Bedienungsanleitung Leitz Orthoplan - deutsch

Begonnen von ThomasSelchert, Dezember 27, 2024, 11:11:32 VORMITTAG

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ThomasSelchert

Liebe Forumsmitglieder,
ich habe für meinen Sohn eine Orthoplan Mikroskop vom Schrottplatz ergattert. Nun möchten wir es gerne verstehen. Im Internet habe ich nun die englische Bedienungsanleitung gefunden.

Habt jemand hier im Forum ggf. für uns noch die Bedienungsanleitung fürs Leitz Orthoplan auf deutsch?

Vielen Dank im voraus

Thomas + Jonte Selchert
thomas.selchert@hotmail.de

Peter V.

#1
Hallo Thomas,

na, dann Glückwunsch zu dem Fang! Wenn es in Ordnung ist, habt ihr ein tolles Mikroskop. Vom Schrottplatz... ::) Vielleicht zeigst Du uns mal das schöne Mikroskop?

Siehe hier:

https://www.microscopia.de/WebRoot/Store28/Shops/91351031/6082/B670/39EE/7001/4F9F/0A0C/6D0F/4AAA/Orthoplan-BDA-deutsch.pdf

und weitere Orthoplan-Anleitungen

https://www.microscopia.de/c/downloads


Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Siegfried

Hallo Thomas
Auch von mir Glückwunsch zu diesem schönen Mikroskop, wenn es noch in Ordnung ist. Was mich immer bewegt, sind die Glücklichen, die heutzutage solche Mikroskope noch auf einem Schrottplatz udg. finden und bekommen.
Solche Funde wurden allerdings hier im Forum schon des öfteren erwähnt. Für mich ist das wie ein Sechser im Lotto. Ich gehe ja auch mit offenen Augen durch die Welt, kenne auch viele Menschen, bin auf Flohmärkten gerne unterwegs, aber Mikroskope außer ich sage mal außer kleinste Schülermikroskope habe ich da noch nie gesehen.
Also nochmals  Glückwunsch.
    mfg Siegfried

Peter V.

Hallo Siegfried,

vielleicht ich mit dem "Schrottplatz" auch Ebay gemeint - bei Mikroskopen ist das manchmal quasi synonym... 8)

Hezrliche Grüße
Peter
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Jakob_Wittmann

Hallo Thomas,

ja, zu diesem Fang kann man Dir wirklich gratulieren. Das Orthoplan stellt nach Meinung einiger Mikroskopie-Experten einen später nicht mehr erreichten Höhepunkt in der Qualität der Feinmechanik dar. Was die Qualität der optischen Komponenten betrifft, ist Leitz ohnehin in der Spitzenklasse aller Mikroskophersteller vertreten.

Kurz: Es ist ein Instrument von hervorragender Qualität. Auch im Vergleich zu Produkten von Herstellern wie ZEISS (West & Ost), Reichert (eine österreichische Firma, die gerade in den letzten Jahren ihres Bestehens hervorragende Qualität lieferte) und OLYMPUS, ein Hersteller, der vor allem ab den 70er Jahren mit der Qualität seiner Geräte und einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis den etablierten Herstellern viel Stoff zum Nachdenken gab.

Nur ein paar gut gemeinte Bemerkungen meinerseits:

Von der Reinigung bis zur Wartung: Bitte Ruhe bewahren und nicht ohne genaue Recherche und/oder Rückfrage irgendwelche Versuche mit dem Orthoplan unternehmen. Man kann dem Gerät durchaus Schaden zufügen, wenn man nicht genau weiß, wie vorzugehen ist.

Hier in diesem Forum sind ausgesprochen kompetente Mitglieder bereit, Hilfestellungen zu geben.

Gerade durch die Qualität des Orthoplans kann es auch sein, dass es abgesehen von Verschmutzung tadellos funktioniert.

Solltest Du Dich aber entschließen, eine fachmännische(frauliche)   :)  Wartung, Überarbeitung vornehmen zu lassen, wäre


Diana Witzgall

Sand 1

95497 Goldkronach

Tel.: +49 172 8820807

Email: info@microscopia.de

www.microscopia.de


die dafür kompetente Expertin par excellence! Sie ist mit ihren Stundensätzen durchaus moderat. Es gibt auch andere Firmen, die alte Markengeräte reparieren, allerdings kann es dann empfindlich teurer werden ...

Wirklich gut zu wissen ist, dass die Entwicklung von gehobenen, ausbaufähigen Mikroskopen bei Leitz eine längere Tradition hat und das Orthoplan gewissermaßen den Höhepunkt im Bau von Mikroskopen einer bestimmten Ära darstellte.

