Amphipleura pellucida in ZRax von Peter - Versuch im Hellfeld

Begonnen von Bob, März 22, 2021, 19:43:50 NACHMITTAGS

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Bob

Hallo zusammen,
ich habe von Peter ein Präparat mit aufwändig gereinigten Diatomeen aus der Kraterquelle Bad Nenndorf bekommen, in dem auch reichlich Amphipleura pellucida enthalten sind.
In dem Thread über das neue Eindeckmitel hatte ja ein paar Experten für Aufnahmen in Auflösungs-Grenzbereich ihre Trickkisten geöffnet, und ich wollte probieren, was ich mit meinen Mitteln davon umsetzen kann.
Ich hatte früher schon mal Fotos von Amphipleura pellucida gemacht, hatte da aber auf ringförmige Beleuchtung mit einem Dunkelfeldkondensor gesetzt. Bei Peters gründlich gereinigten Diatomeen wollte ich es jetzt einmal mit reinem Hellfeld versuchen, um ein besseres Verhältnis aus Auflösung und Artefakten zu bekommen. Zum Einsatz kam dabei:

- Achr.-apl. Kondensor n.a. 1,4 geölt
- Leitz NPL Fluotar 100 1,32
- Grünfilter 546nm
- gekreuzte Polarisatoren
- Nikon 1J5 auf Zeiss Kpl - W 12,5 Brille
- Warmweiße XHP 50 LED

Ohne ganz viel Aufwand konnte ich das Ergebnis gegenüber dem alten Versuch deutlich verbessern, ohne an die Ergebnise der Experten heranzukommen. Weitere mögliche Optimierungsrichtungen sind ja ersichtlich, aber mir reicht das Ergebnis schon so. Die Methode werde ich aber bestimmt mal wieder bei Diatomeen anwenden.

Viele Grüße,

Bob

derda

Hallo Bob,

Dein Bild sieht ein wenig verrauscht aus. Liegt das an der Kamera, den Kameraeinstellungen oder der Nachbearbeitung?

Viele Grüße,

Erik

Bob

Hallo Erik,
einfach an allem.  ;D

Hier noch ein Bild mit 180€ Handy und 100er Achromat.

Viele Grüße,

Bob

derda

Hallo Bob,

für eine Handyaufnahme sieht es doch ganz gut aus. Ich ziehe meine Anmerkung zurück.

Viele Grüße,

Erik

Herbert Dietrich

Hallo Bob,

Respekt, im reinen Hellfeld, da kann ich A. pelludica visuell nicht auflösen.
Auf den Fotos hast Du einwandfreie Auflösung, wie sieht es Dir bei visueller Betrachtung aus?
Vielleicht liegt das an meinen doch nicht mehr ganz jugendlichen Augen ;)

Herzliche Grüße

Herbert

Bob

Hallo Erik,
das erste Bild war mit der Nikon 1J5 gemacht. Das Rauschen ist wohl darauf zurückzuführen, dass die Kamera einen recht kleinen Sensor hat, der sich über mehr Licht freuen würde. Ich habe auch keine Überlagerung mehrer Fotos oder nachträgliches Entrauschen durchgeführt.
Das zweite Foto ist mit der recht scharfen und kontrastreichen s/w-Kamera des Handys gemacht. Eine manuelle ISO-Wahl gibt es leider für diese Kamera nicht, und so war es ISO 752 oder so. Für die Einschränkungen finde ich das Foto recht gut. Bildbearbeitung in Snapseed durch Anwahl eines fertigen Stils. Aufwändigster Bearbeitungsschritt war das Löschen des "e" aus .jpeg. Sonst nimmt die Foren-software die Bilder nicht...

Hallo Herbert,
visuell war das Bild schon ohne die Farbfilterung besser. Meine Versuche mit Beleuchtungstricks hatten damals irre Artefakte erzeugt, nicht wirklich schön. Hier passt jetzt der Mix besser. Würde ich zusätzlich eine Form von schiefer Beleuchtung einsetzen, wäre noch mehr Detailreichtum drin. Aber so auf die Spitze treiben wollte ich es eigentlich gar nicht, eher mal probieren, was mit moderatem Aufwand möglich ist.

 
Viele Grüße,

Bob   

Bob

Hallo zusammen,
hier noch ein Bild, bei dem ich zusätzlich zum Grünfilter einen kleinen 420nm-Filter zentral in den Strahlengang gelegt habe. Dazu aufnahme im Raw-Format, Nachbearbeitung mit Rawtherapee, Entrauschen für Erik. Die Ausarbeitung von Kontrast und Schärfe hat sehr von den vielfältigen Einstellmöglichkeiten dieses Rawkonverters profitiert.

Ach so - wer Lust hat kann natürlich gerne seine Ergebnisse auch in diesem Thread posten!

Viele Grüße,

Bob

Siegfried

#7
Hallo zusammen,
Auch wieder ein Versuch mit  A. pelludica. aus Peter Höbels Präparat.
Neofluar 100/1.3 mit Oel immergriert
Kondensor NA. 1.4 Wasser immergriert
leichte schiefe Beleuchtung
gekreuzte Polfilter
Blaufilter ? aus meinem Fundus
Optovar Einstellung 2x
Leider auch nicht perfekt, aber doch einiges mehr sichtbar.
  Gruß von Siegfried

Bob

Hallo Siegfried,
schönes Foto! Der bläuliche Hintergrund gefällt mir auch gut, sind ja auch Wasserlebewesen.

Ich habe eben nochmal einen Versuch im Hellfeld gemacht, 420nm Filter, Nikon 1J1 Kamera ohne eingebauten UV-Filter.

