Hauptmenü

Mikroblitzen und HSS?

Begonnen von Peter V., Januar 12, 2025, 13:50:13 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

IgorR

"Darüber hinaus hat die Einspiegelung des Blitzlichtes mit einer Glasscheibe  Wirkungsgrad von circa 5-10 %."

Es gibt tolle Spiegelfolien, der Wirkunggrad steigt knapp vor 100%.

Z.B.
https://www.velken.de/spiegelfolien/?sPartner=gBrand_at&gad_source=1&gclid=Cj0KCQiAkJO8BhCGARIsAMkswyg-Ap6JDa-IqDm72ZhVKKMLPLCpVZG0dpsRUFcTgKSYwUjOZcUXoaQaAlKjEALw_wcB


junio

O.k. Igor,
das Verhalten der Spiegelfolie müsste man einmal gesondert betrachten.
Grüße von Jürgen

M59

#17
Hallo


'Aus diesem Grund ist diese Art der Blitzlichtfotografie mit dem lichtdurchlässigen Blitzadapter am Mikroskop nur möglich mit der Highspeedsynchronisation!'


Ja die Aussage stimmt!
Ich denke hier gibt es ein Durcheinander bei den Begrifflichkeiten:

Highspeedsynchronisation erlaubt die Synchronisation eines Blitzes mit sehr kurzen Verschlussgeschwindigkeiten.
Dieses Feature ist mit Hilfe der Steuerungssoftware oder direkt an der Kamera einzustellen. Je nach Modell erlaubt es dann Verschlusszeiten von 1/1000, 1/2000s oder vielleicht noch kürzer.  'Highspeedsynchronisation' ist nicht dasselbe wie ein Stroboskopblitz (heisst bei Godox 'RPT') bei der es eine rasche Abfolge von Einzelblitzen gibt.

Bei meiner Kamera ist die kürzeste (synchronsierbare) Verschlusszeit bei Verwendung des elektronischen Verschlusses 1/2000s, sodass die Überlagerungen vom Pilotlicht sehr klein bleiben.
Aus praktischen Erwägungen ist bei sich schnell bewegenden Objekten eine möglichst kurze Verschlusszeit ja von Vorteil, da man manuell das Pilotlicht nicht im Sekundenbruchteil auschalten kann. Selbst wenn man dafür eine Lösung hätte, leuchten dennoch alle Leuchtmittel nach.

Grüße,

Michael/M59

M59

#18
Doppelpost,

(Also manchmal nervt die Forensoftware, wenn man etwas schreibt während andere etwas schreiben...)

Nochnmikroskop

Hallo,

zu HSS / RPT kann ich nix beitragen, scheint mir aber auch zu stark auf die Langlebigkeit der Blitzröhre zu schlagen. 
Bei u.a. Rollei gibt es Blitze mit eingebautem Pilotlicht (ich habe den HS Freeze 1s). Das Pilotlicht kann in 3 Stufen variiert werden (3 Watt LED). Wenn der Blitz gezündet wurde vergehen ca. 0,25s bis das Pilotlicht wieder erscheint (geprüft mit 240 B/S am Handy). In der Zeit kann die Kamera schon wieder auf Standby gehen und Verwacklungen und Geisterbilder sind dann auszuschließen.

Wie man den Blitz bei Canon aus dem LiveView zündet wurde glaube ich schon mal hier gezeigt.

LG Frank
Meistens Auflicht, alle Themenbereiche
Zeiss Axiolab, Leitz Orthoplan, Keyence VHX, Olympus SZX16, Canon EOS 700D, Panasonic G9, Touptek u.a.
keine KI

Rawfoto

Hallo Peter

Ich versuche ein paar Sätze umfangreicher zu formulieren, Blitzen ist ein sehr komplexes Thema ...

