Preisgünstige Videokameras für 2/3" C-Mount.

Begonnen von Denis, Dezember 09, 2009, 21:44:16 NACHMITTAGS

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Denis

#15
Hallo Capovau,

danke für diesen Tip! Es stellt sich die Frage, wo könnte man gezielt nach einer solchen Kamera suchen?
Wieviel hast du damals für diese Kamera bezahlt?
Und was meinst du mit "näherer Verwandtschaft"? Gibt es in der "Verwandtschaft" noch eine produzierte Version?
Gefunden hätte ich - preisgünstig - die JVC TK 750/751, sind diese vergleichbar? Können nämlich laut Beschreibung auch auf C-Mount laufen.

Diese Kameras verfügen über einen PAL-Ausgang, den könnte man wohl an meine Fernsehkarte im Computer stöpseln?

Gruss
Denis

Capovau

Du findest die Konversionslinsen immer in der Kamerabeschreibung (Stichwort "on-chip-lens). Einfach mal googlen, oder auf den Seiten hinter meinem Link. Die Kameras findet man bei TV-Bastlern und auch im Gebrauchthandel, Du könntest auch beim ebay fündig werden. Du wirst Geduld brauchen, denn die Dinger sind ziemlich "out" bei den Freaks, wie aller "high-tech" nach einigen Jahren eben fast nur noch Schrottwert hat. Die Kamera dient bei mir am Heiztisch und zum Spielen für Studenten, fast hätte ich sie mal in den Schrott geworfen..., aber das noch vorhandene Zoom-TV-Objektiv hat sie gerettet.

Gruß
Thomas

Denis

Hi @ll!

Habe die Leute von Zeiss kontaktiert, ihre Meinung war, dass sie sich in dem Niedrigpreissegment kaum auskennen, da sie nur hochwertige Produkte anbieten und daher auch keine Marktforschung im Niedrigpreisbereich betreiben.

Das einzigste, was sie mir vorgeschlagen haben, war die Moticam 1000. Heutiger Preis: 399$, dank des starken Euros sind das ca. 270 Euro.

Hier habe ich einen Praxistest dieser Kamera gefunden: http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artmar05/dwmoticam.html

Jedoch finde ich auf allen Bildern einen sehr unscharfen "Schleier", liegt das an der Kamera oder an der Unfähigkeit des Mikroskopierers, das Objekt scharf zu stellen?

Was meint ihr? Hat jemand von euch Erfahrung mit dieser Kamera sammeln können?

Gruss
Denis

H. Ott

Hallo Denis,


habe keine Erfahrung mit der Moticam. Nur ein Hinweis: in dieser Klasse spielen auch die Kameras von Imaging Source. (www.theimagingsource.com). Zumindest die CCD-Typen haben einen sehr guten Ruf bei den Amateurastronomen. Es gibt inzwischen auch CMOS-Typen mit mehr Pixeln in einer ähnlichen Preislage. Bezug der Kameras auch bei Astronomiehändlern (zumindest der CCD-Typen, teilweise mit ergänzendem Zubehör, z.B. Fa. Baader Planetarium, Mammendorf, Link ergoogeln).

Mikrogrüße

Hubert Ott

liftboy

Hallo Denis,
Vorsicht bei Motic! Da sind meistens NTSC-Chips drin.
Die Motic Software, welche ich mal zusammen mit einer Grabberkarte erworben hatte, ist gut; beides zusammen hat Motic jedoch nicht "ans Laufen" gekriegt. Begründung: geht nur mit Moticam! Und Motic arbeitet für den Amerikanischen Markt=NTSC.
PS: Die Software tut immer noch ihre Dienste, allerdings mit einer "Eselsbrücke"
Gruß
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Denis

Hallo Wolfgang,

warum sollte ein NTSC-Signal eine Rolle spielen, wenn ich eine Moticam benutze? Die Daten werden per USB an den PC gesendet und mit der Motic Software aufgenommen (gespeichert im elektronischen Videoformat *.avi).

Hat jemand Erfahrungen mit den entsprechenden Kameras von Imaging Source gemacht?
Was macht den Unterschied zwischen einer CCD- und einer CMOS-Kamera?

Gruss
Denis

liftboy

Hallo Denis,
stimmt schon, Moticam geht mit Motic Software.
Wenn das Ergebnis passt, ist alles gut.
Gruß
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Peter V.

#22
Hallo!

