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Objektivschaden

Begonnen von Dr. Jekyll, April 06, 2010, 16:20:54 NACHMITTAGS

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Dr. Jekyll

#15
Zugegeben, diese Muster haben schon ihren Reiz, aber wenn ich durch ein Objektiv schaue möchte ich nicht immer das Selbe sehen.
Übrigens habe ich das Objektiv bei Ebay erstanden. Der Verkäufer ist aber so fair und erstattet mir den Kaufpreis.

Gruß
         Harald

P.S.: Meine Delamination ist nicht einmal so schön bunt!!!!!!
Beste Grüße
Harald

Frank D.

#16
Hallo Harald,

war nur ein Spaß.
Der Prozess solcher Ablösungen mag unterschiedlich voranschreiten, vielleicht spielt die Lagertemperatur auch eine Rolle, aber an meinem Okular ist dieser Zustand schon seit 2 Jahren stabil. (es liegen einige "Blütenblätter" derart nahe beieinander, dass sie sich bei einer Erweiterung schon hätten treffen müssen)  Ich nutze das Okular natürlich nicht mehr, lasse es aber zur Beobachtung an seinem Ort.

Vielleicht gibt Dir das etwas Hoffnung.

Herzliche Grüße
Frank

Peter V.

#17
Zitat von: Dr. Harald Maage in April 06, 2010, 20:58:28 NACHMITTAGS
Der Verkäufer ist aber so fair und erstattet mir den Kaufpreis.


Lieber Harald,

dann sei mal froh. Mit dem Verkäufer dieses Objektivs aus einem Leitz-Phakosatz  musste ich lange diskutieren und schon mit dem Anwalt drohen, damit er den Satz zurücknahm. Er habe angeblich "keine Ahnung davon".... Nur konnte man ergoogeln, dass er promovierter beruflich aktiver Pathologe ist ( natürlich NICHT identisch mit "unserem" Pathologen hier im Forum!! ).
Natürlich habe ich ihm auch dieses Foto als Beweis geschickt und den Schaden genau beschrieben. Durch das Objektiv sah man nur noch feinsten englischen Nebel. Was ihn nicht hinderte, den gleichen Objektivsatz erneut bei ebay als "einwandfrei" einzusetzen. Damals schrieb ich den zweiten Käufer an, ob ihm nichts aufgefallen sei. "Doch", schrieb er zurück " durch das 40er könne man gar nichts sehen", und der Verkäufer könne sich das gar nicht vorstellen.....
Der sehr moderate Käufer hat sich dann auf einen nur mäßigen Preisnachlass eingelassen, den ihm der Verkäufer gnädigerweiswe anbot, nachdem ihm der nun offensichtliche Betrug nachgewiesen wurde. Keine Entschuldigung oder gar Äußerung irgendeiner Scham.
Manchmal ist man einfach fassunglos von der Schmerzfreiheit und (kriminellen) Dreisitigkeit mancher Ebayer...und ein geachteter Beruf ist auch nicht immer Garant für Seriosität.

Übrigens habe ich hier seinerzeit eher Pilzbefall als Delamination in Verdacht gehabt.



Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

olaf.med

Hallo Leute,

diese Erscheinung kann man getrost als Delamination bezeichnen - das ist der Oberbegriff aller Erscheinungen, bei denen die Kittschicht kaputt geht. In der Optik bezeichnet man das hier gezeigt Phänomen aber genauer als "Hungerblasen".  Es entsteht bei Kittarmut in der Kittschicht. Man kann es selbt ausprobieren, indem man ein Deckglas mit wenig Immersion (z.B. Kanadabalsam in Xylol) auf einen Objektträger aufbringt und mit einem stumpfen Gegenstand (z.B. Rückseite eines Bleistifts) punktuell auf eine Stelle fest drückt und dann losläßt.

Viel Spaß beim Aushungern....

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Jürgen Boschert

Hallo Olaf,

danke, wieder was gelernt.

Beste Grüße !

JB
Beste Grüße !

Jürgen

treinisch

Hallo,

@Peter

Wie hast Du diese Delaminationsaufnahme erzeugt? Mit dem Hilfsmikroskop?