Dazu verlinke ich einen Beitrag (Englisch) britischer Mikroskopiker, der so etwas wie eine Vorgeschichte des Leitzschen Mikroskopbau vor der Fertigung des Orthoplans ist. Wirklich gut geschrieben. Wenn Du möchtest, kann ich den Artikel auch ins Deutsche übertragen.

http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/indexmag.html?http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artmar08/go-leitz.html

Bereits von mir mit Hilfe übersetzt verlinke ich auch einen Beitrag  über das Orthoplan. In Form von acht Screenshots, da es etwas verwickelte Probleme mit dem PDF-Format gab. Ist wirklich gut verfasst.
Holprigkeiten der Übersetzung sind nicht ausgeschlossen 8)  :D . Quelle: siehe bitte Schluss der letzten Seite.

https://www.dropbox.com/scl/fo/4zs9qkl17xjs0lpinl7by/AB--cp8z8eL3AjnFi4nyiGA?rlkey=4r029ii7j90hba97j68jptzsx&st=9r2zejep&dl=0

Last but not least ein angehängtes Foto, das Dir vermittelt, wie teuer das gute Stück seinerzeit war ...


Liebe Grüße und viel Erfolg und Freude mit dem Mikroskop

Jakob
jakob.wittmann@hotmail.com


,,Ein Leben mit nur einem schwarzen Mikroskop ist möglich aber sinnlos."

Bernhard-Viktor ,,Vicco" Christoph-Carl von Bülow zugeschrieben

ThomasSelchert

#5
Hallo Jacob, Peter und Siegfried,

Ganz recht herzlichen Dank für die Bedienungsanleitung, weiteren Informationen und eure Bereitschaft zur Hilfe.
Ja, es war ein Schrottplatz nördlich von Hamburg in Bad Oldesloe. Die Geschichte zum Mikroskop ist, dass mein Vater seid 60 Jahren Schrottplatzgänger ist und ich davon bestimmt 40 Jahre mitgegangen bin. Ich bin jetzt 52 ;-).

Ja, es ist unglaublich, was Menschen alles so wegschmeißen. Dementsprechend sieht es auch bei meinen Eltern zuhause aus. Andere Geschichte.

Das Mikroskope haben wir wohl so vor 15-20  Jahren gefunden. Mein Vater hat eine Lichtquelle gebaut und das Gerät meinem Neffen zum experimentieren gegeben. Nachdem der andere Interessen bekommen hatte, ist es wieder in den Keller gewandert und wartet auf den nächsten Enkel mit Vater im richtigen Alter;-)

Leider ist e mir aber nicht gelungen, irgendein Bild hinzubekommen. Deshalb war ich eifrig am Suchen einer Bedienungsanleitung! Ich werde euch mal ein paar Fotos hochladen.
Vielen Dank - ich werde mich bestimmt erneut mit Fragen an euch wenden ;-)

Viele Grüße aus Hamburg, Thomas und Sohn Jonte

Hugo Halfmann

Hallo Thomas,

sieht aus, als ob dein Orthoplan als Auflichtmikroskop eingerichtet war. Die Beleuchtung mit dem Halogenbirnchen im Plexiglasrohr ist nicht original. Ob das Mikroskop technisch in Ordnung ist, kann man anhand der Fotos natürlich nicht sagen, aber Versuch macht kluch...

Was du brauchst: Ein originales Lampenhaus, am besten mit Trafo und einen Satz Durchlichtobjetive (zur groben Orientierung: da steht dann kein X hinter der Vergrößerungsangabe).

Mittelfristig wäre ein vollständiger Kreuztisch nicht schlecht, für den Anfang tun´s auch erstmal ein paar Objektklammern

Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Peter V.

#7
Hallo Thomas,

hmm...ich gieße jetzt mal etwas Wasser in den Wein: So ein wenig sieht man dem Mikroskop ja seine "Schrottplatzkarriere" an  ;)  Schade, dass eine Armstütze fehlt, die wird einzeln kaum zu bekommen sein. Nun gut, die ist ja nicht lebenswichtig, wenn es nicht um Ästhetik geht, kann man sich da auch zunächst mit einer Notlösung behelfen (Sperrholzplatte oder was auch immer). Was natürlich fehlt - es wurde schon erwähnt - ist eine Leuchte samt Trafo. Das Mikroskop ist tatsächlich in dieser Ausstattung ein Auflichtmikroskop, für das es in der Hobbymikroskopie keine wirklichen Anwendungen gibt. Der Tisch ist auch nur bedingt geeignet für Durchlichtpräparate, mit denen es man in der Hobbymikroskopie üblicherweise zu tun hat. Immerhin ist aber oofenbar ein Durchlichtkondensor vorhanden.

