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Ölphobie

Begonnen von Peter T., November 19, 2024, 22:09:24 NACHMITTAGS

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Peter T.

Das ist wohl eher ein mentales Thema:

Ich schau mir meine Tümpelproben an, finde ein faszinierendes, aber kleines Objekt, und denke mir: Das solltest du mit dem 100er Öl anschauen.
Dann habe ich aber keine Lust auf das Gepansche und Geschmiere, denn wenn das Deckglas einmal eingeölt ist, dann wird es mit dem 10er und 40er irgendwie riskant, ich möchte diese Objektive ja nicht mit Öl in Verbindung bringen. Also lass ich es und ärgere mich hinterher, dass ich das 100er nicht einsetze, obwohl ich es eigentlich hätte.

Ist das irgendwie nachvollziehbar, oder nur Panne von mir? Und gibt es hierzu den einen oder anderen Rat? Ich dreh den Revolver schon bewusst anders rum, wenn Öl auf dem Deckglas ist.
Liebe Grüße
Peter

Diana1982

Hallo Peter,

Von Leica (zum Beispiel) gibt es 40er, 25er und 16er Öl- bzw. Mulitimmersionsobjektive. Von anderen Marken gibt es ähnliches. Das 10er hat meist so viel Freiraum oberhalb der Probe, dass es zumindest noch als Suchobjektiv auch nach dem Ölen genutzt werden kann.

Dein "Problem"/ Deine Phobie haben aber viele!

Persönlich nutze ich am Leica DMR z.B. fast nur noch Öl-Objektive, bis auf das 10er und 5er, die aber wie gesagt eh genug Freiraum haben. Ein 20er und 40er habe ich zusätzlich noch als Trockenobjektive...

Viele Grüße
Diana
Leitz Orthoplan
Leitz Diavert
Leica DMR
Olympus SZX12

www.microscopia.de

Rene

Du kannst mit Wasser beginnen, das du leicht mit einem Filterpapier absaugen kannst. Nicht ideal, aber besser als nichts.

Grüße, René

Peter T.

Diana, das tröstet mich ...

Eine dumme Frage: Schraubst Du dann die Objektive um, wenn Du z.B. Pflanzenschnitte oder Polarisation auf dem Objektträger hast?
Liebe Grüße
Peter

Peter T.

Rene: Wasser geht bei Ölobjektiven?
Liebe Grüße
Peter

Aljoscha

Zitat von: Peter T. in November 19, 2024, 22:31:56 NACHMITTAGSRene: Wasser geht bei Ölobjektiven?

Hallo Peter,

Es geht besser als das Immersionsobjektiv trocken zu benutzen.

Brechungsindex:
Luft: 1,00
Wasser: 1,33
Glyzerin: 1,47
Immersionsöl: 1,52

Das Objektiv ist für eine Immersion mit 1,52 gerechnet. Je größer die Abweichung des Brechungsindex des Immersionsmediums davon ist, desto größer ist der Qualitätsverlust.

Mir ist unklar, weshalb man sich über den Qualitätsunterschied zwischen Plan-Achromat und Plan-Apochromat einen Kopf macht und gleichzeitig bereit ist, einen weit größeren Qualitätsunterschied wegen der Ölphobie zu akzeptieren.

Wenn man schon eine Ölphobie hat, würde ich eher Glyzerin als Wasser vorschlagen. Da bleibt der Qualitätsverlust in Grenzen.

Viele Grüße

Alexander

Peter Reil

Hallo,

das Immergieren mit Wasser ist wie Steak essen aber vegan.  ;D

Ich halte es wie Diana, 20/40/60/100 alles mit Öl. Die gute Bildqualität ist es allemal wert. Und bei mir gib es weder Gepansche noch Geschmiere.

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Rene

Nun, es gibt natürlich einen Unterschied zwischen dem Wunsch, einen schnellen Blick auf etwas zu werfen, und dem Wunsch, ein Spitzenfoto zu machen.
Glyzerin wäre in der Tat besser, ergibt aber die gleiche Sauerei.

Mit freundlichen Grüßen, René

Diana1982

#8
Zitat von: Peter T. in November 19, 2024, 22:31:15 NACHMITTAGSDiana, das tröstet mich ...

Eine dumme Frage: Schraubst Du dann die Objektive um, wenn Du z.B. Pflanzenschnitte oder Polarisation auf dem Objektträger hast?

Hallo Peter,
Am DMR habe ich 7 Objektivplätze...derzeit wie folgt bestückt:
10er trocken
20er trocken
25er Öl
40er trocken
40er Öl
63er Öl
und je nachdem ein 5er (trocken) oder ein 100er Öl, das ich nicht so oft brauche, weil ich ein 63er mit verstellbarer Apertur bis 1.40 habe (mehr geht fast nicht) und einen Vergrößerungswechsler bis Faktor 1.6.

Das reicht eigentlich für meine gängigen Hobby-Anwendungen.
Wenn ich ein bestimmtes Objektiv (fürs Geschäft) testen muss, schraube ich tatsächlich auch mal was um.
Ich tendiere aber auf ein DMRX zu wechseln, das hat dann einen Wechselrevolver.
Dann habe ich ja auch nicht nur ein Mikroskop, sondern ganz viele.
Für Pol-Anwendungen bevorzuge ich das Orthoplan (Pol) ein endlich Leitz Mikroskop, das ich ganz allgemein als das flexibelste und komfortabelste Mikroskop überhaupt halte, wenn es darum geht, mal eben schnell etwas umzubauen. Es gibt dafür auch ganz "verrückte" Kontrastverfahren...aber das führt hier zu weit. Es kann im Grunde "alles" im Durch- wie im Auflicht.

