Micrasterias thomasiana mit Masern?

Begonnen von Muschelbluemchen, Juli 10, 2023, 23:56:51 NACHMITTAGS

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Muschelbluemchen

Liebe Mikfreunde,

im Herbst 2020 habe ich eine große Ansammlung von Micrasterias und Closterium gefunden und in diesem Beitrag: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=38775.0 auch hier im Forum gezeigt.

Diese Desmidiaceen habe ich präpariert und in einem langwierigen Verfahren habe ich nun von Micrasterias mehrere Dauerpräparate in Euparal angefertigt.
Die Micrasterias habe ich mit Eisenhämatoxylin n. Heidenhain gefärbt, Rezept hier: http://www.aeisner.de/methoden/farb8.html

Nun wurden hierdurch Strukturen sichtbar, die ich im Durchlichtbild an der lebenden Alge noch nie gesehen habe.
Die Micrasterias ist mit mehr oder wenige regelmäßigen Punkten überzogen. Diese Strukturen dürften sich auf oder in der
Zellmembran befinden.
Vielleicht kann hier ein Forumsmitglied mehr Informationen beisteuern? Danke dafür!

Die Aufnahmen stammen alle von Algen, die schon in Euparal liegen. Teilweise habe ich SW-Bilder angefertigt, da mMn diese
besser zu der Färbung passt.

LG
Leo


Peter Reil

#1
Hallo Leo,

gerade gestern hatte ich eine Zieralge fotografiert. Sie ist noch lebendig und ich denke, man sieht hier auch bereits die "Punkte" - die kleinen auf der Oberfläche und die größeren im Innern.
Ich würde sagen "das gehört so".

Freundliche Grüße
Peter

PS: Toll, so ein Dauerpräparat! Muss ich auch mal versuchen.

Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Siegfried

Hallo Leo
Peter könnte Recht haben. Auch bei mir sind zB. in diesem Beitrag beim Bild Nr.:2 im Hellfeld schon solche Punkte sichtbar.
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=46179.msg340707#msg340707
Andererseits könnten sich auch durch das Eisenhämatoxylin die Umrisse verstärkt haben?
In deinem verlinkten älteren Beitrag haben mich die gestitchten Fotos begeistert. Hab mich auch schon am Stitchen versucht, aber leider keine brauchbaren Ergebnisse bekommen.
Ist irgendwie für mich zu kompliziert.
         Gruß von Siegfried

Michael Plewka

Hallo zusammen,


@ Leo: zwar habe ich keine Literatur, welche detaillierte Infos über diejenigen chemischen Zellbestandteile  Auskunft gibt, welche durch diese Färbemethode   (selektiv?) angefärbt werden; auch fehlt eine Größenangabe, so dass man diese Strukuren schlecht vergleichen kann. Dennoch halte ich es für sicher, dass die größeren dunklen Strukturen  Pyrenoide sind. 

Bei den "Masern" könnte es sich um Dictyosomen, als Organelle, die im Zusammenhang mit dem Golgi-Apparat  stehen, handeln, was auch schonmal für eine andere Micrasterias-Art hier angenommen wurde:

https://www.plingfactory.de/Science/Atlas/Kennkarten%20Algen/01_e-algae/Conjugaphycea/e-source/Micrasterias-rotata.html

Beste Grüße
Michael Plewka

Muschelbluemchen

Hallo zusammen,

Herzlichen Dank für eure Überlegungen bezüglich dieser Strukturen.
Ich denke dass die "Masern" auf oder in der Zellmembran liegen.
Ich habe heute wieder google bemüht und nach Micrasterias gesucht und die Suche nur auf Bilder beschränkt.

Folgende beiden interessanten Aufnahmen konnte ich dabei finden:
Bild1 (4-Figure2-1.jpg): Die Quelle für das Bild stammt aus diesem pdf: https://pdfs.semanticscholar.org/26f8/a334bf6381b09c048cf48c759f2673f1c134.pdf

Auch das zweite Bild (06_micrasterias_pa_l.jpg), welches ich hier gefunden habe: https://www.ultrastruktur.bio.lmu.de/de/forschung/rem1/re_galerie/micrasterias.html
zeigt eine ähnliche Struktur, wie meine Micrasterias.

Da ich kein Desmidiaceenspezialist bin ergibt sich für mich nun die Frage ob es sich bei meinen wirklich um Micrasterias thomasiana handelt oder vielleicht um Micrasterias papillifera (siehe Bild 2), ob diese Struktur nun typisch für gewisse Micrasterias-Arten ist oder ein allgemeines Merkmal für Desmidiaceen?

LG
Leo