleichen leistungsmerkmalen, die aber eine Spralwendel haben.
Sicher läßt sich auch Deine Kamera adaptieren, ob sie dafür geeignet ist, ist aber eine andere Frage. Du mußt auch bedenken, dass das Gerät nur einen (Grob-)Trieb hat. Den fehlenden Feintrieb würdest Du spätestens beim Stäcken vermissen. Es ist nur für mittlere Vergrößerungen geeignet. Das K 2,5:1-Projektiv musst Du Dir warm halten. Das ist sehr gesucht, weil des die richtige Projetionsgröße für ASP-Sensoren liefert. Für eine Vollformatkamera ist das 4:1 das richtige.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Gerd Schmahl

Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

micha.a

Hallo an alle und vielen herzlichen Dank für die Antworten, thanks to Maarten. Da habe ich was zu lesen und zu lernen.

Eine Frage an Gerd: Ich habe eine SONY Alpha 6600 mit APS-C-Sensor, ist dieser Sensor gemeint gewesen als der richtige für das 2,5:1-Projektiv? Ich muss erstmal die verlinkten Dokumente lesen, dann weiß ich vielleicht auch, was das für ein Anschluss ist und ob es da was für den Sony-e-Mount gibt.

Beste Grüße
Michael

Kay Hoerster

Hallo Michael, der von Dir in Bild 2 gezeigte Fotoanschluss dürfte ein Exakta (Varex)-Bajonett sein. Für die Sony E-mount Kameras gibt's da sogar Adapter...also für den Anschluss einer Kamera sollte erstmal alles vorhanden sein. Viele Grüße Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay

Gerd Schmahl

#7
Hallo Michael und Kay,
ich weiß nicht, ob die EXAKTA und die SONY das gleiche Auflagemaß haben. Das müsste man prüfen um Perfokalität zu gewährleisten.
Bild 3 zeigt übrigens ein Meßschraubenokular. Das ist eine feine Sache zum exakten Vermessen von Objekten.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

beamish

Hallo Gerd,
der Adapter Sony auf Exacta gleicht das Auflagemaß aus. Die spiegellosen haben ein so geringes Auflagemaß, daß man über entsprechende Adapter fast alles dranhänhen kann.
Grüsse
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

micha.a

Hallo an alle,

nach den vielen sehr hilfreichen Antworten habe ich das Mikroskop nun begonnen zu "verstehen". Habe alles vorsichtig gereinigt und Öl an die Stellen gemacht, wo es hingehört und dann ein bisschen gespielt. Erstes Objekt war einer der Scharniere an einem Holzkasten, da hat sich Grünspan (?) gebildet. Mit dem Projektiv 2,5:1 an der richtigen Stelle (vorher hatte ich es einfach als Okular genutzt) konnte ich dann auch mal die Kamera ohne Objektiv drüberhalten (im wahrsten Sinne des Wortes, ich habe ja noch keinen Adapter), und - naja, die Lampe geht ja auch noch nicht, also dient das Handy-Flashlight als Beleuchtung - ein paar erste Fotos machen.. siehe unten. Ist völlig verrauscht, weil ich das Foto per Hand gehalten gemacht habe und daher einen hohen ISO-Wert habe, es ist also noch viel Luft nach oben, aber ich freue mich trotzdem wie Bolle..

Bei dem ehemaligen Buchhändler habe ich das hier als Adapter gefunden, könnte das passen?

https://www.amazon.de/EBTOOLS-EXA-NEX-Manueller-Fokussieradapterring-Exakta-Objektiv-default/dp/B07MJX1VQ8/ref=sr_1_2_sspa?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=Exakta-Bajonett+e-mount&qid=1604191495&sr=8-2-spons&psc=1&spLa=ZW5jcnlwdGVkUXVhbGlmaWVyPUExVVJNS1NLOFNUVlBQJmVuY3J5cHRlZElkPUEwMTM2ODA1SzVUMFdMVU1STUM1JmVuY3J5cHRlZEFkSWQ9QTA2NTA2MTBFSDFFOTg3U000QVEmd2lkZ2V0TmFtZT1zcF9hdGYmYWN0aW9uPWNsaWNrUmVkaXJlY3QmZG9Ob3RMb2dDbGljaz10cnVl

(Ich hoffe, ich habe jetzt nicht gegen eine Forumsregel verstoßen, dass man keine links dahin setzt oder so.)

