Autor Thema: Raspberry PI HD Kamera am Mikroskop - Erfahrungen?  (Gelesen 580 mal)

Klaus

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Raspberry PI HD Kamera am Mikroskop - Erfahrungen?
« am: November 03, 2021, 11:47:30 Vormittag »
Liebes Forum,

Hat jemand Erfahrung mit der Verwendung des Raspberry HD Kamera Moduls? Ich möchte die Kamera an einem Zeiss Primostar verwenden. Für Hinweise auch für Adaptionen bin ich dankbar!

Gruß

Klaus

HorstAdam

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Re: Raspberry PI HD Kamera am Mikroskop - Erfahrungen?
« Antwort #1 am: November 10, 2021, 13:37:22 Nachmittag »
Hallo,

ich habe zwar nur die Standard Kamera angeschlossen, aber da sich sonst niemand meldet, will ich mal meine Erfahrungen beisteuern. Erst einmal: es geht. Bei mir schaut die Kamera durch das Okular eines Auflichtmikroskops. Befestigt ist es mit einem Smartphone Adapter. Die beiden Holzklötzchen halten einerseits die Kamera und werden andererseits mit dem Adapter eingespannt. Das ganze ist so fummelig, dass der Adapter mit dem Okular verbundenen bleibt nachem er einmal eingerichtet wurde.
Der Effekt zeigt sich auf dem Monitor: Das gesamte Sichtfeld (und nicht nur ein Ausschnitt) ist sichtbar. Der Pie kann Bilder und Filme wie gewohnt aufnehmen, Livebild geht auch. Er wird (im Gegensatz zu einem Fotoapparat) nicht zu heiß und schaltet nicht ab. Die ganze Konstruktion kann ohne Aufsicht beliebig lange laufen. Im Vergleich mit anderen Systemen sind das echte Vorteile.
Nach meinem von keinerlei Sachkenntnis getrübten Meinung muss so ein Aufbau immer funktionieren. Die Kamera schaut wie das Auge des Betrachters durch das Okular und muss zwangsläufig ein Bild sehen können. Aber während sich das Auge automatisch richtig "einstellt", muss die Kamera mühsam in Position gebracht werden.

Viele Grüße,
Horst


Klaus

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Re: Raspberry PI HD Kamera am Mikroskop - Erfahrungen?
« Antwort #2 am: November 10, 2021, 14:39:54 Nachmittag »
Hallo Horst,

vielen Dank für Deine Antwort! Im Prinzip sollte es also funktionieren! Liveview wäre auch schön. Die Kamera ist gerade angekommen und wir versuchen sie mittels eines C-Mount Adapters (0,5x) an ein Primostar (unendlich Optik) anzuschließen.

Wie bringst Du die Fotos vom Pi auf einen Computer z. B zur Bildbearbeitung?

Gruß

Klaus

HorstAdam

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Re: Raspberry PI HD Kamera am Mikroskop - Erfahrungen?
« Antwort #3 am: November 10, 2021, 20:14:21 Nachmittag »
Hallo,

zur Übertragung der Bilder bietet sich das Heimnetzwerk an. Oder ganz primitiv mit einem USB Stick. Eine direkte USB-Verbindung zwischen Pie und Computer geht nicht.

Viele Grüße,
Horst

Bastian

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Re: Raspberry PI HD Kamera am Mikroskop - Erfahrungen?
« Antwort #4 am: November 10, 2021, 21:27:25 Nachmittag »
Hallo Klaus.
ja, es funktioniert sehr gut. Als Adaption bietet sich Peter Höbel Universaladapter mit einem umgedrehten Plössl Okular an. Link lässt sich leicht ergoogeln.
Die Camera Ansteurung geht, ist aber eher rudimentär. Ein bequemes Fotografieren aus dem Liveview ist erst mal nicht sofort ohne Weiteres zu erreichen, wenngleich möglich. Die Kamera hat grundlegend zwei Modi und wird durch ein Kommandozeilenbefehl gesteuert : einen Video-Modus,aus dem du auch Screenshots in FullHD Auflösung machen kannst, sowie einen Still-Modus in dem du die12 Megapixel ausnutzen kannst. Hier gibt es aber erstmal kein brauchbares Liveview Bild.
Die beiden Kommandozeilenbefehle sind erstaunlich komplex (man pages lesen!) und es lässt sich schon viel heraus holen. Wieviel Lust zum Programmieren hast du denn? Denn mit OpenCV (Machine Vision) ließe sich eine tolle Mikroskopiesoftware erarbeiten. Bei mir läuft die Kamera nun seit etwas mehr als einem Jahr und ich habe die Zeit noch nicht gefunden, meine Software so weit zurecht zu schreiben, dass man das her zeigen könnte, auch wenn mein liveview nun nach etwas Programmierung und Recherche endlich so funktioniert wie ich das möchte....
Die Raspberry Pies sind aufgrund der Chipkrise aber momentan ziemlich teuer, so dass man da mit um die 200 Euro für alle Teile rechnen muss. Da kriegt man auch schon gebrauchte APS-C Kameras für, die man u.U. leichter angesteuert bekommt.

