Kieselalgen und Auflösungsvermögen

Begonnen von regulus56, März 20, 2021, 18:35:15 NACHMITTAGS

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regulus56

Hallo,
ich hätte da mal 2 Fragen an die erfahrenen Mikroskopiker.
Dankenswerter Weise hat peter-h mir ein schönes Diatomeenpräparat zukommen lassen. Danke nochmals.
Bei der Durchmusterung fiel mir ein besonders großes Exemplar auf. Zu meiner großen Freude zeigte dieses Punkt-Querreihen.
Diese Exemplar habe ich nun mit verschiedenen Objektiven betrachtet und fotografiert, um zu sehen wie es um die Auflösung meiner Objektive bestellt ist.
Ich nutzte mein Olympus Ch-2 mit Projektiv 2,5x und eine Canon 450D. Schiefe Beleuchtung mit dem Universalkondensor .
Die Aufnahmen wurden geschärft und in Graustufen konvertiert, Schatten aufgehellt.
Nun wüsste ich gern von euch ob die Aufnahmen das zeigen was man erwarten kann, oder ob da noch viel mehr zu sehen sein müsste. Ein unbearbeiteter Ausschnitt ist zu Vergelichszwecken mit dabei.
Das war die erste Frage und nun noch die 2. :D
Liege ich mit meiner Artbestimmung ( Cymbella aspersa ) richtig?
Und noch eine 3. Frage das Immersionsoel betreffend. Auf meinem steht nD 1,482. Macht das eine großen Unterscheid zu einem Öl mit 1,51???
Grüße vom Klaus und allen ein schönes Wochenende.
,,Ich weiß, dass ich nichts weiß"
Und gern per Du.

Peter Reil

Hallo Klaus,

tolle Bilder - super gemacht!

Ob das Immersionsöl die eine oder andere Stelle hinter dem Komma mehr besitzt, ist mir völlig egal. Ich habe da noch nie einen Unterschied bemerkt.

Freundliche Grüße
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

regulus56

Danke Peter für dein Lob und deine Anmerkung.
Ein wesentlicher Teil der Ausrüstung stammt ja von dir. ;)
Ich habe übrigens das Projektiv mal gegen ein CZ Okular 12,5x ausgetauscht. Das Bild ist dabei herrausgekommen. Wie nicht anders zu erwarten kommen nur wenige  Details dazu, aber es macht Spaß zu experimentieren.
Mir geht es bei meiner Anfrage ja darum zu erfahren ob meine gebraucht gekauften Optiken auch von guter Qualität sind. Der Vergeleich mit den Aufnahmen anderer ist ja wegen der notwendigen Bildverkleinerung auf 1024Pixel Kantenlänge nicht ohne weiteres möglich.
Das Bild im Anhang zeigt die volle Ansicht mit dem 12,5x CZ Okular.
Gruß vom Klaus
,,Ich weiß, dass ich nichts weiß"
Und gern per Du.

jochen53

Hallo Klaus,

mit dem Öl mit nD 1,482 kannst Du das Auflösungsvermögen eines Ölimmersionsobjektivs nicht ganz ausnutzen. Es handelt sich wahrscheinlich um normales Paraffinöl.

Jochen

Gerd Schmahl

#4
Hallo Klaus,
das ist die falsche Diatomee. Du musst das Auflösungsvermögen Deines Immersionsobjektivs an der Amphipleura messen. Die sind ja schließlich zahlreich in Peters Präparaten vom Kratersee Bad Nenndorf.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Carlos

#5
Hallo Gerd,
Zitatdas ist die falsche Diatomee. Du musst das Auflösungsvermögen Deines Immersionsobjektivs an der Amphipleura messen.
ich nehme an, Du hast übersehen, dass das Bild mit einem 25-fach Objektiv (wahrscheinlich nicht immergiert) aufgenommen worden ist. Damit kann man keine A.p. Diatomeen-Feinstruktur auflösen! Für ein 25-fach Objektiv ist m.E. die Auflösung excellent!
Hallo Klaus,
Ist Dein 25-fach Objektiv eigentlich ein "immersionsobjektiv"? Ich glaube kaum, das wäre sehr selten! Wenn ja, was hat es denn für eine angegebene Apertur? (Müsste auf dem Objektiv stehen!) Egal wie, die Feinstruktur einer A.p. kann man damit nicht auflösen! Das Objektiv jedenfalls ist m.E., nach den Bildern zu urteilen, sehr gut! Die Bilder mit dem 40-fach, 60-fach und 100-fach Objektiv sind auch sehr gut, sie zeigen bei der Diatomee aber gegenüber dem 25-fach Objektiv  keine neuen "Feinheiten".