Vielen Dank nochmal und beste Grüße
Michael

othum

#10
Hallo Michae,

Du bist da in vielerlei Hinsicht auf dem richtigen Weg!

Bei dem Adapter möchte ich mich nucht zu weit aus dem Fenster lehnen, da ich nicht weiss, ob es da vielleicht noch feine Varianten gibt, aber grob gesagt ist das der richtige Adapter. Experten der Exa- oder Sony-Fraktion können das aber besser bestätigen.

Aber auch bei der Beleuchtung machst Du die richtigen Schritte. Die einfachste in Auflichtmikroskopen vorgesehene Auflichtbeleuchtung, das sogenannte "Auflicht-Hellfeld" (AL-HF), ist für Deine Zwecke kaum zu gebrauchen. Mir fällt ehrlicherweise kaum eine sinnvolle Anwendung für diese Technik ein. Sinn macht sie, wenn sie weiter entwickelt wird, zum Beispiel für die Polarisation, Fluoreszenz oder DIK. Dann sind aber immer zusätzliche Filter im Strahlengang, die das unterdrücken, was Du im normalen AL-HF fast ausschließlich siehst: Reflektion.

Du schreibst, dass Du auch eine Einrichtung für AL-Dunkelfeld hast, das macht es deutlich besser! Hast Du denn auch die passenden Objektive dazu? Dann fehlt Dir tatsächlich wohl nur die Lampe um loszulegen.

Wenn nicht, kann man sich für Deine Zwecke (Mikrofotografie) sehr gut mit externen Lichtquellen behelfen. Viele Foristen hier machen as so, unter "Mikrofoto-Forum" findest Du reichlich Beispiele, insbesondere von Insekten. Unser Mitforist Gerhard Zimmert (dessen Buch über Mikrofotografie ich sehr empfehlen kann, gerade als Einstieg!) nutzt zum Beispiel Kalteuchten mit Glasfaserleitungen. das ist sicher eine (ideale) Luxusvariante. Es geht aber auch mit bescheideneren Mitteln: Hier im Forum findest Du sehr oft die Verwendung von einfachen LED-Lampen/Strahlern aus dem schwedischen Möbelhaus. Drei davon rund um das Mikroskop platziert und Du hast für unter 50€ schon eine sehr ordentliche Beleuchtung. Andere benutzen LED-Ringlichter, der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Man kann da mit Haushaltsmitteln ganz viel basteln!
Ich selber benutze LED-Streifen und eine zugeschnittene Plexiglasröhre als Diffusor
(habe ich hier beschrieben: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=16976.msg273263#msg273263).

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Spaß mit Deinem neuen Spielzeug! Wie Du siehst, kriegst Du hier auf fast alle Fragen kompetente Antwort.

Bete Grüße, Oliver
Zeiss Axiovert S100 HF/Ph/DF, Auflicht-FL
Zeiss Axioskop 50 HF/Ph/Pol, Auflicht-HF/DF/Pol
Kamera: Pentax K-1

Kay Hoerster

Hallo Michael,

soweit ich sehen kann, ist es der passende Adapter. Du kannst aber auch bei ebay oder ebay kleinanzeigen unter den Suchworten 'exa nex' bzw. 'exa sony' einige Exemplare finden...das Exa-Bajonett mit seinem seitlichen Arretierhebel ist schon sehr charakteristisch und leicht zu identifizieren. Und ja, die Adapter sind so aufgebaut, dass sie, am Sony Kamerabody (mit E-mount, Auflagemass 18 mm)) angesetzt, dann das gleiche Auflagemass (Distanz der Objektiv-Anlagefläche am Kamerakörper bis zur Film-/Sensorebene) haben, wie die ursprüngliche Exakta Kamera (Auflagemass 44,7 mm). Es ist also 'nur' ein mechanischer Tubus mit frontseitigem (weiblichen) Exakta-Bajonett und kamerasetigem (männlichen) Sony E-mount von knapp 44,7 mm - 18 mm = 26,7 mm Länge (vereinfacht gesehen). Der optisch-mechanische Abgleich ist somit gegeben.