Ja, aber, wenn die Aufnahme während eines Verschlussablaufes aufgenommen wird hat man dieses Problem. Die Sony mit dem Global Shutter hat die Lösung, auch bei anderen Profimodellen (Canon R1 und Nikon Z9) geht das deutlich besser, weil viel schneller ausgelesen wird als bei den Gehäusen unter 2000.- Euro

Erläuterung: Je nach Kameramodell wird bei schnellen Verschlusszeiten, z.B. 1/250 Sekunde das Bild nicht auf Einmal belichtet, es eilt ein Spalt über den Bildausschnitt. Daher ist es notwendig mehrere Blitze auszusenden um die gesamte Bildfläche zu belichten. Das geht natürlich nur bei Leistungsreduzierung und genau das macht HSS. Zwei Gründe: Die Elkos (Leistungsspeicher im Inneren des Blitzgeräts) haben nicht Zeit sich wieder voll aufzuladen, es gibt thermische Gründe warum nicht die volle Leistung abgegeben können. Aber, wir belichten in der Mikrofotografie ja ohnedies nur mit Teilleistungen - bei mir konkret zwischen 1/32 bis 1/256 der maximalen Blitzleistung. Ein weiteres Problem, Blitzlicht wird nicht digital Ein/ausgeschalten, es gibt ein sogenanntes Nachleuchten (technisch als e-Funktion beschrieben) - das produziert den so genannten Kometenschweif.

Das Einstelllicht muss also so verwendet werden, das es nicht belichtungsrelevant ist. Sonst produzierst du das so genannte "Geisterbild".

Erläuterung: aktuelle Kameras können einen Kontrastumfang von bis zu 15 Lichtwerte am Sensor darstellen, um nicht bildwirksames Einstellicht zu haben muss das Einstelllicht mindestens 8 Lichtwerte unter dem Blitzlicht liegen.

Eine Auslösungssteuerung auf den 2. Verschlußvorhang hilf da geringfügig ==> auch das Blitzlicht wirkt nach. Leicht zu sehen wenn man einen Tischtennisball fallen lässt, durch das Nachleuchten bekommt man den Eindruck das er nach oben fällt.

Erläuterung: Wenn der 2. Verschlussvorhang den Sensor vor dem Nachleuchten abdeckt hat man das Problem mit dem Nachleuchten nicht. Weiters gibt es Blitzgeräte die das Nachleuchten abregeln (elektronisch), das geht aber nur wenn sie nicht die volle Leistung abgeben.

Also, HSS kann durchaus verwendet werden, wenn man mit der geringen Lichtmenge das Auslangen findet, aber, durch die Belichtung in Teilen werden rasch bewegte Objekte verwischt dargestellt ==> das ist das Problem sehr kurzer Verschlusszeiten.

Global Shutter ist da die ideale Lösung, alternativ kann z.B. eine Hasselblad verwendet werden, die hat den Zentralverschluss im Objektiv und macht daher den Lichtstrahl Richtung Sensor (hinter dem Okular) auf der gesamten Bildfläche auf.

Es gibt aber auch Kameras mit kleinem Sensor für C-Mount die einen global shutter haben.

Wie schnell der Sensor ausgelesen werden kann hat einen Einfluss auf die (kurze, schnelle) Zeit der Blitzsynchronisation.

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Peter V.

#21
Hallo,

@Gerhard: Ja, soweit habe ich es verstanden.

@ M59-Michael:
ZitatHighspeedsynchronisation erlaubt die Synchronisation eines Blitzes mit sehr kurzen Verschlussgeschwindigkeiten.
Dieses Feature ist mit Hilfe der Steuerungssoftware oder direkt an der Kamera einzustellen. Je nach Modell erlaubt es dann Verschlusszeiten von 1/1000, 1/2000s oder vielleicht noch kürzer. 'Highspeedsynchronisation' ist nicht dasselbe wie ein Stroboskopblitz

Bist Du sicher? Ich habe jetzt ja einiges über HSS gelesen, aber es ist IMMER die Rede davon, dass HSS eine Abfolge zahlreicher Blitze in Sinne eines gepulsten Dauerlichtes (und nicht eines einzelnen Blitzes) bedeutet. Nirgendwo habe ich gefunden, dass es ein einzelner Blitz sei.

