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Fischschuppen

Begonnen von Gerd Schmahl, Januar 08, 2021, 20:53:28 NACHMITTAGS

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Gerd Schmahl

#15
Hallo Heiko,
da muss ich also mal wieder Aal essen. Ich bin ja mit Aal aufgewachsen direkt am Schaalsee. Meine Eltern hatten immer die ersten Frühkartoffeln in der Gegend und der Fischer hatte Aal. Also kam man schnell ins damals übliche Tauschgeschäft, zumal diese beiden Lebensmittel auch sehr gut zusammen schmecken.
Interessant finde ich ja, dass die Parkettierung, die die Schuppen auf der Haut bilden, sich noch einmal so ähnlich auf der Schuppe selber findet. Danke für diese tolle Anregung!
Was ich mir auch bei nächster Gelegenheit anschauen will sind die Kammschuppen der Barsche. An Hai- oder Rochenhaut mit ihren Placoidschuppen kommt man wahrscheinlich hierzulande nicht so leicht.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

andr_brno

Hallo Gerd,
Liebes Forum,
dann darf ich nach dem heutigen Sonntagsmahl noch die Schuppe einer Goldbrasse beisteuern, frisch vom (F)Tisch. Sie hat viele kleine Zähnchen auf der Schuppe und drei Reihen großer Zähne am Rande - der Fisch ist wehrhaft bis ins mikroskopische Detail (Was jeder bestätigen kann, der der Rückenflosse aus der falschen Richtung kam..).
Die Bilder sind mit dem Leitz ICT aufgenommen, durch die Lambda-Platte (de Senarmont) vor dem Prisma kann man dieses Präparat in den schönsten Farben einfärben.
1 und 2 Die Oberfläche der Schuppe, 3 und 4 der gezahnte Rand.
Das nächste Mal gibt es auch einen Maßstabsbalken, wird schon.
Grüße
Andreas

Gerd Schmahl

Hallo Andreas,
auch ein sehr interessanter Fisch!
Zitat von: Wikipedia, Goldbrassedie Bezahnung besteht aus kräftigen Mahlzähnen.
Das ist ja auch etwas, was ich von keinem Süßwasserfisch kenne. Im Meer gibt es dagen zahlreiche Schalen- und Krustentierfresser, die Mahl- oder Knack-Zähne haben. War der Kopf noch dran, als Du den Fisch bekommen hast.
Dieser Faden entwickelt sich sehr vielgestaltig. Ich habe für morgen Aal bestellt. Da will ich auch noch mal Schuppen ernten.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Gerd Schmahl

#18
Hallo,
der Aal war lecker und seine Schuppen sind wirklich eine Augenweide. Dabei sind die Schuppen ganz anders als andere Fischschuppen, die ich kenne: Sie sind ganz weich, fast hautartig. Und sie sind von der Haut mit den Pigmentzellen vollkommen bedeckt. Mit einer Lanzettnadel, lassen sie sich leicht herausreißen.

Hier ein Hellfeldbild:


Aber so richtig Spaß macht auch hier der Polarisationskontrast mit Rot1:


Diese beiden Aufnahmen habe ich aus 2 Fotos gestitcht, weil die Schuppe ein ganz kleines Bischen zu zu groß war für des 4er Objektiv

Hier noch eine Detailaufnahme mit dem SPlanApo10:


...und mit dem 20er:


Interessant finde ich, dass man beim Aal die Jahresringe an den Schuppen sehr gut erkennt, besser als z.B. bei Saibling oder Regenbogenforelle. Mein Exemplar sollte somit ca. 6..7 Jahre alt gewesen sein, wobei ich nicht weiß, ob die Schuppen schon die Larvenstadien mit repräsentieren. Ich denke eher nicht, denn schließlich wandern die Aallarven ca, 3 Jahre von der Saragossasee bis in die Binnengewässer.

Hallo Heiko,
Besten Dank für die Anregung! Deine Bilder sehen etwas anders aus. War das ein geräucherter Aal? Ich habe "Grünen Aal", also frisch und unbehandelt bestellt und den dann abgezogen und gebraten. Die Haut habe ich halbiert und eine Hälfte eingefrohren, für spätere Präparationsversuche. Ich will versuchen, in den nächsten Tagen Dauerpräparate herzustellen

Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Heiko

Hallo Gerd,
da sind Dir hervorragende Aufnahmen gelungen, Kompliment.
Bei ,,meiner" Räucherschwarte waren die Schuppen nicht (gut) ablösbar.
Aufnahmen, wie Du sie zeigst, habe ich nur ,,singular" im Netz gefunden.
Viele Grüße,
Heiko

Siegfried

Hallo Gerd
Erste Sahne, deine Aufnahmen. 8)
Mal wieder ein Ansporn für mich.
   Gruß von Siegfried

güntherdorn

bei der zahl der "ringe" ist drauf zu achten, ob es tropische oder einheimische fische sind.
vermutlich haben `tropen´ doppelt so viele "ringe".
ciao,
güntherdorn
- gerne per du -
günther dorn
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=444.0
www.mikroskopie-gruppe-bodensee.de
gildus-d@gmx.de

Gerd Schmahl

Hallo Günther,
das Thema mit den "Jahresringen" bei den Fischschuppen ist nicht ganz so einfach, wie die gezeichneten Abbildungen, die man dazu findet, vermuten lassen. In Bezug auf den Aal habe ich gelesen, dass er erst im Alter von 2..3 Jahren anfängt überhaupt Schuppen zu bilden und in Bezug auf andere Arten ist es mir oft nicht möglich gewesen, diese Jahresringe überhaupt sauber abzugrenzen. Eventuell gibt es eine Färbemethode, die dichteres und weniger dichtes Gewebe differenziert, aber so weit habe ich mich nicht in die Materie begeben. Mich begeistert vor allem die Ästhetik dieser über Millionen von Jahren verfeinerten Konstruktion.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

peter-h

Experimente mit einer Aalschuppe.

