Papageigrüner Saftling Hygrocybe psittacina

Begonnen von rekuwi, Dezember 12, 2009, 22:46:11 NACHMITTAGS

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rekuwi

Liebe Mikroskopiker/innen,

eigentlich wollte ich auch wieder mal ein Rätsel eröffnen, mit folgendem Bild:



Es sind die eingetrockneten Lamellen. Ich hatte einen Pilz mitgenommen um Sporen zu gewinnen.

Aber hier erstmal zwei Makroaufnahmen des farbenfrohen Pilzes, der Hut ist knapp 5 cm breit:





Die mit Lugol gefärbten Sporen sind 9 x 5,5 µm (63x Objektiv):



Die Saftlinge sind nichts für die Pfanne, sie enthalten ein Gift das aber noch nicht identifiziert werden konnte. Aber zum Anschauen sind sie allemal!

Liebe Grüße
Regi

Druse

Liebe Regi,

beim ersten Bild hätte ich auf Vollkorn-Nudeln getippt ;)

Sehr schöne Fotos,

viele Grüße
Mila

Ernst Hippe

Liebe Regi,

wieder eine perfekte Dokumentation! Ist dieser kleine Fortsatz an einem Ende der Sporen ein Stielrest, wo sie mit dem übrigen Pilz verbunden waren?
Gruß Ernst Hippe
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Michael Plewka

hallo Regi,
in der Tat wirklich sehr schöne Fotos. Mir persönlich gefällt das 3. Bild mit der Vielfalt der Grüntöne außerordentlich gut.
Und noch eine ketzerische Bemerkung: Vielen Dank, dass Du uns das Rätsel erspart hast!
schönen 3. Advent wünscht Michael

Bernhard Kaiser

Liebe Regi,

und zu dem Moos sagst Du garnichts:
Rhytidiadelphus squarrosus, das sparrige Kranzmoos.

Schöne Grüße
Bernhard Kaiser


Klaus Herrmann

#5
Hallo Regi,

sehr schöne Macros von einem - wenigstens für mich - ungewöhnlichen Pilz.

Ich habe Fragen zur Farbe:

im ersten Bild sind die (getrockneten) Lamellen nicht grün. Ist das auch in Wirklichkeit so?

Kommt die güne Farbe von Chlorophyll? Was für einen Pilz eigentlich untypisch wäre!

Die Lugolfäbung erscheint bei mir grünlich, was sicher nicht daran liegt, dass das Lugol von mir ist!  ;) Ist das auch in Wirklichkeit so - oder ist es ein nicht korrekter Weißabgleich?

Ich habe gelernt, dass die ernshafte Mykologen immer mir Farbnormkarten arbeiten, um Farben präzise zu bestimmen.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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A. Büschlen

Hallo Regi,

Deine Saftlinge sind sehr schön!
Die Saftlinge zeigen sich in wunderbaren Farben und sie sind vor allem auf mageren Naturwiesen zu finden.
Die Sporen tragen keinen Keimporus und die aller meisten sind inamyloid. Sie zeigen also keine Reaktion auf Jod. Melzers Reagenz ist dazu das Reagenz der Wahl und nicht Lugol.

Die hier gezeigten Sporen zeigen einen deutlichen Apendix. Mit diesem kleinen Fortsatz war die Spore am Sterigma der Basidie angeheftet.

Freundliche Grüsse

Arnold Büschlen

Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Klaus Herrmann

Hallo Regi,

das ist natürlich eine gute Erklärung die Arnold hier liefert (Danke!).

dann könntest Du es mal mit BKB versuchen.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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beamish

Hallo an die Jodfreunde,

das betrifft jetzt weniger den Saftling als vielmehr Ascomyceten aber in diesem Zusammenhang sicher für den ein oder anderen von euch interessant zu lesen: http://www.gbif-mycology.de/HostedSites/Baral/IodineReaction.htm
Ein Artikel von H.-O. Baral, dem Entdecker der Hemiamyloidität. Was das ist? Na dann liest mal...  ;)

Herzlich,

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Klaus Herrmann

Hallo Martin,

super Artikel. Vielen Dank!

Wenn ichs richtig verstehe hilft dann aber Melzer auch nicht bei Inamyloidität? Weder Melzer noch Lugol?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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beamish

Hallo Klaus,

na, inamyloid ist inamyloid... da helfen keine Pillen... Da mußt du dann schon Baumwollblau reinschmeißen, damit sich da was tut ;-)

Herzlich,

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Klaus Herrmann

Hallo Martin,

also habe ich richtig gelesen. Ich würde natürlich BKB statt Baumwollblau empfehlen!  ;)
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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rekuwi

Hallo an alle,

ich freue mich daß Euch der Pilz genauso gut gefällt wie mir. Und besonderen Dank

1. an Arnold für die guten Erklärungen zu der Biologie und
2. an Bernd Kaiser für den Hinweis auf das sparrige Kranzmoos. Witzigerweise standen die Pilzchen ganz in der Nähe meiner Wohnung, eigentlich ist dort keine typische Magerrasenwiese. Aber sie wird eben nur gemäht und existiert wohl seit knapp 50 Jahren. Damals wurden dort auf Acker- und Weideflächen für das BKA Wohnblocks gebaut. Daß sich noch ein schönes Moos auf diese Weise einfindet erfreut mich sehr, danke Bernd. Ich werde es morgen gleich mal mikroskopieren. An dem Moos gehe ich jeden Tag x-mal vorbei, ich hatte es für das hier überall vorkommende Schlafmoos gehalten.
3. an Martin! Leider kann ich mit meinen wenigen Englischkenntnissen den Hinweis nicht verwerten.

Andere Saftlingsarten strahlen in Gelb-, Orange- oder Rottönen. Ein buntes Völkchen. Aber sie brauchen eben magere Wiesen, so etwas gibt es leider hier in Wiesbaden nur noch an wenigen Stellen. Eine davon wird sogar jedes Jahr mit einem Elektrozaun abgesperrt damit die Wildwutzen dort nicht alles umwühlen und zerstören.

Ob sich die eingetrockneten Sporen noch mit BKB färben lassen? Das auf der Wiese verbliebene Pilzchen ist leider schon verschwunden.

Liebe Grüße
Regi

beamish

Hallo Klaus,

da wollt ich eh schon fragen, was BKB genau ist?

Herzlich,

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Eckhard

Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
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