RPT (Stroboskopblitzen) ist sicher etwas ganz anderes als HSS, aber auch bei HSS wird nach meiner bisherigen Erkenntnis eine Art Stroboskoplicht erzeugt, wobei die einzelnen Blitze quasi zu einem Dauerlicht verschmelzen. Eine Kurve der Lichtintensität dürfte dann - so stelle ich es mir vor - ähnlich aussehen wie das Oszillogramm einer gleichgerichteten Wechselspannung mit Restwelligkeit).

Für mich halte ich aber erstmal fest, dass diese Aussage

'Aus diesem Grund ist diese Art der Blitzlichtfotografie mit dem lichtdurchlässigen Blitzadapter am Mikroskop nur möglich mit der Highspeedsynchronisation!'

die mich überhaupt auf dieses Thema gebracht hat, s o nicht stimmt! Die Mehrzahl der Mikroblitzer arbeitet - nach einer kleinen unrepräsetativen PN-Umfrage  ;)  -  ganz offenbar "oldschool" mit der normalen Synchronisation, also einer üblichen Verschlußzeit von bis ca. 1/250 s und mit entsprechend niedriger Lichtinetsität für die Beobachtung.

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Michael Müller

Hallo,

das ganze scheint mir eher eine theoretische Frage zu sein. Praktisch gibt es mit einem "dunklen" Pilotlicht keinerlei Probleme. Man wählt die Kameraeinstellung sowieso so, dass man mit kleiner ISO etc. arbeitet.
Wenn man mit dieser Einstellung ein Foto mit ausgeschaltetem Blitz macht, erhält man i. A. ein "schwarzes", also absolut unterbelichtetes Bild, bei dem man nur mit heftiger Nachbearbeitung und Kontraststeigerung noch irgendwelche Objekte erahnen kann. Das trägt schlicht und einfach zu dem richtig belichtetem Bild mit Blitz nicht spürbar bei. Die sicherlich vorhandene, theoretische Verschlechterung durch die Belichtung mit dem Pilotlicht konnte ich - bei einigen tausend Blitzfotos - noch niemals bemerken.

Wer also sicher sein will, sollte einfach mal mit der Blitz-Kameraeinstellungen ein Foto ohne Blitz machen und sich dann fragen, ob eine Änderung der Aufnahmemethode nötig ist.

Viele Grüße

Michael
Gerne per Du

M59

Hallo

Peter, Du hast HSS  richtig verstanden und ich habe das falsch formuliert!  HSS ist eine rasche Abfolge von Blitzen idealerweise gleicher Intensität, mit dem Ziel ein gleichmäßiges Blitzdauerlicht zu erzeugen. Weiterhin übersteigt die Gesamtdauer dieses 'Blitzes' die der Verschlusszeit.

Trotzdem sehe ich in der Verwendung von HSS Vorteile, auch weil Belichtungszeiten von 1/1000s oder kürzer bdas Risiko von Unschärfen durch Erschütterungen minimieren.

Weiter nehme ich an, dass durch die starke Lichtbündelung durch den Kondensor, die geringe Tiefe des Bildes ein 'rolling shutter' effect bei HSS weniger relevant ist, so dass ein 'Global shutter' oder Zentralverschluss am Mikroskop nicht so wichtig ist, wie bei Freilandaufnahmen schnell bewegender Objekte.

Gerhard, kannst Du das kommentieren/korrigieren?

O.T.: wenn ich am Peraval mit HSS blitze, sehe ich bei Verschlusszeiten kürzer als 1/400 s Streifen im Bild ('banding'). Her muss ich also das Pilotlicht (Halogenbeleuchtung) ausschalten oder mit der 'langen' Belichtungszeit leben.

@Michael, wenn es funktioniert muss man nichts ändern. Das ist sicher so!

