Flügelschuppen eines Schmetterlings

Begonnen von Ralf, November 21, 2010, 21:01:25 NACHMITTAGS

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Ralf

Hallo,

angeregt durch den Beitrag von Kurt habe ich mal versucht Schmetterlingsschuppen im Auflicht zu mikroskopieren.

- Ein Stück vom Flügel (1 cm²) mit der Nagelschere ausgeschnitten
- Auf den Objektträger gelegt und mit einem Deckglas geebnet.
- Deckglas mit Nagellack an einer Seite fixiert.
- Beleuchtung mit einer Ikea Jansjö-Leuchte, fast parallell zur Flügeloberfläche ausgerichtet
- 10er Objektiv
- 40 Bilder mit Zerene Stacker gestapelt




Kurt Wirz

Hallo Ralf
Schöne Flügelschuppen.
Da du ein Deckglas verwendet hast musstest du weniger Aufnahmen anfertigen.
Das Deckglas ist vermutlich auch der Grund, weshalb die Zeichnung der Schuppen nicht sehr detailreich ist.
Ich hänge ein Bild an.
Ich verwendete ein Nikon M Plan20x, 0.4 LWD, 210/0
Den Flügel drückte ich mit einer schwarz eingefärbten Unterlagscheibe flach, unter dem Flügel war ein Magnet.
Beleuchtet mit Ringblitz und Einzelblitz.
Der Einfallswinkel des Einzelblitzes ist sehr wichtig, verändert man ihn um einige Grade, ändert sich der Kontrast, Farbe usw. des Bildes.
Ich verwende nie Deckgläser (es gibt perfekte Deckgläser, doch die kosten über 100 Euro).
Ich habe mein Bild bearbeitet, Schmutz entfernt, Licht angepasst u.s.w. und leicht geschärft.

Ich hoffe man sieht den stundenlangen Einsatz.

Kurt


Rawfoto

Hallo Kurt

Du machst mich mit den Deckglaesern neugirig, was gibt es fuer optimale Deckglaeser fuer diese Art Aufnahmen?!?

:-)

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Kurt Wirz

#3
Hallo Gerhard, grüss dich, das bist ja DU, schön, dich hier zu treffen!
Ich nehme meine Äusserung zurück und behaupte das Gegenteil.
Es war mir als ob ich vor Jahren im Internet entspiegelte, verzeichnungsfreie usw. Deckgläser bei einem Anbieter gesehen habe, zum Preis so etwa um die 100 Euro. Ich habe jetzt erneut gesucht und NIX gefunden das über ein Euro ist.
Wer weiss, ev. stand im Kleingedruckten (100 Stk)?????

Sowohl bei Deckgläsern und Frontlinse des Objektives wirkt sich jedes auftreffende Seitenlicht als Kontrast senkend aus.

Kurt

HDD

#4
Hallo Gerhard, Kurt und Ralf

Das gleiche Problem hatte ich als ich die Fotos von meinen Copepoden machte. Ich musste, um den Tierchen
ein wenig Freiraum zu geben, ca. 2 mm Wasser in der Petrischale stehen lassen.
Die Spiegelungen und  " Kontrast-Verwässerungen "  wirken sich katastrophal aus. Manchmal war ich kurz davor
aufzugeben.
Ich habe endlose Versuche mit entspiegelten Gläsern und kleinen Becken aus entspiegeltem Glas gemacht. Es ist
eine Wissenschaft für sich mit einem Stemi, so naturgetreu wie möglich, im Wasser schwebend, Kleintiere zu
fotografieren. Mein Bestreben ist immer die Wassertierchen so abzulichten als wenn sie im Raum schweben.

Ein Freund von mir ist Glasermeister. Wir entwickeln dann gemeinsam eine Idee zum Produkt. Ich glaube ich
habe bisher für jedes Vieh das ich fotografiert habe eine neue Beleuchtungstechnik entwickelt.

Viele Grüße

Horst-Dieter

Rawfoto

Hallo Kurt

Also ich habe 2 & 2 auch nicht zusammengebracht ... Ich dachte an Namensgleichheit und habe Dich fuer einen Deutschen Mikroskopiker gehalten, habe ich in Deiner Vorstellung das Land ueberlesen?

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf weitere Bilder von Dir!

:-)

Gerhard
Gerhard
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Ralf

Hallo Kurt,

mit dem 20er Objektiv sieht das bei mir so aus:



Deinem Bild erstaunlich ähnlich, wie ich finde, auch die Oberflächenstruktur der Schuppen ist jetzt bei doppelter Vergrößerung besser zu erkennen

Danke für Deine Tipps, ich werde dann mal ohne Deckglas probieren und mtr dem Lichteinfallswinkel spielen.