Gruß Carlos

Gerd Schmahl

Hallo Carlos,
ich habe keinesfalls behauptet, dass die Auflösung schlecht wäre, aber ich messe die Dicke einer Schraube auch nicht mit einem Tafellineal. Das Bild habe ich auch nur ausgewählt, weil da die Amphipleura mit drauf ist. Die weiteren Fotos sind ja mit höheraperturigen Objektiven bis zum 100er gemacht und die könnte man dann ja auch mal auf die fast durchsichtigen harten Nüsse richten. Die Struktur der Cymbella löst auch mein Kleinmikroskop C auf. ;D
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

regulus56

Hallo Gerd, Carlos und Jochen.
danke für eure Kommentare.
zunächst zum 25er Plan. Die Apertur beträgt 0,40 und es ist kein Immersionsobjektiv ;)
So Gerd, nun habe ich mich mal an die Amphipleura gewagt und bin wohl gescheitert.
Die Aufnahme mit dem A 100/1,30 von Olympus zeigt mir keine Strucktur ( siehe Bild ) :-[. Das selbe Ergebniss hatte ich auch mit dem 100/1,25 von Hund an meinem V365.
Damit muss ich mich wohl abfinden, oder hätte ich auch Öl auf den Kondensor tun müssen?
Gruß vom Klaus
,,Ich weiß, dass ich nichts weiß"
Und gern per Du.

Lupus

Hallo,

ZitatDas Objektiv jedenfalls ist m.E., nach den Bildern zu urteilen, sehr gut! Die Bilder mit dem 40-fach, 60-fach und 100-fach Objektiv sind auch sehr gut, sie zeigen bei der Diatomee aber gegenüber dem 25-fach Objektiv  keine neuen "Feinheiten".
da ist auch keine weitere Unterstruktur zu entdecken, zum Vergleich habe ich eine REM-Aufnahme einer (vielleicht anderen) Cymbella-Art der Mikrogruppe Hamburg verlinkt.
http://www.mikrohamburg.de/Diatomeen/DI_a0697.html
Ich bin Purist was die realitätsnahe Darstellung von Objekten angeht. Die Aufnahmen mögen zwar eine brauchbare Auflösung zeigen, aber durch die zu ausgeprägte "Phasenkontrastierung" sind die Fotos nach meiner Meinung nicht mehr objektgetreu, speziell werden die durchgehenden Querrippen nicht richtig dargestellt. Hier aus dem Forum zwei Links zu m.E. guten Aufnahmen von Cymbella-Arten.
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=419.msg1590;topicseen#msg1590
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=14130.msg107999;topicseen#msg107999

Hubert

Gerd Schmahl

Hallo Klaus,
Zitat von: regulus56Damit muss ich mich wohl abfinden, oder hätte ich auch Öl auf den Kondensor tun müssen?
mit trockenem Kondensor bekommst Du nur eine Beleuchtungsapertur knapp unter 1 hin. Du solltest deshalb wenigstens mit Aqua dest (n=1,33) immergieren, das ist leichter wieder zu entfernen.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

regulus56

Hallo Gerd,
das werde ich mal probieren.
Muss ich dann auch noch Polfilter einsetzen??
Wie schon geschrieben, möchteich wissen ob meine Optiken das zeigen was man erwarten kann.
Gruß vom Klaus
,,Ich weiß, dass ich nichts weiß"
Und gern per Du.

