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Deckglasreinigung

Begonnen von micropol, November 18, 2021, 19:08:20 NACHMITTAGS

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micropol

Hallo Foristen !

Wie reinige ich Deckgläser absolut Staub- und Rückstandsfrei ? Danke.

Grüße Hermann

Michael L.

Hallo Hermann,

absolut sauber geht schon mal gar nicht. Was ist Dein Anwendungsfall? Das Thema ist hier schon diskutiert worden, versuchs mal mit der Suchfunktion.

Gruß,

Michael

micropol

Hallo Michael !

Fotoaufnahmen von kristallisierten chem. Substanzen im Pol Durchlicht, da siehst du jedes "Dreckle"."Leider kein Reinraum

zur Verfügung".

Grüße Hermann

Michael L.

Hallo Hermann,

Ich gehe so vor:
-Deckglas mit etwas Wundbenzin und Klenex fusselfrei beidseitig abwischen
-dann anhauchen und mit trockenem Klinex nochmal abreiben
-dann mit Pusteball die letzten Partikel kräftig wegblasen
Notfalls wiederholen. Das müsste doch für die Anwenung reichen.

Gruß,

Michael

Gerd Schmahl

Hallo Hermann,
ich sammle einzelne Stabfusseln unter dem Stemi mit einer Präpariernadel ab, nachdem ich sie mit einem Pinsel entfusselt habe. Mein Präparierplatz ist keine Reinraum, aber durch die Glaseinfassung doch etwas besser geschützt. Ich schätze, dass sich der Staubeintrag während der Präparation dadurch um den Faktor 10 verringert hat.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

mlippert

Der ganz korrekte Weg ist die Deckgläser mit Piranhasäure zu reinigen und danach mit A bidest zu spülen. Da ist dann nix mehr drauf.

Michael L.

Piranhasäure das ist ein echter Praxistipp für das Privatlabor, am besten noch eine Flasche Azeton daneben stellen. Ganz ehrlich das hilft nicht weiter.

Gruß,

Michael

Werner

@ Hermann:

Und Du hast doch einen Reinraum zuhause! Eine große, verschließbare unbenutzte Plastiktüte! Groß, damit man mit den Händen hineinkann.

Auf die Art habe ich früher die defekten Seagate-Festplatten wieder repariert. Die mußte man aufschrauben und die Scheiben manuell drehen, bis der Lesekopf nicht mehr daran klebte. Nach Zusammenbau liefen die wieder tadellos.
Seagate hatte diesen Mangel übrigens nie offiziell zugegeben. Aber die Nachfolgemodelle wurden damit beworben, daß die Neigung zum Kopfkleben beseitigt wurde. So funktioniert halt Marketing...

Gruß - Werner


mlippert

Nunja, so schwer ist Piranhasäure nicht herzustellen. Ich denke Mal es ist für jeden klar, dass Waschen mit Wasser und waschen mit Aceton und trocknen die einfachste Lösung für zu Hause ist. Aber wenn jemand, wie im Eingangspost erwähnt, wirklich extreme Anforderungen hat, heißt die Antwort nunmal Piranhasäure. Wie praktikabel das dann ist, muss man eben abwägen - entweder einfach Lösung reicht oder man muss in den sauren Apfel beißen und das Zeug organisieren.
Übrigens bitte niemals Aceton in die Nähe bringen!

hebi19

Zitat von: mlippert in November 19, 2021, 15:15:00 NACHMITTAGS
Nunja, so schwer ist Piranhasäure nicht herzustellen. ....

Hallo mlippert

"schwer" ist hier, wie so vieles auch im Leben, sehr relativ. Hat jemand eine Flasche konzentrierte Schwefelsäure und eine Flasche 30%ges Wasserstoffperosid so dürfte es von den notwendigen Handgriffen her "tatsächlich nicht schwer sein" diese beiden Flüßigkeiten im korrektem Verhältnis zusammen zu gießen.

Nimmt man die "Schwierigkeiten der Beschaffung" mit dazu dann wird das ganze eventuell schon relativ schwieriger. Weil in unserem Lande "privat" an diese beiden Stoffe (fast) niht mehr dranzukommen ist.

Geht man jetzt noch davon aus, dass man verantwortlich mit der ganzen Thematik umgehen soll wird es in vielen Fällen wohl noch schwieriger. Irgendwie muss man diese z.B. 18x18mm großen und 0.17mm dicken Glasplättchen möglichst vereinzelt in die Knabbersäure reinlegen und vor allem auch wieder rausholen. Metallzange geht nicht - oder nur ein, zwei Mal..... Dabei sollte das Ganze in einem Abzug stehen oder im Freien. Im Privatbereich sollte aus Sicherheitgründen am besten ein Ring aus Natrium- oder Calciumcarbonat um das Behälnis gemacht werden als Vorkehrung von eventuellen Überschäumen. Und dann ist die Knabbersäure verantwortlich zu entsorgen, was zugegebenermaßen noch der einfache Teil ist nach meiner Einschätzung

Von daher ist die Schwierigkeit der Herstellung aus meiner Sicht tatsächlich RELATIV - im Labor für entsprechend ausgebildete Personen kein größeres Problem. Hier im öffentlichen Forum ansonsten kommentarlos die Piranhasäure zu empfehlen.......da stimme ich deutlich mit der Meinung von Michael überein.