Nachdem ich von Gerd ein fertiges Präparat erhalten habe, mußte ich sofort einige Versuche mit POL und DIC anstellen. Je nach Zusatzplättchen (Glimmer) sind im POL fast alle Farben möglich. Das hellt wenigstens das Gemüt in der grauen Zeit auf. Mit DIC und Rot 1 gibt es wieder neue Eindrücke.
Bild 4 dann DIC mit 40x Objektiv, Einzelaufnahme und auf die Gitterstruktur fokussiert.

Bunte Grüße
Peter

Gerd Schmahl

#24
Hallo Peter,
das sind sehr schöne Bilder! Mit DIC an die Aalschuppe ran zu gehen, darauf bin ich noch gar nicht gekommen, weil POL schon so schön war. Schön dass das Präparat Dir Freude bereitet. Ich habe auch eine ganze Weile an Deinem Diatomeenpräparat verbacht.
Beste Grüße
Gerd
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Gerd Schmahl

#25
Hallo,
ich habe diesen alten Faden noch einmal hervor gekramt, weil mir am Wochenende sehr schöne Fischschuppen in die Hände gefallen sind. Leider weiß ich nicht genau, zu welcher Fischart sie gehören. Sie lagen auf einem Stein. Die wenigen Reste von Innereinen, die daneben noch herumschwammen, haben mich da leider auch nicht weiter gebracht. Ich weiß nur, dass sich derartige Kammschuppen bei den Barschartigen finden. Flussbarsch oder Zander kommen an dem Baggersee in Mecklenburg vor, wobei ich bei der Größe der Schuppen eher auf Zander tippe, denn die größten waren etwa 1x1cm groß.
Viel Freude beim Betrachten wünscht
Gerd

Fotos aufgenommen mit dem PlanFL2 am VANOX. Einzelaufnahmen
Bild 1: Hellfeld
Bild 2: X-Pol+Rot1
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Rawfoto

#26
Hallo Gert

Ein Thema mit dem ich mich noch nie beschäftigt habe, aber sehr schöne Ergebnisse. Die Frage betrifft die Präperaterstellung - wie bekommst du die Schuppen eben, oder sind gar nicht alle dreidimensional?

Habe mir das noch nie unter den Stemi oder Lichtmikroskop angesehen, denke nur an die Form der Fische ...

Gespannte Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

liftboy

Hallo Gerhard,

die Schuppen sind tatsächlich mehr oder weniger gewölbt; also stacken oder eindecken und Wäscheklammer drauf bis es hart ist.
Die Form passt zum Zander.

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Gerd Schmahl

#28
Hallo Gerhard,
ja das mit der Wölbung ist schon etwas problematisch. Für Dauerpräparate kommen eigentlich nur recht kleine und dünne Schuppen in Frage, aber die zeigen auch alle Merkmale und schließlich will man sie ja auch im Mikroskop ansehen.  ;) Mit dem 2x-Objektiv passte die oben gezeigte Schuppe gerade so ins Weitfeldbild (26mm). Ich habe deshalb auch mit der Digitalkamera durch das Okular fotografiert, Mit der normalen Kameraadaption hätte ich trotz Projektiv 1,67 nocht die ganze Schuppe mit einem Foto ablichten können.

Was sehr gut für Dauerpräparate ging: Die Aalschuppen (siehe #18 und #23), denn die waren ganz weich. Allerdings liegen die auch komplett unter der Haut und müssen herausgeschnitten werden, z.B. mit einer Lanzettnadel. Die Schuppen vom Seibling waren auch gut geeignet, weil klein, dünn und recht weich.

Hallo Wolfgang,
danke für Dein Foto. Weißt Du denn von welchem Fisch Deine Schuppe stammt? Aus meiner aktiven Anglerzeit vor ca. 40 Jahren weiß ich noch, dass man die gefangenen Barsche am besten sofort nach dem Fang ganz frisch abschuppt. Ich denke, dass diese feinen Stachel daran Schuld sind, denn das ist die Seite, die in der Haut steckt. Der Kamm auf der anderen Seite guckt raus.

LG Gerd

EDIT 04.11.2022:
Nach dem ich einen frischen Barsch selber entschuppt habe weiß ich nun, dass die kammartige Seite in der Haut stecht und die feinen Stacheln herausragen. Hatte ich falsch in Erinnerung.
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

liftboy

Hallo Gerd,

das war ein leckerer Zander!

liebe Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
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Niels Bohr