Kurt Wirz

#7
Hallo Ralf
So schlecht ist deine Auflösung auch nicht.
Bei näherer Betrachtung werde ich neidisch.
Die Linien in deinen Schuppen verlaufen klarer und sauberer wie bei meinen.
Das ist ja trübe S(ch)uppe bei mir.
Woran das wohl liegen mag?

Kurt

Rawfoto

guten Morgen Kurt

Du brauchst Streiflicht un die Zeichnung im Fluegel so gut darzustellen. Dein Ringblitz gibt zu viel Licht ab und damit wirds zu weich fuer die Stackingsoftware, diese benoetigt deutliche Linien. Um so dunkler die Fluegel/Schuppen, um so schwieriger wird es die richtige Position fuer den Blitz zu finden.

Ich beleuchte mit der Studioblitzanlage, Lichtleiter und habe damit Einstelllicht. Da gibts aber auch einfachere Versionen wo Du Deinen Blitz verwenden kannst und drei Lichtleiter zur Verfuegung hast (Gossen und Novoflex glaube ich mich zu erinnern). Dort kannst Du Dir ein Einstelllicht bauen und schiebst nach der Positionierung der Lichtquellen (Lichtleiterarme) einfach das Blitzlicht wieder in Position.

Ich hatte die gleichen Probleme wie ich meine Auflichteinheit Olympus UMA am BH2 ohne Lichtleiter eingesetzt habe. Das Auflicht verwende ich nur um aufzuhellen und Reflexe/Kontraste in den Griff zu bekommen ...

:-)

Gerhard
Gerhard
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Kurt Wirz

Hallo Gerhard
Vielen Dank für deine Hinweise.
Es scheint, als ob ich auf dem richtigen Weg bin.
Den Ringblitz gebrauche ich um dunkle Stellen aufzuhellen (bei diesem geringen Arbeitsabstand bringt der Ringblitz nicht viel Licht).
Das Streiflicht bringe ich ebenfalls mit zwei Lichtleitern zum Objekt.
Meine Studioblitzleuchten gebrauche ich nicht, da ihre Abbrennzeit, auch wenn die Leistung gedrosselt ist zu lang ist (etwa 1/500sec.) und somit Verwackelung ergibt.
Weiters vermute ich, dass das Objektiv von Ralf Wagner eine höhere Auflösung hat, soviel ich gesehen habe verwendet er 20/0.5 während ich 20/0.4 verwende.
Ich vermute (weiss ich nicht), dass die optimale Anpassung eine Zwischenlinse verlangt, ich kenne mich da nicht aus.

Gut Licht

Kurt

Rawfoto

Hallo Kurt

Ich glaube nicht an das Problem mit der unterschiedlichen NA. Wenn Du die beiden Bilder vergleichst ==> da gibt es auf der einen Seite Kontraste von Lichtern bis Schatten und bei Dir fehlen beide. Du hast auf Basis Deiner Beleuchtungssituation nur Mittentöne und tiefe Schatten ...

Du musst versuchen die Schatten unter den Schuppen deutlich anzuheben. Die Lichtrichtung dafür ist also so auszurichten um das Licht unter die Schuppen zu führen. Wenn Du das nicht machst hast Du einen Zuwachs beim Schatten durch das Stacking.

Die zweite Lichtquelle musst Du so setzen, dass die Längsrillen in den Schuppen mit Streiflicht kontrastieren.

Wenn du noch 180 Grad versetzt ein Aufhelllicht setzt hast Du gewonnen. Wenn Du dann zusätzlich mit einem Ringblitz aufhellst ist sehr viel Feingefühl nötig. Idealerweise hat man bei derartigen Lichtsituationen eine Lichtwanne von oben zur Anhebung der Töne. Da ist aber das Objektiv. Abhilfe bringt ein weisser Karton mit einem Loch so groß wie das Objektiv und das montierst Du dann am Objektiv. Damit bekommst Du von allen drei Lichtquellen eine leichte Aufhellung und dann bist Du am Punkt ...

Bei diesem Motiv sollte 1/500 sek reichen um eine potentielle Verwacklung weg zu bekommen ==> Spiegelvorauslösung verwenden! Dabei ist mir bewußt, die 1/500 ist eine Angabe bei T0,5 und damit sind wir in Wirklichkeit bei ca. 1/125 Sekunde ...

