Pegmatit Cap de Creus, Spanien

Begonnen von Florian D., Oktober 07, 2024, 22:42:19 NACHMITTAGS

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Florian D.

Glückauf Forum,

nach meinen Abstecher in die Mikroskopie der fluviatilen Miasmen, bin ich froh, jetzt wieder einen Dünnschliff zeigen zu können.
Es handelt sich um einen Pegmatit aus den Pyrenäen in Spanien.
Der Schliff ist wirklich schön geworden, da ich die Dicke anhand des reichlich vorhandenen Quarzes gut kontrollieren konnte. Vorhin habe ich ihn dann runtergeschmissen... Die Risse habe ich versucht, mit UV Kleber zu kitten.
Die Bildbreite beträgt etwa 1,5-2 cm. Mann erkennt Quarz, Muskovit, albitreichen Plagioklas und als highlight Beryll. Dieser sieht fast aus wie der umgebende Quarz, die Kristalle sind aber grösser und die Lichtbrechung etwas höher. Im konvergenten Licht offenbart er sich allerdings als einachsig negativ, während Quarz einachsig positiv ist.

LPL:
IMG_0107.JPG
XPL:
IMG_0105.JPG

Viele Grüsse
Florian


Holger Adelmann

Glückauf Florian.
Sehr schön! Wie hast Du denn den Beryll bestimmt?

Viele Grüße,
Holger


Peter_le

Hallo Holger,

steht das nicht im letzten Satz? Allerdings weiß ich nicht was konvergentes Licht ist

Grüße
Peter

Florian D.

Hallo Peter & Holger,

Ja, "konvergentes Licht" ist synonym mit conoskopischer Betrachtung, d. h. mit Bertrand-Amici Linse im Strahlengang.
Das Mineral hat einen Brechungsindex, der nur leicht über dem von Quarz liegt. Die Doppelbrechung ist niedrig und einachsig negativ. Viel kommt dann nicht mehr in Frage: Quarz ist einachsig positiv, Apatit einachsig negativ, hat aber einen höheren Brechungsindex. Nachdem letzterer aber schwer zu schätzen ist, will ich Apatit nicht ganz auschliessen. Apatit ist aber fast immer idiomorph ausgebildet. Das ist bei meinen Kristallen hier nicht der Fall.

Viele Grüsse
Florian

Peter_le

Hallo Florian,

Konoskopie weiß ich. Ich bin ja nur ein interessierter Laie, aber kannst du dir da wirklich so sicher sein, dass es kein Apatit ist? Ich meine der ist in Pegmantit häufig, Beryll kommt auch in Pegmantit vor.

Bildbreite 1,5 - 2 cm. Dünnschliffe sind ja häufig mit einem Deckglas bedeckt. Makroskopisch gibt es ja Ritzbesteck, gibt es sowas auch in "klein"?

Objektmarkierer mit Diamantspitze gibt es jedenfalls.

Glück auf
Peter

Peter_le

Und jetzt, Florian, habe ich deinen letzten Satz nicht gelesen ::)

Holger Adelmann

Vielen Dank Florian, deine Differentialdiagnose habe ich jetzt verstanden!
Glück auf,
Holger

Florian D.

Neuer Schliff, neues Glück!
Die Kleberschicht war wohl keilförming, drum ist der Schliff nicht so toll geworden.
Er enthält mehr Feldspat als der Erste. Auch ein interessantes, hochbrechendes, kubisches Mineral.
Das tiefrote Material ist auch interessant. Könnte sich freilich einfach um Hämatit handeln.


IMG_0121.JPG

Viele Grüsse
Florian

Florian D.

Noch ein Schliff, wieder diese roten Kristalle.

LPL:
IMG_0122.JPG

XPL:
IMG_0123.JPG

hugojun

Hämatit kann man aber jetzt ausschließen, oder ( pol hell-gelb)

hugojun


Florian D.

Hallo Jürgen,

Turmalin wäre möglich. Weiter nördlich an der Küste gibt es teilweise metergroße Schörlaggregate aus grossen Kristallen.

Viele Grüsse
Florian

Florian D.

Die gelblichen Kristalle zeigen aber nur schwachen Pleochroismus.

hugojun

Sie sind möglicherweise dünner als die Schliffdicke!?

Florian D.

Hab mich erinnert, dass ich Linuxpenguin mal 2 Auflichtpräparate von Columbit abgekauft hatte. In der Mittagspause habe ich von einem die oberste Schicht abgesägt. Vielleicht wird ja noch ein Dünnschliff draus. Farblich sieht das schon mal vielversprechend aus und passt zum Pegmatit.

IMG_0131.JPG