Viele Grüße
Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay

Carsten Wieczorrek

Hallo,

ich habe zwar viel Jena, aber das Epignost selber kenne ich nicht. Da es aber ein Auflichtmikroskop ist und in der Teilesammlung der AF-Dunkelfeld-Kondensor Nr. 8 dabei ist, wird es wohl auch Dunkelfeld können.

@Oliver
ZitatMir fällt ehrlicherweise kaum eine sinnvolle Anwendung für diese Technik ein. Sinn macht sie, wenn sie weiter entwickelt wird, zum Beispiel für die Polarisation, Fluoreszenz oder DIK. Dann sind aber immer zusätzliche Filter im Strahlengang, die das unterdrücken, was Du im normalen AL-HF fast ausschließlich siehst: Reflektion.
POL und DIK sind natürlich gut (oder Interphako  ;D), aber einfaches Auflicht geht auch sehr gut bei metallischen Objekten. Erinnere Dich an die hier gezeigten Chip-Fotos. Für Steine und biologische Objekte macht es natürlich keinen Sinn.

Schönen Sonntag
Carsten
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

othum

Zitat von: Carsten Wieczorrek in November 01, 2020, 12:33:07 NACHMITTAGS
POL und DIK sind natürlich gut (oder Interphako  ;D), aber einfaches Auflicht geht auch sehr gut bei metallischen Objekten. Erinnere Dich an die hier gezeigten Chip-Fotos. Für Steine und biologische Objekte macht es natürlich keinen Sinn.

Hallo Carsten,

Ich gebe zu, dass das nicht meine Spezialität ist. Aber ich meine mich zu erinnern, dass auch Chips unter meinem Mikroskop in AL-DF oder AL-POL deutlich "interessanter " waren, als im HF. Aber da kann ich mich irren und es kann selbstverständlich auch andere sinnvolle Anwendungen geben, die ich nicht kenne.

Für Michas angedachte Anwendungen sind wir uns aber einig ;)

Beste Grüße, Oliver
Zeiss Axiovert S100 HF/Ph/DF, Auflicht-FL
Zeiss Axioskop 50 HF/Ph/Pol, Auflicht-HF/DF/Pol
Kamera: Pentax K-1

micha.a

Hallo,

mit AL-HF, AL-DF und Polarisation komme ich noch mit, DIK habe ich bei Wikipedia gefunden als "Differentialinterferenzkontrast" und als noch zu weit weg von dem was ich verstehe abgelegt, aber Iphako ist mir zu hoch.

Ich habe eigentlich noch keine festen Mikroskopierabsichten. Bei der Makrophotographie sind es bislang Insekten und Blütenteile, daher werde ich wohl auch beim Mikroskopieren auf solche Objekte hinarbeiten. So richtig habe ich noch nicht verstanden, ob das Mikroskop dafür geeignet ist. Habe auch noch keine tote Fliege gefunden, die ich mal anschauen könnte. Aber mit "kreativer Beleuchtung" denke ich, auch das eine oder andere Objekt betrachten zu können. Wenn sich meine Interessen da genauer entwickelt haben oder ich von alleine auf eine Grenze stoße, werde ich mal wieder nachfragen, welches Mikroskop dafür gut geeignet ist. Es gibt da für mich viel zu lernen.

Für AL-DF sind eigentlich alle Teile da, für Polarisation fehlt wahrscheinlich der Polarisator und Analysator, so wie ich das oben verlinkte Dokument verstehe. Eine Anwendung wäre wohl wie in der Photographie, unerwünschte Reflexionen herauszufiltern.

Kann mir jemand einen Tip geben, wie ich die Teile auf dem Foto aus der Holzkiste bekomme, ohne etwas zu zerstören? Die sind recht festgebacken und einfaches Ziehen half bisher nichts.

Ansonsten besten Dank für das zahlreiche Interesse und die Hilfe.
Grüße - Michael