Hier MUSS ich einfach warnend und mahnend eingreifen: Erschrocken lese ich, dass hier tatsächlich wieder der Name "Moticam" fällt ( längst vergesse oder besser verdrängte schreckliche Assoziationen werden wach!!! ). Im "alten" Forum gab es vor ca. 2 Jahren zahlreiche heftige Diskussionen um die Moticam und die Euromex CMEX-Kameras. Nichts, aber auch gar nichts an diesen beiden Kameras ist auch nur annähernd befriedigend, insbesondere die zur Verarbeitung der Signale beider Kameras notwendige spezielle Software ist eine echte Katastrophe. Ich sage nur: FINGER WEG!!!! Resümee aller damals an den Diskussionen Beteiligten ( außer einem Euromex-Händler  ;) ) lautete:   Beide Kameratypen sind gnadenlos überteuert und - bitte entschuldigt die klare Ausdrucksweise - unterirdisch schlecht!!! Besser kann man sein Geld kaum versenken.
Die 3 MP-Tucsen für 170 EUR, selbst die DCM 130 für 130 EUR liefern deutlich bessere Bildqualität bei wesentlich niedrigerem Preis. Empfehlenswert sind wohl tatsächlich die - allerdings im preislichen Mittelfeld spielenden - Kameras von Imaging Source.Die liegen zwar immerhin um 450 - 500 EUR, sind aber nach meiner Meinung ( und noch mehr nach der meinung von Leuten, die sich noch deutlich intensiver mit solchen Kameras auseinandersetzen wie Christian Linkenheld und Peter Höbel ) wirklich gut!

http://www.theimagingsource.com/de_DE/blog/posts/20090608/

Herzliche Grüße
Peter


Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Denis

Hallo Peter,

danke für deinen Zwischenruf. Fragt sich nur, wieso Zeiss die Moticams vorgeschlagen hat.

Bei deiner vorgestellten Kamera gibt es nur einen Schwachpunkt: 15 Bilder/s erlauben kein flüssiges Video...
Gibt es auch Kameras von Imaging Source mit mindestens 30 Bilder/s für einen ansprechenden Preis?

Gruss
Denis

Peter V.

#24
Zitatdanke für deinen Zwischenruf. Fragt sich nur, wieso Zeiss die Moticams vorgeschlagen hat.

Ja, das muss man sich in der Tat fragen. Ich vermute eine ganz einfache Erklärung: Die Zeissisaner beschäftigen sich mit Kameras in diesem Billigsegment schlichtweg nicht und "kennen" vermutlich vom ( einprägsamen ) Namen her nur die "Moticam" ( nach dem Motto: Billgkamera? Da fällt mir nur die "Moticam" ein.....).

Ach, noch einen Grund mag es geben, warum Zeiss-Mitarbeitern zumindest die Firma Motic ein Begriff ist. Hast Du schon einmal von dem "PriMOTICstar" gehört?  ;D Nein, Spaß beiseite, das Primostar ( Einstiegsmodell von Zeiss ) ist kein Mikroskop aus originärer Zeiss-Fertigung, sondern eine OEM-Fertigung von Motic für Zeiss. Also eigentlich ein Motic. Da bestehen enge geschäftliche Verflechtungen in diesem Marktsegment.
Für die suboptimale Qualität der Moticam kann Zeiss aber nichts....

Ich kenne die framerate der Moticam 1000 nicht, kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie ein flüssigeres Bild liefert als die Imaging Source. Diese USB-Kameras liefern alle kein wirklich 100%ig flüssiges Bild!!! Aber es reicht doch für die meisten Zwecke aus.
Ich hatte die CCD-Kamera von  Imaging Source mal zwei Wochen hier und war mit ihr recht zufrieden ( habe mich aber im Forum nicht weiter dazu geäußert, da ich mangels hinreichend guten Adapters kein objektives Bild dieer Kamera hätte zeichnen können ). Aber frag mal Christian Linkenheld ( unseren Admin ) oder Peter Höbel, evtl. per PN. Die können Dir zur IC-Kamera sicher mehr sagen.

Herzliche Grüße
Peter

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peter-h

Hallo Kamerafreunde,

wer an eine Kamera mit CMOS-Chip in der Größe um 1/3" bis 1/2" denkt, der sollte sich mit dem Begriff "Rolling Shutter" vertraut machen. Diese Chips sind nicht für schnelle Bewegungsabläufe geeignet. Warum ....... Tante Google sagt es  ;D

Wieso das hier nie besprochen wird ist mir ein Rätsel. Die CCD-Sensoren von Sony sind meist mit Chips der Bauart "Progressive-Scan" ausgerüstet. Daher besser vorher schlau machen, sonst sucht und sucht man bei schnellen Bewegungsabläufen nach nicht vorhandenen Fehlern.

Grüße
P. Höbel

peter-h

Hallo Peter,

da ich gerade meinen Namen lese, nur soviel. Fast alle Bilder, welche ich im Forum zeige sind mit der ImagingSource gemacht. Wer da nach 60 Bilder / s schreit und auch noch gleichzeitig 3 MPixel fordert UND auch noch über die so einfache USB-Verbindung gehen möchte, kann leider nicht rechnen.
Ich kaue das nun nicht wieder durch, war schon mal. Und Verdautes ist nicht so schmackhaft  :o

Ich kann sehr gut mit 15 Bilder / s oder sogar mit 7,5 Bilder / s leben und sauber einstellen. Es flackert ja nicht am Monitor  ;D , dafür sorgt die Software.
Zudem sind die Bremer von ImagingSource sehr freundlich. Mehr Reklame mache ich aber nicht.