Wobei die Frage von Hermann(micropol) auch etwas "undifferenziert" gestellt ist. was ist "absolut Staub- und Rückstandsfrei"?? Da wäre es sicher sinnvoll, wie bei den Reinraumdefinitionen zu differenzieren. Wie so oft stellt sich die Frage, was will ich erreichen. Wenn jemand Monate und Jahre Diatomeen sammelt, dann mit dem Aufwand von mehreren Tagen eine Typenplatte legt ist der Aufwand für ein paar mit Knabbersäure gereinigte Deckgläser verständlich. Neben der Knabbersäure gab es da im Forum schon ein paar Fäden dazu mit ausführlicher Diskussion.
Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname

Peter V.

#10
Hallo

Ihr habt Probleme!  ::)

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit normalen Lösungsmitteln und Detergentien hochwertige Deckgläser nicht so sauber bekommt, dass sie auch gehobenen Ansprüchen genügen. Was bitte soll denn die Knabbersäure entfernen, was gängige Lösungsmittel und Detergetien nicht schaffen? Und gegen Staub hilft dann doch wohl der Püster.
Ach ja,  wenn dann im Pol trotzdem noch ein winziges Fleckchen erkennbar sein sollte, bekommt man das doch wohl mit einem Klick im Bildbearbeitungsprogramm weg. Wir leben ja nicht mehr in Zeiten der Dias.

Herzliche Grüße
Peter


Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Gerd Schmahl

Hallo,
auch das staubfreie Zubereiten der Lösungen, die man auskristallisieren lässt sollte bedacht werden, aber ich habe bisher immer eine Stelle im Präparat gefunden, die fotogen genug ist und manchmal sind es gerade die an Staubfäden auskristallisieren Sachen, die dem Bild eine ganz besondere Note geben. Die ganzen Kristallisationsprozesse sind von so vielen Faktoren abhängig und das Resultat deshalb am Ende so zufallsbedingt, dass das Staubkörnchen nur einer von vielen Faktoren ist, der das Ergebnis beeinflusst. Ich denke, dass eine normale Reinigung in Spülmittel ggf. mit einem Schuss Spiritus hinreichend saubere Deckgläser und Objektträger liefern sollte. Kritischer ist das, was danach kommt, aber da hilft doch dann wirklich i.d.R. der Bläser oder Staubpinsel und die Kontrolle unter dem Stemi.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

limno

Hallo,sollte im Betreff nicht "Objektträgerreinigung" stehen??? ??? Ich bin ja im allgemeinen ein recht sparsamer Mensch, aber simpler Deckgläser wegen, einen solchen, in jeder Hinsicht unverhältnismäßigen und nicht ungefährlichen Aufwand zu treiben......
Heinrich
So blickt man klar, wie selten nur,
Ins innre Walten der Natur.

Gerd Schmahl

#13
Hallo Heinrich,
Kirstallisationspräparate macht man i.d.R. auf Deckgläsern, damit die Kristalle direkt auf der Unterseite der DG sind. Anderenfalls hat man das gleiche Problem, das Tümpler haben, wenn ihre Präparate zu dick sind: Man bekommt mit höher vergrößernden Objektiven, die für 0,17mm Deckgläser korrigiert sind, kein ordentliches Bild mehr zu Stande. Auch für andere Dauerpräparate ist es sehr ärgerlich, wenn sie mit unsauberen Deckgläsern abgedeckt werden. Ich denke da z.B. an aufwendig hergestellte Dünnschliffe, die auch - im polarisierten Licht betrachtet - gnadenlos jedes Staubkörnchen bestrafen. Deshalb ist es eine gute Idee, in solchen Fällen die Deckgläser ordentlich zu putzen und zwischen gekreuzten Polarisatoren am Stemi zu kontrollieren.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

micropol

Hallo Gerd !

So ist es: gnadenlos sind die Staubkörnchen zu sehen. Noch Fragen: Wo (Ort) und womit trocknet man die gereinigten

Deckgläser ? Mit Mikrofasertüchern reiben hat auch so seine Tücken zwecks elektrostatischen Aufladungen. Und wo "lagert"

man sie,oder vor jeder Anwendung frisch machen ? Gibt es wirklich fussel- und staubfreie "Kleenex" z.B. Kimwipes Lite oa.?

Danke euch.

Grüße Hermann