Wie bestimmte Diatomee markieren zur späteren Verwendung.

Begonnen von Michael K., November 19, 2024, 13:17:38 NACHMITTAGS

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Michael K.

Hallo zusammen,

Ich möchte hier mal um Rat fragen zu einer bestimmten Problemstellung.
Mal angenommen ich habe eine bestimmte Diatomee unter dem normalen Mikroskop gesehen, die ich
präparieren oder auch nur einzeln fotografieren möchte.
Oft habe ich das Problem das ich die unter dem Stemi unter den anderen Diatomeen nicht wieder finde.
Vor allem bei kleinen ist es schwierig.
Die ausgesuchte Diatomee direkt heraus zu heben, scheitert oft daran das ich mit der Legeborste über
den OT wische. Es ist schwierig mit der Hand auf dem OT-Tisch sauber und ruhig zu hantieren.
Ich habe mir daher jetzt eine Art Zeiger gebaut. Es ist eine Nadel die sehr knapp über den Diatomeen ist und mir die gewünschte Diatomee zeigt.
Wenn dies geschehen ist, nehme ich den OT mit dem Zeiger heraus und lege diesen unter das Stemi.
So lässt sich zumindest das Gebiet eingrenzen. Durch die Paralxe ist das direkte anzeigen der Diatomee
kaum möglich.

Gibt es eine bessere Möglichkeit Diatomeen zu markieren ?

Am liebsten wäre mir ein OT mit feinem aufgedampftem Raster welches am Rande nummeriert ist, z.B.
X 32, Y 49. In dem Kreuzungspunkt wäre die Diatomee zu finden.
Aber ich denke so etwas wäre sehr teuer.


Gruss
Michael

Werner

Kurzes Brainstorming:
Auf Objektmikrometer ausstreuen.
Auf Glas ein Gitter mit einem Diamanten (Drehdiamant) ritzen, Vorrichtung nötig.
Glasmaßstab (Werkzeug) ausmanteln und als Unterlage verwenden.
Feinstes mögliches Gitter mit Laserdrucker ausdrucken (ist wasserfest, auf Folie?)
Spektrometer-Gitter als Unterlage (lineare Furchen) [Gitter sind bei mir vorhanden].
Silizium-Wafer-Rohling als Unterlage, enthält feine Strukturen.
Altes UV-Eprom ohne Deckplatte als Unterlage (regelmäßige Struktur) [habe Eproms verpackt].
Ende Brainstorming.

Gruß - Werner

limno

Hallo Michael,
und ein Gitter-Okularrmikrometer  wäre das was?
https://www.ebay.de/itm/264413378112?
Beste Grüße von
Heinrich
So blickt man klar, wie selten nur,
Ins innre Walten der Natur.

anne

Hallo Michael,
mein Freund Nigel Charles hatte neben jede Diatomee die später in ein Präparat sollte auf der Trocken Streuprobe mittels eines Markerobjektivs eine Markierung gemacht. Die Objektträger gingen dann so an Klaus Kemp, der dann Präparate daraus gelegt hat. Ich bin gerade unterwegs, später stelle ich noch Bilder dazu ein.
Lg
Anne

Rene

So etwas wie ein Neuengland-Finder? https://www.emgrid.com.au/product/stage-micrometer-s7/ Es gibt sie auch in Plastikausführung, aber ich habe sie noch nicht in einem Katalog gesehen. Sie könnten etwas Ähnliches selbst drucken.
Alternativ könnten Sie einen Kreuztisch mit Nonius auf Ihre Stereoanlage montieren.

Viel Erfolg, René

Michael K.

Hallo,

Danke für die Rückmeldungen.

Werner:
An Glasritzen hab ich auch schon gedacht, aber wenn man zu tief ritzt, könnte das ein Startpunkt für ein
Glasbruch sein. In Lack habe ich mal feinstes Gitter geritzt, das dient mir als Orientierungshilfe beim
legen.
Das Gitter sollte schon durchsichtig und nicht schwarz sein.

Heinrich:
Das Okularmikrometer ist zu klein, wenn ich Diatomeensuspension auftropfe ist meist 1/3 des OT bedeckt
Das in Gross wäre schon gut. Der Vorschlag von Rene kommt den schon nahe.

Anne:
ja die Markierobjektive kenn ich, wenn es die sind die ein Kreis um das Objekt auf den OT ritzen.


Da ich Glasätzpaste habe wäre eine weitere Idee folgende:
Man klebt eine Folie wie Tesa oder ähnliches auf ein OT. In die Folie schneidet man ein Gitter.
Nun streicht man etwas Paste darüber und lässt es paar min wirken. Danach abwaschen, es sollte ein
mattes Gitter zusehen sein.
Habe es aber noch nicht probiert. Probiert habe ich es vor Jahren mit Photolack, es war OK aber nicht
sonderlich gut, der Lack wird ein wenig von der Paste angelöst.

vielleicht kommen noch weitere Möglichkeiten, von denen ich nichts weis.


Gruss
Michael

anne

Hallo Michael,
hier die Bilder wie versprochen. Die Streuung darf dafür nicht so dicht sein. Klaus Kemp hat so für Nigel Charles mehr als 3000 Einzeldiatomeen gelegt.

lg
anne

1.jpg


2.jpg

Michael K.