Die Hauptprobleme sehe ich immer wieder in der optischen Adaption. Das gilt aber für ALLE C-Mount Kameras. Leider ist für die so wichtige Optik dann kein Geld mehr vorhanden.
/*** Spott ein
Porsche vorm Haus aber kein Geld fürs Benzin.
/*** Spott aus

Nächtliche Grüße
Peter


Denis

#27
Hallo peter-h,

danke für deine Erläuterungen.

Die Moticam 1000 schafft laut Testbericht folgendes:
ZitatMotic's stated maximum frame rates for the Moticam 1000 are '10fps @ 1240x1024 , 30fps @ 640x480'

Eine für den Menschen flüssige Bewegung ist bei 30-35 fps gewährleistet, da braucht man keine 60 fps.

Stillstehende Bilder würde ich mit einer adaptierten DSRL machen, da ist die Bildqualität auch ansprechend.

Und ich benötige keine 3 MegaPixel. Hier Aufnahmen, die mit einer 1,3 MegaPixel-USB-"Mikroskopkamera" für 60 Euro bei 30 fps getätigt wurden:
http://www.philadb.com/animal-behaviour/digimicrotest/flvplayer/flashvideoplayer.html?video=content/temnonormal.flv

Für das Binokular wünsche ich mir einfach mindestens eine ähnliche Qualität, das muss doch machbar sein, ohne horrende Summen zu investieren.

Gerne kann ich auch eine FireWire-Kamera nehmen, Anschlüsse sind wie gesagt vorhanden.

Als Zwischenoptik habe ich, wie bereits gesagt, die 0,63x 2/3" - Zeiss-Optik, also durchaus gute Qualität.

Meint ihr, die oben erwähnte Tucsen 3 MP könnte eher etwas für meine Anforderungen sein?

Denn sie kann laut technischem Blatt folgendes darstellen:
11fps (2048 * 1536)
30fps (1024 * 768)
60fps (640 * 480)
80fps (512 * 384)

die DCM 130 im Gegensatz nur 20 fps?

Gruss
Denis

Werner Jülich

Hallo Dennis,
ich greife noch einmal den Beitrag von Peter-h auf.
Ich würde immer auf möglichst homogene Qualität achten. Was nützt das 2000c, wenn dahinter eine Kamera sitzt, die qualitativ nahe am, im übertragenen Sinne, Infimum sitzt bzw. dieses definiert. Ich weiß nicht, ob von Helmut Kohl viel im Gedächnis bleibt, aber der eine Satz gilt auch für die Mikroskopie, "es kommt darauf an, was hinten naus kommt". Mit einer sehr preiswerten Kamera kommt nur hinten naus, was die Kamera leistet.
640x480 ist optisch keine saubere Adaption an ein Stemi 2000.
Videokameras liegen immerhin bei PAL, also knapp 800x600. Mit dem 0,63er Videoadapter ergibt sich mit einer 1/2" Kamera eine Bilddiagonale, die ungefähr einem 18er Sehfeld entspricht.
Mir ist im Augenblick keine empfehlenswerte, preiswerte Livebildkamera mit 2/3" Sensor bekannt, im Gegenteil, diese Kombination ist typisch für die Oberklasse.
Ich halte die 1,3 MP von Imaging Sources ebenfalls für eine sehr gute Empfehlung und ich bin dem Zeiss-Mitarbeiter, der die Moticam empfohlen hat, sehr dankbar, ein besserer Beweis für die Notwendigkeit des Fachhandels ist kaum denkbar. Sie können mir ja einmal per E-Mail den Namen zuflüstern, denn den Faden würde ich dann noch einmal gerne aufnehmen.

Wir haben auch die Imaging Sources vorführbereit.
Werner Jülich




peter-h

Hallo Denis,

die Angaben sind für mich doch eher verwirrend.
Beispiel 1024 x 768 Pixel und 30 fps.
Ich rechne nun nach Milchmädchenart :  1024 x 768 x 30 x 8 x 3 = 566 Mbit/s
8 steht für 8 bit , 3 steht für die 3 Farben RGB.
USB 2.0 kann maximal 480 Mbit/s und FireWire 400 Mbit/s , oder die ganz fixe Version 800 Mbit/s.

Für mich riecht es nach Datenkompression in der Kamera. Denn ......
auch eine WebCam mit USB 1.1 kann 15 Bilder/s   ???

also 640 x 480 x 15 x 8 x 3 = 110 Mbit/s toll ! und das geht über die langsame USB 1.1 mit max. 12 Mbit/s. Die Werbung vollbringt tolle Tricks  ;D

Ich habe für die Lumenera, wie auch für die ImagingSource zuerst diese Betrachtung angestellt um sicher zu gehen, dass nicht schon in der Kamera per Hard- oder Software die Daten komprimiert werden. Denn was nutzt die schönste Adaption, wenn schon am Anfang der Kette gemogelt wird.

Natürlich gibt es auch ganz andere Anbindungen einer richtigen Kamera, aber eben nicht über die verbreiteten Schnittstellen und schon garnicht zum Nulltarif   :o

Grüße
P. Höbel