Autor Thema: Vergleich verschiedener Klingen zum Schneiden botanischer Proben  (Gelesen 425 mal)

Manfred Rath

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Vergleich verschiedener Klingen zum Schneiden botanischer Proben
« am: Januar 25, 2023, 09:36:12 Vormittag »
Werte Foristen

die Messtechnik in unserem Betrieb ermöglicht die Messung verschiedener Parameter an diversen Klingen.
Im konkreten habe ich die folgenden Eigenschaften verglichen:
- Dicke
- Härte (HV1)
- Profil - Keilwinkel
          - Klingenwinkel
          - Keillänge
          - Klingenlänge
          - Schneide

All diese Parameter wurden verglichen mit.
- Mikrotomklingen 818 von Leica
- Cutterklingen "Lux"
- Cutterklingen "OLFA"
- Rasierklnge "Gilette Platinum"

Ich kann die Ergebnisse in pdf hochladen, weiß nur nicht, ob es hier möglich ist, vielleicht kann mir jemand helfen?

Viele Grüße

Manfred Rath



Ich lebe in der Region "Steirisches Vulkanland" - bin aber kein Vulkanier sondern waschechter Steirer.

Lupus

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Re: Vergleich verschiedener Klingen zum Schneiden botanischer Proben
« Antwort #1 am: Januar 25, 2023, 10:16:01 Vormittag »
Hallo Manfred,

das Hochladen von Anhängen wird hier beschrieben  https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=35628.0
Die möglichen Dateiformate sind aber im Vergleich zur verlinkten Anleitung inzwischen durch .pdf erweitert worden, und die Einzeldateigröße auf 4MB.

Hubert

Manfred Rath

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Re: Vergleich verschiedener Klingen zum Schneiden botanischer Proben
« Antwort #2 am: Januar 25, 2023, 10:54:29 Vormittag »
Danke Hubert,

na dann versuch ich mal mein Glück, das beigefügte Protokoll zeigt die Übersicht der überprüften Klingen.
Ich lebe in der Region "Steirisches Vulkanland" - bin aber kein Vulkanier sondern waschechter Steirer.

Wutsdorff Peter

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Re: Vergleich verschiedener Klingen zum Schneiden botanischer Proben
« Antwort #3 am: Januar 25, 2023, 12:05:42 Nachmittag »
Grüß´Dich Manfred,
Hochachtung vor dieser Arbeit!
Als Inschenör  interessiere ich mich für die verwendete Meßtechnik.
Welcher Maßstab hat die  X-Achse?
Gruß Peter

Bob

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Re: Vergleich verschiedener Klingen zum Schneiden botanischer Proben
« Antwort #4 am: Januar 25, 2023, 12:45:25 Nachmittag »
Hallo Manfred,
vielen Dank für die detaillierte Untersuchung, sehr interessant, tolle Arbeit!
Ein paar Punkte sind mir dabei aufgefallen:
- Aus dem Fertigungsprozess heraus müsste die Herstellung der Klinge eigentlich mit einer linienförmigen Schneide mit evtl. noch anhängendem Grat enden. Daher wundert mich die einheitlich vorhandene Abflachung. Fällt Dir dafür ein Grund ein?
- Die Leica-Klingen und manche Rasierklingen haben eine Beschichtung. Sie verhalten sich bei den ersten Schnitten deshalb anders als bei den folgenden. Die Leica-Klingen werden dabei gefühlt schärfer. Hast Du die Möglichkeit, beide Zustände zu erkennen und getrennt zu vermessen?
- Der einheitliche Keilwinkel von 60° kurz vor der Schneide wundert mich. Man kann bei den Klingen 2-3 Fasen erkennen, aber ich hätte nicht erwartet, dass dadurch ein so großer Keilwinkel herauskommt. Bei meinen Versuchen mit den Olfa-Klingen war ich so weit ich erinnere bei einem wirksamen Keilwinkel von ca. 35° gelandet, um den halben Wert angehoben fing die Klinge an, in einer weicheren Unterlage einzuhaken. Schneiden tut es sich mit einem noch etwas flacheren Anstellwinkel sogar geringfügig besser, zumindest in der Anwendung Frischmaterial in Karotte.
- Mein Kopf ist kompatibler mit Angaben in Rockwell. Hast Du eine halbwegs verlässliche Umwertungstabelle zur Hand für HV1 zu HRc?

Viele Grüße,

Bob

Rawfoto

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Re: Vergleich verschiedener Klingen zum Schneiden botanischer Proben
« Antwort #5 am: Januar 25, 2023, 13:03:30 Nachmittag »
Hallo Manfred

Hat ja gut funktioniert ;)

Einmal danke, da steckt ja Arbeit dahinter …
Die Frage die ich mir stelle, was lese ich da heraus und was bedeutet das für der Einsatz. Trotz einschlägiger Ausbildung und Erfahrung stehe ich auf der Leitung.

Aus meiner Sicht ist die Anwendung der Klinge mindestens so entscheidend wie die Daten der Klinge selbst. Dann ist da noch das zu scheidende Material selbst, in Kombination mit dessen Härte und den diversen Winkel wie das Messer auftrifft und wie geschmiert wird.

Die Referenz ist die Leica Klinge, zumindest das ist mein Verständnis. Nun, Härte vergleichbar, keine großen Abweichungen. Schneiden vergleichbar, wesentliche Abweichung, die Klingendicke.
Ob die Klingendicke stört oder sogar hilft kann ohne Kenntnis der Objekteigenschaften des Schnittguts nicht bewertet werden.

Was übersehe ich?

Gespannte Grüße

Gerhard

« Letzte Änderung: Januar 25, 2023, 16:35:10 Nachmittag von Rawfoto »
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Lupus

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Re: Vergleich verschiedener Klingen zum Schneiden botanischer Proben
« Antwort #6 am: Januar 25, 2023, 13:06:31 Nachmittag »
Hallo,

ich denke dass die Messung irgend einen systematischen Fehler enthält. Zur Klinge Leica 818 gab es schon einmal zwei Diskussionen über die Winkel, auch dass sie bei genauer Betrachtung 3 angeschliffene Fasen mit zunehmenden Winkel besitzt. Der vorderste Winkel müsste eigentlich etwa 35° haben, während die inneren Winkel etwa bei 24° und 15° liegen sollten. Da sind die dargestellten 80° und 59° schon deutlich zu viel!
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=35827.msg262189#msg262189
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=40506.msg298748#msg298748

Hubert

Lupus

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Re: Vergleich verschiedener Klingen zum Schneiden botanischer Proben
« Antwort #7 am: Januar 26, 2023, 16:52:02 Nachmittag »
Zur Ergänzung:
Ich habe zum Vergleich eine Gillette- und eine Wilkinson-Rasierklinge sowie eine Lutz Trapez-Cutterklinge mit 52 mm Klingenlänge optisch vermessen. Die Klingenwinkel betrugen etwa 15.6°/12.4° bei der Gillette, 15.2°/11.7° bei der Wilkinson, und 27°/20° bei der Cutterklinge. Speziell die Rasierklingen besitzen einen sehr spitzen Winkel und schneiden dadurch auch weiche Objekte mit flachem Winkel etwas leichter mit der Hand, sind aber natürlich nicht sehr biegesteif. Die Cutterklinge ist etwas "stumpfer" als die Leica 818 (ca. 24°/15°), hat dafür aber nicht deren 3. sehr sauber geschliffene zusätzliche 35°-Fase.

Hubert