Hallo,

Anne:
Vielen Dank für das Bild, wie ich sehe ist es mit einem Stift oder ähnlichem markiert.
Wenn man es so machen will darf es selbstverständlich nicht so dicht sein.


All:
Ich habe jetzt mal einen schnellen Ätz Test mit der Glasätzpaste gemacht. Mir ging es bei dem
Test nicht um die genauigkeit des Rasters, sondern um die Feinheit der Linien.
Das beste Ergebnis --mit Ätzpaste-- ist das mit der geätzen feinen Wolframnadel die ich eigentlich
am Mikromanipulatur nutze. Die kleinen Bilder in den Ecken sind unterm normalem Mik mit 10er Objektiv
gemacht worden.

Das überhaupt beste Ergebnis ist das mit der Hartmetallnadel, diese nutze ich auch um runde DGs
zu schneiden.


Das heisst für mich das ich erstmal einige OTs mit einem Raster versehe, welches ich mit der HM Nadel
mache. Dann natürlich genau.
Eine Phototechnische Lösung wäre mir lieber gewesen, aber das bringt ähnlich schlechte Ergebnisse
wie die ersten 3 Beispiele; Unterätzung!


Gruss
Michael


 


cesarius

Hallo Michael,

ZitatAm liebsten wäre mir ein OT mit feinem aufgedampftem Raster welches am Rande nummeriert ist, z.B.
X 32, Y 49. In dem Kreuzungspunkt wäre die Diatomee zu finden.

So etwas gibt es, bspw. von der Firma Albert Sass, habe ich jedoch auch schon von anderen Herstellern gesehen mit etwas veränderter Matrix. Bei dem Exemplar bestehen die Zeilen aus Groß- und Kleinbuchstaben, die Spalten sind hingegen durchnummeriert. Früher war das wahrscheinlich ein Hilfsmittel zur Positionierung welches heute durch Scanner im Schnellverfahren digital erledigt werden kann.
Hin und wieder findet man solche Raster günstig auf Ebay.

Beste Grüße
Marcel

Sorry wegen der Qualität der Bilder, war jetzt nur auf die Schnelle gemacht.

Micropositioner.jpg
Micropositioner2.JPG

 

Michael K.

Hallo Marcel,


Das wäre schon das idealste. So etwas ähnliches hatte Rene auch vorgeschlagen.
Ich bin am überlegen wie man es zuhause machen kann.  Ich bräuchte ja mehrere von den Teilen.

Wenn ich so eine Diatomeensuspension auftrage und trocknen lasse, suche ich welche heraus. Der Rest auf
dem OT verbleibt dort und wird verstaut für das nächste mal.

Da es auch grössere DG gibt kann man auch diese verwenden worauf ich die Suspension aufbringe.
Beim späteren heraussuchen kann man das DG mit den Diatomeen AUF so ein Raster legen und Formen
heraus picken.
Dünnes DG deshalb weil dann die Paralaxe nicht so gross ist wie mit normalen OTs oder mit dem Zeiger, was
ich momentan verwende.
Vielleicht denke ich aber auch zuviel... aber so kommen schon mal passende Ideen heraus, siehe der
Eigenbau MMP.


Gruss
Michael


Nochnmikroskop

#11
Hallo Michael,

"einfach" mal ein Panorama stitchen (ggf. mit 4x oder 10x Objektiv) und später den relevanten Pixelbereich im Foto markieren. Das geht zwar anfangs etwas Zeit verloren, aber später findet man das schnell wieder.
Ich finde auch am Bildschirm kann man dann viel besser suchen.

LG Frank

Edit: Bild von Pano eingefügt

Beispiel interessante Diatomeen Pano.jpg
LG Frank

Michael L.

Hallo Michael,

der England Finder ist schon genannt worden, wäre das Hilfsmittel der Wahl, leider extrem teuer.

Gruß

Michael

Michael K.

Hallo,


Beim suchen im Netz bin ich auf Mikrofichi gestossen.  Da kam mir gerade die Idee, das man
sich auch mehrere Dias oder auch Filme machen (lassen) kann. Es gibt Firmen die Platinenlayout
Filme oder Folien machen. Die sind viel besser aufgelöst als mein Laserdrucker.
Über die Option denke ich noch nach.

Oder hat wer Erfahrungen damit?



Gruss
Michael

Michael K.

So,

Ich hatte mir mal vor einiger Zeit Testkarten für das Stemi gemacht.  Einige auch auf
Folie. Eine solche Folie habe ich nun zerschnitten und das Raster unter den OT mit Tesa
geklebt. Ich wollte einfach mal sehen wie es sich mit so einem Raster arbeiten lässt.
Ich habe also etwas Diatomeen Suspension aufs Raster (weisser Kreis) getropft und geschaut.
Allerdings muss ich den OT Tisch soweit verstellen bis ich eine Zahl an der Linie erkenne,
Scharfstellen muss ich natürlich auch.
Die Diatomee lässt sich unter dem Stemi schnell wieder finden. Es ist in der Tat besser wenn die
Raster Quadrate direkt nummeriert wären.
Der England Finder oder der von Sass erfüllt diese Aufgabe.
So wie ich es verstanden habe legt man den OT mit einem Präparat oder halt Diatomeen auf den Finder.
Der scheint grösser als normale OTs zu sein, das verhindert das man den OT verschiebt wenn man Finder  aus dem Mik heraus nimmt und unters Stemi legt.

Lieg ich mit der Annahme richtig?


Gruss
Michael