Grüße,

Michael/M59

anne

Lieber Michael,
ZitatWenn man mit dieser Einstellung ein Foto mit ausgeschaltetem Blitz macht, erhält man i. A. ein "schwarzes", also absolut unterbelichtetes Bild, bei dem man nur mit heftiger Nachbearbeitung und Kontraststeigerung noch irgendwelche Objekte erahnen kann. Das trägt schlicht und einfach zu dem richtig belichtetem Bild mit Blitz nicht spürbar bei. Die sicherlich vorhandene, theoretische Verschlechterung durch die Belichtung mit dem Pilotlicht konnte ich - bei einigen tausend Blitzfotos - noch niemals bemerken.

Genau das ist die entscheidende Anmerkung!!!
Herzlichen Dank!

Robert G.

Liebe Mikroblitzer,
sorry, dass ich mich erst jetzt zu meinem Erfahrungsbericht über das Blitzen auf meiner Webseite zu Wort melde.
Ich bin momentan nicht zu Hause und konnte nur sporadisch auf meinem kleinen Smartphone (iPhone-mini Mäusekino) die Diskussion zur HSS-Blitztechnik mitverfolgen.
Am Wochenende, wenn ich wieder eine normale Tastatur zur Verfügung habe, werde ich meine Sicht zur HSS noch einmal darlegen.
Herzliche Grüße,
Robert
Robert
Gerne verwende ich das vertraute ,,Du".

Rawfoto

Hallo Michael

ZU:

Weiter nehme ich an, dass durch die starke Lichtbündelung durch den Kondensor, die geringe Tiefe des Bildes ein 'rolling shutter' effect bei HSS weniger relevant ist, so dass ein 'Global shutter' oder Zentralverschluss am Mikroskop nicht so wichtig ist, wie bei Freilandaufnahmen schnell bewegender Objekte.

Gerhard, kannst Du das kommentieren/korrigieren?


Sehe ich leider anders, wenn schnelle Bewegung - wie z.B. bei einem Rädertier - eigefroren werden sollen, taugt HSS nichts. Handelt es sich um langsamere Bewegungen funktioniert es in Grenzen. HSS trumpft vor allem bei Mischlicht-Aufnahmen mit Tageslicht auf, bei denen Bewegung nicht das Problem ist. Das wollen wir ja in unserem Fall auf keinen Fall.

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

M59


Peter V.

#28
Hallo M95-Michael,

ZitatTrotzdem sehe ich in der Verwendung von HSS Vorteile, auch weil Belichtungszeiten von 1/1000s oder kürzer bdas Risiko von Unschärfen durch Erschütterungen minimieren.

Aber gerade das wird ja umso besser verhindert, je kürzer die Belichtung ist und bei normalen Blitzen ist die Abbrennzeit des Blitzes (und damit die Zeit der effektiven Belichtung) deutlich kleiner als 1/1000.

Aber vielleicht meldet sich nach dem Wochenende noch Robert und sorgt im wahrsten Wortsinne für Erhellung.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

rlu

#29
Hallo,

Die Zeit einfrieren – Blitzen mit dem elektronischen Verschluss < 1/12.000 Sek

Wie dort beschrieben:
Die kürzeste Synchronzeit ist die Zeit, wo der Verschluss vollständig offen ist.
Das ist wichtig, sonst würde der Vorhang vom Verschluss den Blitz abschatten.
Die Abbrennzeit vom Blitz ist wesentlich kürzer als die Synchronzeit. Sie bestimmt die Belichtungszeit bei nicht vorhandenem/niedrigem Pilotlicht.
In der Mikrofotografie geht es daher nicht so sehr um das Aufhellen, sondern um das Einfrieren.
Je kleiner die Leistung, desto kürzer der Blitz.
Hier in dem Beispiel steht der Verschluss bei 0,1 Sekunden(1/10) offen, es wird aber mit 0,0001s(1/10.000) belichtet(Dauer vom Blitzlicht), d.h. die Zeit wird eingefroren.

Der HSS-Blitz macht die Synchronzeit zur Belichtungszeit, da Dauerlicht.

Liebe Grüße
Rudolf