Lassen sich die Triebräder (Grob- und Feintrieb) einigermaßen leicht drehen, um die Tischhöhe zu verstellen? Wenn man da mit sehr viel Kraft drehen muss, sollte man es lieber lassen, denn damit zerstört man ziemlich sicher die wahrscheinlich verharzte Triebmechanik. Alles, was schwergängig ist, sollte man keinesfalls mit mehr oder weniger Gewalt bewegen, denn das führt nur zu Zerstörungen. Was sich nicht leicht bewegen lässt, sollte man auch nicht mehr bewegen!!! Das könnte auch die Augenabstandsverstellung und den Zughebel für die Umschaltung auf den Fotoausgang betreffen.
Möglicherweise sind auch optische Teile verpilzt. Das müsste sich alles mal jemand anschauen, der sich damit auskennt. Am besten wäre es, wenn Du damit mal bei einer mikroskopischen Vereinigung vorbei schaust. In welche Region Deutschlands wohnt ihr denn?
Man kann aus dem Mikroskop durchaus noch etwas machen, wie es scheint, aber ohne fachmännische Hilfe wird vermutlich nicht ganz so viel Freude aufkommen...

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Schuhmicro

#8
Hallo Thomas + Jonte, Hallo Hugo Jakob Siegfried und Peter.

Glückwunsch zu Deinem Orthoplan.
Es ist von der Objektiv-Revolver ∞/0,8x und Tisch Ausrüstung her ein Auflichtmikroskop also das Licht wird normal von oben durch die Objektive eingespiegelt die Objektive sind Leitz "Unendlich" ohne Deckglaskorrektur.

damit kannst du undurchsichtige Flache Objekte anschauen z.B. Metallschliffe oder auch nur mal ein Stück weisses Papier mit Schrift zum Testen.
Du brauchst viel Licht, Die Originallampe hat 100 Watt Halogen, das ist fast doppelt so viel wie ein 55W Autoscheinwerfer . Zum Testen kanns Du mal mit einer starken Taschenlampe (Mag-Lite) oben hineinleuchten
am besten fängst du mit der kleinsten Vergösserung an z.B. 5x da kannst Du auch von aussen beleuchten
das ist dann 5x 0,8 x 8 also 32 fache Vergösserung

Durchlicht also Beleuchtung von unten durch einen Objektträger aus Glas ist auch mit deinen Auflicht-Objektiven möglich, vorallem 5x 10x 20x da Du einen 0,7/L4 Kondensor hast(4mm Glas) allerdings hast Du dann bei den Höheren Vergrösserungen 50x oder 80x keine Deckglaskorrektur also einen Qualitätsverlust.

Natürlich kann man Den Revolver wechseln, Durchlichtobjektive funktionieren NUR gut mit Durchlicht-Revolver. Den Tisch und den Kondensor muss man aber meiner Meinung nach nicht unbedingt wechseln (nur für das 100er Ö ist das wirklich nötig) das könnt dich teurer kommen als gleich ein anderes Orthoplan zu kaufen.

Den Tisch kann man soweit herunterfahren und verschieben, (Feststellschraube unten am Tisch), dass er in den Durchlichtstrahlengang hineinragt, z.B. um einen Ziegelstein daraufzulegen das könnte bei dir der Fall sein dann kommt natürlich trotz leuchten kein Licht mehr von unten.
Durchlicht braucht man bei einem Ziegelstein auch nicht.
Gruss
Martin

Aljoscha

Zitat von: Hugo Halfmann in Dezember 27, 2024, 22:24:47 NACHMITTAGSWas du brauchst: Ein originales Lampenhaus, am besten mit Trafo und einen Satz Durchlichtobjetive (zur groben Orientierung: da steht dann kein X hinter der Vergrößerungsangabe).


Hallo,

Ganz so einfach ist das leider nicht. Für einen Umbau auf Durchlichtobjektive braucht man außerdem einen passenden Revolver, einen anderen Tisch und einen Kondensor. Einfacher ist es, die Aufsicht-Objektive und den Revolver zu lassen. Dann muss nur der Tisch ausgewechselt werden und ein Kondensor her. Zusätzlich zur Beleuchtung natürlich.

Die fehlende Handauflage finde ich nicht so tragisch. So ein Problem lässt sich lösen. Da habe ich schon alle möglichen Varianten von stabverleimten Holzplatten bis zu rotem Granit gesehen.