Carlos

Hallo Klaus,
ZitatSo Gerd, nun habe ich mich mal an die Amphipleura gewagt und bin wohl gescheitert.
ZitatWie schon geschrieben, möchte ich wissen ob meine Optiken das zeigen was man erwarten kann.
Daran sind bereits Viele gescheitert. Da hat man nur Erfolg, wenn man nicht nur ein ,,tadelloses" Objektiv mit hoher Apertur (A = >>1.0), einen guten Kondensor  usw. hat, sondern auch das Mikroskopieren damit voll beherrscht.
Die A.p. wird also kaum für die Prüfung von Objektiven und anderen Komponenten auf ,,Fehler/Auflösungsvermögen"  verwendet. Diatomeen haltige Testpräparate hierfür  enthalten ausgewählte, unterschiedliche Diatomeen mit bekannter unterschiedlich feiner Struktur! Eine ,,klassische"  Diatomee in diesen Präparaten ist die ,,Pleurosigma angulatum". Sie hat Merkmale, die es gestatten, Aussagen über die ,,Leistungsfähigkeit" von Objektiven mit deutlich unterschiedlichem Abbildungsmaßstab zu machen. Deine Optiken sind m.E. alle O.K. Bei der A.p. scheiterst Du nicht, weil Deine Objektive nicht hinreichend leistungsfähig sind.
Hallo Hubert,
Zitat:  da ist auch keine weitere Unterstruktur zu entdecken, ...
Genau das zeigen ja die Bilder von Klaus! Dennoch glaube ich, dass es zulässig ist, auch eine Aussage über die Objektive mit höherem Abbildungsmaßstab zu machen. Sie sind m.E. alle OK. Mangelhafte Abbildungsleistung oder optische Fehler wären sicher erkennbar!
Gruß Carlos

peter-h

Hallo liebe Auflöser,

es liegt nicht nur am Objektiv ! Es sind viele kleine Bausteine die zusammen passen müssen.
Wie geht es nach dem Objektiv weiter? Ein Projektiv? Welche Kamera wird verwendet? Kondensor mit Öl ist immer gut! Beleuchtung?
Eine Halogenbeleuchtung hat mehr Rotanteil und weniger Blauanteil. Das ist nicht unbedingt förderlich. LED-Beleuchtung und dazu noch ein Grünfilter oder noch besser Blaufilter BG12 bringen viel. Dazu muß die Kamera aber auch in der Lage sein das sauber abzubilden. D.h. Schärfeeinstellung nur über den Monitor der Kamera mit Lupenfunktion.
Danach nicht das Bild in ein Graustufenbild umwandeln, sondern in die 3 Farbkanäle aufspalten und nur den entsprechenden Kanal weiter verwenden.

Die Gitter der A.p. sind so mit etwas Geschick schon mit einem Trockenobjektiv sichtbar. Sichtbar mit der Kamera, nie im Okular.

Viel Glück
Peter

Carlos

#13
Hallo Peter,
Sehr gute Beschreibung der Vorgehensweise! So klar habe ich die Vorgehensweise noch nicht gefunden. Interessant ist, dass Du keine Polfilter erwähnst. Es geht danach auch ohne gekreuzte Polfilter.
Mit schiefer Beleuchtung  aus der richtigen Richtung zu den Querstreifen der A.p. habe ich auch ohne Polfilter die Querstreifen im Okular klar gesehen. Gleiches gilt, ,,ohne schiefe Beleuchtung",  für die Querstreifen bei Verwendung von gekreuzten Pol-Filtern bei richtiger Lage des ,,Pol-Kreuzes"(die hellen Bereiche des Kreuzes in  Längsrichtung der Diatomee).
ZitatDie Gitter der A.p. sind so mit etwas Geschick schon mit einem Trockenobjektiv sichtbar. Sichtbar mit der Kamera, nie im Okular.
Damit meinst Du nicht die Querstreifen der A.p. , die sehen ja aus wie ein Linien-Gitter, sondern das Poren-gitter, das die Querlinien und damit ein scheinbares Liniengitter bildet.
Ich hoff, ich habe Dich richtig verstanden.
Gruß Carlos

peter-h

Hallo Carlos,

anbei Bilder die zeigen, was ich meine.

Peter