Viele Grüße,

Bob

Carlos

Hallo Bob,
ZitatAntw.5:" ...  Das Rauschen ist wohl darauf zurückzuführen, dass die Kamera einen recht kleinen Sensor hat, der sich über mehr Licht freuen würde. ..."
M.E. erhält ein recht kleiner Sensor relativ mehr Licht als ein großer Sensor bei gleichem Bildausschnitt des Sehfeldes. Wenn ich ein Sehfeld von 20 cm Durchmesser durchs Okular gut ausgeleuchtet, nicht zu dunkel und nicht blendend, betrachte und dann einmal mit einer Vollformat-Kamera (24cm x 36cm Sensorfläche) ein innerhalb des Sehkreises liegendes Rechteck aufnehme, dann das gleiche Rechteck mit einer Kamera mit kleinerem Sensor aufnehme, muss man das Rechteck auf dem kleineren Sensor abbilden. Das heißt, die Strahlungsdichte wird erhöht! Der kleinere Sensor erhält pro Flächeneinheit mehr Licht. In der Regel hat die größere Sensorfläche auch entsprechend mehr ,,Pixel". Die Lichtmenge pro Pixel nimmt also zu! (Mache ich hier einen Denkfehler?)
Die wesentlich kürzere Belichtungszeit meiner Touptek Okularkamera gegenüber meiner Canon 450 vom gleichen Objekt führe ich bisher darauf zurück!
Gruß Carlos 

piu58

Die Flächenleuchtdichte ändert sich nicht, wenn man den Sensor wechselt. Sie bleibt gleich, unabhängig, was ich da dranbaue und ob ich überhaupt etwas dranbaue.

Kleinere Sensoren haben kleinere Pixel. Je Pixel kommt ein geringerer Lichtstrom an, weil man ja nur von der kleinen Fläche sammelt. Damit wird das Rauschen größer.
Bleibt dran, am Okular.
--
Uwe

Bob

Hallo zusammen,
ich fotografiere ja mit dem Kameraobjektiv durch ein Okular. Die Belichtung ist dabei gleich, egal ob ich eine Kamera mit größerem oder kleinerem Sensor benutze. Die Blende des Kamerabobjektivs ist offen, die Lichtmenge wird schon durch den Stahlengang davor begrenzt. Die Situation ist dadurch vergleichbar mit der, wenn ich ein Landschaftsfoto mit zwei Kameras mit Objektiv gleicher Blendenzahl mache. Auch da ist die Lichtintensität pro Chipfläche gleich, nur der kleine Chip ist kleiner. Beim Landschaftsfoto könnte ich das ausgleichen, indem ich die Blende eine Anzahl Stufen weiter öffne, das gehr am Mikroskop nicht. Da kann ich aber die Beleuchtung erhöhen, solange noch Spielraum ist.

Zum Vergleich: Der Sensor der Nikon 1J5 ist etwa halb so groß wie ein 4/3'' Sensor, dieser etwa halb so groß wie APS-C, und der etwa halb so groß wie Kleinbildformat.

Viele Grüße,

Bob

piu58

Das war mir nicht bewusst.

Die Eintrittspupille in das Kameraobjektiv ist dann die Austrittspupille am Okular (so lange die Linse das noch fassen kann). Über die Brennweite der Kameralinse ergibt sich die effektive Blendenzahl oder das Öffnungsverhältnis. Weil aber kleinere Sensoren eine kleinere Normalbrennweite haben, ist das dann eine größere effektive Blende, und damit wirklich auf dem kleineren Chip heller.
Bleibt dran, am Okular.
--
Uwe

Carlos

#13
Hallo Uwe, hallo Bob,
Ich  verstehe  eure Argumente nicht.
Wir sind uns doch einig, dass das Licht beim Mikroskop, das letztlich auf dem Sensor trifft, über die Frontlinse des Mikroskops eintritt.
Nehmen wir mal ein Objekt, das mit einem  100-fach Öl-Objektiv mit hoher Apertur betrachtet wird. Der Durchmesser der Frontlinse eines derartigen Objektivs ist sehr klein (< = 1mm ?) Die Fläche der (runden) Frontlinse berechnet sich also zu 0,5 x0,5 x 3,14 = ca 1 Quadrat-Millimeter. Hierdurch triff das Licht/die ,, Lichtmenge"  mit der Information des Objekts für das spätere Bild ins Mikroskop.
Diese ,,Lichtmenge"  trift dann nach Durchgang durchs Mikroskop letztlich (nach vernachlässigbaren, für alle Sensoren gleichen Verlusten),  je nach Kamera konzentriert/fokussiert auf eine kleine, mittlere,  große ... Film-/Sensor-fläche,  um das Bild zu erzeugen. Da ist es doch nur logisch, dass  kleinere Sensoren stärker beleuchtet werden als größere.
(Meine Okularkamera hat eine Sensorfläche von ca. 1  x 1  = 1 Quadrat- Zentimeter, eine Vollformat-Kamera von 2,4 x 3,6 =  8,64 Quadrat-Zentimeter. Damit fällt 8,64 x  mehr Licht auf den Okular-Kamera-Sensor als auf den Vollformat-Sensor!)
Gruß Carlos

Bob

Hallo Carlos,
ich vermute, dass Du Recht hast: Wenn man die gesamte Optik als einen Trichter versteht, der das Licht vom Objekt auf den Chip leitet, dann ist die Lichtmenge immer gleich, egal wie groß der Sensor ist. Beim Landschaftsfoto ist das anders. Die Fotos mit dem kleinen Sensor rauschen in der Praxis aber stärker, nur warum?

Viele Grüße,

Bob