Was hat sich in den letzten 20 Jahren bei den Mikroskopen verändert?

Begonnen von Safari, Dezember 29, 2010, 22:35:51 NACHMITTAGS

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Eckhard

Lieber Florian,


Zitathat allerdings schon im Einzelfall dazu geführt, dass Leute in den sauren Apfel gebissen und sich mehrere Stative gekauft haben!

Einzelfall?  >:( >:( >:(

Herzliche Grüsse
Eckhard
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

Siggi O.

#31
Zitat von: Florian Stellmacher in Dezember 30, 2010, 18:05:23 NACHMITTAGS
Binokulartubus ab, später kam es zu ersten unschönen Lackabplatzungen.

Ich arbeite beruflich mit dem Zeiss Axioskop 40 – ein schönes Mikroskop, ergonomisch, gutes Bild, alles super. Aber: Falls mir aus Versehen einmal irgendetwas, das schwerer ist als ein Radiergummi, auf das Plastik-Lampenhaus fallen sollte, wird hier wohl ein Ersatzteil fällig! Die Plastik-Umverkleidung des Kondensors hört sich so an, als wenn man sich schon mal einen Ersatzkondensor bestellen sollte (den Vorschlaf hat mein Chef schon ernsthaft gemacht!). Die Plastikabdeckung vor den Fluoreszenz-Cubes mit ihren spillerigen Führungsstiften ist nur deshalb noch nicht gerissen, weil ich so gut wie nie an die Filtersätze ran muss. Also: So sehr man hier einen Fortschritt in der Optik sehen mag, so sehr erkenne ich in mehreren mechanischen Baugruppen einen eindeutigen Rückschritt!

Auf alle Fälle ist festzuhalten, dass die Hersteller an der mechanischen Qualität der Mikroskope mehr und mehr sparen, und dass die Langlebigkeit der Instrumente ggf. nicht mit der ihrer Marken-Vorgänger mithalten kann – und das ist definitiv kein Fortschritt!


Hallo Florian,

genau der Qualitätsverlust in der Materialwahl ist bei unendlich vielen Produkten zu beobachten.
Natürlich könnten die Hersteller hochwertige Materialien einsetzen, aber zu welchem Preis?
Die Ware wäre kaum noch zu bezahlen.
Die Formel ist doch in der Regel recht simpel. Je teurer ein Produkt ist umso besser ist es.
Und die Langlebigkeit der Produkte führt zu einem Kollaps in der Wirtschaft.
Immer wieder müssen die Hersteller den Spagat zwischen Haltbarkeit, Qualität und Preis wagen.

Aber diese Diskussion könnte man ins Uferlose führen ohne ein für alle Seiten befriedigendes Ergebnis.

Viele Grüße
Siggi
Gerne per Du!
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Florian Stellmacher

Lieber Ecki,

naja - den Einzelfall meinte ich  :-\ - ich kenne jedenfalls keine größere Gruppe von Leuten, die diesen Schritt gegangen sind  ;).

Herzliche Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

rhamvossen

Hallo Florian,

ZitatHoni soit qui mal y pense!

Es dreht sich alles um Geld, und das wird nicht anders sein für die Mikroskop Hersteller! Grüsse,

Rolf

Florian Stellmacher

#34
Hallo Siggi,

man sollte allerdings auch nicht den Fehler machen, bei der Anschaffung eines Mikroskops die mechanische Seite zu vernachlässigen. Ein Experte wird bezüglich der Konstruktion der Fokussiertriebe, des Tisches etc. noch eine andere Perspektive haben, aber ich darf doch erwarten, dass ein neu gekauftes und mit teurem Geld bezahltes Mikroskop ähnlich langlebig sein sollte wie sein Vorgänger. In der Pathologie werden Mikroskope wirklich hart ran genommen, und das führt zwangsläufig zum Altern im Zeitraffertempo.