Pol ist aber auch nicht so mein Hobby, sondern eher Tümpeln.
Auch Pflanzenschnitte schaue ich eher selten an, auch wenn ich wunderschöne aus dem Nachlass eines hier sehr bekannten Mikroskopikerfreundes habe. Ich nutze auch diese eher, um etwas zu testen, z.B. Fluoreszenz, denn die Schnitte sind entspr. gefärbt.

LG Diana
Leitz Orthoplan
Leitz Diavert
Leica DMR
Olympus SZX12

www.microscopia.de

beamish

Es müssen nicht gleich teuerste Objektive zum Einsatz kommen. In der Serie der schwarzen Zeiss-Achromate gab es ein hervorragendes 40er Öl. Mit dem kann man leicht zum 100er hin und her wechseln.
Grüsse
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Aljoscha

Zitat von: Rene in November 19, 2024, 22:55:22 NACHMITTAGSGlyzerin wäre in der Tat besser, ergibt aber die gleiche Sauerei.


Hallo René,

Glyzerin hat gegenüber Öl einen entscheidenden Vorteil, wenn es um "Sauerei" geht. Es ist wasserlöslich.

Viele Grüße

Alexander

K. B.

Hallo Peter,

die Ölphobie verschwindet schnell wenn man sich an den Ablauf gewöhnt hat, ich mache das ähnlich wie bei der Pilzmikroskopie, erst mit 2x oder 4x Objektiv einen Überblick verschaffen, dann mit 10x/ 20x genauer ansehen und danach geht es mit dem 40x und 100x ins Öl für die feinen Details, evtl. kann man mit dem 4x und mit manchen 10x Objektiven nochmal überprüfen wo man sich im Präparat befindet(Wenn der Arbeitsabstand groß genug ist).
Danach dann nur das Öl etwas vom Objektiv abtupfen so das nur ein dünner Film übrig bleibt, wirklich sauber mache ich das Objektiv erst wenn ich komplett fertig bin oder das Mikroskop länger veräumen möchte.
Das 40x Öl würde ich dafür aber auf jeden Fall empfehlen, weil man sich damit besser im Präparat orientieren kann als mit dem 100er.

Viele Grüße
Kay
Mikroskop: Olympus BH-2 BHTU/ BHS mit Trino (DL; PH; Fluo; DF; AL)
                  Zeiss GFL Trinokular (DL; PH; Fluo; AL)
                  Olympus CK2 Invers Trino (DL; PH; Fluo)
                  Olympus GB (DL; PH)
Mikroskopkamera: Canon EOS 550D; EOS RP

anne

Hallo Peter,
ich bin auch sehr Öl faul. Insbesondere beim Tümpeln.
Ich kann es jedoch durch ein sehr gutes 40er trocken Objektiv sehr oft vermeiden. (SPlanApo 40, NA 0,95 mit Deckglaskorrektur)
Das wäre also der andere bzw. alternative Weg...
Was ich aus meiner Erfahrung nicht empfehlen kann, sind 60er oder 63er Trockenobjektive mit einer Apertur von z.B. 0,95.
Diese sind unglaublich schwer im Handling und im Ergebnis nicht befriedigend.

Wichtig ist fürs Tümpeln ein dünnflüssiges Immersionsöl.

Und es ist nicht "Panne" von Dir. Der Umgang mit dem 100er Objektiv für Tümpelproben ist nicht einfach und macht nur Spass, wenn kein einziges kleines Sandkorn unterm Deckglas ist und die Schichtdicke optimal ist an allen Stellen. Das 100er drückt sonst alles weg. Ich mache das wirklich nur wenn optimale Voraussetzungen vorhanden sind.

lg
anne




Dr. Jekyll

#13
Moin,
es gibt von Leitz auch ein 10er Ölobjektiv mit ervorragenden Eigenschaften (sehr gute Auflösung und Lichtausbeute). Ich verwende am Orthoplan einen Wechselrevolver, welcher komplett mit Ölobjektiven bestückt ist (10x, 25x, 40x, 63x und 100x). Mit modernem, dünnflüssigem Immersionsöl ist es nicht nötig die Objektive jedesmal plank zu rubbeln 😉. Wie Kay schon beschrieben hat, reich es diese abzutupfen. Das 10er Ölobjektiv gibt es nicht sehr oft, aber gelegentlich taucht es in der Bucht auf.
Aber wie Anne schon schreibt ist Öl bei Tümpelpräparaten generell etwas problematisch.
Beste Grüße
Harald

A. Büschlen

Hallo,

die Anwendung von Immersionsoel ist einfach und muss nicht über den Umweg mit Wasser oder Glycerin erlernt werden. Es geht auch ohne einen ganzen Satz hochpreisige Immersionsobjektive.( Den Spass mit Diesen will ich nicht verderben, denn ich habe auch Sollche... :) )
Wichtig scheint mir, dass man die Anwendung von Immersionsoel übt und dass neben den 100er Oel Objektiv ein Objektiv <20er angeordnet ist.
Üben würde ich mit einem gut gefärbten Dauerpräparat darin man sich gut orientieren kann. Ich verwende für das aufbringen von einem kleinen Tropfen Oel eine Flasche mit einer langen feinen Spitze.
Ich mache das immer ohne den Tisch abzusenken direkt auf das Präparat beim Objektivwechsel zwischen den Objektiven. Alles klar?

Gutes Gelingen!

Grüsse Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.