Das Gebiss vom falschen Mann

Begonnen von Michael Plewka, November 01, 2010, 22:13:11 NACHMITTAGS

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Michael Plewka

hallo zusammen,

der Titel bezieht sich auf einen Beitrag im alten Forum zu einem ähnlichen  Thema .(siehe auch hier: http://www.plingfactory.de/Science/Atlas/KennkartenTiere/Rotifers/source/RotariaParasit1.html)

Da es bei den digononten  Rädertieren keine Männer gibt, ist der vermeintliche  Fund von Spermien natürlich eine kleine Sensation. Ich hatte jetzt mal wieder ein -allerdings schon totes- Tier gefunden, in dessen Blase  sich wieder deutlich sichtbar diese kleinen Dinger befanden.




Es handelt sich dabei um Leptoclava parasitica, einen Parasiten aus der  Gruppe der Apicomplexa.  Auch weiterhin  findet man im www. keine Information zu diesem speziellen Parasiten in Rotaria. Ob das Viech daran gestorben ist, bleibt ein ungelöstes Rätsel. Ich habe das Viech mal ordentlich gequetscht . Sodann erkennt man In der Übersicht  in der Mitte den Kauer, rechts oben die zwei Pigmentflecken der Augen und links und  rechts einige der Parasiten.




Ob es sich bei den Formen um verschiedene Stadien handelt bleibt weiterhin unklar.




Durch das  Quetschen kam der Kauer dann besonders gut zur Geltung:



viel Spaß beim Anschauen + beste Grüße Michael Plewka


Ernst Hippe

Hallo Herr Plewka,
höchst interessant! Ich habe gleich alle meine Bücher gewälzt wegen dieser Parasiten, aber nichts gefunden,
Und das große Mastax-Bild ist umwerfend!!
Gruß Ernst Hippe
Vorstellung:Hier klicken

steffenclauss

Hallo Michael,

sehr interessant, habe ich noch nie gesehen!
Im dritten Bild sehen die Zellen jungen Pilzsporen oder Hefen sehr ähnlich.
Gibt es da einen Zusammenhang?

Das letzte Bild vom Kauer zeigt nicht nur astrein die Details, finde ich auch ästhetisch sehr ansprechend.

parasitenfreie Grüße
Steffen

Michael Plewka

hallo Herr Hippe, hallo Steffen,

Ich habe lange überlegt, ob es überhaupt Sinn macht, ein Thema, welches schon mal, ultimativ von M. Kreutz illustriert, hier im Forum behandelt wurde, erneut aufzugreifen. Offenbar bietet das Thema nun doch noch etwas....

ja, es gibt wohl nur die Literatur von BUDDE von 1927, die helfen könnte, aber die zu finden  ist auch Martin Kreutz  nicht gelungen...
Die Apicomplexa umfassen viele der  früher sogenannten  Sporen"tierchen" (Sporozoa), von denen einige in bestimmten Stadien  vom vordergründigen Aussehen her  ein sporenähnliches Aussehen haben. Eine echte -nähere- Verwandtschaft mit Hefen oder Pilzen scheint aber nicht zu bestehen.

Ich gebe gerne zu, dass mich die Vielfalt der Reproduktionsmechanismen bei den Apicomplexa  (siehe z.B. ,,Illustrated Guide to the Protozoa") im Moment überfordert. Wegen der vielen unterschiedlichen Generationen, auch mit Stadien in verschiedenen Zwischenwirten, ist das ganze ziemlich komplex.   Die Parasiten der Rädertiere sind andererseits  verständlicherweise auf der Prioritätenliste der Forscher nicht so weit oben.....
Soweit erst mal
beste Grüße Michael Plewka