Die Crux ist, dass sich oftmals die fühlbare Qualität nicht in der tatsächlich daunter anzutreffenden widerspiegelt. Mein Auto z.B. finde ich richtig schön, die Oberflächen fassen sich gut an, die Ausstattung ist prima, man hat jede Menge Platz, der Kofferraum ist riesig, der Motor ist leise und verbrauchsarm, das DSG komfortabel, die Stereoanlage schafft Opernhaus-Atmosphäre, das Navi vermittelt Vertrauen - aber frag' lieber nicht, was alles schon repariert werden musste  >:(!

Beste Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Rene

That the modern scope is advanced ergonomically is without a doubt very much true. The more to the point question as put forward lastly by Peter Hoebel is however more of importance to the amateur: what is the difference in image quality? And with image quality I mean MTF/contrast wise. And more specifically, in the 'yellow spot' of your eyes (ie, in the middle of FOV).

And now, contradictionary accounts follow. Herr Juelich clearly says: modern stuff is a lot better. Others seem more doubtfull about that claim. Florian for example mentions his old Leitz lenses comparable to the Leica HC Plan Fluotars. That is quite a rigorous claim. I'm also not convinced. Comparison is a difficult thing however, you can't screw one of those new lenses straight into an old scope. Fortunately, I have 2 Olympus scopes available and are able to make a comparison between Olympus SPlanApo 60/1.4 and an equivalent 8year old UPlanApo for infinity. I do not see a difference in the whole of the 20mm FOV. In brightfield that is. Furthermore, we have 20/0.7 Splanapos, unfortunately I can only compare it to an infinity Uplanapo 20/0.8 oil. We prefer the 160mm Splanapo, which gives a lot more contrast. (I have had both of these scopes in use for more then a year, several hours per day. I know what to look for).

Sure, the modern lenses are superior without a shadow of a doubt. Very large planar field of view (if you make use of that), very well balanced DIC effects over the whole FOV (if you have the money for that), great abberation corrections from UV to NIR (if you need that). Clearly, that was clearly never ever achievable in earlier times.

But to simply put an old 160mm system against a new system is not a true comparison. Our IMT-2's are serviced every year, and I do see the effect of such a proper cleaning every time. But that's cleaning ONLY the easily accessible optical surfaces of our stands. Have you ever heard of a scope service that includes the internal optics of the bino-head? Or that of the objective? I can only imagine what the view would be like if all parts would be freshly manufactured.

Just my 2 cents, Rene.

Peter V.

#36
Lieber Florian,

ZitatMein Auto z.B. finde ich richtig schön, die Oberflächen fassen sich gut an, die Ausstattung ist prima, man hat jede Menge Platz, der Kofferraum ist riesig, der Motor ist leise und verbrauchsarm, das DSG komfortabel, die Stereoanlage schafft Opernhaus-Atmosphäre, das Navi vermittelt Vertrauen - aber frag' lieber nicht, was alles schon repariert werden musste  !

Exakt das kenne ich! Wir fahren ja auch die gleiche deutsche "Qualitätsmarke"  ;) Nachdem ich hier in den letzten Tagen den "Po" vieler Autos berühren durfte, um Anschub zu leisten, stellte ich mit Entsetzen fest, dass sich das Blech bei manchen Wagen beim Anschieben regelrecht durchbog. Das passiert bei meinem Auto nicht. Vermutlich waren die Besitzer der etwas "dünnhäutigen" Fahrzeuge dennoch nicht ansatzweise so oft in der Werkstatt wie ich. Jedenfalls hätten die Reparaturkosten der letzten Jahre sicher schon einmal für ein solides Axio Lab gereicht  :'( :-\ :( >:(

Allerdings muss ja ja auch mal ehrlich sagen: Natürlich war früher nicht alles besser  ;)
Wenn ich sehe, wie gut 95% der Autos trotz in unseren Breiten ungewohnter Schnee- und Eismassen und enstprechend ungeübten Fahrern dennoch sicher auf den Fahrbahnen liegen ( wenn man sich mal an vergleichbare Situation vor 20 oder 30 Jahren erinnert, das waren sich an Kreuzungen drehende Autos die Regel ), wenn ich bedenke, dass früher nicht anspringende Fahrzeuge zu dieser Jahreszeit Standard waren....
Da hat sich doch schon Einiges getan - zum Besseren. Wenn auch nicht für den Geldbeutel, defekte Steuergeräte für 1000 EUR jedenfalls gab es damals noch nicht.