Mit der Studioblitzanlage bin ich in einem Bereich von 1/6000 Sekunde bei T0,1 ==> Deine Landsleute von Broncolor lassen grüßen :-))

:-)

Gerhard
Gerhard
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Ralf

Hallo Kurt und Gerhard,

so kompliziert braucht man das mit der Beleuchtung nicht zu machen, denn ich habe nur eine IKEA Jansjö LED - Leuchte verwendet. Bei Versuchen mit zwei Leuchten gleichzeitig konnte ich keine Verbeserung erzielen. Meine Belichtungszeiten lagen im Bereich von 0,5 bis 0,8 Sekunden. Da meine Canon G9 sich erschütterungsfrei auslösen lässt, stellen diese langen Zeiten kein Problem dar. Unterschiede gibt es also beim Objektiv, das darf man aber nicht zu hoch einschätzen, in der Beleuchtung, diese war bei mir sehr kritisch was den Einfallswinkel betrifft und in den Kameras, wobei mein Kamerachip wohl eher der schlechtere ist. Nicht unterschätzen darf man auch die nachträgliche Bidbearbeitung. Hier habe ich mit GIMP die Funktionen Weißabgleich und  unscharf maskieren benutzt sowie mit dem Plugin Wavelet entrauschen manuell das Farbrauschen minimiert. Hier zum Vergleich das unbearbeitete Foto, so wie es ZereneStacker (20 Einzelbilder) ausgegeben hat:



und ein Einzelbild aus der Stapelmitte:




Versuche ohne Deckglas stehen noch aus.

Kurt Wirz

Hallo Gerhard
Vielen Dank für die ausfühlichen Hinweise.
Da die NA vermutlich nicht der springende Punkt ist, kann ich vorerst mit meinen Objektiven weitermachen, das spart viel Geld.
Broncolor ist ganz in der Nähe, das kostet Geld.
Deine vorgeschlagene Lichtführung werde ich versuchen.
Die Lichtwanne, kann das ein kleiner weisser Kunststoff Becher sein (so was verwende ich bei weniger Vergrösserung, andere nehmen Ping Pong Bälle)?
Der weisse Karton mit einem Loch, wäre bei mir dann der Boden des Kunststoff Bechers (verstehe ich dich richtig?).
Die Blitzzeit messe ich mit einer SIEMENS Silizium-PIN-Fotodiode mit sehr kurzer Schaltzeit SFH 203.
Ich schliesse sie am Mikrofon-Eingang der Soundkarte an (Samplingfrequenz von 96kHz), betrachte und messe die Kurve mit der Software Audacity.

Hallo Ralf
Du machst mir Mut, vielen Dank, doch weshalb ist denn deine Auflösung so gut?
Die Pixel der Canon G9 sind etwa ein Drittel so gross wie die meiner Nikon D300, das hilft sicher.

Also los gehts, ich habe zu tun

Gut Licht

Kurt

Rawfoto

Hallo Kurt

Neu koennte ich die Broncolorteile auch nicht finanzieren ...

Es reicht wirklich Papier, der halbe Pingpongball muss vom Licht durchschienen werden. Damit hast Du dann eine andere Lichtart ==> Weiches Licht ... Damit erreicht man vor allem bei Insektenaugen spitzen Ergebnisse ...

Fuer die Messung von Blitzlicht gibt es eine Norm, T 0,1 z.B bedeutet, dass es die Zeitspanne ist in der 90 Prozent der Blitzenergie abgegeben sind. Mit 10 Prozent Blitzenergie bekommt man keine Wischer mehr ins Bild bei bewegten Objekten ... Durch die e-Funktion der Entladung wird die restliche Energie nur sehr langsam abgegeben und kann daher vernachlaessigt werden ...

Du musst also nix kaufen um weitertesten zu koennen:-)

:-)

Gerhard



Gerhard
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Kurt Wirz

Hallo Gerhard
Die weissen Joghurt oder Party Trink-Becher finde ich als geeignet.
Ich verwende meine Blitzgeräte nur bei stark gedrosselter Leistung.
Laut meinen aufgezeichneten Kurven fällt die Lichtintensität vor allem bei voller Leistung als e-Funktion ab.
Wird die Leistung gedrosselt, dann würgt (vermutlich) ein Thyristor (Diag, Triag) die Spannung ab und der Lichtstrom bricht schneller ab (steile Kurve).
Bei noch stärker gedrosselter Leistung (1/256) wird der Lichtstrom schon abgebrochen, bevor er sein mögliches Maximum erreicht.
Ich verwende als Anhaltspunkt (für meine Vergleichsmessungen) t0.5.
Bedingt durch den steilen Anstieg und den schnellen Abfall ist der Unterschied zwischen t0.1 und t0.5 bei gedrosselter Leistung nicht mehr gross.
Alles nach dem Moto: Wer misst, misst Mist oder Messen heisst wissen.
Schöne Obe und vielen Dank

Kurt