Mein Fazit: Ja es geht - sogar ziemlich gut, aber eben auch nicht berauschend gut, so dass man seine alte Kamera in Rente schicken möchte. Ich denke sie ist eher was für Menschen, die sich über die Möglichkeit freuen Zugriff auf ein quelloffenes System zu haben.- Dann kann man mit der Kamera tolle Sachen machen, da man sie mit vielen anderen quelloffenen Systemen, wie achine vision oder Mustererkennung kombinieren kann. Ich denke aber, dass das in diesem Forum auf wenig Interesse treffen wird...

Viele Grüße,
Bastian

Klaus

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Re: Raspberry PI HD Kamera am Mikroskop - Erfahrungen?
« Antwort #5 am: November 10, 2021, 21:52:02 Nachmittag »
Hallo Bastian,

vielen Dank für Deine Ausführungen!

Wir sind dabei, einen Arbeitsraum für unsere neue Planktongruppe einzurichten. Mikroskope sind vorhanden, wir möchten aber ein paar davon mit Fotoadaptionen ausstatten, da wir dies für ein Projekt benötigen. Wir schwanken zwischen Raspberry Lösungen und Canon Adaptionen. Letztere sind gut realisierbar, die Raspberry Lösung sollte preisgünstiger sein, was vielleicht nicht mehr so stimmt. Wenn das Programmieren so zeitaufwändig ist, spricht das eher gegen die Raspberry Lösung, obwohl wir einen Programmier Enthusiasten in unserer Gruppe haben.

Mal sehen, was dabei raus kommt…

Gruß und Dank!

Klaus

HorstAdam

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Re: Raspberry PI HD Kamera am Mikroskop - Erfahrungen?
« Antwort #6 am: November 11, 2021, 10:48:57 Vormittag »
Hallo,
ich verwende den Befehl
raspistill - t 0 - k - o pic%02d.jpg
auf der Console des Pies. Das gibt Liveview und bei jedem Enter-Drücken ein neues, fortlaufend nummeriertes Bild. Der Nachteil ist, dass die Nummerierung bei jedem Start neu beginnt. Vorher also die Bilder sichern.

Ich habe an einem Trinokular auch noch eine Canon 600D im Einsatz. Funktioniert zwar gut, aber nach ein paar Minuten schaltet sich das Kamerabild aus. Gefühlt immer dann, wenn ich das Foto machen will. Dann heißt es Auge vom Okular und Knöpfchen an der Kamera drücken damit der Spiegel wieder hochklappt. Aber die Bilder lohnen den Aufwand.

Viele Grüße,
Horst

Florian D.

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Re: Raspberry PI HD Kamera am Mikroskop - Erfahrungen?
« Antwort #7 am: November 11, 2021, 11:09:30 Vormittag »
Hallo Horst,

im Menü der Canon 600d kannst Du die Zeit, die sie angeschaltet bleibt auf, wie ich glaube, bis maximal 30 Minuten hochsetzen.

Viele Grüsse
Florian

HorstAdam

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Re: Raspberry PI HD Kamera am Mikroskop - Erfahrungen?
« Antwort #8 am: November 11, 2021, 13:50:36 Nachmittag »
Hallo,

@Bastian: danke, probiere ich aus.

@Klaus: ich habe da noch einen alten Raspberry Pie 3 Modell B. Siehe hier: https://www.raspberrypi.com/products/raspberry-pi-3-model-b/
Da er schon Jahre bei mir rumliegt, würde ich ihn für die gute Sache spenden. Er hat aber keine Speicherkarte und keine Kamera. Schreib mir Deine Adresse als PN und ich schicke ihn ab.

Viele Grüße
Horst

Bastian

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Re: Raspberry PI HD Kamera am Mikroskop - Erfahrungen?
« Antwort #9 am: November 11, 2021, 15:14:26 Nachmittag »
Hallo Klaus,
du meinst wohl Florian (:
Ich habe hier noch eine Sache gefunden, die vielleicht für alle anderen auch interessant ist: Eine [urlhttps://github.com/Billwilliams1952/PiCameraApp]graphische Oberfläche[/url] für die Kamera die zunächst kaum Wünsche offen lässt. Ist in Python Tkinter geschrieben und quelloffen, d.h. man kann da allerlei dazu pogrammieren, was auch nicht weiter schwer, sondern "nur" mühsame ist.
Die hatte ich bei meinen Recherchen bisher glatt übersehen.

Viel Erfolg beim Projekt,
Bastian