Orangefarbenes Wasser aus der Wahner Heide

Begonnen von Holger Adelmann, August 22, 2010, 13:49:42 NACHMITTAGS

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Holger Adelmann

Liebe Kollegen,

gestern habe ich in der Wahner Heide einen Graben entdeckt, dessen Wasser nahezu orange war. Ich hatte zunächst an Diatomeen gedacht.
Die Untersuchung im Mikrokop ergab unstrukturierte, ölförmige Tröpfchen, manchmal mit einer Art Zentrum, welche oft zu grossen Aggregaten zusammengeflossen sind. Daneben und darauf noch massenhaft unbewegte aber sehr formvariable Spirochäten.

Hat jemand eine Idee bzgl. der Öltröpfchen ?
Auch ist das Massenvorkommen dieser Bakterienart (Spirochäten) merkwürdig - worauf könnte das hinweisen ?

Herzliche Grüsse
Holger













Heribert Cypionka

#1
Lieber Herr Adelmann,

auch rund um und in Oldenburg findet man moorige Gelände aus denen orangefarbenes Wasser kommt. In der Tiefe ist es sauer und reduziert und enthält komplexiertes Eisen als Fe II. Da ist es höchstens bräunlich, was auch am hohem Gehalt von Humsstoffen liegen kann. Wenn das Wasser nun an die Oberfläche und in Kontakt mit Sauerstoff kommt, bilden sich die teiloxidierten orangefarbigen Eisensalze (Gemisch aus Fe II und Fe III), deren Namen mir leider gerade nicht einfällt. Aber nicht nur rein chemisch wird das Fe II oxidiert. Da gibt es die berühmten Eisenbakterien der Gattung Gallionella, die das auch können. Wenn sie's aber intrazellulär täten, dann würden sie an den erheblichen Mengen gebildeten Rosts zugrunde gehen. So machen sie's halt extrazellulär und scheiden das Fe III an einer Seite der Zelle ab. Dabei entstehen die Spiralnudel-artigen Gebilde, die Sie wunderschön fotografiert haben. Die Zelle als Produzent sitzt (oder saß einmal) an einem Ende und ist meistens nicht zu sehen.

Auch bei den rundlichen Gebilden könnte es sich um Kolonien Eisen oxidierender Bakterien handeln, z.b. Siderocapsa. In manchen Fällen kann man im Zentrum solcher Strukturen Bakterienzellen erkennen.

Mit herzlichem Mikrogruß

Heribert Cypionka




Bernhard Kaiser

Guten Morgen Herr Adelmann,

beim ersten Anblick erinnern mich die spiralförmigen Gebilde -besonders in Abb, 3- an die Elateren (Schleuderzellen) in den Sporenkapseln von Lebermoosen. Diese sind um die 10 µm lang und dienen der Auflockerung und der Verbreitung der reifen Moossporen.

Ich sehe zwar keinen direkten Zusammenhang zu Ihrem Fund, aber ich wollte Sie auf die Existenz solcher Spiralzellen hinweisen.
Viele Lebermoose, und nur die, enthalten zudem sog. Ölkörper. Diese Ölkörper sind keine Öle im chemischen Sinne, also kein mit ungesättigten Fettsäuren verestertes Glycerol, sondern gehören teilweise zu den alicyklischen, organischen Verbindungen (Terpene).
Die Assoziation Öl und Spiralfasern sind für Moosfreunde zumindest nachvollziehbar.

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Kaiser

tmurni

Hallo,

ich weiß nicht ob ich hier richtig bin aber vielleicht kann mir jmd. von euch weiterhelfen. Ich habe hier bei der Arbeit ein Leica Microskope Typ SD6 mit der Kamera Leice EC3, dort kann ich ganz vernünftige Bilder aufnehmen und skalieren, allerdings verschwindet die Skala beim drucken bzw. beim verschicken der JPG Datei. Kann mir jemand sagen wie ich die Skala im Bild behalten kann? Vielen Dank.

Detlef Kramer

Hallo "tmurni"

diese Frage gehört hier nicht hin und wird daher wohl auch kaum beantwortet werden.

D.K.
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Ole

Hallo tmurni,
auch wenn Deine Anfrage nicht zu Holgers Thema passt: Du kannst die Skalen und Beschriftungen "einbrennen", dann bleiben sie erhalten. Die Funktion "Einbrennen" befindet sich in der Software unter den Reitern Bearbeiten -> Beschriften -> Aktionen.
Gruß,
Ole