@Olaf

Danke für das Beispiel! Von diesen Hungerblasen habe ich schon eine ganze Reihe produziert, wenn man nicht genau hinschaut
sieht die Stelle einfach nur trüb aus. Jetzt ist mir diese Delamination anschaulich verständlich. Bei meinen ,,Präparaten" ist das
egal, da ich eh nur provisorisch das Deckglas mit Gummi arabicum festklebe und später wieder ablöse. Bei den ersten
habe ich es genau so gemacht: Mit einem Bleistift festgehalten :)

Ist das denn der Regelfall für eine Delamination, oder gibt es noch andere Erscheinungen vom Typ Delamination?

Liebe Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Peter V.

ZitatHallo,

@Peter

Wie hast Du diese Delaminationsaufnahme erzeugt? Mit dem Hilfsmikroskop?

Exakt so!

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Jürgen Boschert

Hallo Timm,

der Regelfall bei Delaminationen beginnt am Rand und schreitet zentripetal fort, bis nur noch eine kleine Verbindung etwa in der Mitte verbleibt und diese schließlich auch noch verschwindet. Wenn man dann schräg licht auffallen lässt, schillert der delaminierte Bereich wie Perlmutt.Inwiefern das ein chronisch fortschreitender Prozess ist, kann ich nicht sicher sagen; ich habe da noch einige "Schätzchen" im Schrank, bei denen die Entkittung seit fast 10 Jahren unverändert erscheint.
Wenn noch eine genügend große Fläche im Zentrum nicht delaminiert ist, ist die optische Leistung sehr oft nicht merklich beeinträchtigt.

Beste Grüße !

JB
Beste Grüße !

Jürgen

olaf.med

Hallo Timm, Hallo Jürgen,

die Delamination vom Rande her ist eine Ablösungserscheinung durch Spannungen etc. mit gleichzeitigem Lufteintritt, und die schillernden Farben sind Newtonsche Ringe. Wohlbekannt ist sie auch bei Wollaston-Prismen. Dort liegt die Ursache in der Anisotropie der Ausdehnungskoeffizienten der verwendeten Kristalle. Bei diesen Prismen sind ja zwei Kristalle gleicher Art (z.B. Calcit oder Quarz) aber in unterschiedlicher Orientierung miteinander verkittet. Bei Temperaturschwankungen gibt es daher  naturgemäß  starke Spannungen und damit evtl. Sprünge.

Bei Linsenverkittungen mit konzentrisch fortschreitender Delaminierung ist der Grund wahrscheinlicher eine Diffusion aus der Kittfläche nach außen und einer damit verbundenen Änderung  der physikalischen Eigenschaften des Kitts. Der wird z.B. spröder und damit anfälliger für mechanische Belastungen.

Gruß, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Dr. Jekyll

#24
Hallo,

vielen Dank an alle für die interessanten Infos und Kommentare!

Viele Grüße
                 Harald
Beste Grüße
Harald

Eckhard F. H.

Hallo zusammen!
Von solchen Linsendefekten erfahre ich erstmalig. Ähnliche Muster, aber völlig unscharf, gaukeln mir helle, punktförmige Lichter vor, wenn ich sie in dunkler Umgebung ohne Brille betrachte. Kann es sein, daß in der altersschwachen Augenlinse auch sowas ähnliches abläuft?
Gruß - Eckhard N.

Detlef Kramer

Lieber Eckhard,

zu diesem Thema liest Du am Besten den Artikel von Klaus Henkel über die "Mouches volantes", den Du auf der Seite der Münchner MV findest.

Herzliche Grüße

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

Eckhard F. H.

Zitatzu diesem Thema liest Du am Besten den Artikel von Klaus Henkel über die "Mouches volantes", den Du auf der Seite der Münchner MV findest.

Nein, nein, lieber Detlef! "Mouches volantes" kenne ich bestens. Die begleiten mich seit Jahren, ungerufen und unerbittlich. Ich meinte was anderes.
Herzlicher Gruß - Eckhard