So, jetzt aber Schluss mit OT

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Werner Jülich

Es gibt einen bekannten Hersteller, der in der Vergangenheit einmal Probleme mit Glasklebern hatte, ich kenne viele Schätzchen, die davon betroffen sind, einige dieser Schäden sind statisch, die kann man eventuell hinnehmen, einige sind sehr dynamisch. Die Fehler sind wirtschaftlich nicht zu beseitigen, das tut aber der Liebe offensichtlich keinen Abbruch.
Der gleiche Hersteller hatte vor langer Zeit einmal einen Getriebekonstrukteur, der sich ein geniales und unkaputtbares Design überlegt hat, Grob und Feintrieb in einem artistischen Zusammenspiel, eine Freude für jeden Feinmechaniker. Dummerweise gehen die Dinger dann doch mal kaputt und inzwischen gehen die Teile aus, unter anderem auch deshalb, weil der Zusammenbau nach den üblichen Hausregeln zum Bruch führt.

Ich schätze an diesem Forum neben den angenehmen Umgangsformen und der Sachkenntnis die Liebe zum Mikroskop und da sind wir uns wohl einig. Sie sollten aber nicht von sich auf andere Anwender schliessen, nicht in diesem Fall.

Werner Jülich

Florian Stellmacher

Lieber Herr Jülich,

wie sind denn Ihre Erfahrungen mit der von Ihnen vertretenen Firma? Sind die neuen Mikroskope genauso haltbar wie die alten? Ist der verwendete Kunststoff lichtbeständig, bruchsicher und gegenüber Lösungsmitteln unempfindlich? Ist die leichtgängigere Mechanik der Triebe vergleichbar haltbar? Ist die Keramikbeschichtung der Tische genauso haltbar wie früher? Sehen Sie definitiv keinen Verbesserungsbedarf des Herstellers?

Herzliche Grüße,
Florian Stellmacher
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
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Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Werner

Liebes Forum!

Warum mikroskopiere ich (hobbymäßig) ?

Weil ich etwas sehen möchte, was ich anders nicht sehen kann. Das Hauptinteresse ist also das Objekt.
Wenn es artefaktefrei und kontrastreich abgebildet wird, ist das Ziel eigentlich schon erreicht.

Für die Werkstatt genügt ein altes einfaches Eschenbach-Stemi (Drehstahl-Schleifen).
Für Botanik und Mikroelektronik ist ein altes Zeiss-Stemi da, bin sehr zufrieden damit.
Zum Tümpeln habe ich ein Kaps-Labormikroskop KC mit Phako, aber leider ohne Köhler (wird vielleicht noch umgebaut) - Abbildungsqualität noch unbefriedigend.
Für Kristalle habe ich ein Meopta-Polmik mit noch defektem Analysator. Als Ersatzteillieferant war ein ROW-Pol gedacht, habe aber inzwischen kleine Polfilter als "Beifang" ergattert.
Pech hatte ich mit einem Meopta-Binokular, Mechanik hervorragend, aber Prismen-Entspiegelungen fleckig - schlechter Kontrast. - Abwarten, was noch so vorbeischwimmt.
Mein bestes Stück ist ein schwarzes Reichert-Zetopan, fast komplett mit Durchlicht, Auflicht und Auflicht-DIC, nur Pol und Phako fehlt. Das war mit 560 Euro das teuerste, ist aber nach erfolgter kompletter Neujustage optimal. Vielleicht bekomme ich das passende Pol oder Phako ja auch noch.

Muß ich froh sein, daß ich kein Zeiss oder Leitz zum Vergleich habe - vielleicht schon. Obwohl...

Was noch fehlt, ist ein komplettes Raster-Elektronenmikroskop mit Mikrosonde - natürlich innerhalb eines Rentner-Etats.

So, das waren "Gedanken zum Tag" - diesmal nicht vom Radio-Pastor.