Verharzungen und andere technische Probleme lassen sich auch lösen, kostet halt, entweder sehr viel Zeit oder etwas Geld.

Viele Grüße

Alexander

Diana1982

#10
Hallo Thomas,

Wie meine Vorschreiber schon schrieben, ist Dein Orthoplan für Auflicht ausgestattet.

Zwei Anmerkungen noch zur Ergänzung:
Der Kasten, an dem Fokustriebe und Tisch befestigt sind (auf dem auch die Seriennummer steht), ist eine "Sonderausführung", die für den vorhandenen Auflichttisch konzipiert wurde.
Normalerweise ist die Schwalbenschwanzführung für den Tisch länger, der Kasten damit höher. Für Durchlicht wird es nötig sein, den Tisch in einer höheren Position einzuhängen. Es dürfte noch gehen, auch wenn es der verkürzte Kasten das ganze nicht stabiler machen wird.

Der Durchlichtkondensor ist auch eher auf den vorhandenen Tisch zugeschnitten. Höhere Schnittweite ("Arbeitsabstand" von unten) und geringere Apertur (und damit Auflösung) als "normal". Er ist eher für eine Art Not-Durchlicht ausgerichtet - für Materialuntersuchungen im Durchlicht - auch z.B. einfache Durchlichtpolarisation reicht es, für inverse Mikroskope würde er außerdem gern genommen werden. Man kann so anfangen, damit es richtig Spaß macht, würde man aber für Durchlicht aber auch eher einen anderen Kondensor nehmen.
Für Durchlicht außerdem notwendig ist ein weiterer Objektivrevolver.

Ich schätze außerdem, aus Erfahrung heraus (insgesamt habe ich irgendwas zwischen 50 und 100 Orthoplanen hergerichtet), dass das Mikroskop komplett überholungsbedürftig ist. Triebe, Leuchtfeldblende, Tubus wären die wichtigsten Dinge, die angegangen werden müssten. Tisch und Kondensor müsste man sehen, aber normalerweise sind nach x Jahren Keller auch diese fällig. Falls der Keller nicht trocken und einigermaßen hell und warm war, stehen die Chancen auf Glaspilz auch sehr gut...

So... ich glaube, ich hör lieber wieder auf zu schreiben, ich mag ja auch keinem den Spaß verderben ;)  Vielleicht seid ihr ja auch recht ambitioniert und habt Freude am Herrichten und Putzen...mit etwas oder eher viel Mühe könnte das durchaus wieder ein schönes Mikroskop werden (bis auf die rechte Handauflage halt)  ;)  ;)  ;)

LG Diana
Leitz Orthoplan
Leitz Diavert
Leica DMR
Olympus SZX12

www.microscopia.de

Diana1982

#11
Vielleicht doch noch ergänzend:

Man kann die Auflichtausrüstung auch eingeschränkt (und dann v.a. mit den niedrigeren Objektivvergrößerungen) für Durchlicht hernehmen...aber für meinen Geschmack ist das dann nur eine provisorische Lösung, wenn man ernsthaft Durchlichtmikroskopie betreiben möchte.
Anfangen könnt ihr so natürlich aber  ;)

LG Diana
Leitz Orthoplan
Leitz Diavert
Leica DMR
Olympus SZX12

www.microscopia.de

Mikroman

Selbst einem geschenkten Gaul sollte man mal ins Maul schauen, bevor über die weitere Zukunft des Gerätes spekuliert wird. Diana hat das worst case Szenario geschildert. Kostenpunkt für eine derartige vollständige Renovierung wohl knapp 2000 €. Ich würde empfehlen, das Orthoplan erst einmal auf Herz und Lunge zu testen, um den möglichen Reparaturstau beurteilen zu können. Vielleicht wohnt auch ein Forist in der Nähe, der hier berichten könnte. Die einfachste Lösung wäre allerdings, die funktionstüchtigen Teile (Tubus, Okulare, Objektive etc.) separat zu verkaufen.

Guten Rutsch und Glück beim weiteren Vorgehen
Peter
Zu sehr auf sich selbst zu beharren,
ist ein unvernünftiges Vergeuden der Weltsubstanz (Juarroz, 9. Vertikale Poesie,1)

Dr. Jekyll

Hier sind die Granit- und Nussholzauflagen
Beste Grüße
Harald

Dr. Jekyll

#14
Die alten grauen Originalauflagen kann ich abgeben   ;)
Ein Kondensor scheint aber vorhanden zu sein!?
Beste Grüße
Harald