Ich wünsche uns Allen ein GUTES neues Jahr   -   Werner




rhamvossen

Hallo,

Ich hätte sicherlich erwartet das Herr Klaus Henkel sich in diese Diskussion mengen wurde. Wo ist er geblieben? Grüsse,

Rolf

Siggi O.

#41
Hallo Rolf,

leider ist Herr Henkel nur noch als Leser im Forum registriert.
Wie funktioniert das eigentlich?

Viele Grüße
Siggi
Gerne per Du!
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Jürgen Boschert

Haloo zusammen,

jetzt geb´ ich halt auch noch meinen Senf dazu.

Habe mir im Zeiss Online-Shop gerade die Preise der Sonderangebote angesehen - und bin wieder jäh auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Möchte mir gar nicht vorrechnen, was eine moderne Unendlich-Ausrüstung auf gleicher Ebene kosten würde, wie sie mir derzeit als 160mm-System zur Verfügung steht. Ich verdiene sicher nicht schlecht, aber das könnte ich schlechterdings nicht finanzieren.

Alles Gute zum Neuen Jahr !

JB
Beste Grüße !

Jürgen

Werner Jülich

#43
Hallo Herr Stellmacher,
ja, die sehe ich. aber zuerst einmal zu Ihren Fragen.
Die Tische sind schon sehr lange im Einsatz und zeigen bisher keine Auffälligkeiten, speziell die MOT-Varianten werden ganz schön rangenommen, ein klares Plus gegenüber den Vorgängern, bei denen oft das metallisch rauhe Laufgeräusch beanstandet wurde. Ich würde mir eine zusätzliche Funktion wünschen, aber mit der Lebensdauer/Standfestigkeit bin ich soweit zufrieden.
Die vorher von Ihnen angesprochenen Plastikverkleidungen sind nach unserer Statistik nicht auffällig, da geht es mehr um die Qualitätsanmutung, weniger um einen Qualitätsmangel.
Die Z-Triebe sollten bei gleicher Pflege auch gleich lang halten. Wir haben etliche Axio Scope.A1 auf Z-Mot umgerüstet, das ist Altern in Zeitraffer, bisher noch ohne Befund, Gott sei Dank denn wir haben das Garantierisiko bei diesen Umbauten übernommen.
Die HAL-Lampenhäuser aus Plastik haben den entscheidenden Vorteil, dass man sich bei Berührung nicht so leicht verbrennt,  ich kann bisher nicht erkennen, das damit Einbußen bzgl. der Lebensdauer verbunden sind und wir habe sicher ein paar hundert Lampenhäuser in der normalen Wartung.

Es gibt immer Verbesserungsmöglichkeiten und es gibt die andere Sicht des Händlers, die sich von der des Entwicklers unterscheidet. Das ist aber bei Zeiss bekannt und deshalb werden wir immer so früh wie möglich eingebunden, wenn es um neue Produkte geht. Schließlich ist der Händler die erste Beschwerdestelle, wenn die Kunden unzufrieden sind.
Wir hatten das Axio Lab im Haus, da war es noch ein recht diskreter Prototyp.
Spezielle Vorstellungen eines anderen Forenteilnehmers sind in die Konzeption des Axio Lab.POL eingeflossen.
Wir haben immer wieder Fragebögen zur Kundenzufriedenheit auszufüllen und jeden Schaden detailliert zu dokumentieren.

Zeiss hat nach eigenem Selbstverständnis den höchsten Ansprüchen gerecht zu werden und es soll auch Fälle geben, da werden diese Ansprüche erfüllt. In allen anderen Fällen werden Kunden, Händler und nicht zuletzt die ebenfalls sehr guten Wettbewerber dafür sorgen, dass sich der Schlendrian nicht zu sehr ausbreitet.

Werner Jülich








Florian Stellmacher

Lieber Herr Jülich,

das beruhigt mich - sowohl Ihre Aussage, dass technisch bislang keine Probleme mit den neueren Mikroskopen aufgetreten sind, als auch, dass Kundenwünsche durchaus Berücksichtigung finden!

Herzliche Grüße und die besten Wünsche für ein erfolgreiches Jahr 2011,
Florian Stellmacher
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)